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bei mir ist alles anders

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit

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Carl Friedrich
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Re: bei mir ist alles anders

Beitrag von Carl Friedrich » 18.04.2020, 17:05

marianee hat geschrieben:
18.04.2020, 16:37

Ich werde mir das nicht auf die Stirn schreiben und jedem mein Schicksal erzählen.
Ich habe mir allerdings geschworen, dass ich mir meine Krankheit vor Augen halten muss.
Das sehe ich genau so. Ich habe nur diejenigen in Kenntnis gesetzt, die es was angeht und denen ich auch andere schwere Erkrankungen mitteilen würde. Der Kreis wurde bewusst sehr überschaubar gehalten.

Ich weiß, dass es hier im Forum Herrschaft gibt, die den Kreis der Eingeweihten sehr weit gezogen haben. Das muss jeder mit sich selbst ausmachen.

Zu dem Schwur: Mir wurde nach Ende meiner ambulanten Therapie mit auf den Weg gegeben: "Den ersten Schritt in Richtung Rückfall macht man, wenn man sich nicht mehr regelmäßig mit der Krankheit auseinandersetzt."

In welcher Form diese Auseinandersetzung erfolgt, ist jedem selbst überlassen z.B. Besuch einer analogen SHG, dieses oder andere Foren....

Gruß
Carl Friedrich

Mark1971
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Re: bei mir ist alles anders

Beitrag von Mark1971 » 19.04.2020, 22:11

marianee hat geschrieben:
18.04.2020, 16:37
Ich habe zur Flasche Bier gegriffen, als ob ich nach nem Espresso greife.
Hi Marianee,

ich frage mal ganz blöd nach der konkreten Situation, in der das passiert ist. Ich bin jetzt seit gut anderthalb Jahren trocken und immer recht wachsam, was bestimmte Situationen angeht. Ich frage mich allerdings dennoch, wenn ich über meine Krankheit nachdenke, was konkret mich verleiten könnte, trotz des Respekts vor den sicheren Folgen.

Ich bin hier zum Forum gestoßen, weil ich in der besonderen Situation, die wir aktuell haben doch gemerkt habe, dass da so etwas wie Suchtdruck aufkommt, den ich vorher nie hatte. Das viele Lesen hier hat mir geholfen.

Und was du hier ganz zu Anfang geschrieben hast, habe ich ähnlicher Form erlebt. In ganz schlimmen Phasen habe ich mich krank gemeldet. Ich bin zwar nicht im Bademantel, aber ungewaschen und unrasiert, nur eben Klamotten übergeworfen in den Getränkeladen gegenüber gekrochen, habe eingekauft und mich in meinem dunklen Zimmer weiter betrunken. Manchmal 10 Tage lang.

marianee
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Re: bei mir ist alles anders

Beitrag von marianee » 20.04.2020, 02:56

Es passierte folgendermaßen.
Wir waren auf einer Geburtstagsfeier im größeren Rahmen.
Es war sehr schön, ich war für die Fotos verantwortlich und habe dort gut gegessen und Wasser und Orangenschorle getrunken.
War ja weit weg vom Alkohol und hatte keinerlei Ahnung, was kommt.
Da ich am kommenden Morgen in den Außendienst wollte, sind meine Frau und ich gegen 22:00 Uhr nach Hause gefahren.
Ich wollte am nächsten Morgen tanken.
Meine Frau sagte, in xy ist der Dieselpreis sehr niedrig, schau mal.
Obwohl ich einen Firmenwagen habe und der Preis da nicht die spektakuläre Rolle spielt, sagte ich, ich schaffe dich heim und fahr dann gleich noch tanken.
Bin dann die 10 km nach xy gefahren. Hab getankt und die Scheiben sauber gemacht. Nichts ungewöhnliches.
Diese Tankstelle kann man Tag und Nacht betreten.
Als ich zum bezahlen ging, las ich vor dem Eingang auf einer Tafel: Sixtpakt heute nur 3,98 €.
Ups, ist aber günstig, dachte ich.
So ging ich zu dem Stapel mit den Sixtpack und nahm einen.
Ohne zu wissen, was das soll. Irgendwie mechanisch. Sonst hab ich immer nen Espresso gekauft, auch mechanisch.
Bezahlt. Ins Auto.
Jetzt beginnt das Drama. Losgefahren, Pulle auf. Nächste Pulle. Nach 5 km umgekehrt, einen zweiten Sixtpack geholt.
Und noch mit dem Tankwart gequatscht, wie preiswert das doch heute ist.
Wie ein blöder nach Hause gefahren, der Druck war bereits da. Ich dachte noch, 2 Flaschen, das ist sicher mehr als 0,5 Promille.
Als ich den Motor auf dem Hof abgeschaltet habe, 3. Pulle auf und noch im Auto getrunken.
Es lagen damit 3 leere Flaschen im Auto.
Rein in mein Arbeitszimmer und innerhalb von 2 Stunden waren auch die restlichen Flaschen leer.
Tja, Außendienst am Montag konnte ich abschmatzen.
Bei den Kunden angerufen, Zahnschmerzen. Termin auf den nächsten Montag verlegt. Durchatmen.
Glücksgefühl, hat gut geklappt.
Es war bereits 9:00 Uhr. Meine Frau war längst auf Arbeit und ich konnte in aller Ruhe die 12 leeren Pullen nehmen.
Zum Getränkeladen im Dorf. Umtausch.
Einen Montag später hatte ich schon kein Feeling mehr, die abgesagten Termine nachzuholen. War mir auch egal, hatte ja mein Bier und schwebte in einer imaginären Welt.
Dieser Absturz dauerte genau 14 Tage.
Hatte mich krankschreiben lassen und konnte in aller Ruhe saufen.
Nach 14 Tagen hatte ich einen lichten Moment und hab genauso wie ich angefangen habe, von einer Minute auf die nächste aufgehört.
Das war für meinen Arbeitgeber scheinbar nicht auffällig und man begrüßte mich und freute sich, dass ich wieder on the road bin.

marianee
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Re: bei mir ist alles anders

Beitrag von marianee » 20.04.2020, 05:32

So 2 Monate später das gleiche Spiel. Ein Unterschied.
Ich habe es geplant. Der 2. Rückfall war geplant. Termin auf einen Freitag gesetzt. Es war mir total gleichgültig,
ich wollte einfach saufen. Nichts weiter. Meine Krankheit spielte in dem Moment keine Rolle. Hauptsache rein in die Birne.
Alles andere war mir egal.
Wieder 14 Tage Panoptikum.
Dann kam der 3. Rückfall. Beginn 13.3.2020.
Das abscheuliche trat ein. Ich habe meine gesamte Alkoholikerkarriere mit Bier durchgezogen.
Diesmal wurde alles anders. Da mir die Entsorgung der leeren Flaschen auf die Ketten ging, musste etwas anderes her. Wodka.
Beim ersten Schluck kam mir fast das ko.... Ich hielt die Flasche in der Hand. Für ein Glas hat es nichtmal mehr gereicht.
Nach einem Viertel der Flasche hatte ich zwar immer noch ein Ekelgefühl, aber etwas Wirkung war ja inzwischen eingetreten.
Ich spürte zumindest sowas wie Wärme.
Aber es geht weiter im sinkenden Schiff.
Wodka musste her. Am Morgen ging ich in unseren Dorfladen. 24 Pullen Wodka. Oh Gott, dachte ich zu Hause. Was für ein Vorrat. Haste alle Zeit der Welt und deine Ruhe.
Die leeren Flaschen habe ich immer in der Nacht entsorgt. An der Bushaltestelle steht ja eine Mülltonnen.
Ich konnte max. 2 Stunden schlafen. Dann wieder Wodka. Ich bin nachts los, ein Auge zugekniffen, weil ich plötzlich alles doppelt gesehen habe. Einmal war ich so harte, dass ich die Mülltonne zwar aufgemacht habe, aber die Öffnung nicht traf und die Flasche knallte auf den Fußboden. Egal, sie war erstmal weg.
23 Pullen Wodka waren leer.
Noch eine Flasche in der Hand. Konnte kaum noch den Computer bedienen.
Dann kam wieder so eine Art von lichtem Moment.
Mein Gehirn kramte eine alte Klamotte hervor. Du warst doch mal vor vielen Jahren in einem Forum. ich begann zu suchen bei google.
Schaute verschiedene Foren durch, bis ich auf eins stieß, welche mir verschwommen bekannt vor kam.
Ich hatte sogar noch meine alten Anmeldedaten im Kopf. Es funktionierte. Wieder abgemeldet und da hab ich gelesen.
Immer noch die Wodkaflasche in der Hand. Ich wusste nicht, dass ich keinen Schluck mehr nehemn werde.
Ich ahnte nicht, dass der Inhalt der Wodkaflasche ca. 2 Stunden später auf dem Hof landet.
Ich machte mir einen Espresso, ging mit der leeren Flasche zur Mülltonne. Weg war sie.
Ich las weiter und dachte so für mich, jetzt gibt es 2 Wege. Weg Nr. 1 endültig Schluss for ever
Weg Nr. 2 Selbstaufgabe und Zerstörung deiner Persönlichkeit durch den Alkohol.
Nach ca. 24 qualvollen Stunden hatte ich den Eindruck, dass ich auf 0 bin.
Diese 24 Stunden waren schon der Ritt durch das Irrenhaus.
Ich hatte in dieser Zeit ca. 3,5 Liter Wasser getrunken. Hatte mich sicher dadurch ein wenig unterkühlt.
Saß da und dachte, wenn du jetzt in Selbstmitleid ausbrichst, biste total falsch hier.
Ich ging mich waschen, sah das Gespenst im Spiegel. Rasieren, hat ne halbe Stunde gedauert, eh ich alles runter hatte.
Tagesablauf geplant. Erstmal zum Arzt, Krankschreibung verlängern.
Mein Job wurde zwischenzeitlich gekündigt. Komischerweise nicht wegen dem Suff oder so. Nein, die Firma hat seit dem 1.1.2020 einen neuen Geschäftsführer. Und der hat gesagt, der Außendienst ist zu teuer. Es wurden an alle 14 Außendienstler in Deutschland Kündigungen ausgesprochen.
Arbeitsamt angerufen. Ne, wenn Sie krank sind, brauchen Sie sich noch nicht melden. Aber ich habe es schon mal aufgenommen.
Jetzt befinde ich mich auf dem Weg der Besserung. Nach ca. 4 Tagen brachte ich es fertig, etwas körperliche Arbeit zu verrichten.
Hab Rasen gemäht. War inzwischen auch sehr viel (teilweise mit meiner Frau) spazieren. Habe Fotos gemacht und ganz viel hier gelesen.
Bin durch die staatlich erzwungene Ruhe, selbst zur Ruhe gekommen. Obwohl ich mir sehr viel Sorgen mache. Weniger um mich, aber um die wirtschaftliche Situation in unserem Land.
Ich denke allerdings an mich und werde versuchen, jetzt nach dem Wodkadebakel, alle meine geistigen Fähigkeiten so zu fokusieren, dass dies der letzte Alkoholabsturz meines Lebens war. Ich rede nur mit 2 Freunden und euch so offen. Das ist meine Vertrauensbasis und Unterstützung. Ich musste das jetzt alles mal so abschütteln, denn es hat mich befreit. Ich fühle mich jetzt entspannt und bin dankbar, dass ich dies schreiben konnte.

Jessica
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Re: bei mir ist alles anders

Beitrag von Jessica » 20.04.2020, 07:15

Wow...

Danke für dein Vertrauen und deine Ehrlichkeit!

Ja, die staatliche Ruhe bringt einen selbst auch zur Ruhe.
Und ich denke, es ist gut, wenn wir diese Zeit auch nutzen.
Schon mal einen Vorsprung aufbauen, denn ich könnte mir vorstellen, dass es danach schwerer wird, wenn der alte Trott wieder da ist...

Hast du sonst noch Hilfe ausser den beiden Freunden und dem Forum hier?

Cadda
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Re: bei mir ist alles anders

Beitrag von Cadda » 20.04.2020, 07:27

'Guten Morgen,

vielen Dank, für Deinen Bericht, wie es bei Dir mit dem Rückfall oder Rückfällen abgelaufen ist. Ich finde das sehr wichtig. Es ist zwar erschreckend zu lesen, weil man im ersten Moment denkt "Was? Das kann doch gar nicht sein", aber genau SO hat es mir immer meine Therapeutin erklärt, dass genau DAS eben passieren kann. Dass es unüblich ist, weil es meistens geplant ist, aber sie kannte von ihren Patienten auch Geschichten, die genau so abliefen, wie Deine. Einen Mann hab ich mal in der Gruppe kennengelernt, der dort nach weit über 20 Jahren ankam, weil ihm ein Rückfall so wie von Dir beschrieben passiert ist. Er benutzte übrigens genau das gleiche Wort. Es sei MECHANISCH abgelaufen. Ich finde es wie gesagt wichtig, da diese Art Rückfall ja eher nicht so das ist, was man im Kopf hat, wenn man an einen Rückfall denkt, dass davon berichtet wird.

Meine Therapeutin meinte immer zu mir, ich solle mir in so einem Fall verinnerlichen, dass ich MEHRERE Chancen habe, einen Rückfall zu verhindern. Sie beschrieb nämlich genau die Situation, wenn die Flasche wie mechanisch im Einkaufswagen landet. Da hat man bereits die erste Möglichkeit STOP zu sagen. Der Rückfall ist noch nicht vollzogen, man kann sie immer noch zurückstellen. Dann ist da die Kasse. Auch da hat man noch die Möglichkeit STOP zu sagen und sie im Laden zu lassen. Auf dem Partkplatz kann man sie noch entsorgen. Die nächste Möglichkeit ist, dass man sie noch aus dem Auto werfen kann (nicht toll, aber geht notfalls auch :-D ). Sie meinte immer, selbst wenn die Flasche es bereits in die heiligen Wände nach Hause geschafft hat, kann man immer noch aussteigen. Man kann sie immer noch entsorgen und selbst wenn sie schon offen vor einem steht und das erste Glas vor einem steht, kann man immer noch STOP sagen und sie wegkippen und das Glas ebenfalls. Das erste Glas stehen lassen sozusagen. Bis man dort angekommen ist, ist ein weiter und langer Weg mit vielen Möglichkeiten, auszusteigen. Sie sagte mir öfter, dass wir das unbedingt verinnerlichen sollen. Weil ihr oft gesagt wurde, dass die Flasche im Einkaufskorb gelandet war, weil man kopflos und mechanisch reagierte und dass dann viele hinterher sagten: "Und dann hatte ich sie ja eh und der Rückfall war vorprogrammiert". Sie wollte halt darauf hinaus, dass es immer noch Möglichkeiten gibt, eine Fehlentscheidung vor dem Trinken wieder umzukehren.

Entschuldige, dass ich Dein Tagebuch nun missbraucht habe, für diese Gedanken meiner Therapeutin, weil es bei Dir ja nun einmal anders abgelaufen ist und zum Rückfall kam. Aber es passte hier gerade ganz gut rein....

Toll ist jedenfalls, dass Du hier her gefunden hast und wieder aufhören willst. Ich finde es wie gesagt immer erstaunlich, wenn jemand schon so lange trocken war und dann so etwas passiert. Aber es hält einen in der Realität. Danke dafür.

Cadda

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Re: bei mir ist alles anders

Beitrag von Mark1971 » 20.04.2020, 08:45

Hi Marianee,

vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Ich finde in vielem, was du schreibst, mich selbst wieder. Und vor allem war es mir wichtig, zu erfahren, wie genau es zum mechanischen Rückfall kam. Ich glaube, es ist genau das, was sich trockene Alkoholiker nur sehr schwer vorstellen können, solange sie es nicht selbst erlebt haben. Bei mir geistern immer die Situationen durch den Kopf, in denen etwas passieren könnte, bzw. die allgemein kritisch sind. Aber das sind eben alles Dinge, denen ich aus dem Weg gehen kann oder die ich bewusst zulasse, während ich jederzeit die Möglichkeit habe, diese zu verlassen. Das macht die Sache natürlich recht einfach, da man ja die ganze Zeit wie ein Schießhund aufpasst, wie es sich anfühlt, was es mit einem macht. Meine Therapeutin war davon allerdings wenig begeistert. Ich sehe das nach wie vor anders, weil es mir durchaus etwas gebracht hat.

Diese Erfahrung schützt mich allerdings nicht vor dem "mechanischen Rückfall", weswegen ich sehr dankbar für deinen Bericht bin.

Mark

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Re: bei mir ist alles anders

Beitrag von marianee » 20.04.2020, 08:47

Hallo Jessica, hallo Cadda,

zur Zeit befinde ich mich nur im Forum.
Hatte einen Termin bei der Suchtberatung, der musste aus bekannten Gründen ausfallen.
Weiterhin übe ich täglich Meditation, Zen-Meditation.
Inzwischen denke ich, dass das Forum hier für mich eine sehr gute Lösung darstellt. Vielleicht brauche ich die Anonymität, um mich völlig frei zu artikulieren.
Ich hatte bereits eine ambulante Langzeit. Über ein Jahr. Die war auch nicht so schlecht.
Ich sah dennoch darin etwas meine Skepsis, weil einige Leute mauerten und dann jedesmal bei "speziellen" Geschichten von Gruppenmitgliedern hinterher ihren Senf abgeben mussten. Aber nicht in der Gruppe.
Das hat mich sehr gestört.
Das Leute, die in der Therapie waren und ihren Mund nicht aufkriegten, hinterher aber so taten, als wären sie etwas Besseres.
Der moderierende Therapeut war richtig gut.
Es ist ihm natürlich aufgefallen, diese Grüppchenbildung.
Er hat auch gezielte Fragen an diejenigen gestellt.
Die Antworten waren für mich verblüffend, weil es wie sich eine windende Schlange ankam.
Mir ist klar.
Der Alkohol (oder überhaupt viele andere Krankheiten) sortiert nicht aus.
Ihm ist es gleichgültig, ob Professor, Akademiker, Krankenschwester, Bauarbeiter, Putzfrau oder arbeitslos.
Diese Gleichstellung hat mir bei der Therapie etwas gefehlt.
Es existierten selbsternannte Hierarchien.
Ich war unendlich froh, als ich nach einem Jahr der ganzen Angelegenheit entfliehen konnte.
Und genau so habe ich das auch bei meinen 2 Entgiftungen empfunden.
Sicher sind wir alle unterschiedlichen Charakters.
Aber sich dann auf eine höhere Stufe zu stellen, sollte nicht Sinn und Zweck sein.
Jeder von uns hat eine Persönlichkeit. In dieser steckt auch die eine oder andere Macke. Auch hat jeder seine ureigensten Interessen.
Ich hab dann immer für mich gedacht (vielleicht auch überheblich), lass die pseudointelektuellen ruhig nach der Doppelstunde lästern.
Geh vorbei und sag: Tschüß.
So hab ich es gemacht.

LG, marianee

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