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Frau Roselia sucht das Glück (Tagebuch- Auf den Weg zur Unabhängigkeit)

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit

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Carl Friedrich
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Re: Frau Roselia sucht das Glück (Tagebuch- Auf den Weg zur Unabhängigkeit)

Beitrag von Carl Friedrich » 23.01.2021, 11:07

Mit den Begriffen ist das so eine Sache. Alkoholismus befällt alle Schichten der Gesellschaft. Es wurden Begriffe gewählt und gefunden, die sich auch den etwas "einfacher gestrickten" Herrschaften erschließen sollen. Mir sind einige Ausdrücke auch zu vulgär und primitiv.

Roselia
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Re: Frau Roselia sucht das Glück (Tagebuch- Auf den Weg zur Unabhängigkeit)

Beitrag von Roselia » 23.01.2021, 11:29

Hallo Carl Friedrich,

das habe ich mir in Gedanken so ausgedacht.. war natürlich total überspitzt! *lach Mein Gedanke über Begrifflichkeiten. (Nichttrinker, Nichtraucher)

Deine Einstellung zum Thema "trocken" find ich super. Ein Verbündeter ;)

Lieben Gruss
Roselia

Pellebär
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Re: Frau Roselia sucht das Glück (Tagebuch- Auf den Weg zur Unabhängigkeit)

Beitrag von Pellebär » 23.01.2021, 13:35

Moin Rosalie

Meine Standardantwort ist immer, bring mir doch bitte eine Schorle, ein Mineralwasser, was auch immer. Oder schlicht, ich trinke keinen Alkohol. Groß nachgefragt wird nie
Es gibt eben Menschen, die essen keine Bananen oder trinken keine Milch oder pflegen sonst eine Abneigung. Ich trinke keinen Alkohol, Punkt! Aber so interessant bin ich gar nicht, es sei denn, derjenige, der nachfragt, hat selbst ein Problem.

Menschen, die mir nahestehenden, wissen, was mit mir los ist, sind stolz auf mich und unterstützen mich. Dem Rest der Welt bin ich keine Rechenschaft schuldig. Entscheidend ist, dass ich mich in meiner Haltung akzeptiere.

LG PB

Carl Friedrich
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Re: Frau Roselia sucht das Glück (Tagebuch- Auf den Weg zur Unabhängigkeit)

Beitrag von Carl Friedrich » 23.01.2021, 14:10

Danke Pellebär, das kann ich zu 100% unterschreiben.

Ich schulde niemand eine Erklärung oder rechtfertigung. So einfach ist es. Die, die es was angeht, wissen eh Bescheid, der Kreis ist relativ eng gezogen.

Mittlerweile sehe ich mich als Person mit einer "Alkoholintoleranz". Es gibt eine Menge Menschen mit verschiedenen Unverträglichkeiten und Allergien. Ein Verwandter verträgt keine Erdbeeren, also isst er sie nicht. Ich vertrage keinen Alkohol, weil ich mit ihm nicht umgehen kann. Ich vertrage ihn nicht und trinke ihn nicht. Damit ist das Ding für mich durch.

Ich bin ich und ich weiß genau, was ich kann und was ich nicht kann, nämlich Drogen zu konsumieren.

Roselia
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Re: Frau Roselia sucht das Glück (Tagebuch- Auf den Weg zur Unabhängigkeit)

Beitrag von Roselia » 23.01.2021, 14:31

Carl Friedrich hat geschrieben:
23.01.2021, 14:10

Mittlerweile sehe ich mich als Person mit einer "Alkoholintoleranz".
sehr geil !!! (merk ich mir)


Alkohol ist die einzige Droge, bei der man als krank gilt, sobald man damit aufgehört hat.

Wie Irrsinnig!!!

Alkoholiger/innen müssten alle die sein, die noch konsumieren. ;) Daher bin ich keine Alkoholikerin !!!

Carmen
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Re: Frau Roselia sucht das Glück (Tagebuch- Auf den Weg zur Unabhängigkeit)

Beitrag von Carmen » 23.01.2021, 15:54

Hallo Roselia,

ich verstehe, dass Dir der Ausdruck Alkoholiker zuwider ist. Mir geht es nämlich bei der Bezeichnung Drogenjunkie so.
Rein theoretisch bin ich das nämlich auch( ich zitiere meinen früheren Arzt: ,, Frau ....., sie sind nichts weiter als ein Junkie, nur dass sie ihre Drogen nicht am Bahnhof kaufen, sondern auf Rezept kriegen." ) Dieser Satz saß damals ganz schön.Allerdings würde auch ich mich niemals als Junkie vorstellen, sondern bezeichne mich lieber als medikamentenäbhängig .

Zu deinem Vergleich mit der Nikotinabhhängikeit:

Ja, du hast recht, dass es ebenso eine Sucht wie der Alkoholismus ist.
Trotzdem unterscheiden sich diese zwei Abhängigkeiten in einigen Punkten gewaltig:
Ich habe zum Beispiel noch nie gehört, dass jemand im Nikotinrausch einen Autounfall gebaut, seinen Führerschein oder Arbeitsstelle verloren oder sich durch zu viel Nikotinmissbrauch auf übelste Weise blamiert hat und am nächsten Tag nicht mehr weiß, wie er ins Bett gekommen ist. Alkohol zerstört ganze Familien. Somit finde ich Alkoholismus schon gefährlicher.

LG
Carmen

Carl Friedrich
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Re: Frau Roselia sucht das Glück (Tagebuch- Auf den Weg zur Unabhängigkeit)

Beitrag von Carl Friedrich » 23.01.2021, 16:56

Droge ist Droge. :wink:

Nikotinsucht ist auch eine Sucht. Wie werden ehemalige Raucher bezeichnet? Nichtraucher.

Und ehemalige Trinker? Trockene (=nicht in die Hose machende) Alkoholiker. Der Unterschied ist kolossal.

Der Begriff trockener Alki soll m.e. nur die Leute nur bei der Stange halten. Fühlen sie sich plötzlich als gesund, kommen sie womöglich auf die Idee, wieder Alk konsumieren zu können.

Wohl gemerkt: Es handelt sich um einen Begriff, den viele halt benutzen, was sie gerne so machen und beibehalten können, ich verwende ihn jedenfalls nicht und komme damit prima klar.

Pellebär
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Re: Frau Roselia sucht das Glück (Tagebuch- Auf den Weg zur Unabhängigkeit)

Beitrag von Pellebär » 23.01.2021, 17:57

Moin

Um Begrifflichkeiten kann sich herrlich gestritten werden. Ob ich nüchtern, trocken oder staubtrocken bin, da wird mit Sprache jongliert, ändert aber nichts an den Fakten. Ich bin alkoholkrank und werde es mein Leben lang bleiben. Entscheidend ist, dass ich mich so akzeptiere und ohne weitere Einschränkungen frei und selbstbestimmt lebe.
Es ist meine Haltung, die ich nur vor mir rechtfertigen muss.

LG PB

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