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Welche Art von Therapie

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit

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Carl Friedrich
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Re: Welche Art von Therapie

Beitrag von Carl Friedrich » 16.06.2019, 20:56

Hallo Leo!

Als Video kann ich den "Trocken-Doc" von Bernd Thränhardt empfehlen. Einfach mal googeln. Letztes Jahr war er noch in der Mediathek des MDR zu finden.

Gruß
Carl Friedrich

Mario B.
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Re: Welche Art von Therapie

Beitrag von Mario B. » 17.06.2019, 09:44

Hallo,

die 4 Folgen (Videos) müssten noch da sein, bin letzte Woche durch Zufall darauf gestossen und da waren die Videos noch abspielbar.

Gruss,

Mario B.

Leo82
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Re: Welche Art von Therapie

Beitrag von Leo82 » 17.06.2019, 19:49

Carl Friedrich hat geschrieben:
16.06.2019, 20:56
Als Video kann ich den "Trocken-Doc" von Bernd Thränhardt empfehlen. Einfach mal googeln. Letztes Jahr war er noch in der Mediathek des MDR zu finden.
Genau das war der Link, der gelöscht wurde. :-)

Carl Friedrich
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Re: Welche Art von Therapie

Beitrag von Carl Friedrich » 17.06.2019, 22:29

Hallo Leo!

Bei gesetzten links geht es um Haftungsfragen des Forumsbetreibers. Und da kann ich Karsten verstehen, wenn er auf Nummer sicher geht. Man kann die Sendung ja beschreiben, dann findet man sie über eine Suchmaschine und schon ist es für alle Beteiligten gut geregelt.

Gruß
Carl Friedrich

Leo82
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Re: Welche Art von Therapie

Beitrag von Leo82 » 25.06.2019, 23:13

Carl Friedrich hat geschrieben:
17.06.2019, 22:29
Bei gesetzten links geht es um Haftungsfragen des Forumsbetreibers. Und da kann ich Karsten verstehen, wenn er auf Nummer sicher geht. Man kann die Sendung ja beschreiben, dann findet man sie über eine Suchmaschine und schon ist es für alle Beteiligten gut geregelt.
Stimmt, es ist auch blöd, nur einen Link ohne Beschreibung abzuladen. Mit der Faulheit, einen beschreibenden Satz zu schreiben, stiehlt man anderen Leuten ihre Zeit, ich bemühe mich, das besser zu machen. :-) . Eine weitere Sendung, über die vermutlich nicht nur ich gestolpert bin, ist "Mein stiller Freund" von 37° im ZDF (gibt es 2019 noch in der Mediathek). Ich habe mich, obwohl es um Frauen geht, in den beschriebenen Mustern erkannt.

57 Tage nüchtern. Der Antrag auf die Reha ist weg, und ich warte auf das bessere Leben. Ich bin einfach nur antriebslos und unkreativ, für Außenstehende vermutlich völlig langweilig. Ich genieße es aber, zu jeder Zeit Auto fahren zu können oder an die Tür zu gehen oder Mails zu schreiben, ohne vorher nachzudenken, wieviel ich getrunken habe.

Dhyana
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Re: Welche Art von Therapie

Beitrag von Dhyana » 26.06.2019, 00:06

Hallo Leo
Mein Glückwunsch, bald 2 Monate geschafft, das ist doch Wahnsinn. Hast du zur Zeit jemand der dich unterstützt, begleitet ausser hier natürlich?
Ich kann dir nur sagen, ich war noch monatelang müde und hatte Erholung nötig. Die habe ich auch gebraucht und sie mir erlaubt. Vom früheren Aktionismus, getrieben vom schlechten Gewissen, funktionieren zu müssen als ich noch getrunken habe, ist nichts mehr übrig und es tut so gut zu merken, wenn ich müde bin, wenn ich eine Pause brauche, die auch mal aktiv ist, spazieren im Wald, gemütlich Fahrrad fahren usw. Mein Motto war u.a. mir alles zu erlauben, ausser zu trinken natürlich ... also auch mal nichts tun. Und in mir hinein spüren, will ich das jetzt wirklich oder nicht? Was sagt mir mein Gefühl dazu?
Alles Gute dir weiterhin!

Leo82
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Re: Welche Art von Therapie

Beitrag von Leo82 » 01.07.2019, 18:57

Dhyana hat geschrieben:
26.06.2019, 00:06
Mein Glückwunsch, bald 2 Monate geschafft, das ist doch Wahnsinn. Hast du zur Zeit jemand der dich unterstützt, begleitet ausser hier natürlich?
Es stehen mir zwar alle bei, denen ich meine Lage geschildert habe, aber eigentlich fühle ich mich allein. Bei den Kumpels weiß ich, daß sie ohne mich weiter machen wie bisher, meine Frau ärgert sich natürlich über meine miese Stimmung. Das Nichttrinken finde ich nicht schwierig, das Leben mit dem Nichttrinken macht mir aber gerade keinen Spaß.
Ich kann dir nur sagen, ich war noch monatelang müde und hatte Erholung nötig. Die habe ich auch gebraucht und sie mir erlaubt.
Ich weiß gar nicht, wie ich das beschreiben kann. Ich habe manchmal nicht die geringste Kraft. Ich will nicht nachdenken, ich will nicht meine Arme heben, ich will einfach nur meine Ruhe. Ich will eigentlich gar nicht mehr dieses Leben führen, aber mir fehlt zum Glück auch die Kraft, das konkreter werden zu lassen. Es ist nicht schön. Ich warte auf die Antwort wegen des Therapieantrags und hoffe, daß meine alte, durch Alk gepowerte Energie wenigstens etwas zurückkommt. Solange gehe ich arbeiten und mache dort Alltagsdinge, die der Körper auch ohne Gehirn zustande bringt. Was richtig ärgerlich für mich ist, daß ich demnächst einen Vortrag in Australien halten muß. Ich wurde eingeladen, Flug und Hotel wurden mir bezahlt, ich könnte den Leuten wirklich was erzählen, aber ich schaffe es nichtmal, überfällige Mails zu beantworten. Das ist eine Situation, in der ich "funktionieren muß". Ein ehrlicher Rückzieher ist ohne radikale Änderung meines gesamten Lebens (Verlust von Arbeitsplatz, Ansehensverlust bei Leuten, die mir am Herzen liegen) nicht drin.
Vom früheren Aktionismus, getrieben vom schlechten Gewissen, funktionieren zu müssen als ich noch getrunken habe, ist nichts mehr übrig und es tut so gut zu merken, wenn ich müde bin, wenn ich eine Pause brauche, die auch mal aktiv ist, spazieren im Wald, gemütlich Fahrrad fahren usw. Mein Motto war u.a. mir alles zu erlauben, ausser zu trinken natürlich ... also auch mal nichts tun. Und in mir hinein spüren, will ich das jetzt wirklich oder nicht? Was sagt mir mein Gefühl dazu?
Alles Gute dir weiterhin!
Oh, danke. Ich hoffe ja, daß meine Niedergeschlagenheit ebenso schnell geht, wie sie gekommen ist. Der fehlende Alk juckt mich weniger als das Scheißleben ohne. Ich mache von Tag zu Tag weiter und erledige mein Pflichtprogramm, in der Hoffnung, die 12 Wochen mit eine Tür hinter mir zu bekommen. Ich wäre so gern so weit wie Du.

Sunshine_33
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Re: Welche Art von Therapie

Beitrag von Sunshine_33 » 02.07.2019, 00:46

Hallo Leo,

bist Du gerade abstinent "mit der Faust in der Tasche"?
Würdest Du im Grunde lieber wieder saufen, weil das nüchterne Leben so mühselig ist?
Oder es DIr zumindest so erscheint?
Es stehen mir zwar alle bei, denen ich meine Lage geschildert habe, aber eigentlich fühle ich mich allein.
Bei den Kumpels weiß ich, daß sie ohne mich weiter machen wie bisher, meine Frau ärgert sich natürlich über meine miese Stimmung.
Das Nichttrinken finde ich nicht schwierig, das Leben mit dem Nichttrinken macht mir aber gerade keinen Spaß.
Ja sicher werden die Kumpels weiter trinken,falls das damit gemeint war. Und auch sonst ihr Leben so weiter führen, wie sie es
für richtig halten.
Dürfen sie ja auch.
DU aber hast die Entscheidung getroffen, nicht mehr trinken zu wollen.
Und Ja, diese Entscheidung kann auch das Gefühl der Einsamkeit, des Alleinseins aufkommen lassen.
Dagegen hilft der Aufbau eines neues Freundeskreises. Und das ist möglich.
Es ist eben so, das nur-nicht-mehr-trinken nicht ausreicht, um eine zufriedene und glückliche Trockenheit zu erreichen.
Das kannst Du hier an vielen Stellen nachlesen.
Anfangs mag man noch denken, das man einfach nicht mehr säuft und alles wird sich ins positive regeln.
Vieles wird auch besser, ohne das man groß was dazu tun muss.
Das hier beispielsweise:
Ich genieße es aber, zu jeder Zeit Auto fahren zu können oder an die Tür zu gehen oder Mails zu schreiben, ohne vorher nachzudenken, wieviel ich getrunken habe.
Mir ging es ganz genau so.
Und um diese neu gewonnene Freiheit genießen zu können, musste ich echt nix tun, außer nicht mehr zu trinken.
Viele andere Sachen regelten sich allerdings nicht so einfach...
Und da beginnt dann auch die "Trockenheitsarbeit", die mühsam und anstrengend erscheinen mag oder auch wirklich ist.
Die sieht bei jedem etwas anders aus.
Ich weiß gar nicht, wie ich das beschreiben kann. Ich habe manchmal nicht die geringste Kraft. Ich will nicht nachdenken, ich will nicht meine Arme heben, ich will einfach nur meine Ruhe.
Ich will eigentlich gar nicht mehr dieses Leben führen, aber mir fehlt zum Glück auch die Kraft, das konkreter werden zu lassen.
Kann es sein, das Du in einer akuten Depression steckst?
Hattest Du das schon öfters ? Und hast Depressionen evtl. vor Deiner Abstinenz mit Alkohol "behandelt" ?... wären meine Fragen an Dich.

Du schreibst, Du möchtest dieses Leben so nicht mehr führen.
Möchtest Du es denn anders führen?
Und warum tust Du es dann nicht?
Das ist eine Situation, in der ich "funktionieren muß". Ein ehrlicher Rückzieher ist ohne radikale Änderung meines gesamten Lebens (Verlust von Arbeitsplatz, Ansehensverlust bei Leuten, die mir am Herzen liegen) nicht drin.
Das einzige, was Du wirklich MUSST, ist irgendwann sterben.
Ansonsten darfst Du mit Deinem Leben genau das anfangen, was Du gerne möchtest !
Arbeitsplatzverlust? Och, dann findet sich woanders eine Arbeitsstelle... das ist nicht der Untergang der Welt.
Das Ansehen der Leute zu verlieren? Das wäre mir soooo egal... immer noch tausendmal besser, als ein Leben zu führen, was keinen Spaß mehr macht.
Was die Leute sagen, ist unwichtig. Und Ansehen...hm...es denkt jeder sowieso einfach das, was er will.
Auch über DICH. Das ist im Grunde wenig beeinflussbar, auch wenn man das nicht so gern wahrhaben möchte.

Manchmal helfen tatsächlich nur noch radikale Lebensveränderungen, um das eigene Leben wieder lebenswert zu machen.
Und das erfordert dann ganz sicher auch viel Mut und Kraft.
Aber ehrlich gesagt, das wäre mir trotzdem noch lieber, als nicht mehr leben zu wollen bzw. am eigenen Leben keinen Spaß mehr haben zu können.

Leo, wir leben in einem Land, wo beispielsweise der Arbeitsplatzverlust mit dem Ende der Welt gleich gesetzt wird.
Als gäbe es nichts anderes, was wichtig ist im Leben.
Unsere Leistungsgesellschaft suggeriert uns da auch vieles, und wir nehmen das so an, als wäre es richtig so.
Ich lebe seit 3 Jahren halb in D und halb in einem anderen Land, und erlebe da etwas ganz anderes.
Dort gelten andere Werte, dort ist die Familie das wichtigste und Freundschaften zählen viel mehr als hier.
Alles andere kommt erst danach, auch der Job.
Dort ist der Arbeitsplatzverlust nicht gleich eine Katastrophe, sondern man sucht sich dann eben einen anderen Job.
Denn auch dort muss von irgendwoher Geld reinkommen, ist ja klar.
Ich versuche, mir etwas davon in meine eigene Denke zu übernehmen. Auch wenn ich persönlich nicht mehr aktiv im Berufsleben stehe.
Es tut gut, mal über den Tellerrand zu schauen und zu erleben, wie andere Menschen leben.
Das erweitert den eigenen Horizont ungemein und lässt einen selbst auch mitunter sehr umdenken oder zumindest seine eigenen Denkweisen mal in Frage zu stellen.

Manchmal muss man das auch tun, wenn man trocken wird. Alles in Frage stellen, mitunter auch sich selbst.
Und sich dann sein sein Leben so zurechtbauen, wie man es selbst haben will und dabei sollten dann mal Dinge wie "Ansehen" oder pipapo egal ein.
Denn ich gehe davon aus, das wir nur dieses eigene Leben haben, und es liegt an uns, es so zu gestalten, wie wir es haben möchten.
Sicher gibt es auch Grenzen des Machbaren, das ist mir auch klar, ich lebe in keiner Traumwelt.
Nur leider schränken wir uns selbst viel zu oft derart ein, wie es gar nicht notwendig wäre.
Ich hoffe ja, daß meine Niedergeschlagenheit ebenso schnell geht, wie sie gekommen ist. Der fehlende Alk juckt mich weniger als das Scheißleben ohne. Ich mache von Tag zu Tag weiter und erledige mein Pflichtprogramm, in der Hoffnung, die 12 Wochen mit eine Tür hinter mir zu bekommen.
Leo, ich hoffe sehr, das es Dir bald wieder besser geht. Aber es hört sich für mich auch ziemlich wie eine Depression an, vielleicht wäre es gut, einen Arzt aufzusuchen, der Dir helfen kann?
Das Leben ohne Alkohol ist kein Scheißleben, aber es kommt eben auch auf Dich drauf an, was Du draus machst.
Und das bedeutet eben auch, sich Hilfe zu holen, wenn man sie braucht, beispielsweise in einer akuten Depression.
Und überdenke mal Dein "Pflichtprogramm" in Deinem "Pflichtleben"... Du musst nicht alles tun, was ANDERE von Dir erwarten !
Eigentlich sogar gar nix davon. :wink:

LG Sunshine

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