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Müdigkeit ohne Alkohol

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit
traveler
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Beitrag von traveler » 07.07.2005, 09:15

Hi Henry !
Wie lange dauert denn die Umstellung des Stoffwechsels und hast Du eine Ahnung, was sich da umstellt?
Wieviel trinken ist "viel" Trinken? Ich hab bisher immer so 3 Liter Mineralwasser am Tag getrunken (zusätzlich zu 1-1,5 L Wien am Abend)
Reichen die 3 Liter auch weiterhin???
Was ist an psychischen Änderungen bei dauerhafter Trockenheit zu erwarten??

gruß
Traveler

Käthe
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Beitrag von Käthe » 07.07.2005, 12:42

Hallo Traveler,

ich hab versucht im Internet eine "kompakte" Antwort auf Deine Fragen zu finden, ist mir leider nicht gelungen, die Stoffwechselveränderungen werden im INet meist Organ bzw. Krankeitsbezogen erklärt.

Also versuche ichs selbst mal. Mir hat man gesagt, dass die Stoffwechselveränderung nach ca. 1 Jahr abgeschlossen ist. Nach meinem subjektiven Empfinden hat es sogar länger gedauert.

Was passiert da?!

Alkoholiker leiden in der Regel an Folsäuremangel (Vitamin B-Komplex).
Auch der sonstige Vitamin und Mineralstoffhaushalt ist gestört.
Deine Leber, Nieren, Herz und Kreislauf haben lange gegen Deinen Alkoholmissbrauch ankämpfen müssen. Dein Hormonhaushalt ist durch überlastung z.B. der Schildrüse gestört (die S** sind auch durcheinander). Sofern Deine Bauchspeicheldrüse angeschlagen ist, kann auch der Zuckerhaushalt beieinträchtigt sein. USW. USW.......

All das muss wieder in Ordnung kommen und das dauert, weil Dein Körper nun wieder durcheinander gebracht wird (wenn auch im positiven Sinne).
In der Therapie hat uns eine junge Ärztin erklärt, dass die entgiftenden Organe (Leber und z.T. auch Nieren) ein Gedächnis haben. Vor allem die Leber. Dieses Organ hat während Deiner Saufzeit Schwerstarbeit geleistet um Dich am Leben zu erhalten. Angeblich vergisst sie das nie! sprich: solltest Du wieder Alkohol trinken schaltet die Leber sofort wieder auf Hochlast um und will "Stoff zum entsorgen", was den Suchtdruck enorm erhöht. Ob diese Theorie richtig ist weiss ich nicht, aber sie hat schon eine gewisse Logik.

Bei mir hat diese Umstellung sowohl positive als auch negetavive Empfindungen ausgelöst.

Positiv: Das Gesamtkörperempfinden wurde positiver, keine Schlafstörungen mehr, Blutdruck und Puls OK, mein Gedächnis funktionierte wieder richtig und ich wurde um Längen gelassener. Ich habe in der Therapie allerdings auch 4x die Woche Sport gehabt (und das in meinem Alter :wink: ). Hat mir supergut getan und Spass gemacht.

negativ: nach der Therapie (aus mit dem vielen Sport) habe ich schwer zugenommen, jetzt nach gut 2 Jahren nehme ich ganz langsam wieder ab.
Ich hatte auch ständig Hunger (nicht nur auf Süssigkeiten) selbst wenn ich genug gegessen hatte. Das normalisiert sich jetzt auch ganz langsam.

Die psychischen Veränderungen sind in erster Linie von Dir abhängig.
Wenn Du in der Lage bist Deine positiven Veränderungen wahrzunehmen und zu schätzen wirkt sich das natürlich besser auf Deinen Gemütszustand aus als wenn Du dem Alk nachtrauerst.

Es wird auch nicht viel passieren, wenn Du nicht an Dir arbeitest und Dir Ersatz für das Trinken schaffst (Hobbies oder so).

Ich empfehle Dir, such Dir Hilfe. Viele Dinge sind leichter zu erkennen und zu verarbeiten wenn man ein bischen an der Hand genommen wird.
Ich habe auch heute noch Vorbehalte gegen Psychotherapeuten, muss aber eingestehen, dass ich ohne ihre Hilfe heute bei weitem nicht da wäre wo ich bin. Vielleicht hätte ich es garnicht geschafft.

Auf jeden Fall wirst Du nüchtern viele Dinge sehr viel intensiver erleben.
Du wirst erst dann wirklich erkennen können, was der Alkohol Dir an Empfindungen weggenommen bzw. gedämpft hat.

Im Grunde hast Du die Chance Dir was ganz neues aufzubauen wenn Du willst.

So, das reicht glaub ich erstmal. Aber google mal rum was Alkohol und Stoffwechsel betrifft. Da findest Du eine ganze Menge unangenehmes.

Viel Erfolg wünscht
Käthe

Was das trinken angeht, denke ich dass Du mit 3 Litern Wasser ganz gut dabei bist. Normalerweise soll der Mensch mindestens 2 Liter am Tag trinken.

Seco52
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Beitrag von Seco52 » 24.04.2016, 21:57

Ja, also mir gehts auch so. Habe vor einem Monat eine Entgiftung in der Klinik gemacht, war 8 Tage trocken, habe dann einen Minirückfall auf halber Kraft gehabt (6 Bier statt 12 am Tag), bin jetzt wieder aus eigener Kraft 8 Tage trocken und ohne Medikamente. Aber ich bin den ganzen Tag müde. Hat bestimmt was mit dem Entzug zu tun...

Carl Friedrich
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Beitrag von Carl Friedrich » 24.04.2016, 22:19

Seco52 hat geschrieben: bin jetzt wieder aus eigener Kraft 8 Tage trocken und ohne Medikamente. Aber ich bin den ganzen Tag müde. Hat bestimmt was mit dem Entzug zu tun...
Hallo!

Die Frage kann dir nur ein Arzt nach gründlicher Untersuchung einschließlich eines großen Blutbildes incl. des Vitaminspiegels beantworten.

Trinkst Du ausreichend Wasser? 2l mindestens/Tag? Nimmst Du genügend Vitamine zu Dir?

Gruß Carl Friedrich

Karsten
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Beitrag von Karsten » 24.04.2016, 23:04

Hallo Seco52,

ich hätte einen anderen Beitrag erwartet, wenn du dich wieder meldest, nach du wieder getrunken hast.
Vielleicht kannst du ja ein Thema aufmachen, wo du schreibst, wie es dazu gekommen ist, dass du wieder getrunken hast?

Gruß
Karsten

Seco52
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Beitrag von Seco52 » 25.04.2016, 06:26

Hallo Karsten,

warum ich wieder getrunken habe weiß ich, eine typische Drucksituation die hier wahrscheinlich schon oft diskutiert wurde.
Die physischen Folgen und Symptome eines Alkoholentzugs sind für mich auch ganz diskutierenswert und interessant, deswegen habe ich darüber geschrieben.

Gruß Dirk

Karsten
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Beitrag von Karsten » 25.04.2016, 09:39

Hallo Dirk,

mich und einigen anderen würde es aber vielleicht interessieren, wie es bei dir zum Rückfall gekommen ist.

Gruß
Karsten

Barthell
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Beitrag von Barthell » 16.05.2016, 10:17

Zum Rückfall sage ich mal nichts, dafür halt ich mich selbst nicht für Erfahren genug, die Gründe wären jedoch auch Interssant.

Auch wenn das Thema schon was älter ist:

Ich habe ebenfalls gemerkt, dass der Körper, speziell durch die Umstellung der Ernährung (Früher 2000kcal am Abend durch Alkohol und Zuckerwasser, jetzt Nudeln/Reis/Kartoffeln als Kohlenhydratträger) massiv zu schaffen hat, dass die Energie nicht mehr so schnell verfügbar ist.
Dazu kommt ein geregelteres Schlafverhalten...

Kurz: ich bin auch Dauermüde... Blutwerte jedoch unauffällig, ich versuche soweit möglich dem Körper ausreichend Schlaf zu geben... mal sehen wie es sich entwickelt.
Dazu kommen die aktuell hohen Tempraturen, die verhindern, dass ich durchchlafen kann ....

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