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Abholen wo einer steht.

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit

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Cadda
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Re: Abholen wo einer steht.

Beitrag von Cadda » 04.02.2020, 17:01

Ich hab das Gefühl, es werden einem ständig die Worte im Mund umgedreht. Das nervt mich extrem.

Cadda
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Re: Abholen wo einer steht.

Beitrag von Cadda » 04.02.2020, 17:05

Meine Meinung hab ich zu genüge versucht zu erklären, ich bin bei diesem Thema raus. Es wird sich im Kreis gedreht oder vielmehr vom Eigentlichen, worum es hier ging, abgelenkt.

Jeder der verstehen WILL, worum es mir und manch Anderen bei dem Thema geht, der wird es auch verstehen...

Aurora
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Re: Abholen wo einer steht.

Beitrag von Aurora » 04.02.2020, 19:01

Hallo,

jemanden abholen, da, wo er/sie gerade steht... das ist für mich, dass ich mich auf Augenhöhe mit der Person begebe.
Meine Entwicklung ist schon weiter gegangen aber ich stand auch mal an diesem Punkt, an dem die Person jetzt steht. Und kann das nachvollziehen, was da gerade im Kopf des Menschen abgehen könnte.

"Ich verstehe dich, ich weiß, wie es sich anfühlt", das sind für mich dabei Grund-Aussagen. Ich weiß noch, wie gut mir das selbst getan hat damals, dieses "ich verstehe dich, ich habe das auch durchgemacht, gefühlt, erlebt". Das hat mich aus meiner Isolation, aus dem Gefühl, ich alleine wäre bescheuert und völlig falsch, rausgeholt.

Zu sehen, andere haben das geschafft. Auf ihre Art. Ich habe mit dem, was ich erfahren habe durch den Austausch, das gemacht, was auf mich, für mich, gepasst hat. Oder ich habe es verändert, passend gemacht. Aber ich konnte was damit anfangen. Nicht mit den Dingen, die mir mit erhobenem Zeigefinger aufgedrückt werden sollten. Von oben herab, besserwisserisch oder so. Das hat nur zu Widerstand geführt oder zu dem Gefühl, dass ich eh zu blöd bin, falsch bin.

Natürlich muss jeder Hilfesuchende seinen Weg alleine finden, ihn alleine gehen. Aber wenn er dabei einen Begleiter hat, der versteht, warum bzw das da Steine im Weg liegen, der selbst hingefallen und wieder aufgestanden ist, dann ist das hilfreich. Zu erfahren, dass auch andere diese Schwierigkeiten hatten und es gemeistert haben. Das bedeutet für mich "da abholen, wo jemand steht". Das bedeutet für mich "Hilfe zur Selbsthilfe". Dass ich den Menschen wertschätze an dem Punkt, an dem er gerade ist. Denn wüsste er es besser, wäre er nicht an diesem Punkt... aber wichtig ist es doch eben auch die Gewissheit zu vermitteln, "du kannst das auch schaffen, wenn du es willst".

Aurora

Hartmut
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Re: Abholen wo einer steht.

Beitrag von Hartmut » 04.02.2020, 22:10

Hallo,

wenn es um die Begrüßung geht oder noch ganz am Anfang jemand steht kann ich das noch begrenzt nachvollziehen. Jedoch nicht während des Weges.

Wenn ich so ein Thema aufmachen sehe ich es aus meiner Sicht als Alkoholiker. In der nassen Zeit hatte ich von jedem Zuspruch und Verständnis bekommen, wenn ich bemüht war etwas zu ändern. Das „Weichgespülte“ ohne despektierlich zu sein, kannte ich also schon. (Provokation an) Ich hatte ja in der nassen Zeit mein eigenen CO“S (Provokation aus) Deswegen hätte es mich auch nicht erreicht.

Ich suchte mir genau dieses Forum aus, weil gerade hier Tacheles gesprochen wurde und ohne Umschweife die Ernsthaftigkeit in den Vordergrund stellte. Die mit den Grundbausteinen einen unmissverständlichen Weg aufzeigte und von Vielen hier vorgelebt wurde.

Vielleicht hat sich die Zeit geändert und es gibt die neue Wege. Was sich jedoch nicht geändert hat ist die Sucht. Die geht ihren Weg und da kann jeder für sich noch so individuell sein, die endet tödlich.

Ich lebe heute immer noch mit dem Motto „Wahre Worte sind nicht immer schön. Schöne Worte sind nicht immer wahr“

Ich bedanke mich für die Beteiligung und freue mich mal wieder hier zu sein. Der eine mag es eventuell persönlich nehmen. Das darf er, es ist Seins Wer mich jedoch kennt, weiß genau, dass ich es nicht persönlich meine.

Gruß Hartmut

Florian73
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Re: Abholen wo einer steht.

Beitrag von Florian73 » 04.02.2020, 23:11

Elly hat geschrieben:
03.02.2020, 21:29
trocken werden geht nur ganz ohne Alkohol. Und damit ist der Weg für alle gleich!

-Verzicht auf Alkohol-
Also das ist ja einfach nur eine Grundbedingung. D.h. dieser Aspekt des Weges ist bei allen gleich. Wie das bewerkstelligt wird, kann sich doch sehr wohl unterscheiden. Ich kenne einige ex-Alkis im richtigen Leben, und keiner dieser Wege ist derselbe.

Bsp: Der eine macht das still und heimlich, für sich selbst und mit sich selbst, der andere geht in Selbsthilfegruppen, vernetzt sich... beide sind heute trocken... wenn auch auf völlig verschiedenen Wegen..

Mario B.
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Re: Abholen wo einer steht.

Beitrag von Mario B. » 05.02.2020, 19:21

Wenn 2 Alkoholiker genau den selben Weg der Nüchternheit gehen wird einer von denen mit grosser Wahrscheinlichkeit wieder rückfällig.

Ein Zitat das ich mal in einem sehr guten Alkoholbuch gelesen habe und meine Meinung zu diesem Thema kurz und knapp zusammenfasst. Es gibt einfach nicht "diesen einzig wahren Weg". Es sei denn man meint damit "Nicht mehr saufen". Dann passt es. Aber auch nur dann.

Gruss,

Mario B.

Carl Friedrich
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Re: Abholen wo einer steht.

Beitrag von Carl Friedrich » 05.02.2020, 19:48

Mario B. hat geschrieben:
05.02.2020, 19:21
Wenn 2 Alkoholiker genau den selben Weg der Nüchternheit gehen wird einer von denen mit grosser Wahrscheinlichkeit wieder rückfällig.
Hallo!

Manche benötigen halt einen oder mehrere Rückfälle, bis sie es doch schaffen.

Nicht jeder Rückfällige säuft sich zu Tode, sondern benötigt halt einen oder mehrere Anläufe.

ich vergleiche es mal mit Sporttrainern, es gibt "Schleifer" un d es gibt "Flüsterer", die die Spieler pädagogisch geschickt zur Leitungssteigerung bringen.

So ist es auch bei uns Alkis. Der Flüsterer wäre ein schlechter Trainer für mich, für Hartmut und noch einige andere. ich benötigte eine härtere Ansprache, damit was bei mir ankommt. Aber so war ich schon als Schüler. Die knallharten Lehrer waren meine besten. Die "weicheren" Vertreter hatte ich nicht immer für voll genommen. Ist halt so. Kann halt nicht aus meiner Haut raus.

Es gibt verschiedene Lern- und Trainingsmethoden. Wenn nachher das Ergebnis stimmt, ist doch alles in Butter.

Gruß
Carl Friedrich

Mario B.
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Re: Abholen wo einer steht.

Beitrag von Mario B. » 05.02.2020, 20:26

Carl Friedrich hat geschrieben:
05.02.2020, 19:48
Wenn nachher das Ergebnis stimmt, ist doch alles in Butter.
Hallo Carl Friedrich.

Sehe ich 100% auch so. :idea:

Der Rest ist Wortklauberei und Erbsenzählerei. Ähnlich wie diese in meinen Augen mittlerweile blödsinnige Debatte trocken versus abstinent. Jeden Tag am Ende des Tages nichts gesoffen zu haben ist das einzige was zählt.

Mario B.

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