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Alkohol und Depression

Wie ist das Leben nach dem Alkohol ohne Alkohol? Erfahrungsberichte und Lebensgeschichten von schon länger trockenen Alkoholikern im Alkoholforum.
Ein neues Thema bitte erst ab ein Jahr Trockenheit eröffnen.

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kossi
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Alkohol und Depression

Beitrag von kossi » 12.05.2019, 19:15

Hallo, erst kam die Depression dann der Alkohol, aber der Alkohol hat mir mein Leben gerettet. Lange Habe ich funktioniert, gut das ich mehrere
A... bekam und so bevor noch etwas schlimmes passiert ist. Seit ich trocken bin lerne ich mich kennen, vor allem muss ich lernen mich zu mögen. Den freund Alkohol habe ich aus meinen Leben verbannt. In den letzten 12 Jahren ist nicht immer alles gut verlaufen, musste oft in die Psychiatrie. Aber alles ist besser als wieder zu trinken. Keine Angst vor der Polizei wenn ich hinter dem Steuer sitze. Muss meine Frau und die Söhne nicht mehr belügen, die Menschen im Dorf und alle die mich kennen nehmen mich wieder Ernst. Kann mit anderen auf Augenhöhen reden reden und muss nicht meinen Kopf wegdrehen, um meine Fahne zu verbergen. Lieber gehe ich stationär in die Psychiatrie als das ich mich mit dem Alk. selbst behandle. Was mir auch sehr wichtig ist, habe meine richtigen Freunde kennengelernt mit denen ich gute Gespräche führen kann und nicht den Scheiß mit meinen Saufkumpanen.
Lange habe ich nicht gewusst was für mich eine zufriedene Abstinenz ist, jetzt weiß ich es, ich kann klar denken und erlebe meine Umwelt ganz bewusst ob Negativ oder Positiv.

Liebe Grüße,
kossi

ideja
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Re: Alkohol und Depression

Beitrag von ideja » 13.05.2019, 10:52

Hallo kossi,

Willkommen hier im Forum!

Das größte Problem ist dass sich "starke" Männer nie als Depressiv sehen wollen. Depression ist eine schwäche (in deren Augen) die für Frauen gut sein kann, wenn sie faul sein will.

Wie, und ist es möglich, solche Menschen zur Einsicht zu bringen?

Ich bewundere deinen Mut dazu zu stehen und die 12 Jahre Trockenheit, sowieso :)

lG ideja

Linde66
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Re: Alkohol und Depression

Beitrag von Linde66 » 13.05.2019, 13:03

Depression ist eine schwäche (in deren Augen) die für Frauen gut sein kann, wenn sie faul sein will.
Hallo ideja,
das Thema interessiert mich, da ich selber seit Jahrzehnten depressionskrank bin.
Den Satz oben verstehe ich nicht. Wie hast du ihn gemeint?
Liebe Grüße, Linde

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Re: Alkohol und Depression

Beitrag von ideja » 13.05.2019, 14:22

Hallo Linde,

Großzahl an Männern die ich kenne, haben solche Sätze/ Meinungen im Laufe der Jahre geäußert:
"Die Frau Ist faul weil sie ständig schläft, weil sie nicht den Haushalt im Griff hat, weil ihre Kinder schmutzig/hungrig seien..."
"Sie hält sich für was besseres und deshalb will sie nirgends rausgehen"
"Sie schaut so verwahrlost aus, dabei hat sie Das Geld..."

"Depression ist keine Krankheit"...

Wenn ich gut überlege, viele Frauen haben dasselbe vorgefertigte Meinung, ohne irgendetwas zu hinterfragen.

Liebe Grüße, ideja

Linde66
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Re: Alkohol und Depression

Beitrag von Linde66 » 13.05.2019, 14:35

O.k., jetzt habe ich kapiert, wie du es meinst. :D

kossi
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Re: Alkohol und Depression

Beitrag von kossi » 14.05.2019, 08:09

Für mich ist es klar lieber in die Klinik gehen, bevor ich mich mit Alkohol selbst behandle.
In der Beratungsgruppe in der Psychiatrie, sind immer mehr Männer die eine Depression zu haben zu geben.
Aber viele reden dass eigentliche Problem Sucht klein, ist ja die Depression schuld und machen sich eine Hintertür auf,
wenn die Deprie. zurück kommt weiß das ich wieder trinke. Ob Männer oder Frauen, ich sehe dieselben Menschen immer wieder in der Gruppe,
meistens wird dann gesagt ich bin in einer Krise, da ist es klar das ich deswegen einen Rückfall hatte.
Ich möchte niemanden verurteilen, aber es ist nicht gut einen Rückfall daran festzumachen.

Liebe Grüße, kossi

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Re: Alkohol und Depression

Beitrag von Morgenrot » 14.05.2019, 09:04

Hallo Kossi,

noch ein herzliches Willkommen bei uns.
Aber viele reden dass eigentliche Problem Sucht klein,
ich arbeite in diesem Bereich und kann dir nur zustimmen. Das sollte in meinen Augen auch nicht sein, denn ich kann ja nur mit klaren Kopf einer Depressionstherapie folgen.


lg Morgenrot

Karsten
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Re: Alkohol und Depression

Beitrag von Karsten » 23.05.2019, 20:35

Hallo Kossi,

dieses klein reden hat sicherlich etwas damit zu tun, nicht wirklich zu der eigenen Sucht stehen zu können.
Es bedeutet ja auch mehr, als nur eine kleine Entscheidung zu treffen.
Hat man sich die Sucht eingestanden, kann man auch keine Ausreden mehr erfinden, nichts dagegen zu tun.

Als ich mir sicher war, alkoholkrank zu sein, dauerte es noch lange, bis ich trocken wurde, aber kein Alkohol hat mehr geschmeckt oder hat mich irgendwie positiv gestimmt.
Ich wusste, ich mache was falsch, wenn ich trinke und daher war selbst das trinken eine Qual.

Gruß
Karsten

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