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Das Leben ist zu kurz

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit

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Topaz
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Re: Das Leben ist zu kurz

Beitrag von Topaz » 21.03.2019, 16:04

hallo Knoller,

es freut mich, zu lesen, dass du einen schönen und trockenen Geburtstag hattest!
das abends kurz der Gedanke nach Bier aufkam, ist "normal". Halte dir einfach vor Augen, dass es nicht mehr der körperliche Entzug ist, sondern das Monster in deinem Kopf spricht!
Ich habe mein Monster visualisiert und ihm einen Namen gegeben. Das hat mir geholfen, weil ich es direkt ansprechen konnte, wenn es mich genervt hat.

Die Aussage, dass man erst ein halbes Jahr trocken sein muss, um eine Therapie zu bekommen, hat mir gegenüber damals niemand getätigt.
Ich habe mir von einer sehr netten Dame bei der Krankenkassenärztlichen Vereinigung eine Liste mit ansässigen und anerkannten Therapeuten schicken lassen und abtelefoniert, bevor ich in die Suchtreha ging. Da habe ich noch getrunken.

In Berlin wird es sicherlich nicht anders sein, als in NRW. Die Wartezeiten sind lang und manche Therapeuten haben auch einen Aufnahmestopp.
Ich habe mich bei 3 Therapeuten auf die Warteliste schreiben lassen. Das war Ende 2012.
Nachdem ich aus der Klinik entlassen war, hatte ich 2 Termine bei Therapeuten, mit denen ich gar nicht klar kam.
Bei der 3. hat es sich gut angefühlt und ich konnte im Juli 2013 einsteigen.
Sie hat sich um alle gekümmert. Antrag bei der Krankenkasse usw. Bewilligt bekam ich zunächst 50 Stunden und sie hat sich noch 2x darum gekümmert, dass ich Verlängerung bekomme.

Ich finde den Gedanken von Twizzler, alte Bekanntschaften wieder zu aktivieren auch gut!
Eine meiner Freundinnen, die ich seit 28 Jahren kenne, habe ich nach 4 Jahren Funkstille angerufen, weil ich mich vorher nicht getraut habe! Es war so befreiend und einfach, ihr alles zu erklären!

lg,

Topaz

Aurora
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Re: Das Leben ist zu kurz

Beitrag von Aurora » 21.03.2019, 18:01

Hallo Knoller,

herzlichen Glückwunsch nachträglich zum Geburtstag!

In punkto Therapie hat sich Anfang letzten Jahres viel verändert. Im Prinzip sollte niemand mehr länger als 2 bis 3 Wochen auf ein Gespräch warten müssen. Ist irgendwie auch illusorisch aber sie bemühen sich... ob da eine gewisse Zeit der Abstinenz sein muss weiß ich gerade nicht. Aber informiere dich da einfach mal. Google einfach mal PID.

Liebe Grüße
Aurora

Morgenrot
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Re: Das Leben ist zu kurz

Beitrag von Morgenrot » 21.03.2019, 23:24

Hallo Knoller,
da sagte man mir aber ich müsste erst mal ein halbes Jahr clean und trocken sein.
ich arbeite in diesem Bereich, und ich kann diese Aussage nur unterstützen, denn nur mit einem klaren Kopf bist du Psychotherapiefähig.


lg Morgenrot

Topaz
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Re: Das Leben ist zu kurz

Beitrag von Topaz » 22.03.2019, 08:20

Hallo Morgenrot,

wenn du in diesem Bereich arbeitest, hast du ja mehr Erfahrung. Mich würde interessieren, warum dieses halbe Jahr vorgegeben wird.
Ist es nicht sinnvoll, Menschen, die aufgrund psychischer Erkrankungen in die Sucht gefallen sind, eher zu unterstützen, um die Krankheit Sucht zu verstehen?

lg,

Topaz

Knoller
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Re: Das Leben ist zu kurz

Beitrag von Knoller » 22.03.2019, 13:21

Danke für die Glückwünsche! :)

@Morgenrot Ja mir leuchtet das auch ein. In einer Psychotherapie kommen Dinge hoch, die unbedingt eine trockene Verarbeitung benötigen. Wenn ich mich im Anschluss an die Therapie betäuben würde würden sämtliche Fortschritte weggespült werden. So erkläre ich mir das jedenfalls.

Jetzt bin ich fast zwei Wochen trocken, noch vor nicht all zu langer Zeit glaubte ich nicht das schaffen zu können. Ich verzichte gerade auch auf Koffein, da ich festgestellt habe das die Ängste durch Kaffee nur schlimmer werden. Allerdings bin ich gerade nur am schlafen. Mal sehen wie es weiter geht. Eine App auf dem Handy ist mir auch eine große Motivation, da sind nicht nur die ausgelassenen Getränke und das gesparte Geld aufgelistet, man hat auch zeitliche Etappen wo gesundheitliche Ziele erreicht sind. So hat man immer ein zeitliches Ziel.

Mal sehen wie es weiter geht :)

Topaz
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Re: Das Leben ist zu kurz

Beitrag von Topaz » 22.03.2019, 17:59

Hallo Knoller,

Freut mich, zu lesen, das du weiterhin trocken bist.
Das mit dem Weglassen des Kaffees ist eine gute Idee, denn auch Koffein ist Gift für den Körper.
Das du viel schläfst, ist ok. Der Körper holt sich das, was er braucht. Und während der Trinkphasen hat man selten einen erholsamen Schlaf!
Eine App kann hilfreich sein. Noch wichtiger finde ich den realen Kontakt zu anderen Menschen. Es ist hilfreich, mit vielen Menschen, egal ob Ärzten, Suchtberatern, Bekannten oder Freunden usw. zu kommunizieren, das man Alkoholiker ist.

Bzgl. der Therapie möchte ich nur anmerken, dass ich auch in der Suchtreha schon wöchentliche Einzelgespräche mit einer Therapeutin hatte.
Sie hat relativ schnell verstanden, dass meine Sucht die Spitze des Eisberges ist und sie hat mir sehr dabei geholfen, zu erkennen, wo der Weg für mich hingehen sollte.

lg,

Topaz

Carl Friedrich
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Re: Das Leben ist zu kurz

Beitrag von Carl Friedrich » 22.03.2019, 18:26

Topaz hat geschrieben:
22.03.2019, 17:59
Es ist hilfreich, mit vielen Menschen, egal ob Ärzten, Suchtberatern, Bekannten oder Freunden usw. zu kommunizieren, das man Alkoholiker ist.
Hallo!

So weit gehe ich nicht, dass jeder Doc und jeder Bekannte zu informieren ist. Es kommt für mich stets auf die Umstände an. Vor einer OP nebst Betäubung würde ich den Doc einweihen. Der Hausarzt weiß es eh.

Warum sollte ich sog. Bekannten meine Krankengeschichte auf die Nase binden?

Ich habe nur diejenigen informiert, die ich auch über andere gefährliche Krankheiten in Kenntnis setzten würde. Der Kreis ist überschaubar gehalten. Damit bin ich bislang gut gefahren.

Gruß
Carl Friedrich

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Re: Das Leben ist zu kurz

Beitrag von Topaz » 22.03.2019, 18:33

Hallo Carl Friedrich,

ich kenne dein soziales Umfeld nicht. Wenn du damit gut fährst, ist es doch ok.
Ich würde mich aber deshalb nicht aus dem Fenster lehnen und deine Einstellung kritisieren.
Das steht mir nicht zu.

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