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Hoffnung niemals aufgeben

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit

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Lia
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Re: Hoffnung niemals aufgeben

Beitrag von Lia » 22.04.2020, 17:31

Danke Carmen für deine Erfahrungen,

wenn das Zeug zugänglich wäre, würde ich es auch sofort ändern, da würde ich in Trinkphasen auch alles plündern, und wenn es ein "Kulturgut" wäre, aber so stört es mich nicht, da ist es im Supermarkt gefährlicher, wenn alles offen rumsteht.

Gott sei dank trinkt mein Umfeld gar nicht oder kaum, meine 3 engsten Freundinnen trinken null( keine Alkis) und in der Arbeit eh nicht.

Das Bier am Abend von meinem Mann...na ja, ohne wäre es sicher besser, aber ich denke, das kann Mann tollerieren, wenn ich das Gefühl habe, dass es mich nicht stört, so zumindest meine Therapeutin bei meiner ambulanten Therapie.

Geht's dir gut?

LG Lia

Cadda
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Re: Hoffnung niemals aufgeben

Beitrag von Cadda » 22.04.2020, 18:10

Also vermutlich wirkt das auf Jeden anders. Ich kann also nur von mir persönlich berichten. Ich wohne mit mehreren Familienmitgliedern in einem Haus, jeder hat jedoch seine abgeschlossene Wohnung. In meiner Wohnung befindet sich kein Alkohol. In der Diele der Hauseigentümerin befinden sich Kühlschränke, in denen auch Alkohol ist. Ich gehe jeden Tag mehrfach über die Diele, weil ich über diese zu meiner Wohnung gelange. Dieser Alkohol gehört mir nicht, er interessiert mich auch nicht. Wenn ich trinken wollen würde, dann kann ich auch in unserem kleinen Dorfladen gegenüber gehen. Ja, ich weiß. Je weiter weg, umso besser. Mich stört das Wissen, dass da außerhalb meiner Wohnung etwas ist, trotzdem nicht.
Davon mal ganz abgesehen, arbeite ich in einem kleinen Hofladen, der auch Wein anbietet. Ich sehe das gar nicht mehr. Es ist wie eine dekorierte Wand.
Natürlich nehme ich das ab und zu wahr. Aber was soll’s, ich will ihn nicht trinken.

Verbieten würde ich meinem Partner nicht, etwas zu trinken, wenn es ab und zu wäre. Ich würde mich aber nicht daneben setzen. Bei dem Exemplar, der seit einem halben Jahr an meiner Seite ist, kam das bisher aber noch nie vor, dass er in seinem Zuhause etwas alkoholisches getrunken hat.

Puh, das Thema kann man endlos in die Länge ziehen....

Carmen
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Re: Hoffnung niemals aufgeben

Beitrag von Carmen » 22.04.2020, 18:22

Hallo Lia,

ich habe zum Glück auch keinen trinkenden Menschen in meinem Umfeld und Freunde habe ich nicht mehr.

Jeder muss für sich selbst entscheiden, was ihm gefährlich werden könnte. Aber ich richte mich, so gut, wie es geht, nach den Grundbausteinen, weil ich mich nicht unnötig in Gefahr bringen und mir den Weg in die Trockenheit nicht noch erschweren möchte.

Ich könnte mir aktuell zum Beispiel niemals vorstellen, abends essen oder in eine Bar zu gehen. Allein der Gedanke daran triggert mich schon, weil ich abends ausgehen mit viel Alkohol verbinde. Ich habe hier aber schon oft gelesen, dass frisch Abstinente schon nach ein paar Wochen wieder auf Veranstaltungen gehen, auf denen Alkohol ausgeschenkt wird. Ich könnte das nicht. Auch im Supermarkt vermeide ich es an den Weinregalen langzugehen, weil das immer noch starke Unruhe und Unbehagen in mir auslöst.

Und den Fehler, den ich vor einem Jahr mit unserem Gast begangen habe, werde ich auch nicht wiederholen. Bei mir zu Hause darf kein Alkohol getrunken werden. Ich bin da nicht so stark wie du.

LG
Carmen

Lia
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Re: Hoffnung niemals aufgeben

Beitrag von Lia » 22.04.2020, 18:24

Hallo Cadda,

ja, das stimmt, manchmal weiss ich auch gar nicht, wo ich anfangen oder aufhören soll...Aber das macht nix, ist halt so.
Ich sehe es wie du, der Alkohol gehört mir nicht und ich will eh nicht trinken, aber eben nur, wenn ich nüchtern bin.
In Trinkphasen, wenn Nachschub her muss, würde ich allerdings wie Carmen, alles plündern....

Aber ich denke positiv, ich will nicht trinken und Punkt. Da könnte jetzt eine offene Flasche dastehen, keine Lust morgen so beschiessen aufzuwachen und was kommt dann?
Jedenfalls nur Schlechtes....ne, mir reicht's.
Ich freue mich jetzt schon drauf heute Abend entspannt einzuschlafen und morgen fit, klar und dankbar aufzuwachen.
Wär alles futsch mit nur einem einzigen Schluck.
Verrückt, aber wie wir alle wissen, so ist es nunmal und so wird es immer bleiben.

Deshalb....Ich glaube daran in Zukunft hier weiter nüchtern schreiben zu können.

Wünsche allen einen ganz schönen Abend

Lia
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Re: Hoffnung niemals aufgeben

Beitrag von Lia » 22.04.2020, 18:35

Liebe Carmen,

ich glaube nicht, dass das was mit Stärke zu tun hat, denn ich musste mir da ja nix aktiv erarbeiten, es ist einfach Glück.
Mir macht es auch überhaupt nichts aus, wenn irgendwo, Lokal, Veranstaltun, Urlaub oder so getrunken wird. Das triggert mich null. Von mir aus liegen alle unterm Tisch, ich freue mich dann, dass ich es nicht tue und fühle mich gut dabei.
Habe aber auch ausschließlich allei und zuhause getrunken, schon von Anfang an.
Ich rauche auch nur allein, sehr wenig zwar, aber ich mag da einfach für mich sein, mag es nicht mal, wenn sich mein Mann dann zu mir setzt.
Irgendwie komisch, aber egal, ist halt so.


Ich bin auch kein Frust oder Problemtrinker, am gefährlichsten ist es bei mir, wenn alles gut ist und ich das noch steigern oder konservieren will.
Funktioniert aber schon lange nicht mehr, nach dem ersten Glas sinkt meine Laune, weil ich weiss, was folgen wird, unausweichlich, und trotzdem....

Wie dämlich....
Jetzt bin ich abgeschweift....

Lg Lia

Carmen
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Re: Hoffnung niemals aufgeben

Beitrag von Carmen » 22.04.2020, 18:55

Ja, liebe Lia

Auch wenn wir hier alle die selbe Krankheit haben, empfindet doch jeder in den Feinheiten unterschiedlich. Was den einen triggert, macht dem anderen nichts aus. Ich zähle zu den Unglücklichen, die viele Trigger haben, da ich in allen Stimmungslagen und sowohl draußen als auch zu Hause getrunken habe; aber das kann und wird sich mit Sicherheit mit zunehmender Abstinenz ändern.

Ich freue mich für Dich, dass es Dir gut geht. Ich bin auch jeden Morgen dankbar nüchtern aufzuwachen und mich noch erinnern zu können, wie ich am Abend zuvor ins Bett gekommen bin.

Ich wünsche Dir einen schönen Abend! :D

Cadda
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Re: Hoffnung niemals aufgeben

Beitrag von Cadda » 22.04.2020, 19:16

Da ist sie wieder... die individuelle Wahrnehmung. Der Gang durch die Diele ist mir egal, das Arbeiten in der Nähe eines Weinregals auch.
Beim Einkaufen gehe ich jedoch nicht durch die Gänge mit Alkohol, wo ich mich früher eingedeckt habe mit Sekt und Wein. Da gucke ich sogar bewusst weg. Das bringe ich nämlich direkt mit meinem Elend in Verbindung.

Lia
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Re: Hoffnung niemals aufgeben

Beitrag von Lia » 22.04.2020, 20:11

Ja, ist interessant, denn ich bleibe oft genau da stehen, wo ich mich eingedeckt habe, schaue bewusst die Flaschen an und denke daran, was alles mit denen schief gelaufen ist...

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