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Unsicher...

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit

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Linde66
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Re: Unsicher...

Beitrag von Linde66 » 27.04.2020, 17:27

Hallo, es ist die Mischung der Beiträge, die man bekommt... Jeder schreibt ja aus seiner eigenen Erfahrung heraus. Manches davon piekt einem an, anderes streichelt einem das Köpfchen usw. usw. Aber man weiß vorher nie so genau, was einem weiterbringt. Wie gesagt: es ist die Mischung der Antworten, die man bekommt. Viele User lesen gerne mal ihre alten Threads und entdecken Antworten, die sie Jahre später ganz anders einsortieren können.
Hört nicht auf zu schreiben. Hier kann man quasi lernen, auch mal was einfach so stehen zu lassen.
Liebe Grüße, Linde

Carmen
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Re: Unsicher...

Beitrag von Carmen » 27.04.2020, 17:32

Hallo Jessica,

ich verstehe, dass die Ratschläge hier auf Dich völlig übertrieben und teilweise unverständlich wirken. Du stehst ja, wenn überhaupt, erst am Anfang einer Suchterkrankung und hast zum Glück noch nicht in die tiefen Abgründe, die eine fortgeschrittene Alkoholabhängigkeit mit sich bringen, blicken müssen und ich wünsche Dir von Herzen, dass Du da auch niemals hinkommst.

Denn diese Höllenqualen will niemand freiwillig durchleben. Alkoholismus ist eine höchst gefährliche und tödliche Krankheit, wenn sie nicht gestoppt wird. Das kann und darf man nicht beschönigen.

Ich finde es toll, dass Du Dein Trinkverhalten schon früh hinterfragst und trotz der teilweise harten Ansagen noch hier liest und schreibst. Ich hoffe, Du schaffst rechtzeitig den Absprung.

Hallo Lia,

ich glaube an Dich und finde es auch nicht in Ordnung, einen Rückfall zu prophezeien, nur weil man sich vielleicht etwas falsch ausgedrückt hat. Viel Spaß beim Lesen in der Sonne!

LG
Carmen

Lia
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Re: Unsicher...

Beitrag von Lia » 27.04.2020, 17:54

hallo lindee,
hab [ber deine antwort nachgedacht und es kann gut sein, dass ich nach laengerer zeit meinen thread durchlese und manches anders beurteile.
ich lass mich mal ueberraschen.
vielleicht sollte man auch nicht alles gleich persoenlich nehmen, ist sicher auch eine aufgabe, ueber die es sich lohnt, nachzyudenken.
egal, habs schon wieder vergessen und versuche bei mir zu bleiben, was bis jetzt hervorragend funktioniert und dass es so bleibt, darum k[mmere ich mich, auch mit der grossen unterst[tzung dieses forums, es ist echt super, dass man jederzeit hier stoebern kann oder auch schreiben.
liegt mir viel besser als eine reale SHG, da kann ich entscheiden, mit wem man bevoryugt kontakt hat oder was einen anspricht.
manche leute in der realen SHG sind mir schon gehoerig auf den keks gegangen, allein deshald bin ich scho oft nicht mehr hin...
na ja, jetzt habe ich ja gefunden was zu mir passt, danke an dieser stelle an alle!!!

lg lia

Linde66
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Re: Unsicher...

Beitrag von Linde66 » 27.04.2020, 18:23

Hallo lia,
ich war wegen einer anderen Sache vor vielen Jahren eine Weile in einer realen SHG und bin nach jedem Termin ein Nervenbündel gewesen. All die vielen schrecklichen Geschichten! Man kann ja die Ohren nicht zuklappen!
Hier im Forum kann ich Threads, User oder Beiträge "ignorieren", sprich: stehenlassen.
Klar lese ich viel und kann inzwischen gut bei mir bleiben. Und wenn mich was anpiekt denke ich, hey, warum piekt mich das jetzt an?, statt: warum geht die/der jetzt auf mich los? War aber ein Prozeß.
Nee, eine reale Gruppe könnte ich nicht ertragen. Hier im Forum kann ich rein, wann immer ich möchte. Ich kann Lesepausen machen, ich kann Texte 5 x lesen (bis ich sie kapiert habe :lol:) usw. usw.

Grüße, Linde :)

Dhyana
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Re: Unsicher...

Beitrag von Dhyana » 27.04.2020, 23:54

Ich finde es schwierig in ein paar Sätze die Gedanken zu formulieren ... dahinter stecken meist viele mehrere und je nachdem woran ich gerade denke, schreibe ich was dazu. Daher möchte ich was zu euren Gedanken ergänzen ...

Es ist ja jetzt nicht mehr so, dass ich nicht mehr mit Leuten an einem Tisch sitzen kann, die ein Glas Wein trinken. Ich bewege mich ganz normal in der Gesellschaft. Ich verbiete niemand was zu trinken, ich glaube das kam so falsch an.
Ich erzählte wie es mir anfangs ging, als ich anfing aufzuhören. Da war ich sehr empfindlich und hatte zu kämpfen, wenn Alkohol in meiner Nähe war. Muss auf niemanden sonst zutreffen. Ich wünsche euch dass ihr es schafft, so wie er es möchtet und könnt.
Ich erzähle lediglich wie es mir ging. Habe lange gedacht, ich trinke zwar zu oft, zu viel, verliere die Kontrolle über die Menge die ich vorhatte zu trinken, aber süchtig bin ich deswegen nicht ... ich doch nicht, die Pausen die ich machte, von Wochen bis hin zu zwei Monaten waren eine Bestätigung dafür ... bewiesen sie mir doch du hast es im Griff, du kannst ja aufhören, wenn du willst. Bis zum nächsten Mal, wo es wieder regelmässig zu viel wurde und ich mir schwor, jetzt hörst du aber für länger auf, mindestens ein halbes Jahr. Mal sehen, wie lange ich es schaffe, wenn ich dem Alkohol mal konsequent aus dem Weg gehe. Ich war neugierig wann die Trinkgelagen auftauchen werden bei mir und ob sie irgendwann aufhören, wenn ich kein Kontakt mit Alkohol habe. Und so nach und nach wurde es einfacher, je mehr Zeit ohne zu trinken verstrich, umso besser ging es mir. Und als ich ein Jahr ohne hatte, wollte ich nicht wieder anfangen zu trinken. Ich weiss ich würde wieder die Kontrolle verlieren, und das will ich nicht. Habe lange versucht es zu kontrollieren, ging nicht. Also lasse ich es jetzt sein. Ist ein Weg der Erkenntnis, durch Versuch und Irrtum habe ich gelernt und meinen Weg gefunden.
Liebe Grüsse

Dhyana
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Re: Unsicher...

Beitrag von Dhyana » 28.04.2020, 00:31

Habe was vergessen... soweit ich es verstanden habe, gibt es keine Sicherheit und keine Versicherung gegen einen Rückfall, für niemanden... ein Rückfall kann jeden treffen, egal wie lange man schon trocken ist ... zumindest theoretisch...
Ich kann aber was dafür tun, damit ich keinen Rückfall habe und das naheliegendste ist einfach keinen Alkohol in meinem Umfeld zu haben. Ich muss mir das Leben ja nicht noch unnötig schwerer machen, als es eh schon oft ist.
Und ich kann das erste Glas stehen lassen, für heute... Tag für Tag für Tag.
Ich habe auch keine Angst vor einem Rückfall, denn ich achte auf mich.
Ich beobachte, wenn mich was triggert, das merke ich mir und lerne mit der Situation besser umzugehen. So wachse ich und werde stabiler und sicherer. Ich behalte aber meine Aufmerksamkeit und vergesse nicht, was mit mir passiert, wenn ich unachtsam und leichtsinnig werde. Ich darf das nicht vergessen, das ist meine innere Trocken-Arbeit, was ich für mich tun kann. Es ist meine Verantwortung und meine Pflicht mir gegenüber, will ich gesund und alkoholfrei bleiben.

Sunshine_33
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Re: Unsicher...

Beitrag von Sunshine_33 » 28.04.2020, 00:45

Hallo Jessica,
Du schreibst:
Weil ich mich entschieden habe, nichts zu trinken, und meine Entscheidung weder von einem pessimistischen Internetforum noch von einem trinkenden Ehepartner beeinflussen lasse.
Pessimistisches Internetforum?
Ich würde mal eher sagen, das es hier einige alte Hasen gibt, die den Weg aus der Sucht kennen, weil sie ihn schon gegangen sind.
Und ebenso wissen, wie es höchstwahrscheinlich nicht funzt, leider oftmals auch aufgrund eigener bitterer Erfahrungen.
Wenn man das als pessimistisch bezeichnen möchte, dann bitteschön. Mir egal.

Auch hat sich ein trinkender Partner oftmals als Gefahr herausgestellt.
Ich erinnere noch, wie mich meine später begleitende Hausärztin in einem der ersten Gespräche fragte, ob man Mann Alk konsumiere?
Im ersten Moment erschloss sich mir der Sinn der Frage nicht, später dann sehr wohl.
Es wurden nicht nur hier in diesem Forum die Erfahrungen gemacht, das es sehr schwer ist, mit einem trinkenden Partner an seiner Seite trocken zu bleiben.
Das ist selbst in Arzt-und Therapeutenkreisen sehr wohl bekannt und es ist auch immer wieder Thema in realen SHG.

Ich wüßte auch nicht, das hier jemand geschrieben hat, das "alle Welt" nun trocken leben müsse.
Mir ist es völlig latte, ob "alle Welt" Alk trinkt, ich möchte das nur nicht in meiner Gegenwart.
Wer das nicht kann, muss dann eben auf mich verzichten, kein Problem.
Da mein persönliches Umfeld aber weitestgehend alkoholfrei ist, ist das Problem eh längst erledigt.
Mir ist es auch völlig egal, ob andere trinken, wenn ich nicht dabei bin, das ist doch ihre Sache.
Es geht einzig und allein darum, das ich es nicht in MEINER Gegenwart mag. Und das wird auch so akzeptiert.

Es gibt aber auch Situationen, wo ich darauf gar keinen Einfluss habe, beispielsweise wenn ich in einem Restaurant essen gehe.
Darum habe ich das in den ersten anderthalb Jahren meines abstinenten Lebens auch nicht getan.
Und auch jegliche andere Feier gemieden, auf der Alk getrunken wurde,weil mir das viel zu gefährlich erschien.
Ich kannte damals übrigens weder irgendwelche "Grundbausteine" noch war ich in diesem Forum oder in einer realen Gruppe.
Allein mein Bauchgefühl sagte mir, was für mich gut ist und was wahrscheinlich nicht.
Allerdings war ich auch bereit zu Veränderungen in meinem Leben. Auch wenn die unbequem erschienen.

Es tut mir ja sehr leid, das nicht alle das schreiben, was Du gern hören würdest. Aber so ist das hier mitunter nun auch mal.
Vielleicht liest Du einige Beiträge ja auch später nochmal, dann wirst Du vielleicht auch erkennen, das die meissten davon nicht böse gemeint waren, sondern im Gegenteil.
Die meissten berichten hier von ihren eigenen Erfahrungen, was man sich letztendlich davon mitnimmt, liegt im Endeffekt an jeden selbst.

Ich kann mich aber auch noch gut an meine Anfänge erinnern. Und ich war froh, wenn ich von den Erfahrungen anderer lesen durfte, um meinen Weg aus der Sucht zu finden.
Auch wenn mir da auch so einiges mitunter nicht in den eigenen Kram passte oder ich es noch nicht verstand.


Ich wünsche Dir nun auf Deinem Weg weiterhin viel Erfolg und alles Gute !
LG Sunshine

Rattenschwanz
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Re: Unsicher...

Beitrag von Rattenschwanz » 28.04.2020, 06:37

Also gut, wenn du schreibst:
Lia hat geschrieben:
27.04.2020, 14:47
... ist ja auch nur meine pers;nliche meinung, dass es mir nichts ausmacht, wenn in meiner gegenwart alkohol getrunken wird, vielleicht will ich es aber auch nicht wahr haben. das wird sich herausstellen, hoffentlich yum positiven.
dann stellen sich bei mir alle Nackenhaare auf.

Warum? Weil ich mir das so ähnlich vor vielen Jahren selbst immer erzählt habe, dass ich das ja mal ausprobieren könnte, ob das funktioniert. Immer mit dem Hintergedanken, dass es, wenn es nicht funktioniert, nun auch wieder nicht sooo schlimm ist, ich kann es ja dann wieder aus Neue versuchen.
Wenn's schief geht, geht es schief. Ich würde mich nie wieder auf solche Experimente einlassen, wenn es um mein Leben geht. Schon der Gedanke daran, dass ich was mache, was mein Leben beenden könnte, ist strafbar. Also wenn ich nicht weiß - oder in dem Fall du - ob es gut ausgeht oder nicht, lass es.

Ich hab's jahrelang immer wieder auf's neue versucht, so lange bis ich mit Halluzinationen in's Krankenhaus eingeliefert wurde.

Und das, ist für mich die Vorbereitung der Entschuldigung:
Lia hat geschrieben:
27.04.2020, 14:47
hoffe, dass ich nicht irgendwann einen rueckfall eingestehen muss.
So in der Art, wenn es passiert, ist es passiert, ich hab es geahnt.
Da hab ich mir dann immer gesagt: "Ja gut, du hast es versucht, das ist ja schon mal gut und jetzt weißt du wie es nicht funktioniert."
So ein Schwachsinn!

Und am Ende kannst du auch noch was Positives aus dem Rückfall ziehen: Seht ihr/siehst du, ich habe recht gehabt. Gute Vorbereitung.

Ich hoffe, dass du damit zurecht kommst.

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