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Noch lange nicht trocken.

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit

Moderator: Moderatoren

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Carmen
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Re: Noch lange nicht trocken.

Beitrag von Carmen » 03.04.2020, 12:41

Oder ist das vielleicht eher eine Charaktersache?
Ich kann ja jetzt auch nicht jeden schlechten Zug, den ich an mir habe, auf meine Alkoholkrankheit schieben.

Das wäre zu einfach. Mir hat es auf jeden Fall im Nachhinein sehr leid getan. Das war nicht fair.

Carl Friedrich
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Re: Noch lange nicht trocken.

Beitrag von Carl Friedrich » 03.04.2020, 15:39

Mach dir nicht solche Gedanken.

Charaktersache?

Fairneß?

Du hast in einem emotionell geführten Gespräch etwas übers Ziel hinausgeschossen. Ja und?

Du hast es überdacht und gut ist. Ich habe, als es mir damals widerfahren ist, auch keine große Sache daraus gemacht. Ist nun mal vorgekommen und dann standen andere und bedeutend wichtigere Dinge im Vordergrund als ein dahingesagter Satz.

Gruß
Carl Friedrich

Carmen
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Re: Noch lange nicht trocken.

Beitrag von Carmen » 03.04.2020, 16:01

Danke für deine Zeilen, Carl Friedrich,

Ich bin ein Meister im sich reinsteigern und dramatisieren. :roll:
Die ständige Selbstanalyse sollte ich vielleicht auch nicht übertreiben. Das zermürbt.

Übrigens lese ich momentan Borowiak.
Sehr unterhaltsam, amüsant und aufschlussreich.

Ich wünsche dir ein schönes Wochenende!

Lg
Carmen

Pellebär
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Re: Noch lange nicht trocken.

Beitrag von Pellebär » 03.04.2020, 17:11

Moin Carmen,

mach es dir nicht unnötig schwer. Sieh es mal von der anderen Seite, du hast erkannt, dass du eine tödliche Krankheit hast, dass du dich schützen willst. Wenn du in eine Situation kommst, die dich gefährdet, darfst du es sagen. Wenn du eine Wunde hast, lässt du dir auch nicht drauf hauen. Natürlich ist das kein Freibrief für Erpressungen. Wenn du aber Angst um dich hast, sag es.

LG PB

Carmen
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Re: Noch lange nicht trocken.

Beitrag von Carmen » 03.04.2020, 17:33

Hallo Pellebär,

ich bin momentan etwas überfordert mit der Gesamtsituation und meinem nüchternen Zustand. Es ist ja nicht "nur" die Alkoholkrankheit bei mir.
Habe noch andere Süchte und Diagnosen, die ich angehen muss. Das geht aber mit Sicherheit vielen hier so.

An erster Stelle steht aber die Abstinenz! Das habe ich in diesem Forum erkannt. Alles Schritt für Schritt.

Auch dir wünsche ich ein schönes Wochenende!

Lg
Carmen

Carmen
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Re: Noch lange nicht trocken.

Beitrag von Carmen » 05.04.2020, 09:54

Guten Morgen,

seit einigen Tagen bemerke ich bei mir eine schlechte Entwicklung. Ich ziehe mich innerlich wieder mehr zurück, möchte die Dinge wieder nur mit mir allein ausmachen und andere nicht mit meinen Problemen ( die Mitglieder dieses Forums mit inbegriffen) belasten. Mir fällt es generell schwer nach Hilfe zu fragen und diese dann auch wirklich anzunehmen.Darum schreibe ich jetzt und erhoffe mir dadurch diesen Kreislauf zu durchbrechen.

Es ist für mich immer noch sehr ungewohnt und teilweise beängstigend mit klarem Kopf und ohne Filter durchs Leben zu gehen.
Beängstigend deshalb, weil ich garnicht weiß, wer ich wirklich bin. Die ausgelebte Sucht war ja auch ein Teil meiner Identität.
Klingt vielleicht seltsam, fühlt sich aber für mich so an.

Morgens und abends ist meine Stimmung in Ordnung, aber tagsüber weiß ich kaum was mit mir anzufangen, obwohl ich ganz viele Dinge machen könnte. Ich muss mich dann richtig zwingen etwas tun, habe aber keine Freude daran.

Oft setzte ich mich dann einfach aufs Sofa und lese hier im Forum. Mein nüchternes Leben fühlt sich noch sehr fremd und unsicher an. Ungewissheit und Selbstzweifel plagen mich. Selbstliebe ist auch nicht vorhanden. Alles sehr negativ. Ich weiß.

Wollte das einfach mal kurz niederschreiben.

Lg
Carmen

Carl Friedrich
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Re: Noch lange nicht trocken.

Beitrag von Carl Friedrich » 05.04.2020, 11:37

Hallo!

Vielleicht hilft es, deinen Tag klar zu strukturieren. Aufstehen zu einer bestimmten Zeit, ggf. zur Arbeit, anstehende Erledigungen, Hausarbeit; feste Pausen, sportliche Betätigung, Öesen im Forum oder Fachliteratur....

Das schafft wenigstens Abwechselung und könnte einem Gedankenkarussel entgegenwirken.

Einfach so in den Tag hineinleben dürfte in der Anfangszeit nicht so ein guter Rat sein.

Gruß
Carl Friedrich

Cadda
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Re: Noch lange nicht trocken.

Beitrag von Cadda » 05.04.2020, 14:35

Hallo Carmen,

ich finde das, was Carl-Friedrich schreibt, sehr gut! Selbst wenn Du zu Hause bist, kannst Du einen Tagesablauf und Struktur festlegen. Keine Ahnung, ich arbeite, aber wenn ich Urlaub habe oder Wochenende, würde ich versuchen, mit nen Plan aufzustellen.

Morgens in Ruhe Kaffee trinken und dann erstmal RAUS, joggen oder spazieren gehen. Dann auf jeden Fall noch ne Sache im Haushalt und Mittag machen. Nach dem Essen würde ich Mittagspause machen und lesen und für Nachmittags würde ich mir noch eine zweite Runde spazieren gehen oder Fahrrad fahren vornehmen. Dieses zwei Mal am Tag raus müssen, ist ne Beschäftigung und tut der Seele außerdem gut.

Hast Du eigentlich im geschützten Bereich schon ein „Tagebuch“ eröffnet? Ich habe nichts gefunden, nur Deine Vorstellung bei „wer bin ich“.

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