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Unsicher...

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit

Moderator: Moderatoren

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Lia
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Re: Unsicher...

Beitrag von Lia » 25.06.2020, 22:13

Und es ist ja auch so liebe Jessica, dass du extrem enttäuscht von dir wärst, wenn du wieder anfängst und feststellen musst, dass es rein gar nichts gebracht hat, außer einer Verschlimmerung deiner Situation und wieder das grässliche Erwachen am Morgen danach.
Deine Selbstsixherheit würde sofort wieder in den Keller rauschen und du müsstest wieder mit Tag 1 beginnen.
Das willst du doch nicht.
Bleib auf deinem Weg, das hast du doch super hinbekommen bis jetzt.

LG Heike

Hartmut
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Re: Unsicher...

Beitrag von Hartmut » 25.06.2020, 22:16

Hallo Jessica,

Hut ab, du kommst wieder. Schön.
Nun mache mal bitte den Ton aus und lese den folgenden Text mal emotionslos und werte es mal nicht als Angriff auf deine Person.
Keiner will das hier. Es geht ausschließlich um die Sucht. :wink:

Wir vermitteln hier die Grundbausteine und das Forum steht für einen Austausch mit trocknem Alkoholiker, die eine lebenslange Abstinenz anstreben. Deswegen war meine Frage nach deinem Ziel. Es nutzt nichts sich mit jemand zu unterhalten der eine Trinkpause anstrebt. Zumindest die Erkenntnis Alkoholiker zu sein und den Wunsch eine lebenslange Abstinenz anzustreben, sollte zumindest vorhanden sein. Wenn dann ein User seinen eigenen Weg geht, respektiere wir das.

Aber ich werde nicht anfangen Verständnis zu zeigen oder versuchen trocken zu streicheln, wenn ein User seinen Weg im nassen Umfeld geht und nach mehreren Monaten , daraus Gedanken an Alkohol und wieder Saufen aufkommen und wohlmöglich kurz vorm Rückfall steht. Es ist auch nicht meine Art drum herum zu schreiben. Das ist mir die Sache nicht wert.

Die Rückfall Quote zeigt leider auch massiv auf, dass es eben nicht reicht nur das Glas wegzustellen. Deswegen schaffen es auch nicht alle , viele müssen auch mehrere Anläufe nehmen und andere verrecken eben dran. Ich weiß, wovon ich spreche, denn ich war so ein Kandidat.

Nun würde ich vorschlagen überprüfe dich mal genau. Wo du dich siehst und wo du hinwillst. Du schreibst zum Beispiel, das in deinem Umfeld getrunken wird. Das du kämpfen musst usw. Das können zum Beispiel Auslöser für deine verstärkte Alkohol Gedanken sein.

Gruß Hartmut

Carl Friedrich
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Re: Unsicher...

Beitrag von Carl Friedrich » 25.06.2020, 22:45

@Jessica: Du hast meinen Beitrag wohl gar nicht zu Ende gelesen. :wink:

Ich habe darauf hingewiesen, wie schwer es anfangs ist, sich mit der Dauerhaftigkeit der nötigen Abstinenzentscheidung abzufinden. Das hat bei mir Monate und einen Teil meiner Therapie gedauert, in der ich viel Kontakt mit Rückfälligen hatte, die mir klar machten wie schnell man wieder bei alten Schlagzahlen landen kann, wenn man doch wieder zu Glas greift.

Gruß
Carl Friedrich

Cadda
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Re: Unsicher...

Beitrag von Cadda » 26.06.2020, 05:32

Guten Morgen,

ja, ich dachte ähnlich gestern. Wenn Du, Jessica, den Beitrag von Carl-Friedrich genau liest, dann stellst Du fest, dass er die Gedanken teilweise nachvollziehen konnte.

Der letzte Beitrag von Hartmut... wo er über über das trinkende Umfeld schreibt... da hab ich sofort an Deine Worte gedacht, dass Du Dich anders fühlst und nicht normal bist.
Wärst Du nun mit Leuten zusammen, die NICHT trinken und Du würdest aber noch trinken... DANN würdest Du Dir auch anders und nicht normal vorkommen, obwohl Du trinkst. Weißt Du, wie ich meine??

Cadda
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Re: Unsicher...

Beitrag von Cadda » 26.06.2020, 05:49

Nochmal ich... :-) Ich denke jetzt die ganze Zeit über meine Leute nach. Ich habe auch Leute um mich herum, die ab und zu trinken. Meine beste Freundin, die trinkt abends mit ihrem Freund auch mal ein paar Gläser Wein oder auf einer Feier und berichtet mir dann "Puh, ich hab bisschen Kopfweh heute". Aber sie ist keine Alkoholikerin. Wir waren immer zusammen feiern und sie hat immer den Absprung geschafft und ich nie. Sie wusste immer, wann Schluss ist. Manchmal wollte sie auch gern etwas drüber feiern, warum auch nicht? Sie ist jetzt nur ein Beispiel, ich hab noch mehr Leute, die ich kenne, die ab und zu auf Feiern einen über den Durst trinken. Ich würde nicht auf die Idee kommen, denen allen die Freundschaft zu kündigen. Aber ich treffe mich mit ihnen halt jetzt auf anderer Ebene, weil es eben keine Alkoholiker sind, ist das auch kein Problem. Wenn ich mich mit meiner Freundin treffe oder mit meiner Schwester, dann trinken die keinen Alkohol, sondern was Anderes. Und wenn wir auf einem Geburtstag abends sind, ja dann trinken die halt auch mal alkoholische Dinge. Aber da kann ich mir ja immer genau überlegen, ob ich mitfahre. Mache ich bei mir wichtigen Leuten auch. Meine Schwester allerdings, z. B., die hat schon immer Feiern mitgenommen, auch mal ohne zu trinken. Sie hat auch mal Abende gehabt, vor allem, bevor sie Familie hatte, wo sie ordentlich mitgezogen hat. Aber halt extrem selten und ich IMMER. Darin liegt halt einfach der Unterschied.

Ich weiß ja nicht, wie es bei Deiner Familie und Freunden ist. Wenn sie in Maßen trinken, dann würde ich auch nicht irgendwelche Kontakte abbrechen. Das hab ich auch nicht gemacht, das verlangt auch keiner. Wenn sie auch mal verzichten können, wenn ihr Euch trefft, dann sollte das doch kein Problem sein. Aber ich hatte auch Leute um mich rum früher, die haben genau so gesoffen, wie ich. Diese Leute treffe ich nun nicht mehr. Sie hätten vermutlich auch gar kein Interesse, sich mit mir auf nen Kaffee zu treffen und umgekehrt genau so wenig. Das war einfach nur Rumsaufen und Spaß dabei haben. Den hatte ich ja auch, so ist es ja nicht.

Nun hab ich meine "normalen" Leute um mich rum, mit denen ich auch Spaß habe, aber halt ohne Saufen. Wie ist es denn bei Dir? Hast Du Freunde in Deinem Umfeld, mit denen Du Dich auch ohne Alkohol triffst? Wie wird denn darauf reagiert, dass Du nichts mehr trinkst?

Es ist ja auch eine Sache der Art und Weise. Je nachdem, wie sicher DU auftrittst, wird auch auf DICH reagiert. Wenn Du selbst unsicher auftrittst und sagst, dass Du noch nicht genau weißt, ob Du wieder was trinken möchtest, ist das Verständnis nicht so groß. Wenn DU klar und deutlich sagst: "Ich will nicht mehr trinken zukünftig, das ist zu akzeptieren", dann nimmst Du ja den Wind aus den Segeln.

Im übrigen gebe ich Lia Recht: Nach all Deinen Gedanken und Gefühlen... Könntest Du da nun mit Freude und ohne schlechtes Gefühl weiter trinken?

Jessica
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Re: Unsicher...

Beitrag von Jessica » 26.06.2020, 06:14

Hm.
Problem ist sicher, dass wir zuhause immer gerne mal eine Flasche Wein zusammen getrunken haben. Und jetzt habe ich entschieden, nichts mehr zu trinken. Der Rest trinkt aber trotzdem immer mal wieder Wein.

Und da fällt es mir dann schon schwer mitunter. Wobei ich kürzlich mal probiert habe. Und er schmeckt gar nicht wirklich, wenn man nicht mehr daran gewohnt ist.

Aber ich will es ihnen auch nicht verbieten. Und immerhin haben sie es akzeptiert, das ich wohl (gerade) nichts trinke.

Und wir essen ja auch Fleisch und verzichten nicht darauf, nur weil ein Kind vegetarisch ist. Also muss auch keiner verzichten, nur weil ich keinen Alkohol trinke.

Sonst ist es eher auf Anlässen, wo viele Leute sind. Wo nach der Probe was zusammen getrunken wird. Oder auf feiern zusammen angestossen wird. Gibt es ja momentan wegen corona zum glück nicht... Aber dort hätte ich eher das problem, dann als nicht normal zu gelten.

Jessica
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Re: Unsicher...

Beitrag von Jessica » 26.06.2020, 06:15

Ach und noch was : sorry wegen gestern!
Ich hab überreagiert.

Hartmut
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Re: Unsicher...

Beitrag von Hartmut » 26.06.2020, 07:16

Hallo Jessica,

es geht nicht darum das Menschen in meinem nahen Umfeld trinken, es geht darum was es mit mir macht , wenn sie trinken. Alle meine Sinne sind auf Sucht eingestellt . In meinem Umfeld respektiert man mich und weiß um meine Sucht. Die „Verzichten“ müssen haben selbst ein Alkoholproblem. Die nicht trinken müssen verzichten ja nicht. Ich verbiete niemanden etwas, ich verlange nur Schutz für mich.
Und da fällt es mir dann schon schwer mitunter. Wobei ich kürzlich mal probiert habe. Und er schmeckt gar nicht wirklich, wenn man nicht mehr daran gewohnt ist.
1. das ist schon ein Rückfall. 2. unabhängig davon, wie es schmeckt , du bist immer dran gewohnt, wenn du süchtig bist. Hättest du probiert, wenn Alkohol nicht griffbereit gewesen wäre?

Wenn jemand Fleisch oder Vegetarisch isst , löst das keine Alkohol oder Suchtgedanken aus. Deswegen hinkt dieser Vergleich.
Und immerhin haben sie es akzeptiert, das ich wohl (gerade) nichts trinke.
Was heißt gerade? Gedanklich schon wieder beim Saufen? Oder meinen sie das du nur mal kürzer treten willst?

Nun zu meiner Frage meiner vorletzten Post. Siehst du dich als Alkoholiker und ist es dein Wunsch eine lebenslange Abstinenz anzustreben?


Gruß Hartmut

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