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Grillen macht auch ohne Alkohol Spaß!

Liste von alkoholhaltigen Lebensmitteln und alle Themen um Lebensmittel, kochen, backen und alkoholfreien Getränken

Moderator: Moderatoren

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hoppegarten
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Beitrag von hoppegarten » 06.05.2010, 12:59

Aber back to topic.

Sinnvoll und wenn nicht sogar notwendig ist das Meiden von öffentlichen Veranstaltungen, Feiern etc., auf denen definitiv Alkohol konsumiert wird.

Egal wie willensstark man sich einschätzt, egal welche Vorsätze man sich auferlegt, die Gefahr des anspringenden Suchtgedächtnisses ist einfach zu hoch.
Das ist jedenfalls meine Meinung/Erfahrung und ja auch die Meinung der meisten Langzeittrockenen.

Grillen macht dann sicherlich Spaß, wenn man entsprechende Leute dabei hat, die auch Spaß am Grillen ohne Alkohol haben.
Merkt man einigen anwesenden Leuten aber an, dass sie einen Verzicht spüren und an sich Bier für diese Leute dazu gehört, dann macht es wahrscheinlich keinen Spaß.

Beste Grüße

EinNeuer
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Grillen

Beitrag von EinNeuer » 01.07.2010, 10:07

Hallo zusammen,

Nun, meine Einstellung zu dem Thema "trinkendes Umfeld", wie es hier in den letzten Beiträgen diskutiert wird, ist ja bekannt.
Mir hat das nie was ausgemacht und macht es auch nichts aus. Und ich schreibe absichtlich "trinkendes" und nicht "saufendes".

Auch wenn ich alkoholkrank bin, würde ich es vermessen finden, Bekannte, Freunde und Familienmitglieder als "saufend" zu titulieren, wenn diese mit Alkohol kein Problem haben. Säuft ein Bekannter, wenn er mal ein kleines Bier auf einer Feier trinkt? Sicher nicht.

Ich für mich verspüre in deren Anwesenheit weder Neid, Druck noch sonstige negativen Gefühle.
Allerdings besuche ich natürlich keine öffentlichen Feste, auf denen wirklich hauptsächlich gesoffen wird. In meinem privaten Umkreis gibt es sowas nicht.

Es kann aber auch abschrecken und heilsam sein, mal einen Betrunken zu beobachten.

Wie schon öfter geschrieben: Jeder sollte das für sich entscheiden. Wenn man unsicher ist, ist es besser, sich nicht mit Menschen zu umgeben, die hie und da Alkohol trinken.

Und wie auch schon erwähnt: Mit Aussagen wie "... das ist der einzige Weg ...", "... das muss für jeden gelten ....", "... es geht nur so ..." würde ich vorsichtig sein. Mir fehlt da oft der Zusatz: "FÜR MICH ist es so ..."

Wünsche Euch einen wunderschönen, trockenen Sommertag!
Liebe Grüße,
EinNeuer

Karsten
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Beitrag von Karsten » 01.07.2010, 10:21

Hallo EinNeuer,

"Für mich ist das so" ist ja eigentlich normal, denn hier schreibt ja jeder seine eigenen Erfahrungen und wenn ich mal die Erfahrungen als Admin hier mit reinnehme, lese ich solche Beiträge, wie von dir, seit fünf Jahren.

Leider fehlt mir auch bei dir ein wichtiges Merkmal, nämlich das du noch ganz am Anfang stehst und gar nicht wissen kannst, ob es dir was ausmacht, wenn in deiner Umgebung Alkohol getrunken wird.
Was sind sechs oder sieben Wochen?

Das Suchtgedächnis greift oft nicht sofort zu, sondern oft dann, wenn man sehr sicher fühlt und dann sind solche Erinnerungen, wie biertrinkende "Freunde" sehr schnell im Kopf.

Ein absolut alkoholfreies Umfeld kann dich davor schützten.

Du bist doch schon seit über zwei Jahren hier angemeldet und versuchst langfristig trocken zu bleiben, was dir bisher aber nicht gelungen ist.

Wann fängst du an, nicht alles selbst wissen zu wollen und Langzeittrockenen einfach mal zu vertrauen?

Gruß
Karsten

silberkralle
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Re: Grillen

Beitrag von silberkralle » 01.07.2010, 10:27

glück auf
EinNeuer hat geschrieben:..."trinkend" und ... "saufend"...
ich unterscheide das genau so - wenn ich saufen schreib dann mein ich das bewertend + teils sogar abwertend (trifft auch auf mein früheres verhalten zu) - we für meinen begriff alk trinkt aber nich säuft is bei mir einfach n konsument < ohne bewertung

:D
matthias

Karsten
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Beitrag von Karsten » 01.07.2010, 10:45

Hallo Matthias,

mir geht es einfach um den Aspeckt, ob in meiner Anwesendheit Alkohol getrunken wird oder nicht.

Ob der oder die Andere nun 10 Bier trinkt und besoffen ist oder nur ein Bier trinkt, mein Bild bleibt das Gleiche, ich sehe, wie jemand in meiner Gegenwart trinkt, wie ich es früher eben auch immer gemacht habe.

Sind es Freunde oder welche, die sich so bezeichnen, möchte ich zu diesen Freunden dazugehören und genau diese tatsache macht es mir so schwer, ein anderes Verhalten ( eben nicht zu trinken ) an den Tag zu legen, wenn andere Menschen neben mir trinken.

Wie ich oben geschrieben habe, versucht "ein Neuer" zumindestens hier im Forum schon über zwei Jahre trocken zu bleiben und bekommt es nicht hin, weil er aus meiner Sicht es besser wissen will und nicht bereit ist, aus den Efahrungen von Langzeittrockenen zu lernen.

Du hast dir eine stabiele Nüchternheit aufgebaut und ich auch, aber ich würde so ein Verhalten wie von "ein Neuer" nie verharmlosen und ihn durch solche Beiträge noch bestärken, dass er eventuell alles richtig macht.
Vielleicht meinst du Matthias es anders, aber dein Beitrag wirkt auf mich so.

Er steht noch ganz am Anfang und sollte mal lernen, sich und seine Gedanken in Frage zu stellen. Wenn er es denn wissen würde, würde er sich hier nicht schon über zwei Jahre im Kreis drehen.

Gruß
Karsten

maria44
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Beitrag von maria44 » 01.07.2010, 11:00

Hallo EinNeuer,

als ich mich hier anmeldete habe ich dringend Hilfe gesucht, ich war am Ende meine Kräfte und wusste nicht wie ich den Absprung schaffen sollte, geschweige welchen Weg ich überhaupt gehen sollte, es ging um mein leben.

Was würdest du mir schreiben außer eventuell geh zum Arzt oder mach Therapie, würdest du mir schreiben entscheide für dich selbst welchen weg du gehst? oder welchen Weg würdest du mir aufzeigen wollen um mir zu helfen? Mach weiter wie bis jetzt nur trinkt nichts?
Mich würde das interessieren.

LG
maria

EinNeuer
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Reaktion

Beitrag von EinNeuer » 01.07.2010, 12:18

Hallo Maria, hallo Karsten, hallo Matthias!

Karsten, da hast Du schon recht: Ich bin kein Langzeittrockener. Leider.
Allerdings: ich hatte schon mal eine fast einjährige Trockenphase nach meiner stationären Therapie. Das soll jetzt nicht als Rechtfertigung dienen, aber aufzeigen, dass ich jetzt nicht ganz neu mit dem Thema konfrontiert werde.

Matthias, ja so sehe ich es auch. Interessant finde ich, dass ich hier das erste Mal in der Art und Weise auf das Thema "trockenes oder trinkendes Umfeld" hingewiesen werde. In der stationären Therapie wurde sogar bewusst Wert darauf gelegt, zu lernen, wie man sich unter "Trinkenden" auch ohne Alkohol wohl fühlt. Sogar eine Kneipe/Restaurant zu besuchen, war Teil der Therapie.

Maria, das ist jetzt schwer zu sagen:
Auch ich habe mich vor meiner stationären Therapie 2005 so gefühlt.
Hm, ich hätte Dir geraten, erstmal einen Arzt aufzusuchen, dann einen überwachten Entzug zu machen und dann mit den entsprechenden Fachpersonen das weitere Vorgehen zu besprechen. Stationäre Therapie oder ambulant? Und ganz wichtig: Psychotherapie! Ich weiss, dass es sehr viele "schlechte" Therapeuten gibt. Aber wenn Du den Richtigen (ich schreibe hier zur Vereinfachung einfach in männlicher Form, ok?) gefunden hast, dann kann das Gold wert sein. Es würde dann darum gehen, den tieferen Grund Deines Suchttrinkens herauszufinden. Und damit ist automatisch eine Veränderung des Verhaltens, evtl. der Lebensstruktur etc. notwendig.

Dann hätte ich Dir geraten, auf jeden Fall ein alk-freies Zuhause zu schaffen. Auch keine Kompromisse mit dem Partner, wenn er zuhause trinken will.

Weiters hätte ich Dir geraten, Menschen und Situationen zu meiden, die dich unweigerlich ans Saufen erinnern. Also wenn Du gesellschaftlich schon etwas "abgerutscht" wärst und mit Menschen aus "niedereren sozialen Schichten" getrunken hättest (und Dich nur des Saufens wegen mit diesen Menschen abgegeben hättest), hätte ich Dir geraten, diese Kontakte zu meiden.

Auch von Feiern, bei denen Du ein ungutes Gefühl gehabt hättest, weil dort Menschen Alkohol trinken, hätte ich Dir abgeraten. Wenn Du ein gutes und sicheres Gefühl gehabt hättest, hätte ich Dir nicht abgeraten.

Und dann hätte ich Dir geraten, Deine Ernährung (die ja meistens bei Alkoholkranken nicht gerade die gesündeste ist) umzustellen, Dir alk-freie Lieblingsgetränke zu suchen, ein Hobby, etwas Sport, etc.
Und vor allem: Step by Step. Ein Schritt nach dem Anderen.

Reale SHG oder virtuelle? Das ist dann jedem seine eigene Sache.

Tja, was gibt es noch? Hm, die Lebensmittel: Da hätte ich Dir geraten, genauer hinzusehen. Also Schwarzwäldertorte, Rumkuglen, Likör-Pralinen, "alkoholfreies" Bier, etc. – das versteht sich von selbst, denke ich. Ich würde jetzt nicht hinter jedem Stück Brot oder Käse gleich den Rückfallteufel sehen. Aber aufpassen! (Fertigkuchen, Eis, Desserts im allgemeinen, Saucen, usw.)

Dann die Sache mit dem Outing. Ich hätte Dir geraten, vorerst den engsten Kreis einzuweihen. Auch der direkte Vorgesetzte und vielleicht die unmittelbaren Arbeitskollegen. Aber jetzt nicht mit einem "Ich bin Alkoholikerin"-Schild durch die Strassen laufen, und jeden missionieren wollen.

Und dann: Stärken stärken und Schwächen schwächen!
Ich hätte Dir geraten, Deine Trockenheit mit all den daraus verbundenen Umstellungen genau im Auge zu behalten und daran zu arbeiten. Gefühle, negative wie positive, nüchtern und klar auszuhalten. Aber ich hätte Dir auch geraten, nicht alle Deine Energie und Dein Streben auf Deine Krankheit zu richten, sondern auf Deine positiven Eigenschaften. Denn Maria ist in erster Linie ein wertvoller Mensch. Und nicht in erster Linie Alkoholikerin. Du verstehst, was ich meine?

Und im Übrigen: Mit einem guten Therapeuten (die meisten werden das kennen: Sitzungen über 50 Minuten, kann auch wirklich einige Zeit beanspruchen, also einige Sitzungen, beanspruchen), durch den Austausch mit Betroffenen, durch Reden, durch Zuhören, durch Fühlen, durch Sensibillität (und die Eigenschaft haben die meisten Suchtkranken oft sogar zu stark) wirst Du merken, in welche Richtung es sich bewegt. Wichtig nur: Saufen bringt nichts.

So, das ist mir jetzt so auf die Schnelle eingefallen.

Liebe Grüße,
EinNeuer

Karsten
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Beitrag von Karsten » 01.07.2010, 12:25

Hallo,

da werde ich mich dann lieber rausziehen, denn ich gehe einen anderen Weg und mich über riskante Wege zu unterhalten, kan ich auch in die Kneipe gehen.

Wurde dir ja sogar von der Therapie vorgeschlagen.

Viel Erfolg und vielleicht wirst du ja mal lange trocken sein, was ich dir natürlich wünsche.

Gruß
Karsten

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