Startseite - PortalHilfsangebote der SuchthilfeSelbsthilfeforumInformationen zur Suchthilfe

Grillen macht auch ohne Alkohol Spaß!

Liste von alkoholhaltigen Lebensmitteln und alle Themen um Lebensmittel, kochen, backen und alkoholfreien Getränken
Antworten
Maria
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 6619
Registriert: 21.10.2007, 01:57

Beitrag von Maria » 03.07.2010, 10:35

EinNeuer hat geschrieben:Maria: Rückfall: Ich bin nach der Zeit meiner stationären Therapie sehr viel ausgegangen. War solo. Habe mich nach langen Beziehungen "ausgetobt." Und nie kam mir in den Sinn, Alk zu trinken. Im Gegenteil: Ich fand es ausgesprochen amüsant, einer der wenigen komplett nüchternen zu sein, der um 3 Uhr morgens einen Club betritt, klar sieht und die besten Frauen kriegt. (Entschuldige bitte den Chauvinismus, bin auch reifer geworden Cool
Tja, der Rückfall war ein Zusammenspiel aus (heutiger Sicht) wirklich nicht besonders schlimmen Faktoren: Eine neue Frau kennengelernt, sie lebte 800 km weiter weg. Der erste Besuch bei ihr stand an. Nachtzugfahrt, dann Taxi, dann irgendwie schlecht gelaunt (ich mag weder lange Zugfahrten noch mag ich die Stadt, in der sie lebt), Zahnschmerzen und dann war da diese Wohnung. Die Frau musste am Vormittag noch arbeiten, hatte mir den Schlüssel gelegt. Sie wusste nichts von meiner Krankheit. Ich war zu feige, es einzugestehen. Ein Fehler, den ich heute nicht mehr machen würde. Ich komme rein, ganz alleine, übernächtigt, schlecht gelaunt, nervös, eben Zahnweh und dann stehen da einige Alkoholika rum. So eine Art Hausbar. Tja, geduscht, umgezogen und dann einen ordentlichen Schluck Wodka getrunken. Das hat gereicht, um – zumindest als ich wieder zu Hause war – wieder ab und zu zu trinken.
Hallo EinNeuer,

danke für deine Erklärungen.

Ich würde für mich damit einen Zusammenhang sehen:
Das Suchtgedächnis greift oft nicht sofort zu, sondern oft dann, wenn man sehr sicher fühlt und dann sind solche Erinnerungen, wie biertrinkende "Freunde" sehr schnell im Kopf.
Oder das Suchtgedächtnis greift dann zu, wenn wir es am wenigsten erwarten - nicht stabil sind. Ein Zusammenspiel von mehreren Faktoren sind... so wie du es beschreibst. Was mit einem Griff - ohne zu Denken - zum Glas greifen lässt.

Meine Auffassung ist die, wenn ich mich nicht komplett löse vom Alkohol - werde ich ihm immer eine Angriffsfläche bieten.

Er wird jede noch so kleine Lücke bei mir aufspüren und zum Anlaß nehmen wieder einzudringen. Das kann über Jahre gut gehn´. Muss aber nicht.

Für mich steht Risikominimierung an erster Stelle und einen größtmöglichen Abstand zum Alkohol herzustellen. Alles andere wäre für mich ein Spiel mit dem Feuer.

Grüße
Maria

EinNeuer
neuer Teilnehmer
Beiträge: 40
Registriert: 16.02.2008, 19:35

Angriffsfläche

Beitrag von EinNeuer » 03.07.2010, 11:15

Hallo Maria,

Danke für Deine Antwort.
Eines ist klar: Wenn es hilft, ist es gut.

Eines würde mich schon noch interessieren: Karsten oder Hartmut (ich weiss jetzt nicht mehr, welcher) hat geschrieben, dass es nicht einfach ist, sich ein alkoholfreies Umfeld aufzubauen. Aber es geht.
Mich interessiert jetzt: Wie? Indem man zb eine reale SHG besucht, und dort neue Freunde kennenlernt, mit denen man eine Beziehung, die über die SHG rausgeht, ausbaut?

Hier mal ein paar Stichworte zu meinem Leben: (ist jetzt nicht immer genau so, aber so in der Art stimmt es.)
Ich bin selbständig. Montag morgen einen Termin mit einem Partner für einen Kunden. Dann ins Büro (zuhause), arbeiten am Computer, telefonieren, dann am Abend eine Veranstaltung – nennen wir es eine Präsentation, eine Vernissage. Ich muss hin, weil ich federführend für das Projekt war. (Also ich muss wirklich hin – vielleicht muss ich ja noch was sagen in einer Ansprache). Die Leute trinken teilweise Sekt und Wein. Am Dienstag normales Arbeiten ohne Termin. Am Mittwoch vormittag Termin bei einem Kunden, danach noch Mittagessen. Er trinkt ein Glas Wein. Am Nachmittag noch ein Treffen mit einem befreundeten Grafiker in einem Cafe. Wir treffen uns in der Mitte der Wege auf neutralem Boden). Abstimmungsmeeting. Am Nebentisch trinkt einer Bier. Am Donnerstag nachmittag mit einer Auftraggeberwerbeagentur zu einem Termin zu einem großen Hotelier. Es wird Weisswein getrunken. Ich trinke Kaffee und Wasser. Freitag terminfrei. Am Freitag abend feiert ein langjähriger Freund seinen 40er. Er ist Psychologe und arbeitet in der Suchtberatung. Es sind ca. 40 Menschen da. Ich kenne nicht alle persönlich. Die Jungs trinken Limo, Kaffee und Bier. Am Samstag vormittag ins Schwimmbad. Am Nebentisch sitzt einer schon um die Zeit an einem gespritzten Weisswein. Ok, vielleicht nicht ins Schwimmbad sondern an den Baggersee, aber da trinkt einer auf der Wiese Dosenbier. Am Sonntag Grillen bei den Schwiegereltern. Der Schwiegervater trinkt zum Essen ein Bier. Dann am Montag ...

Ok? Soll ich meinen Job über Bord werfen, meine Selbständigkeit aufgeben, Privatkonkurs anmelden (Das wäre wirklich so! Der Wochenablauf ist jetzt sehr dicht dargestellt. Aber innerhalb von zwei, drei Wochen kann sich das schon so abspielen), arbeitslos auf eine Sozialwohnung warten, meine Freunde nicht mehr sehen, aufs Existenzminium gepfändet, (habe nämlich noch Schulden und solange der Umsatz halbwegs passt, spielen die Banken mit) ...

SUPER! DANN BIN ICH SICHER VOR RÜCKFÄLLEN GESICHERT! DANN GEHT ES MIR SICHER SEHR GUT!

Auch wenn das jetzt drastisch formuliert ist, aber es macht vielleicht die Situation klarer. Und wenn jemand jetzt entgegnet: Wenn Du wieder trinkst, wirst Du sowieso die Kunden verlieren und dann ist alles noch schlimmer. Stimmt. Aber wie schon gesagt: Mich animiert niemand zum trinken. Mein Suchtgedächtnis springt manchmal an. Aber nicht, wenn ich mich in solchen Situationen (auch nicht danach) befinde. Das hat andere Gründe. Und da bin ich sehr vorsichtig!

Nichts für ungut,
Liebe Grüße und ein superschönes, sonniges und trockenes WE,
EinNeuer

Karsten
Administrator
Administrator
Beiträge: 32000
Registriert: 04.11.2004, 23:21
Geschlecht: Männlich

Beitrag von Karsten » 03.07.2010, 11:27

Hallo,

sicherlich kann man alles todargumentieren, aber ich stelle meine Nüchternheit an erster Stelle.

Klar, kann es passieren, dass du deine Kunden auch verlierst, wenn du wieder trinkst.

Hier stellt sich aber eben auch wieder die Frage nach dem persönlichen Tiefpunkt.
Wenn ich trinke, stehe ich wieder da, wo ich war, obdachlos unter der Brücke, weil ich dann nichts mehr auf die Reihe bekomme.

Daher stellt sich mir die Frage nicht, welche Kompromisse ich eingehe, weil ich vielleicht etwas von meinem schönen Leben aufgeben muss.

Ich habe mich damals über ein Jahr "abgegeben" und dann von Null mit Wohnung, Arbeit, Schuldenabbau und so weiter angefangen.

Stelle dir selbst die Frage, ob du noch eine Zeit mit Kompromissen weiterleben möchtest und ständig das Risiko des Rückfalls vor Augen haben möchtest, bis es dann vielleicht irgendwann vorbei ist oder ob du kompromisslos ein Leben ohne Alkohol führen möchtest.

Für alle deine obigen Argumente dieser Treffen, gibt es eine ösung.
Seih ehrlich und offen allen Menschen gegenüber.

Beantworte dir die Frage, was passiert mit mir, wenn ich wieder trinke?
Ist es mir wert, dieses Risiko zu tragen, weil ich mich jetzt vielleicht beruflich, wohnungsmäßig, umfeldmäßig nicht verändern will oder kann?

Gruß
Karsten

EinNeuer
neuer Teilnehmer
Beiträge: 40
Registriert: 16.02.2008, 19:35

Karsten

Beitrag von EinNeuer » 03.07.2010, 12:31

Hallo Karsten,

Danke für Deine Antwort.
Hm, Du bringst mich schon zum nachdenken. Nicht nur Du, auch Maria, Hoppegarten, Matthias und die anderen. Obwohl Matthias das ähnlich sieht wie ich.

Eines muss ich auch sagen: Ich hatte so einen Tiefpunkt nicht. Also für mich hat es gereicht. Schon klar. Ich hatte nie Probleme mit dem Gesetz (auch keine Führerscheinprobleme), hatte immer einen vollen Kühlschrank, Menschen, die sich gekümmert haben (mehr noch, Menschen, die sogar vom Fach waren – Psychologen, Arzt – sind in meinem Freundeskreis), war nie in einer Ausnüchterungszelle, geschweige denn obdachlos. Habe keine gesundheitlichen Probleme (also keine großen), will aber die nächste Zeit eh mal einen Check machen – Leberwerte und so. Bin jetzt gut zwei Monate trocken und hoffe, dass ich keine bleibenden Schäden davongetragen habe. Aber die Ärzte meinten, dass sich durch mein Trinkverhalten (eher Rausch- und Quartalssäufer, anstatt Spiegeltrinker), meine nicht sooo lange andauernde Sucht, hier nichts Gröberes rausstellen wird. Also hatte immer Regenierungsphasen ...

Sicher, momentan läuft es geschäftlich nicht besonders. Bin froh um jeden Job und käme ohne die Hilfe meiner Partnerin auch nicht über die Runden.
Lebe sehr sparsam im Moment. Die größten Ausgaben sind echt mal ein Mittagsmenue oder ein Kaffee mit einem Kunden. Und das muss ich halt ab und zu mal. Ansonsten Finanzamt und sonstige Steuern – das Leiden der Selbständigen IchAGs halt.

Ach ja, Tiefpunkt: Hier mal ein großes Kompliment an Dich (habe ich Dich jetzt schon richtig verstanden? Du warst obdachlos?) und alle, die sich aus so einer Situation wieder hochgerappelt haben! Das ist wirklich bewundernswert. Ich wüsste nicht, ob ich die Kraft hätte.

Klar, es gibt für alles eine andere Lösung. Vielleicht nicht grad für alles, aber für die meisten Sachen. Vieles mache ich schon anders als früher. Wenn zb eine geschäftliche Veranstaltung mit einer Weindegustation verknüpft ist (das ist jetzt im Tourismus- und in der Hotelbranche nicht so selten), gehe ich nicht hin. Dann denke ich mir: Was soll ich da? Bringt mir nichts und ich habe Besseres zu tun, als mir von anderen die Vorzüge dieses oder jenes Jahrganges erklären zu lassen. Man glaubt ja nicht, wie man, auch wenn man offen mit der Krankheit umgeht, immer wieder vor komischen Situationen steht.
Da stellt der befreundete Geschäftspartner (obwohl er über die Krankheit Bescheid weiss!) Rumkugeln auf den Tisch. Nicht aus Trotz oder Gemeinheit, einfach, weil viele nicht daran denken. Da muss man die eigene Schwiegermutter daran erinnnern, bitte doch keinen Eierlikör über das Eis zu kippen, etc. Was für uns mit unserer Krankheit normal ist, wird von anderen einfach übersehen oder nicht so ernst genommen. Schon komisch, manchmal.

Ein Tipp, wie ich es manchmal für mich sehe (vielleicht hilft das jemandem anders auch): Ich denke mir oft: ich bin eben allergisch. Allergisch. Punkt. Wie wenn jemand auf Nüsse allergisch reagiert, und seine Reaktion tödlich enden kann, bin ich es auf alle Arten von Alkohol. Das hilft mir oft.

Rückfallgefahr/Suchtgedächtnis: Für mich gefährlich sind zb bestimmte Musik, Bücher, Filme. Ich bin ein sehr sensibler und manchmal auch Vorbild-suchender Mensch. Trotz meines Alters ertappe ich mich manchmal dabei, wie ich mich an manchen fiktiven Helden klammere. Das war für mich komischerweise immer schon so. Auch in meiner Jugend. Ich fand Charles Bukowski, William Faulkner, Tom Waits, Jonny Cash, Miles Davis oder Serge Gainsbourgh immer besser als irgendeinen "gesunden" Sportler. Der Mythos Alkohol und Drogen hat mich immer fasziniert. Und da weiss ich noch heute: Da halte ich mich fern von! Ich mag mich damit nicht mehr auseinandersetzen. Diese Literatur und diese Musik hat mich immer wieder zum Trinken gebracht. Und eben irgendwann nicht mehr "nur" Bier, sondern Whiskey.
Das animiert mich stärker als wenn ich neben jemanden Normalem sitze, der was trinkt. Etwas pubertär, ich weiss. Aber das sind zb für mich absolute Trinkfallen. Also die Romantisierung des Alkohols. Alkohol, den u.a. schon Jack London und Hans Fallada mit ihren Büchern "König Alkohol" und "Der Trinker" behandelt haben. Einem befreundeten Singer/Songwriter erkläre ich immer, dass es sich mit dem romantischen Mythos des einsamen Trinkerheldens um eine reine Lüge handelt. Denn morgens trockenkotzend über der Schüssel zu hängen, ist nicht S**.

So, jetzt schweife ich ab,
Liebe Grüße,
EinNeuer

Karsten
Administrator
Administrator
Beiträge: 32000
Registriert: 04.11.2004, 23:21
Geschlecht: Männlich

Beitrag von Karsten » 03.07.2010, 12:48

Hallo EinNeuer,

sicherlich hatte ich es leichter, weil ich eben nichts aufgeben brauchte, denn außer Schulden hatte ich ja nichts.
Wenn man wie ich auf der Strasse gelebt hat, fragt man nicht, wohin die Hilfe führt, sondern schaut, wie jemand lebt, der einen die Hilfe anbietet.

Wenn du aus deiner Sicht deinen persönlichen Tiefpunkt noch nicht erreicht ist, ist es umso wichtiger, auf die Erfahrungen von Langzeittrockenen zu hören, denn sonst geht es immer weiter bergab, weil man ja selbst gar nicht wissen kann, was alles gefährlich sein kann.
Obwohl das natürlich auf jeden zutrifft, denn wenn man selbst wußte, was gut für einen ist, würde man ja nüchtern leben und brauch niemanden fragen, wie man dauerhaft nüchtern bleiben kann.

Gruß
Karsten

Maria
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 6619
Registriert: 21.10.2007, 01:57

Beitrag von Maria » 03.07.2010, 13:15

Ein Tipp, wie ich es manchmal für mich sehe (vielleicht hilft das jemandem anders auch): Ich denke mir oft: ich bin eben allergisch. Allergisch. Punkt. Wie wenn jemand auf Nüsse allergisch reagiert, und seine Reaktion tödlich enden kann, bin ich es auf alle Arten von Alkohol. Das hilft mir oft.
Hallo EinNeuer,

ich bin gegen Nickel allergisch. Habe mal irgendwann von irgendwem gehört, es helfe, bei einer Uhr als Schutz damit die Haut nicht mit dem nickelhaltigen Verschluß in Kontak kommt, Nagellack drüber zu pinseln.

Stolz erzählte ich meiner Hautärztin davon, die mir als Reaktion ihrerseits kräftig den Kopf gewaschen hat. Sie sagte mir... wenn ich schon wüßte, dass ich dagegen allergisch reagiere, ich es denn trotzdem darauf anlegen würde. Mein vermeintlicher Schutz würde dazu führen, auf immer kleinere Inhalte reagieren zu können. Im Schlimmstenfall könne es sogar dazu führen auf minimalste Mengen, die z. B. in Dosen oder als Milchverpackungen dienen, zu reagieren.

Ich lese häufiger im Forum, dass es blauäugig ist, sich dem Alkohol ganz und gar entziehen zu können. Das sehe ich auch so. Denn dafür hat er in unserer Gesellschaft einen zu hohen Stellenwert.

Aber ich muss ihm nicht hinterherlaufen. In meinem eigenen Handlungsspielraum liegt, wie wieviel Zugang ich ihm noch erlaube.

Maria

Penta
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 2443
Registriert: 19.06.2010, 19:51

Beitrag von Penta » 03.07.2010, 13:26

Hallo,
Ein Tipp, wie ich es manchmal für mich sehe (vielleicht hilft das jemandem anders auch): Ich denke mir oft: ich bin eben allergisch. Allergisch. Punkt. Wie wenn jemand auf Nüsse allergisch reagiert, und seine Reaktion tödlich enden kann, bin ich es auf alle Arten von Alkohol. Das hilft mir oft.
Ich hab das vor ner Weile hier schon mal gelesen. Diese Aussage finde ich schon im Ansatz sehr unglücklich gewählt.
Eine Allergie zum Beispiel gegen Haselnüsse ist ja wohl was ganz anderes als die Alkoholsucht.
Ich bin doch als Allergiker nicht süchtig nach den Nüssen.
Es reicht eben nicht, nur nicht zu trinken. Bei der Allergie reicht es, die Haselnüsse einfach weg zu lassen.
Für mich ist dieser Vergleich weder hilfreich noch sinnvoll.

LG penta

EinNeuer
neuer Teilnehmer
Beiträge: 40
Registriert: 16.02.2008, 19:35

Beitrag von EinNeuer » 03.07.2010, 15:14

Hallo zusammen,
Karsten hat geschrieben:Hallo EinNeuer,

sicherlich hatte ich es leichter, weil ich eben nichts aufgeben brauchte, denn außer Schulden hatte ich ja nichts.
Wenn man wie ich auf der Strasse gelebt hat, fragt man nicht, wohin die Hilfe führt, sondern schaut, wie jemand lebt, der einen die Hilfe anbietet.
Ich wollte nicht sagen, dass Du es leichter gehabt hast. Im Gegenteil! Ich finde es unglaublich, wenn man den Mut und die Kraft aufbringt, aus so einer Situation wieder rauszukommen. Klar, dass man dann nach allem greift und keine "Kompromisse" mehr eingeht. Ich kann das gut verstehen.
Maria hat geschrieben:Ich lese häufiger im Forum, dass es blauäugig ist, sich dem Alkohol ganz und gar entziehen zu können. Das sehe ich auch so. Denn dafür hat er in unserer Gesellschaft einen zu hohen Stellenwert.

Aber ich muss ihm nicht hinterherlaufen. In meinem eigenen Handlungsspielraum liegt, wie wieviel Zugang ich ihm noch erlaube.
Eben. Ich laufe ihm ja nicht hinterher. Bin ich ihm auch nie. Habe in meiner nassen Zeit ja sowieso Saufgelage wie Zeltfeste gemieden. Habe ja "nur" zuhause gesoffen. Das mache ich natürlich heute auch noch so. Also nicht das Saufen, sondern das Meiden von solchen Veranstaltungen. Gehe auch nicht mehr in Clubs und Discos. Bin auch älter geworden. 8)
Aber ich kann dem Alkohol eben nicht ganz aus dem Weg gehen. Werbeplakate, Inserate, TV, Supermarkt, Geschäftsessen, Straßencafé, Familienfeier, Tankstelle, ... eigentlich schon wahnsinnig. Wir leben echt in einer Alkohol-Gesellschaft! Klar, man kann jetzt sagen: Familienfeier, Straßencafé – das könnte man weglassen. Könnte man, aber ich ... das haben wir eh schon ausführlich besprochen.
penta hat geschrieben:Eine Allergie zum Beispiel gegen Haselnüsse ist ja wohl was ganz anderes als die Alkoholsucht.
Ich bin doch als Allergiker nicht süchtig nach den Nüssen.
Es reicht eben nicht, nur nicht zu trinken. Bei der Allergie reicht es, die Haselnüsse einfach weg zu lassen.
Für mich ist dieser Vergleich weder hilfreich noch sinnvoll.
Ja, klar. Das war als Mittel im Moment gedacht. Also wenn mal Suchtdruck auftaucht. Gut fande ich auch das Beispiel, mit dem Alkohol in den Dialog zu treten. Pathetisch: Engelchen/Teufelchen. Ich mache schon mehr, als nur nichts zu trinken. Hinterfrage, versuche aufmerksam und wachsam zu leben, Situationen, die für mich kritisch sind, aus dem Weg zu gehen, Psychotherapie ...

Liebe Grüße,
EinNeuer

Antworten