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Frau Roselia sucht das Glück (Tagebuch- Auf den Weg zur Unabhängigkeit)

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit

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Sunshine_33
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Re: Frau Roselia sucht das Glück (Tagebuch- Auf den Weg zur Unabhängigkeit)

Beitrag von Sunshine_33 » 24.01.2021, 16:53

@Sunshine: Den Ausdruck mit dem Hausieren habe ich mal vor mehreren Jahren ( 2015 oder 2016) gebraucht und er war unsachlich und überzogen. Das Du das immer noch auf dem Schirm hast :wink:
Tja, man sagt mir ein Elefantengehirn nach...is leider wirklich so :lol:
Ich nehme aber nun hiermit ausdrücklich zur Kenntnis, das Du Dich von der damaligen Aussage distanzierst und damit soll es dann auch gut sein.
Ich habe das Wort "Unterstellungen" auch absichtlich in Anführungsstriche gesetzt, denn ich wollte Dich damit gar nicht mehr so persönlich ansprechen.
Wollte nur nochmal klar stellen, das Offenheit nicht unbedingt was mit Hausieren-gehen zu tun hat, mehr nicht.
Auch um dem Fall gleich vorzubauen, das jemand anderes damit ankommt, man gehe mit seiner Krankheit hausieren. :lol:

LG Sunshine

Roselia
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Re: Frau Roselia sucht das Glück (Tagebuch- Auf den Weg zur Unabhängigkeit)

Beitrag von Roselia » 25.01.2021, 17:23

Tag 14 nüchtern

Hallo liebe Gemeinschaft,

hier geht’s ja hoch her. Vielleicht hätte ich auch mal an der ein oder anderen Stelle ein dickes ;) setzten sollen. :)

Trotzdem Danke an alle für ihr Meinungen, Gedanken, Einstellungen und besonders für die Hilfsbereitschaft. Ja, ich bin sicher noch am Anfang, aber WARUM ich auch sooo lange gebraucht habe mir einzustehen, das ich abhängig bin ist, weil ich einfach zu viel Angst vor der Bezeichnung Alkoholikerin hatte. Leider für mich ein Stigma, das ich NIE tragen wollte. Aber jetzt ist es nun mal so. Fertig!!

In meinem Kopf hat es immer geschrien (Du Alki, du Trinkerin, du bist echt eine Alkoholikerin) aber das konnte ich einfach nicht über die Lippen bringen.

Hier im Forum habe ich das erste mal das Kreuzchen gemacht bei: Alkoholikerin.

Aber Schluss mit den ganzen Begrifflichkeiten! Das diskutieren wir dann in 1 Jahr mal weiter aus. ;) Jedem das Seine.



Fakt ist, ich habe am Samstag meinem Mann alles erzählt. Es war der richtige Zeitpunkt und es brach alles aus mir heraus. Dass ich Flaschen versteckt habe und wieviel ich so heimlich getrunken hatte usw.. Neu war für mich, dass mein Mann auch öfters mal Flaschen und Gläser gefunden hat. Er hat nie groß was gesagt, ihm fiel selten auf, wie betrunken ich eigentlich war, nur weil ich noch normal geredet habe. Im Inneren habe ich oft “geglüht“.

Er meinte, es wäre im aufgefallen, das ja immer einige Falschen in der Altglas Box lagen, und ich musste dann gestehen, dass diese Flaschen nur Alibi Flaschen waren. Das ich fast täglich die 1 oder 2 Flaschen selbst entsorgt habe. (im Notfall in Papier gewickelt im Restmüll).
Ich musste viel weinen konnte aber damit endlich erklären, warum ich immer so gereizt war, warum ich ihn oft ohne Grund angemacht habe, warum ich so unzufrieden mit mir war, warum ich aber auch nie was sagen konnte. Ich wußte doch genau wo mein Problem liegt. Nur konnte ich es nicht aussprechen oder zugeben.

Er fragte, bist du jetzt eine Alkoholikerin? … da MUSSTE ich ja sagen. Da hat er geschluckt und ENDLICH begriffen, dass es für mich NICHT funktioniert weniger oder nur am Wochenende zu trinken.

Das hat gesessen! *puhh..

Er war sichtlich überrascht. Jetzt hat er aber auch endlich verstanden, warum ich immer so schei** zu ihm war. Wie oft hat er zu mir gesagt, ich müsse an mir arbeiten, mein Verhalten mal überdenken. Jetzt weiß er warum.

Er hat schon gemerkt, dass ich die letzten Tage viel ruhiger war, nicht so genervt wie sonst. Eben anders, schöner, besser. Er ist voll auf meiner Seite, versteht aber, dass ich erstmal Zeit brauche. Er hat mehrmals gesagt, dass er das toll findet, dass ich das endlich für mich so klar gemacht habe und er ist sich total sicher, dass ich es schaffe. Er ist voll auf meiner Seite und will mich unterstützen. Es ist meine Entscheidung, wann und wie ich nach aussen darüber reden möchte.

Ich musste viel weinen, aber nun fühle ich mich auf unheimlich erleichtert. Ich bin soo froh einen tollen Mann an meiner Seite zu haben. Ich gehe nun Schritt für Schritt. Vielleicht hat Corona jetzt auch mal was Gutes, auch wenn es mich letztes Jahr zum mehr Trinken verführt hatte.

Lieben Gruss bis bald

Roselia

Carl Friedrich
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Re: Frau Roselia sucht das Glück (Tagebuch- Auf den Weg zur Unabhängigkeit)

Beitrag von Carl Friedrich » 25.01.2021, 18:35

Hallo Roselia!

Erst mal Glückwunsch zu der raschen Einsicht und dem positiven Beitrag. Das ist ein anständiger Schritt nach vorne.
Roselia hat geschrieben:
25.01.2021, 17:23
Da hat er geschluckt und ENDLICH begriffen, dass es für mich NICHT funktioniert weniger oder nur am Wochenende zu trinken.
Wichtig erscheint mir, ihn darauf hinzuweisen, dass Alkoholismus eine Einbahnstraße ist (Begriff stammt aus dem Film Der Trocken Doc). Es gibt kein zurück in ein früheres Stadium, als Du noch moderat und gelegentlich was trinken konntest. Das wird dir nie mehr möglich sein. Es wäre sehr förderlich, deinen Mann auf diesen Umstand zu sensibilisieren. Das betrifft dann förmliche Anlässe wie Geburtstage, Jubiläen, Feiern -wenn wir mal wieder dürfen- Feiertage, Urlaub.. sprich alle Anlässe, an denen gerne mal einer getrunken wird. Er, aber auch Du selbst, sollte nicht auf die Idee kommen, dir was anzubieten, weil man womöglich der Auffassung ist, Du seist wieder bei null und könntest jetzt wie ein Normalo mal was trinken.

Aufgrund solcher Anlässe ist schon so manch ein Rückfall entzündet worden.

Wie sieht es mit dem Alk Konsum deines Mannes aus? Trinkt er in deiner Gegenwart daheim? Auch das wäre erst mal kontraproduktiv, ebenso das Horten von Alkohol im Haushalt.

In den Grundbausteinen wird ein alkoholfreier Haushalt befürwortet, und das nicht ohne Grund. Hattest Du einen schlechten Tag oder bist einfach mal nicht gut drauf und Schmacht auf einen Drink kommt auf, dann ist der Weg zur Flasche nicht weit. Müsstest Du dich dann erst mal auf den Weg zu einem Alk-Dealer machen, hättest Du in der Zwischenzeit reichlich Zeit, deine Gedanken kritisch zu hinterfragen, um ggf. umzukehren und dem Trinkverlangen Einhalt zu gewähren.

Gruß
Carl Friedrich

Sunshine_33
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Re: Frau Roselia sucht das Glück (Tagebuch- Auf den Weg zur Unabhängigkeit)

Beitrag von Sunshine_33 » 25.01.2021, 19:15

Respekt, Roselia!
Das ist ein großer Schritt nach vorn.

LG Sunshine

Thalia1913
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Re: Frau Roselia sucht das Glück (Tagebuch- Auf den Weg zur Unabhängigkeit)

Beitrag von Thalia1913 » 25.01.2021, 20:41

Hallo Roselia,

:) :) :)

Was für ein guter Start in deine Unabhängigkeit! Weiterhin alles Gute, vor allem „guten Mut“, die nächsten Schritte in deinem Tempo zu gehen.

Viele Grüße
Thalia

Cadda
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Re: Frau Roselia sucht das Glück (Tagebuch- Auf den Weg zur Unabhängigkeit)

Beitrag von Cadda » 25.01.2021, 22:01

Hallo Roselia,

das hast Du richtig toll gemacht, ganz ehrlich, sei stolz auf Dich!! So kann es Dir alles besser gelingen. Es ist bestimmt erleichternd gewesen. Schön, dass Du mit Deinem Mann so gut reden kannst.

LG Cadda

Roselia
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Re: Frau Roselia sucht das Glück (Tagebuch- Auf den Weg zur Unabhängigkeit)

Beitrag von Roselia » 30.01.2021, 17:09

Roselia hat geschrieben:
22.01.2021, 15:13

Ich bezeichne mich als NÜCHTERN! Das ist mir wichtig. Ich kann mich mit der Bezeichnung „Trockene Alkoholikerin“ nicht identifizieren. Das war vielleicht auch immer ein Grund mit, warum ich es Jahrelang hinausgezögert und schön geredet habe. Dass ich ein Problem mit Alk habe, weiß ich leider schon viel zu lange.

Der Gedanke, es zuzugeben verband ich immer mit den AA. Ein Alptraum dort mal zu sitzen.
Hallo liebe Gemeinschaft,

oben habe ich nochmal meine ersten Sätze wiederholt, die ich hier im Forum als Erstes schrieb...
.. und wenn es okay ist, würde ich so gerne ein youtube Video verlinken (10 min) von edit Karsten ... und hier wird erklärt
WARUM auch ICH soooo verdammt lange Nicht den Ersten Schritt machen konnte und WARUM ich den ersten Schritt tat.
*b itte keine Fremdlinks, danke Morgenrot *

Vielleicht muss man wirklich auch mal etwas umdenken??

sorry, ich hatte versprochen das Thema erst wieder in 1 Jahr anzusprechen. ;) ;) ;) aber vielleicht kann ja der eine oder andere Mitleser und Unentschlossene hier weiterkommen?

Ich mache hier keine Werbung aber MIR hat es unheimlich geholfen.

Euch allen ein schönes WE
Lieben Gruss

Roselia

Roselia
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Re: Frau Roselia sucht das Glück (Tagebuch- Auf den Weg zur Unabhängigkeit)

Beitrag von Roselia » 30.01.2021, 19:46

[/quote]

*b itte keine Fremdlinks, danke Morgenrot *


[/quote]

dachte das wäre ok, da hier schon einige youtube Sachen verlinkt wurden. Wo ist da der Unerschied? oder haben sich die Regeln geändert?

Darf ich sagen, schaut mal auf die Homepage von edit Karsten?

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