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Auf neuen Wegen

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit

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Caruso
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Re: Auf neuen Wegen

Beitrag von Caruso » 08.02.2019, 17:46

Liebe Kolibri,

an die Sache mit den Süssigkeiten, kann ich mich bei mir auch sehr gut erinnern. Allgemein habe ich im Laufe meiner Trockenheit, gutes Essen, unter anderem auch Süssspeisen, lieben gelernt. Zu Saufzeiten hatte ich nie Hunger auf Süssigkeiten, da waren eher deftige Dinge angesagt, wenn ich denn Hunger hatte. Beim Essen habe ich mir auch genrell das Dessert gespart, um schneller weider ein Bier trinken zu können. Denn Süss und Bier hat mir nie geschmeckt.

Liebe Grüße
Caruso

kolibri
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Re: Auf neuen Wegen

Beitrag von kolibri » 08.02.2019, 18:15

Hallo Caruso,


Da hast Du absolut Recht, so ging es mir auch! Dadurch dass ich am Abend trank, hab da nie was gegessen, es hat mich sogar angeekelt. Gekocht hab ich täglich, gegessen nie. Meist war das spärliche Mittagessen, meine letzte Mahlzeit!

LG Kolibri

Carl Friedrich
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Re: Auf neuen Wegen

Beitrag von Carl Friedrich » 08.02.2019, 20:06

kolibri hat geschrieben:
08.02.2019, 17:34
Nur der Kaffeekonsum ist enorm gestiegen. :lol:
Hallo Kolibir!

Meiner auch. Und wählerisch bin ich auch noch geworden. Er darf ruhig was mehr kosten.

Gruß
Carl Friedrich

kolibri
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Re: Auf neuen Wegen

Beitrag von kolibri » 08.02.2019, 21:07

Lieber Carl Friedrich,

gehört enorme trockene Hände auch dazu? *grins*
Reicht doch wenn ich trocken bleiben. *zwinker*

LG Kolibri .......nicht Koli-bir (ist lieb gemeint)

Carl Friedrich
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Re: Auf neuen Wegen

Beitrag von Carl Friedrich » 08.02.2019, 22:24

Hallo Kolibri!

Wer Tippfehler findet, darf sie behalten 8)

Gruß
Carl Friedrich

kolibri
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Re: Auf neuen Wegen

Beitrag von kolibri » 09.02.2019, 10:27

Lieber Carl Friedrich,


ich hoffe du weißt, dass es lieb gemeint war und im Spaß.


Die letzten Tage fiel mir auf wie viel Alkohol im TV gezeigt wird! Ich habe früher immer gern Reiseberichte geschaut. So guckte ich heute Vormittag auch einen. Es war extrem Alkohollastig. Sekt zum Frühstück, Mittagessen mit Muscheln schwimmend in Weisswein dazu Wein. Danach Absacker, so ging das weiter. In der Werbung ging's weiter. Ich habe etwas verwirrt weiter geschalten. Entweder fiel es mir früher nicht so auf oder.....keine Ahnung.
Naja muss ich lernen damit umzugehen? Oder soll ich nicht mehr TV gucken?

Derzeit geht es mir gut mit der Abstinenz, aber ich bin auf der Hut. Einige Warnhinweise habe ich hier ja schon gelesen und darum bin ich froh. Ich esse auch abends wieder, gemeinsam mit meinem Mann. Ich glaube wir beide genießen das. Vorher hab ich nur gekocht, aber nix gegessen.
In der letzten Zeit meiner nassen Zeit hab ich mich beim ersten Glas Wein geekelt, trotzdem habe ich mich täglich abgeschossen. Wie krank ist man nur?! Ging Euch das auch so?

So wünsche ich euch einen schönen Tag.

LG Kolibri

Carl Friedrich
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Re: Auf neuen Wegen

Beitrag von Carl Friedrich » 09.02.2019, 10:55

Hallo Kolibri!

Alles gut. Ich tippe mit 2 Fingern, daher reiht sich schon mal ein Dreher ein.

Das mit dem Alkohol im TV fällt mir auch immer wieder auf. Zu jeder sich bietenden Gelegenheit wird er konsumiert. Aber genau so ist auch das reale Leben. Immer und überall wird dem Alkohol zugesprochen. Es fällt einem abstinenten Außenstehenden erst jetzt richtig auf. Früher war ich ein Teil davon.

Gruß

Carl Friedrich

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Re: Auf neuen Wegen

Beitrag von kolibri » 12.02.2019, 10:42

Hallihallo,

Ich sehe nun jeden Tag, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Irgendwie komme ich zum Schluss, dass extremer Alkoholkonsum zu Depressionen und Panikattacken führen! Umso mehr ich trank, umso schlimmer wurde es. Umso schlimmer es wurde, umso mehr trank ich. Ein absolutes Paradoxum. Mit jedem Tag, hab ich die Bestätigung, dass Alkohol ein Nervengift ist, es belastet den Körper enorm, nicht nur in der Leber oder Bauchspeicheldrüse, sondern auch Magen/Darm, zerstört Zellen, hindert Zellen bei ihrer Arbeit, zerstört Hirn und Nervenzellen und fördert Krebs. Goggelt mal; Alkohol und Nervengift. Ihr werdet erstaunt sein, leider kam ich erst in den letzten 3 Wochen zu dieser Erkenntnis.
Ich kann es am eigenen Leib spüren. Die Nerven die sowieso schon von meinem Bandscheibenvorfall bedrängt werden, wurden in meiner nassen Zeit noch mehr gequält. Besonders wenn ich in der Früh aufstand, hatte ich solche Schmerzen, dass ich nach der Einnahme meiner Schmerzmittel ca. 45 min warten musste, bis ich mich bewegen konnte. Es fühlte sich an, als würden alle meine Glieder, der Rücken und Nacken brennen wie Feuer, meine Glieder waren so steif, dass ich kaum die Treppe runter kam.
Das habe ich alles nicht mehr!Ich schlafe seit 2 Wochen wie ein Baby und vor allem durch! Ich habe kaum mehr Alpträume, meine waren manchmal echt krass! Ich schwitze nicht mehr in der Nacht, oftmals war ich klatschnass. Auch litt ich in der nassen Zeit oft an Durchfall. Ich zittere nicht mehr, ich konnte oftmals kaum die Haustüre aufsperren, geschweige denn am morgen Mascara oder Kajal auftragen, obwohl ich am Tag nichts trank oder deswegen.Keinen Kater, auch wenn ich den nicht so stark hatte. Doch hatte ich den einige male heftig. Da war ich dann den ganzen Tag krank, an diesen Tagen trank ich auch am Abend nichts mehr, mir war den ganzen Tag speiübel etc
.Dann kommen noch die familiären Verbesserungen seit ich nicht mehr trinke. Wie oft hat mich mein Mann gebettelt, komm doch ins Wohnzimmer zu mir.  Und das schon seit 1, 5 Jahren! Wie sehr genießen wir nun die Abende gemeinsam, ich kann immer wieder an seinem Blick erkennen wie sehr ihn das freut, mir kommt vor, als wäre auch allgemein eine Last von ihm gefallen, er wirkt einfach gelöster. Ich glaube, weil er seine Frau wieder hat.
Wir sind schon viele Jahre zusammen, wir sind durch viele tiefs zusammen gegangen, auch sonst war in unserer Ehe nicht alles immer eitel, sonne, Sonnenschein, aber was ich ihm da die letzten Jahre geliefert habe, hat er nicht verdient! Umso mehr, wenn ich sehe wie sehr er mich jetzt unterstützt, das hab ich lange Zeit nicht mehr erkennen können. Wie oft schlief ich in der Küche auf der Eckbank ein, weil ich mich so weggeschossen hatte. Ich log meistens, dass das wegen den Medikamenten sei. Entweder weckte mich mein Mann, damit ich mit ihm hochging ins Schlafzimmer oder ich wurde so um 23 Uhr selbst wach in meinem Dusel und ich schlich mich still und heimlich nach oben.
Ich versteckte mich meist, weil ich nicht wollte, dass er mitbekommt wie besoffen ich war. Oft zog ich mich schon um 20 Uhr bettfertig, denn im Suff schaffte ich das kaum mehr. Wie traurig ist so ein Suffleben!Mir war schon vor dem Aufhören klar, dass es für mich nur eine Option geben wird; nie, nie wieder auch nur einen Tropfen. Aber das war mir egal, ist mir auch heute noch egal. Man braucht dieses Gift nicht, ich brauche es nicht. Trotz dieser Erkenntniss, bin ich auf der Hut! Mein Suchthirn, könnte sich immer mal wieder melden. Mich erschrecken auch die enormen Rückfallquoten! Die sind nicht von ungefähr, daher sind die Grundbausteine so wichtig, wie ich hier gelernt habe!

Lg Kolibri

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