Pancho

Wie ist das Leben nach dem Alkohol ohne Alkohol? Erfahrungsberichte und Lebensgeschichten von schon länger trockenen Alkoholikern im Alkoholforum
Linde66
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Beitrag von Linde66 » 08.04.2018, 14:50

Es klingt paradox, aber je mehr ich mich mit Naturwissenschaften beschäftige, um so schwieriger fällt es mir, meinen Atheismus aufrecht zu erhalten
Oh, damit wandelst du in GANZ großen Fußspuren, Pancho. :)

Tiefe Gedanken denkst du da gerade...

Lieber Sonntagsgruß, Linde

Pancho
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Beitrag von Pancho » 24.04.2018, 07:07

Hallo Linde,
Linde66 hat geschrieben: Oh, damit wandelst du in GANZ großen Fußspuren, Pancho. :)
wessen Fußspuren meinst du denn?


Bin erschöpft, aber auch glücklich über das, was wir in den letzten drei Wochen im Garten erreicht haben.
Gemäht, Moos rausgeharkt, die komplette Erde gesiebt vom Beet, Lehmerde besorgt, Hügelbeete errichtet, ...
Es hat was für sich, so ganz von vorn anzufangen, das Gefühl, sich da etwas zu schaffen, ist einfach noch intensiver.

Ich bin jetzt sehr gespannt, ob etwas wächst.
Wir haben ja wenig Erfahrung, es wird ein "Learning by Doing"-Prozeß.
Und dann sind da noch die Rehe und Wildschweine, die uns einen Strich durch die Rechnung machen könnten.

Es war schön, dann am Mittwoch letzter Woche auch mal genießen zu können: Wir haben meinen Geburtstag gefeiert im Garten und gegrillt, meine Töchter sind extra aus Berlin gekommen, mein Vater kam auch vorbei.

Kurz und knapp: Mir gehts gut und ich freue mich auf die zahlreichen Aufgaben und Herausforderungen, die da im Garten noch so auf mich warten.

Linde66
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Beitrag von Linde66 » 24.04.2018, 13:20

Hallo Pancho,

ich dachte sofort an Einstein. :)

Alles Gute nachträglich zum Geburtstag!

Lieber Gruß, Linde

viola
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Beitrag von viola » 24.04.2018, 20:49

Lieber Pancho,

herzlichen Glückwunsch nachträglich und Garten Grüße von hier nach da. Wünsche viel Freude in deiner ersten Gartensaison.
Hügelbeete habe ich früher auch mal angelegt, macht zunächst viel Arbeit, dann aber auch viel Spaß. Und die Ernte Erfolge waren immer gigantisch.

Ja, der Einstein fiel mir auch ein. Und ich habe mich daran erinnert, wie ich mir früher mal das Hirn verknotet habe, um die Verlinkung zwischen Quantenmechanik und Theologie hinzukriegen, das fand ich immer schon sehr spannend. Bin mit dem Denken auch noch nicht fertig.
Gab immer Menschen, die mir einreden wollten, dass NaturWissenschaft und Spiritualität nicht zusammen gehen, ich gehörte nie zu ihnen und ich habe ihnen nie geglaubt. Weil meine Erfahrung eine andere war.

LG Viola

Pancho
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Beitrag von Pancho » 01.05.2018, 09:59

Linde66 hat geschrieben:Hallo Pancho,

ich dachte sofort an Einstein. :)

Alles Gute nachträglich zum Geburtstag!

Lieber Gruß, Linde
Vielen Dank!
Ja, zumindest war ihm das alles nicht so geheuer.
Er mochte diesen Zufallsaspekt, der ja in der Quantenphysik eine große Rolle spielt, einfach nicht.
Ich kann das gut nachvollziehen.
Eben verläuft noch alles in geordneten Bahnen, auf Ursache folgt Wirkung und plötzlich werden da Sachen entdeckt, die man mit der klassischen Physik nicht mehr erklären kann.
Da wäre ich auch sauer. ;-)
viola hat geschrieben:herzlichen Glückwunsch nachträglich und Garten Grüße von hier nach da. Wünsche viel Freude in deiner ersten Gartensaison.
Hügelbeete habe ich früher auch mal angelegt, macht zunächst viel Arbeit, dann aber auch viel Spaß. Und die Ernte Erfolge waren immer gigantisch.
Vielen Dank auch dir!
Ich bin sehr gespannt, wir haben nur ein großes Problem gerade:
Es regnet nicht!
Die Tonne ist leer, es kam in 14 Tagen nur einmal ein bisschen was runter und die Aussichten für die nächsten zehn Tage: Viel Sonne und kein Regen.
Ich hab mir noch nie so sehr Regen gewünscht.
Ich war die Woche nicht da, aber meine Schwester hat literweise den Berg hochgeschleppt.
Aber auf Dauer reicht das natürlich nicht.


Letzte Woche war ich in Berg im Drautal in Kärnten.
Meine Mutter, die sich immer wieder gern neuen Herausforderungen stellt, hatte letztes Jahr auf eine Anzeige geantwortet, in der jemand gesucht wurde, der sich vor Ort um drei Ferienwohnungen kümmert.
(Die Besitzerin wohnt in München, will das Objekt nicht aufgeben, auch weil sie als Kind dort groß wurde, kann aber schlecht permanent hin- und herfahren.
Nun wird meine Mutter die nächsten drei Jahre dort wohnen.
Ich bin mitgefahren, um beim Umzug zu helfen und sie die ersten Tage ein bisschen zu unterstützen.

Ich bin immer noch komplett überwältigt.
Sie hat alles richtig gemacht.
Es ist ein paradiesisches Fleckchen Erde.
Am Sonnabend habe ich eine Bergwanderung gemacht, musste oben in kurzen Hosen und bei strahlendem Sonnenschein über Schneehügel klettern und bei der Rast knapp unterhalb des Gipfels leistete mir eine Murmeltierfamilie Gesellschaft.
Während der ganzen etwa achstündigen Wanderung ist mir kein einziger Mensch begegnet. :-)

Katrienchen
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Beitrag von Katrienchen » 02.05.2018, 09:25

Ja es gibt heilende Orte :) In Österreich und Norwegen findet man sehr viele davon... aber auch dein Garten ist so ein Ort, da bin ich mir sicher.

Übrigens bin ich auch der Meinung, dass Theologie und Naturwissenschaften irgendwie nicht ohne einander auskommen, bzw einander bedingen.

Herzlichen Glückwunsch zu deinem bisherigen Weg :)

Pancho
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Re:

Beitrag von Pancho » 11.06.2018, 07:43

Guten Morgen!
Katrienchen hat geschrieben:
02.05.2018, 09:25
Ja es gibt heilende Orte :) In Österreich und Norwegen findet man sehr viele davon
Oh ja, Norwegen steht auf meiner Liste der Orte, die ich bereisen will, ganz oben!
Ist nur finanziell für mich nicht machbar.
Aber dafür:
... aber auch dein Garten ist so ein Ort, da bin ich mir sicher.
Jawohl!
Zum Garten schreib ich gleich noch was.

Es ist ja einiges passiert hier.
Zum Glück hat offenbar alles gut geklappt, danke an alle, die daran mitgewirkt haben!

Neulich hatte ich einen echten Alptraum in Sachen Alkohol.
Es ist nicht ungewöhnlich, dass ich im Traum trinke, aber in der Regel sind das trotzdem angenehme Träume.
Diesmal war es schrecklich.

Ich war irgendwo bei einer Feier mit Leuten und schon komplett betrunken und es gab plötzlich nichts mehr zu trinken.
Also wollte ich unbedingt weiterziehen, irgendwohin, wo es Alkohol gab.
Hab aber meine Schuhe und meine Jacke nicht gefunden und wusste auch nicht mehr richtig, wo ich mich überhaupt befand.
Dieses schreckliche Gefühl der kompletten Orientierungslosigkeit, wie ich es im Vollsuff auch im realen Leben hatte.
Und die Verzweiflung darüber, das man einfachste Dinge nicht mehr ausführen kann.
Ewig erfolglos versucht, eine Tür aufzukriegen, weil ich immer zur falschen Seite hin gedrückt habe.
Bin dann in Socken los und ohne Jacke, stand auf der Straße im strömenden Regen.
Dann bin ich aufgewacht.

Vielleicht war es eine Warnung, weil sich jetzt leider doch wieder bei diesem Wetter öfters Gedanken einschleichen a la wie schön es wäre, so eine laue Nacht draußen zu sitzen und die ganze Nacht lang zu trinken.
Das wäre das Schönste überhaupt, versuchen mir diese Gedanken einzuflüstern.
Nachdem ich ein halbes Jahr lang überhaupt keine alkoholischen Gedanken hatte, war ja die Hoffnung aufgekeimt, in Zukunft verschont zu bleiben von solchem Mist.

Ich kann zwar gut dagegen halten und bin weit davon entfernt, die Gedanken in Aktivitäten umzusetzen, aber leider muss ich zugeben, dass auch leichte Gefühle von Traurigkeit und Verlust damit einhergehen.
Und das kotzt mich ein bisschen an.

Weil ich ja weiß, wieviel ich gewonnen habe, seitdem ich trocken bin.
Weil ich das jeden Tag auch erlebe und es mir bewusst wird und ich es mir auch immer wieder bewusst mache.
Weil es mir ungefähr tausend Mal besser geht als vor drei Jahren.

Also, mein Verstand kommt zwar gegen diese verfälschten Gefühle an, aber es ist ziemlich nervig.
Klingt aber vielleicht auch schlimmer, als es ist.
Will heißen: Ja, es gibt diese Momente, sie nerven, aber zum Glück ist es nichts, das mich quält und mir den Tag vergällt.

Außerdem hab ich gar keine Zeit, mich diesen Gedanken hinzugeben. :-)
Das Wasser- oder besser Kein-Wasser-Problem im Garten ist nach wie vor eine Herausforderung.
Es regnet hier einfach nicht bzw. viel, viel zu wenig!
Falls hier jemand den Regentanz oder etwas in der Art beherrscht: Bitte für Jena tanzen! ;-)
Wir tun, was wir können und immerhin, es wächst so einiges!
Gestern habe ich die ersten Radieschen geerntet. :-)

Die Kirschen (von denen sowieso nicht viele am Baum hingen) wurden leider komplett von den Vögeln verzehrt.
Dafür trägt der Apfelbaum für seine recht geringe Größe ordentlich Früchte, ich bin gespannt, wie es dann zur Ernte aussieht und vor allem, wie sie schmecken werden.

Vor drei Wochen habe ich mit einem Kurs im Bogenschießen begonnen.
Es macht viel Spaß und ich werde mich dann zum Ende des Kurses im Verein anmelden und dabeibleiben.

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