Startseite - PortalHilfsangebote der SuchthilfeSelbsthilfeforumInformationen zur Suchthilfe

Ernährungsplan

Liste von alkoholhaltigen Lebensmitteln und alle Themen um Lebensmittel, kochen, backen und alkoholfreien Getränken

Moderator: Moderatoren

Karsten
Administrator
Administrator
Beiträge: 32912
Registriert: 04.11.2004, 22:21
Geschlecht: Männlich
Alkoholiker/in oder Angehörige/EKA: Alkoholiker

Ernährungsplan

Beitrag von Karsten » 20.08.2009, 19:19

Hallo,

da ja hier ab und an mal ein Thema über bisher ungekannte Lebensmittel aufkommen, mal die Frage, habt ihr eine Art Ernährungsplan, also wo dann immer die gleichen Zutaten reinkommen oder wie geht ihr da vor?
Vielleicht können wir hier auch ein paar Verhaltensregeln für den Einkauf zusammenstellen.

Gruß
Karsten

_________________________________________
Liste mit alkoholhaltigen Lebensmitteln
alkoholfreie Rezepte
Zuletzt geändert von Karsten am 14.01.2011, 12:56, insgesamt 1-mal geändert.

spiegel
neuer Teilnehmer
Beiträge: 96
Registriert: 11.08.2009, 17:22

Beitrag von spiegel » 20.08.2009, 20:59

Hallo,

einen Plan habe ich nicht, aber einen Vorsatz:

nach Möglichkeit nur frische Sachen nehmen, Saucen und andere "Gemische" selber machen. Eine selbstgemachte Brühe als Grundlage für alle möglichen Saucen, Suppen und Fonds ist sehr billig, mit wenig Arbeit (allerdings langer Kochzeit) und sehr gutem Geschmack verbunden. Mache ich einmal pro Woche "en gros" und friere den Rest ein (teilweise eingekocht als Fond in Eiswürfelbehälter).

Wenns zeitlich geht, Fertigprodukte vermeiden. Insbesondere solche mit nicht definierbaren (oder nicht definierten) Flüssigkeiten.

Im Restaurant fragen (immer dran denken: die Antwort muss nicht stimmen) oder versuchen, "erkennbare" Sachen zu essen.
Also Wiener statt Jägerschnitzel oder Steak mit Kräuterbutter* statt Pfeffersteak (Wenn es unbedingt Jägerschnitzel oder Pfeffersteak sein muss, dann zuhause aus einzelnen Zutaten selber machen).

Ansonsten empfehle ich, die Finger von sogenannten alkoholfreien Produkten (Bier, Wein etc. ohne Alk) zu lassen, weil 1. nicht völlig alkoholfrei und 2. wie der Eunuch im Harem.

Überhaupt ist Trinken ein Problem. Wenn ich meinen Kaffeebedarf ausleben würde, würde wahrscheinlich in kurzer Zeit halb Südamerika veröden.
Deshalb trinke ich oft Saft, mit Vorliebe trüben.
Der kann aber, darauf wurde in diesem Forum an anderer Stelle richtigerweise hingewiesen, unter bestimmten Umständen gären, insbesondere der naturbelassene aus dem Bioladen.
Deshalb keine Reste länger als 1 - 2 Tage (kühl) übriglassen, bei "komischem" Geruch oder Gasbläschen nicht abschmecken, sondern wegkippen.

Zum Schluss nochmal: was man isst, aus erkennbaren, einzelnen, frischen Zutaten selbst zubereiten, wann immer es die Zeit zulässt.

So Karsten, jetzt bin ich wohl etwas ins Schwätzen gekommen und einen Plan erkenne ich in meinem Geschreibsel auch nicht. Nehme es nicht übel, wenn du den Beitrag verschiebst.

LG
spiegel

* Kräuterbutter. Kam mir als erstes bei Steak in den Sinn. ABER: es gibt auch "Gewürzbutter" oder sowas, in die irgendwelche Kochprofis Cognac oder Whiskey einrühren. Die habe ich natürlich nicht gemeint, mein (fast) fauxpas zeigt aber wie schwierig es werden kann, wenn man "Gemische" nimmt.

Linde66
Moderatorin
Moderatorin
Beiträge: 19219
Registriert: 08.10.2008, 23:13
Geschlecht: Weiblich
Alkoholiker/in oder Angehörige/EKA: EKA

Beitrag von Linde66 » 20.08.2009, 21:51

Hallo Karsten,

ich war ja eßsüchtig und habe immer in einem bestimmten Supermarkt eingekauft, mir den Wagen vollgepackt. Wie im Blindflug konnte ich durch die Regale sausen, weil ich genau wußte, wo "mein" Zeug stand...

Als ich dann mit der Fresserei von einem Tag auf den anderen aufhörte, stellte ich gleichzeitig meine Ernährung auf bio um. Das ist ja nicht jedermanns Sache, aber darum geht's mir jetzt auch gar nicht.


Für mich ganz wichtig und wirklich über Jahre sehr hilfreich war und ist immer noch, daß ich nicht in Supermärkten einkaufe, schon gar nicht in dem meiner bevorzugten Marke.

Ich kaufe in 2 kleinen Bioläden, das eine ist sogar ein Selbstvermarkter, der selber Brot bäckt und Gemüse u. Obst anbaut. Die gesunden Sachen sind so gehaltvoll und geschmackvoll, da brauche ich viel weniger, d. h. ich kann es mir sogar bei knappem Budget leisten.

Und das Wichtigste: ich habe das Einkaufsritual durchbrochen. Diese verführerischen Regale, die Sonderangebote, die riesigen Einkaufswagen, das bequeme zahlen mit EC-Karte...

All das hat es mir ja so leicht gemacht, meine Sucht auszuleben.

Und durch den Wechsel zu 2 kleinen Läden, wo mich die Menschen kennen und ich sie, da kaufe ich viel bewußter ein. Seit letztem Jahr ungefähr kann ich auch in einen größeren Drogerieladen, dort kaufe ich 1 bis 2 mal im Monat so Sachen, die man im Haushalt braucht. Die haben sogar ein Bio-Regal. Und Samstags ist ja immer in der Stadt Wochenmarkt, das macht richtig gute Laune da herumzustromern. Das mache ich echt gerne.


Essen und trinken fängt ja beim Einkaufen schon an. Da kann man für sich viel an den Abläufen verändern, um das Suchtgedächtnis nicht zu aktivieren.


Grüße, Linde

zerfreila
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 10648
Registriert: 01.01.2009, 19:41

Beitrag von zerfreila » 20.08.2009, 22:31

Hallo,

ich kaufe keine Fertigprodukte und andere Kunstprodukte. Fürs Kochen kaufe ich mir die entsprechenden Zutaten einzeln. Bei Gemüse greife ich gerne auf Tiefkühlkost zurück, das ist wegen der Lagerung zu Hause für mich vorteilhaft. Außerdem natürlich auch frisches Obst und Gemüse nach Saison. Seit einigen Monaten beschäftige ich mich mehr mit gentechnisch manipulierten Lebensmitteln und ihren vielfachen Auswirkungen. Mittlerweile bin ich da sehr gut mit Informationen versorgt und werde mir bald einen Vortrag dazu anhören.

Wichtig ist mir in der Küche auch gutes Öl. Da gebe ich lieber für eine Flasche mal zwei drei Euro mehr aus und gebe mir damit täglich 'was Gutes. Ohne Zwiebeln in der Küche geht bei mir gar nix.

Wurst und Käse esse ich auch nur ganz ganz wenig. Ganz wenig Fleisch, mehr Fisch. Das hat aber auch bei mir mit genetisch bedingt erhöhten Cholesterin-Werten zu tun, obwohl ich von diesen vorgegebenen Grenzwerten auch nicht so viel halte.

Zucker kaufe und verwende und esse ich nicht.

Insgesamt finde ich meine Ernährung ganz gesundheitsbewusst und der Einkauf gestaltet sich auch sehr klar und übersichtlich. Ich weiß, was ich will und was ich zu meiden habe.

Das wars mal so ganz grob. Gruß, zerfreila.

Rose2

Titel: Re: Ernährungsplan

Beitrag von Rose2 » 21.08.2009, 10:19

Hallo zusammen,

ich hab erst seit kurzem meine Ernährung auch aus noch anderen gesundheitlichen Aspekten umgestellt, und kaufe fast überwiegend meine Produkte im Reformhaus, ausgenommen Fleisch und Käse, den beziehe ich von einem nahe gelegenen Bio-Hof.

Bei Obst- und Gemüse habe ich einen Service in unserer Nähe gefunden, der liefert 1x in der Woche Obst u. Gemüse der jeweiligen Saison "frei nach Schnauze", das heißt dann immer ÜBERRASCHUNG und neues entdecken und zubereiten verschiedenster Gerichte.

Im Vorfeld kann man da anhand eines Fragebogens abklären, welche Produkte man nun garnicht mag, bzw. allergisch reagiert.

An Ölen benutze ich nur hochwertige, und am meisten Oliven,- Raps- und manchmal Walnußöl.
Bei den Essigen sehe ich es nicht so eng, ich verwende weiter meinen Balsamico schon seit Jahren, aber das muß jeder für sich selbst eigenverantwortlich entscheiden.

Gewürze u. Kräuter fast nur frisch, oder TK, zumindest ohne weitere Zusatzstoffe.
Butter- oder Margarine/Pflanzenfette verwende ich nur ganz, ganz selten und meistens nur zum noch selteneren Backen, denn Brot oder Brötchen mochte ich noch nie so wirklich, weder weiß noch Vollkorn.

Ob es nun Einbildung ist, reine Kopf- oder Bauchsache oder beides, ich fühle mich seitdem erheblich besser.

Früher hab ich Unmengen an verschiedensten Vitaminpillen in mich reingestopft, heute spare ich das Geld lieber und lege es gleich in noch "lebbaren" Lebensmitteln an.

Was ich bei jedem Einkauf vor allem im Supermarkt automatisch mache, ist der Blick auf die Zutatenliste. Gerade bei Eisprodukten und Kuchen hat es sich bewährt, um nicht nach dem ersten Löffel- oder Bissen erschrocken das ganze entsorgen zu müssen.

L.Gr. Rose

kaltblut
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 5639
Registriert: 20.06.2006, 17:01

Beitrag von kaltblut » 21.08.2009, 21:17

Hallo Ihr Lieben,

als fressgeschädigter Mensch, hatte ich bis vor wenigen Jahren keine wirklichen Sinne dafür, was die Nahrungsmittel, die ich in mich rein zog mit mir veranstalteten. Wenn ich dann noch hier den pingeligen Krams las, wie manche die Zutatenliste akribisch beäugelten, habe ich manchmal an übertreibende Korinthenkacker gedacht. Heute achte ich genau darauf, was oben rein wandert und unten raus kommt. Das hat heute mehr mit Bewusstsein und Sensibilisierung zu tun, denn es macht keinen Sinn riesige XXXL Chemieportionen zu verdrücken, die mehr verbrauchen als drin steckt.

Je weniger Verpackung und Etiketten, je besser schmeckt es. Was kräftig beworben wird taugt selten was und ist zu teuer, Werbung muss ja bezahlt werden.

Ich kaufe heute einiges beim Türken um die Ecke ein, die Gemüsekontrolle unterliegt da keinem Stempel, sondern dem Verbraucher, der sagt wenns nicht gut ist und dann ist es verschwunden, so von Chefe zu Chefe, da kommt die Botschaft sofort an und verschwindet nicht im Großeinkauf. Der Vergleich zum Discounter ist gewaltig und meist sogar viel günstiger. Vieles kommt vom Bioladen oder Markt zu dem ich fahren muss, dagegen hat der Discounter eher den ursprünglichen Charakter des Tante Emmaladen bekommen, ich kaufe dort nur noch wenn was fehlt.

Bei Brot bin ich kleinlich geworden. Dunkel und Hell, Körner oder nicht Körner sagen nichts über die Qualität aus. Mit vollen Körnern im Brot wird es oft als Vollkornbrot angeboten und ist damit noch nicht „vollwertig“ es bleibt meist „minderwertig“. Keim, Schale, Fermente und Vitalstoffe werden in der Regel industriell entfernt um die Haltbarkeit und Lagerfähigkeit zu erhören und mit Chemieanteilen ergänzt. Keine Chemie für meinen entseuchten Körper. Deshalb hole ich das Brot nur noch vom vertrauensvollen Spezialisten, verzichte sonst darauf oder würde es selbst backen, denn ich esse weniger und es hält länger vor.

Auch hier habe ich Reaktionen festgestellt. So erzeugte Sauerteigbrot Fressattaken, ich reagiere auf die Hefepilze, da arbeite ich noch dran.

Fleisch ist bei mir Mangelware geworden. Artfremdes tierisches Eiweiß führt zu Reaktionen.
Ich bin dieses Jahr erstmals von diesem jahrzehntelangen extremen Heuschnupfen befreit, wo ich noch im Frühjahr 2008 in die Notapotheke eilte und mir die Superblocker rein schmiss. Das steht in direktem Zusammenhang.

Margarine ist für mich nicht mal mehr als Schmierfett einsetzbar, keine Chemie in meinen Körper. Butter geht ohne Ballast direkt in die Leber und kann mit den lebenswichtigen essentiellen Fettsäuren sofort leicht verarbeitet werden. Butter wird aus Sahne gemacht, beide sind jeder Chemie vorzuziehen.

Bei mir gibt es keine Säfte und Limos mehr, auch keine Süßwaren, Plätzchen und Kuchen, von denen ich früher schon mal 1/2kg Gummibärchen am Tag verdrückte. Zucker habe ich noch irgendwo für Gäste, ich will ja das Essen schmecken und nicht den Zucker.
Ich gebe heute viel mehr für eine höhere Qualität meiner Lebensmittel aus als früher, denn es sind „Lebensmittel“ die mein Körper braucht und keine „industriell herstellte Nahrungsmittel“, die minderwertig und künstlich aufgepeppelt teurer angeboten werden. Ich kann mir erlauben mehr auszugeben, denn meine weggefallenen Suchtfinanzierungen geben mir den finanziellen Freiraum. Das Volumen was ich früher kaufte, transportierte, in mich rein stopfte war größer und da denke ich mal die an ganzen abgelaufenen Soßenflaschen im Kühlschrank. Ich esse weniger, brauche weniger und spare obwohl ich mehr für höhere Qualität ausgebe.

Selbst scheinbare Bioangebote im Discounter und gelegentlich auch im Bioladen sind schon mal unbemerkt bestrahlt, bedampft oder sonst wie behandelt, so dass die Keimfähigkeit nicht mehr vorhanden ist und für recht totes Material viel bezahlt wird. Vor Festlegung für eine Marke und während der Nutzung gilt es immer mal einen Keimtest zu machen.

Ich danke einem Lieben Freund, der erklärte, dass vereinzelnd Bauern kleinere streifen Land gegen eine kleine Nutzungsgebühr abgeben. Da wird einmal im Jahr der Boden gepflügt und dafür kann dann angesetzt werden was man will. Einfach zusehen wie da was aus dem Boden wächst.

LG Kaltblut

Übrigens: ich liege heute um die 30kg unter damals, obwohl mir die Rauchentwöhnungen schnell mal 10kg schenkten..

kaltblut
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 5639
Registriert: 20.06.2006, 17:01

Beitrag von kaltblut » 21.08.2009, 21:21

NS: dadurch dass abgepackte, vorgefertigte Waren nicht gekauft werden und auch der Fastfoodkrams nicht mehr infrage kommt, brauche ich mir die Verpackungsangaben nicht mehr durchzulesen bzw. nicht mehr nachzufragen, was drin ist und was welche Nr. für Chemieangaqben bedeutet.

Ette
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 1599
Registriert: 25.01.2007, 22:46

Beitrag von Ette » 25.08.2009, 20:22

Essen, Kochen, Genießen..... sind mir sehr wichtig. Schon lange esse ich nicht mehr alles, bin aber auch nicht orthodox im Zubereiten meines Essens. Ich vertraue auf meinen Körper, der mich danach gelüsten lässt, was ihm gerade fehlt. Brot esse ich kaum, meistens Vollkornknäckebrot. Frischkäse, fettreduziert, Obst (soweit als möglich aus dem Garten, ansonsten vom Markt, vom Bioladen oder auch was aus Nachbars Garten herüber wächst oder fällt). Ich hab zum Beispiel keine Skrupel, das Fallobst von nebenan aufzusammeln und davon Apfelmus, Kuchen oder Marmelade zu machen, denn ich hab den Nachbarn noch nie mit der Giftspritze gesehen.

Fleisch ist bei meiner Ernährung eine vernachlässigungswürdige Größe. Aber ich liebe es, aus Gemüsen und Gewürzen raffitückische Currys, Eintöpfe oder Salate zuzubereiten. Käse, Quark und Joghurt spielen eine große Rolle, genau wie ich auch Hülsenfrüchte und Getreide in allen möglichen Variationen liebe. Aber zwischendurch gehe ich genauso gern zum Essen ins Restaurant. Italienisch, griechisch, türkisch oder indisch hab ich’s da besonders gern. Wobei..... der Grieche rangiert eher am Ende der Liste.

Aufpassen muss ich, wenn es mir zu stressig wird, denn dann gieren meine Nerven nach Erdnüssen im Schokomantel und das ist für meine Hüften eine im wahrsten Sinne des Wortes wachsende Gefahr. Im letzten Jahr hat mir das 10 Kilo gebracht, aber denen habe ich seit Januar wieder den Garaus gemacht durch viel Obst und Gemüse. Besonders im Sommer esse ich eher unorthodox.... da kann ein Mittagessen schon mal aus einen großen Eisbecher bestehen. Und dann frage ich auch nicht, ob die Milch für das Eis von glücklichen Kühen war oder nicht. Mein Körper braucht das dann einfach und somit soll er es haben. Schließlich kommen bald auch wieder andere Zeiten. Für Kohl zum Beispiel oder Linsen oder, oder, oder....

Jede Jahreszeit hat ihre Leckerlis und an denen tue ich mich gütlich, denn ich muss nicht im Winter Erdbeeren oder Kirschen essen. Auch das ganze exotische Obst lockt mich nicht, außer Ananas, die liebe ich abgöttisch.

Aber genug vom Essen erzählt, denn ich spüre grad, wie ich dabei richtig Appetit bekomme. Also Zeit fürs Abendessen. Mal sehen, was mein Herr Neff für mich bereit hält.

LG
Ette

Antworten