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Packen wir es an...

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit

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Rennsemmel
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Re: Packen wir es an...

Beitrag von Rennsemmel » 28.04.2019, 18:47

"Wenn du dir ins Bein geschossen hast, würdest du dir freiwillig noch einmal hinein schießen?"
Guter Ansatz und sehr intelligente Frage.
Sucht ist stark, aber ich will nicht mehr süchtig sein, von gar nix, Rauchen hab ich auch losgelassen, nach 20 Jahren Qualmerei, aber das ist so lange her und manchmal träume ich noch davon, selten zwar, aber sie ist noch irgendwo, die Sucht.
Mit dem Alkohol wäre ich gerne schon soweit, stehe ganz am Anfang, noch keine 4 Wochen, freue mich, nicht mehr saufen zu müssen und es ist doch manchmal so schwer.
Schwer auch, weil ich fast immer zu Hause trank und nun nicht einfach mal den Ort meiden kann, ich lese viel, wenn ich unruhig werde, hier und auch in neu gekauften Büchern zum Thema, ich freue mich nüchtern zu sein :)

Mylala
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Re: Packen wir es an...

Beitrag von Mylala » 28.04.2019, 18:56

Leider wird uns die Sucht immer begleiten, denn es ist nicht heilbar. Genauso wie Borderline, NPS, PTS nicht heilbar ist.

Wir können nur lernen damit umzugehen und die Ursache dessen zu ergründen, um die Trigger umzuleiten.

Der Schalter liegt bei uns, bei niemandem anderen. Bei keiner Situation, bei keinem Umstand!

Ich gratuliere dir aus tiefer Bewunderung für 4 Wochen Abstinenz. Ich bin stolz auf dich, und das meine ich ehrlich!

Rennsemmel
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Re: Packen wir es an...

Beitrag von Rennsemmel » 29.04.2019, 07:40

Ich mußte grad tüchtig schmunzeln, über die Gratulation zu den 4 Wochen :) , mir kommt es so wenig vor, ich lese aber grade bei den Ganzganzlangeabstinenten mit und da relativiert sich das etwas.
Die 4 Wochen im Rückblick waren auch eher so Tag für Tag, einer nach dem anderen und es war echt keiner dabei, an dem ich nicht an Alkohol gedacht habe. Ich las jetzt irgendwo "bei euch klingt das immer so leicht", es stimmt schon, es ist nicht leicht, aber es macht mir sehr viel Spaß an der Gestaltung meines Lebens und Überlebens aktiv mitzuwirken.
Euch allen einen wunderschönen Tag

Carl Friedrich
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Re: Packen wir es an...

Beitrag von Carl Friedrich » 29.04.2019, 08:10

Rennsemmel hat geschrieben:
29.04.2019, 07:40
Die 4 Wochen im Rückblick waren auch eher so Tag für Tag, einer nach dem anderen und es war echt keiner dabei, an dem ich nicht an Alkohol gedacht habe. Ich las jetzt irgendwo "bei euch klingt das immer so leicht", es stimmt schon, es ist nicht leicht, aber es macht mir sehr viel Spaß an der Gestaltung meines Lebens und Überlebens aktiv mitzuwirken.
Hallo!

Mir erging es anfangs ähnlich. In den ersten Wochen und Monaten hangelte ich mich Tag für Tag durch. Morgens nach dem Wachwerden habe ich mir stets vorgenommen: "Heute trinkst Du nichts." Damit war das Ziel des Tages klar definiert.

Mit der Zeit wird es besser und die Abstände, in denen man an den Stoff denkt, werden größer. Das war zumindest bei mir ein klarer Entwicklungsprozess.

Erfreulich finde ich deine Einstellung, dein Leben wieder selbstverantwortlich zu gestalten. Das ist schon mal eine gute psychische Basis.

Da habe ich ganz andere Zeitgenossen kennengelernt, die voller Selbstmitleid jammerten, weil sie nichts mehr trinken dürfen.

Gruß
Carl Friedrich

Cadda
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Re: Packen wir es an...

Beitrag von Cadda » 29.04.2019, 09:06

Guten Morgen Rennsemmel und auch Carl-Friedrich.
Ich bin der Meinung, wenn man traurig ist, nichts mehr trinken zu können/dürfen, hat es noch nicht richtig geklickt.
Ich weiß nicht, ob manche Aufhören und es zunächst traurig finden, nichts mehr zu trinken und sich durch die positiven Erfahrungen erst später die Gedanken einstellen, froh zu sein und die Verzichtsgedanken verschwinden.
Ich war von Anfang an erleichtert, endlich die Entscheidung getroffen zu haben.

Dennoch habe ich am Anfang auch oft an Alkohol gedacht. Jetzt, nach 1,5 Jahren ist es anders. Seltener. Und ich muss mich dann nicht mehr so lange mit dem Gedanken auseinander setzen. Kurze Erinnerung „Nein. Ich WILL nichts trinken. Ende“.

4 Wochen sind ein super Anfang! Es gibt immer welche, die weiter sind. Nach 1,5 Jahren sind 4 Wochen vielleicht nicht so lang. Für diejenigen, die schon 5 Jahre nichts trinken, sind meine 1,5 Jahre nicht lang. Das spielt auch keine Rolle. Jeder Tag nach der Entscheidung, nüchtern zu sein, zählt.

Rennsemmel
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Re: Packen wir es an...

Beitrag von Rennsemmel » 29.04.2019, 16:01

Mit der Zeit wird es besser und die Abstände, in denen man an den Stoff denkt, werden größer.
,
Jeder Tag nach der Entscheidung, nüchtern zu sein, zählt.
Ich danke euch für den Zuspruch. es tut sehr gut und mir geht es heute auch sehr gut :D

Dante
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Re: Packen wir es an...

Beitrag von Dante » 06.05.2019, 20:01

& heute?

Rennsemmel
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Re: Packen wir es an...

Beitrag von Rennsemmel » 06.05.2019, 20:24

Hallo Dante,
heute habe ich die ersten 5 Wochen geschafft und nie, nie nicht an meiner Entscheidung gezweifelt. Es ist der richtige Weg für mich und ein Guter.
Ich muß mir eingestehn, das es an manchen Tagen schwerer ist als an anderen und ich arbeite noch an Strategien.
Jeden Abend hier lesen, hilft mir sehr, meine Tage und Abende ausfüllen, mit allem was mir Spaß macht, aufkommende Gedanken immer und jedes Mal weiterdenken.
Ich habe noch viel zu lernen und freue mich drauf

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