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Klappt es ohne Therapie und ohne AA?

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit

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PeterP
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Re: Klappt es ohne Therapie und ohne AA?

Beitrag von PeterP » 28.03.2020, 13:25

Hallo zusammen!

Danke für eure Antworten. Ich habe nun Kontakt mit der örtlichen Suchtberatungstelle aufgenommen, wegen der Corona-Krise gibt es zurzeit keinen persönlichen Termine. Wir haben vereinabrt, dass wir Mail-/Telefonkontakt halten.

Gelesen habe ich auch schon viel, es war mehr oder weniger hilfreich, hat mir aber durchaus was gegegeben. Die Suchtberatungsstelle hat mir "Die Suchtfibel" empfohlen, wohl ein Standardwerk, das ich noch nicht kenne. Es sei wichtig mich, mit dem Thema "Sucht" auseinanderzusetzen.

Zurzeit wirklich alles ok. Durch die Corona-Krise habe ich gezwungenermaßen keinen Kontakt zu diversen geselligen Runden (Verein, Stammtischgruppe, usw.). Das wird dann eine Herausforderung... Oder am besten zunächst meiden? Vermutlich ja...

Viele Grüße
Peter

Cadda
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Re: Klappt es ohne Therapie und ohne AA?

Beitrag von Cadda » 28.03.2020, 18:22

Hallo Peter.

Du fragst, ob Du solche Dinge meiden solltest. Was sagt Dir denn Dein Gefühl? Dein „vermutlich ja...“ lässt ja einiges erahnen :-)

Dass Du Kontakt mit der Suchtberatung aufgenommen hast, ist klasse. Dass Du hier bist, ebenfalls! Das sind schon mal gute Schritte!

Carl Friedrich
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Re: Klappt es ohne Therapie und ohne AA?

Beitrag von Carl Friedrich » 28.03.2020, 19:58

Hallo!

Die Suchtfibel ist ein sehr komplexes und auch schwer geschriebenes Werk. Ich empfehle es nicht als Einführungslektüre, dafür ist es mir zu umfassend und trocken (nicht im alkoh. Sinne) geschrieben. Versuch es erst mal mit dem Borowiak: ALK.

Gruß
Carl Friedrich

Dante
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Re: Klappt es ohne Therapie und ohne AA?

Beitrag von Dante » 28.03.2020, 20:16

Die Suchtfibel ist gut, aber ich habe beim lesen gemerkt, dass es recht nützlich ist, sich vorher schon mit der Materie beschäftigt zu haben.
Bei mir selbst war die Suchtfibel das dritte Buch, "Alk" von Simon Borowiak kam erst später. "Lieber schlau als Blau" ist in übersichtlichen Kapiteln aufgegliedert & behandelt in diesen sehr anschaulich die Aspekte der Sucht, allerdings immer mit Bezug zur Therapie.

Wenn du gerne liest, dann nimm doch einfach alle drei. Lohnen tut sich die Ausgabe allemal.

Bei dir sehe ich die Anfangssituation nämlich genau umgekehrt wie zu Carmen:
Tolle Familie, guter Job, gute Ausbildung, läuft auch ohne Alkohol ganz prima.
Schnell schleicht sich der Gedanke ein, dass, weil so alles in Butter ist, man ja vielleicht doch nur übertrieben hat & sich doch mal ein Gläschen gönnen könnte.

Dem wirkt tägliche Beschäftigung mit der Materie entgegen. ;)

Carl Friedrich
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Re: Klappt es ohne Therapie und ohne AA?

Beitrag von Carl Friedrich » 29.03.2020, 12:47

Dante hat geschrieben:
28.03.2020, 20:16

Tolle Familie, guter Job, gute Ausbildung, läuft auch ohne Alkohol ganz prima.
Schnell schleicht sich der Gedanke ein, dass, weil so alles in Butter ist, man ja vielleicht doch nur übertrieben hat & sich doch mal ein Gläschen gönnen könnte.

Dem wirkt tägliche Beschäftigung mit der Materie entgegen. ;)
Hallo!

Da hat Dante absolut recht. So sahen es auch meine Therapeuten bezüglich meiner Person. Ich hatte noch nicht Führerschein, Familie, Wohnung, Job und Gesundheit versoffen, stand noch nicht mit einem Bein im Grab. Ich bin einfach in die Sucht durch zu regelmäßigen und stets gestiegenem Konsum rein gerutscht.

Ich war halt noch nicht ganz tief unten angelangt. Dies nennen viele Aussteiger ihren persönlichen Tiefpunkt, den sie zugleich auch benötigten, um umzusteuern. Letztere können sich bei aufkommendem Suchtdruck einfach mal vorhalten, von wo sie kommen und sie dort nie mehr hinmöchten.

Es war auch für mich ein längerer Prozess bis ich wirklich eingesehen hatte, dass bei mir nichts mehr mit Alkohol geht, auch nicht ein Gläschen.

Am Schluss meiner ambulanten Therapie gab mir ein erfahrener Suchtmediziner mit auf den Weg: "Den ersten Schritt in Richtung Rückfall macht man, wenn man sich nicht mehr regelmäßig mit der Krankheit auseinandersetzt."

Diese Auseinandersetzung muss nicht täglich stattfinden. Die Art und Weise bleibt jedem selbst überlassen. Anfangs besuchte ich noch eine "analoge" SHG, die mir mit der Zeit aber zu besitzergreifend wurde und mir nichts mehr brachte. Seitdem (knapp 3 Jahre) bin ich nur noch digital unterwegs und komme damit hervorragend klar, meine ich zumindest :wink:

Gruß
Rekonvaleszent

PeterP
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Re: Klappt es ohne Therapie und ohne AA?

Beitrag von PeterP » 03.04.2020, 14:05

Hallo zusmmen"

Danke für eure Hinweise. Ich werde, wie gesagt, wenn Corona ausgestanden ist, persönlich Kontakt zur Suchtberatungstelle aufnehmen, mailen tun wir schon.
Gelesen habe ich schon viel, u.a. "Alk". Das ist wirklich erhellend und dazu noch mit Humor gewürzt. Er (oder sie?) bringt das ein oder andere wirklich super auf den Punkt.
Diese (Corona-)Zeit für mich total entspanndend, ein wenig Home-Office, keine Alltags-Situationen, in denen der Alk-Kontakt gegenwärtig ist. Bewährungsproben werden sicherlich noch reichlich kommen.
Zunächst werde ich hier am Ball bleiben.
Nochmals vielen Dank für die guten Ratschläge und Erfahrungsberichte!!!

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