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Grillen macht auch ohne Alkohol Spaß!

Liste von alkoholhaltigen Lebensmitteln und alle Themen um Lebensmittel, kochen, backen und alkoholfreien Getränken

Moderator: Moderatoren

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Hartmut
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Beitrag von Hartmut » 05.05.2010, 23:06

Hallo

größere Grillfeste verbinde ich immer noch mit Saufen und meide sie. Ich hatte mich da auch meist selbst in die Isolation gesoffen und war unter den Menschen einsamer, als wenn ich allein gewesen wäre.

Isolation und Einsamkeit mache ich auch nicht daran fest , das ich da nicht teilnehmen "könnte" , sondern an meiner Grundeinstellung und eventueller mangelnder "Ersatzideen". Grillen ohne Alkohol im kleinen von mir "überwachten" Rahmen macht sicherlich Spaß und das kann ich mir vorstellen.

Gruß Hartmut


Hallo Hoppengarten.

Überprüfe doch mal ob du dich nicht schon immer , einsam oder isoliert gefühlt hast, unabhängig von deiner Nassen Zeit. Und ob die folgende Nasse Zeit das Gefühl verstärkt hatte. Wäre auch ein extra Thread wert . :-)

Gruß Hartmut

hoppegarten
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Beitrag von hoppegarten » 06.05.2010, 12:41

@ Doro

Danke für die offenen Worte. Es hat mich zum Nachdenken angeregt und mir neue Energie gegeben.

@ Hartmut

Da liegst du sicher richtig. Ein Gefühl der Einsamkeit war irgendwie immer vorhanden, was wohl auch einer der Gründe für das Trinken war.
Diese Einsamkeit würde ich aber nicht im klassischen Sinn beschreiben, also das absolute Alleinsein und keine Leute kennen, sondern als eine innere und verborgene Einsamkeit.
Leute kannte ich genug und Möglichkeiten hatte ich auch genug.

In der nassen Zeit habe ich dann meinen Trost im Trinken gefunden, sodass sich der Alk zu meinem richtigen und einzigen Freund entwickelt hat.
Aber irgendwann wandelte sich dieser Freund zum Feind und schädigte mich mehr als er mir half.

Im Endeffekt hat der Alk meine innere Einsamkeit behoben bzw. betäubt, später aber, als die Sucht mich hatte, definitiv verstärkt, vor allem am Tag nach Besäufnissen.

Jetzt, nach einer längeren Zeit ohne Alk, merke ich schon, dass ich emotional gleichgültiger, härter und abgestumpfter geworden bin.
Dinge, über die sich viele Menschen amüsieren, nerven mich an und Menschen nerven mich zum Teil.
So hat sich meine ehemals empfundene innere Einsamkeit (die ja keiner erkennen konnte, da ich mich durch den Alk gut anpassen konnte) zu einer Einsamkeit im klassischen Sinn entwickelt.
Viele meiner alten Kollegen sind weggefallen, weil ich den Kontakt relativ kalt aufgegeben habe und übrig sind nur noch sehr wenige Bezugspersonen, unter anderem der innere Kern meiner Familie.

Da ich mit dieser Einsamkeit, wie ich schon sagte, relativ gut zurecht komme, bin ich nicht traurig oder gebrochen wie Menschen, die unbedingt immer Leute um sich haben müssen und allein verkümmern würden, aber ich merke auch, dass ich mich zwingen muss, meine Einstellung Menschen gegenüber ein wenig zu ändern, um nicht vollkommen den Anschluss zu verlieren bzw. um die Leute, die letztendlich noch übrig sind, nicht auch noch aus meinem Leben ziehen zu lassen.

Wie Doro schon sagte, handelt es sich wahrscheinlich um einen normalen Übergangsprozess, da der Geist sich erstmal wieder neu orientieren muss, der vorher über Jahre hinweg nur an den Alkohol gekoppelt war.

Am Ende ist zu sagen, dass die Wesensveränderung schon extrem ist.
Ich bin sehr ernst und kalt geworden, sodass mich Leute teilweise nicht wiedererkennen und fragen, was passiert sei.
Vielleicht aber bin ich so und habe mir in den letzten Jahren nur etwas vorgemacht, mich durch den Alk der gesellschaftlichen "Freuden" angepasst und mein Selbst manipuliert.
Vielleicht war ich immer ein ernster Mensch und jetzt erkenne ich mich.
Ich werde sehen, wie es sich entwickeln wird.

Grüße

hoppegarten
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Beitrag von hoppegarten » 06.05.2010, 12:59

Aber back to topic.

Sinnvoll und wenn nicht sogar notwendig ist das Meiden von öffentlichen Veranstaltungen, Feiern etc., auf denen definitiv Alkohol konsumiert wird.

Egal wie willensstark man sich einschätzt, egal welche Vorsätze man sich auferlegt, die Gefahr des anspringenden Suchtgedächtnisses ist einfach zu hoch.
Das ist jedenfalls meine Meinung/Erfahrung und ja auch die Meinung der meisten Langzeittrockenen.

Grillen macht dann sicherlich Spaß, wenn man entsprechende Leute dabei hat, die auch Spaß am Grillen ohne Alkohol haben.
Merkt man einigen anwesenden Leuten aber an, dass sie einen Verzicht spüren und an sich Bier für diese Leute dazu gehört, dann macht es wahrscheinlich keinen Spaß.

Beste Grüße

EinNeuer
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Grillen

Beitrag von EinNeuer » 01.07.2010, 10:07

Hallo zusammen,

Nun, meine Einstellung zu dem Thema "trinkendes Umfeld", wie es hier in den letzten Beiträgen diskutiert wird, ist ja bekannt.
Mir hat das nie was ausgemacht und macht es auch nichts aus. Und ich schreibe absichtlich "trinkendes" und nicht "saufendes".

Auch wenn ich alkoholkrank bin, würde ich es vermessen finden, Bekannte, Freunde und Familienmitglieder als "saufend" zu titulieren, wenn diese mit Alkohol kein Problem haben. Säuft ein Bekannter, wenn er mal ein kleines Bier auf einer Feier trinkt? Sicher nicht.

Ich für mich verspüre in deren Anwesenheit weder Neid, Druck noch sonstige negativen Gefühle.
Allerdings besuche ich natürlich keine öffentlichen Feste, auf denen wirklich hauptsächlich gesoffen wird. In meinem privaten Umkreis gibt es sowas nicht.

Es kann aber auch abschrecken und heilsam sein, mal einen Betrunken zu beobachten.

Wie schon öfter geschrieben: Jeder sollte das für sich entscheiden. Wenn man unsicher ist, ist es besser, sich nicht mit Menschen zu umgeben, die hie und da Alkohol trinken.

Und wie auch schon erwähnt: Mit Aussagen wie "... das ist der einzige Weg ...", "... das muss für jeden gelten ....", "... es geht nur so ..." würde ich vorsichtig sein. Mir fehlt da oft der Zusatz: "FÜR MICH ist es so ..."

Wünsche Euch einen wunderschönen, trockenen Sommertag!
Liebe Grüße,
EinNeuer

Karsten
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Beitrag von Karsten » 01.07.2010, 10:21

Hallo EinNeuer,

"Für mich ist das so" ist ja eigentlich normal, denn hier schreibt ja jeder seine eigenen Erfahrungen und wenn ich mal die Erfahrungen als Admin hier mit reinnehme, lese ich solche Beiträge, wie von dir, seit fünf Jahren.

Leider fehlt mir auch bei dir ein wichtiges Merkmal, nämlich das du noch ganz am Anfang stehst und gar nicht wissen kannst, ob es dir was ausmacht, wenn in deiner Umgebung Alkohol getrunken wird.
Was sind sechs oder sieben Wochen?

Das Suchtgedächnis greift oft nicht sofort zu, sondern oft dann, wenn man sehr sicher fühlt und dann sind solche Erinnerungen, wie biertrinkende "Freunde" sehr schnell im Kopf.

Ein absolut alkoholfreies Umfeld kann dich davor schützten.

Du bist doch schon seit über zwei Jahren hier angemeldet und versuchst langfristig trocken zu bleiben, was dir bisher aber nicht gelungen ist.

Wann fängst du an, nicht alles selbst wissen zu wollen und Langzeittrockenen einfach mal zu vertrauen?

Gruß
Karsten

silberkralle
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Re: Grillen

Beitrag von silberkralle » 01.07.2010, 10:27

glück auf
EinNeuer hat geschrieben:..."trinkend" und ... "saufend"...
ich unterscheide das genau so - wenn ich saufen schreib dann mein ich das bewertend + teils sogar abwertend (trifft auch auf mein früheres verhalten zu) - we für meinen begriff alk trinkt aber nich säuft is bei mir einfach n konsument < ohne bewertung

:D
matthias

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Beitrag von Karsten » 01.07.2010, 10:45

Hallo Matthias,

mir geht es einfach um den Aspeckt, ob in meiner Anwesendheit Alkohol getrunken wird oder nicht.

Ob der oder die Andere nun 10 Bier trinkt und besoffen ist oder nur ein Bier trinkt, mein Bild bleibt das Gleiche, ich sehe, wie jemand in meiner Gegenwart trinkt, wie ich es früher eben auch immer gemacht habe.

Sind es Freunde oder welche, die sich so bezeichnen, möchte ich zu diesen Freunden dazugehören und genau diese tatsache macht es mir so schwer, ein anderes Verhalten ( eben nicht zu trinken ) an den Tag zu legen, wenn andere Menschen neben mir trinken.

Wie ich oben geschrieben habe, versucht "ein Neuer" zumindestens hier im Forum schon über zwei Jahre trocken zu bleiben und bekommt es nicht hin, weil er aus meiner Sicht es besser wissen will und nicht bereit ist, aus den Efahrungen von Langzeittrockenen zu lernen.

Du hast dir eine stabiele Nüchternheit aufgebaut und ich auch, aber ich würde so ein Verhalten wie von "ein Neuer" nie verharmlosen und ihn durch solche Beiträge noch bestärken, dass er eventuell alles richtig macht.
Vielleicht meinst du Matthias es anders, aber dein Beitrag wirkt auf mich so.

Er steht noch ganz am Anfang und sollte mal lernen, sich und seine Gedanken in Frage zu stellen. Wenn er es denn wissen würde, würde er sich hier nicht schon über zwei Jahre im Kreis drehen.

Gruß
Karsten

maria44
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Beitrag von maria44 » 01.07.2010, 11:00

Hallo EinNeuer,

als ich mich hier anmeldete habe ich dringend Hilfe gesucht, ich war am Ende meine Kräfte und wusste nicht wie ich den Absprung schaffen sollte, geschweige welchen Weg ich überhaupt gehen sollte, es ging um mein leben.

Was würdest du mir schreiben außer eventuell geh zum Arzt oder mach Therapie, würdest du mir schreiben entscheide für dich selbst welchen weg du gehst? oder welchen Weg würdest du mir aufzeigen wollen um mir zu helfen? Mach weiter wie bis jetzt nur trinkt nichts?
Mich würde das interessieren.

LG
maria

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