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Codierte Veränderungen

Wie ist das Leben nach dem Alkohol ohne Alkohol? Erfahrungsberichte und Lebensgeschichten von schon länger trockenen Alkoholikern im Alkoholforum.
Ein neues Thema bitte erst ab ein Jahr Trockenheit eröffnen.

Moderator: Moderatoren

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silberkralle
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Beitrag von silberkralle » 02.01.2012, 12:10

glück auf karl
kaltblut hat geschrieben: Highlights, nichts Besonderes, nur tiefe Augenblicke in mir.
erfolgreiches 2012

:D
matthias

kaltblut
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Beitrag von kaltblut » 16.08.2012, 14:42

Liebe Melanie, lieber Matthias, hallo Ihr Lieben,

späte Sommergrüße zurück, ich bin in allem was langsam geworden, nur die Zeit, die vergeht viel zu schnell. Andere Menschen sehen, grüßen oder im Kopf haben ist eine schöne Sache, aber keine Notwendigkeit, um ihren Wert zu schätzen. Sie haben ein gutes Plätzchen und das reicht mir. Meine Mutter ist 36 1/2 Jahre älter als ich und wenn ich dieses stolze Alter auch erreichen sollte, werden die Wenigsten von uns Schreiberlingen und Leseratten, die wenigsten in meinem Umfeld, wahrscheinlich noch real da sein. Sie sind dann im Kopf, in Erinnerungen, also, so wie hier im Forum, nicht greifbar und wertvoll, naja, sofern mein Hirn dann noch mitspielt.

Muss Trennung immer sein, haben wir noch ein Chance, gibt es auch Positives, heißt es gelegentlich? Nö, zuerst kommt immer nur Lebensänderung und ändern ist immer so was. Aber dann, in dem Sinne mal wieder was Intimes und Persönliches:

Rückblick Kurzfassung: Frau abhängig, Forum gefunden, Coabhängigkeit erkannt, Änderungen, eigene Sauferei und Fehlprogrammierungen = Süchte erkannt, Änderungen, getrennt, ausgezogen, trocken, 1 Jahr rum, Frau in Therapie, trocken retour, neuer Versuch, nicht geklappt, 2 Jahre rum, seit ü2 ½ Jahren neue, schöne Beziehung.

Ü6 Jahre rum. Ich möchte keine der gemachten Erfahrungen missen, aber auch keine nochmals durchmachen. Vieles, was sich oben so im Zeitraffer liest ist weit weg, danke, dass ich das Forum und Hilfe fand.

29.12.2010 Essenz aus 4 ½ Jahren Forum: Heute, im Heute bleiben, nicht bewerten, lassen, grundlos ändern und ordnen.

So - weiter im Heute: meine tolle Singlewohnung ist getauscht gegen Familienleben, mit Haus, Garten und Glücksfee. Wir leben jetzt zusammen. Uns war etwas mulmig zusammen zu ziehen, schließlich haben wir beide unsere Paarpleiten hinter uns gebracht. Die Freizügigkeiten, die Eigenständigkeit des für sich leben können, das nicht mehr anpassen müssen, das nach Belieben zurückziehen können, hat ja auch was und wird schnell zur Normalität. Vom extremen Klammercolisten, zum „der Mensch ist nicht für Bindungen geschaffen“, ist es da nicht weit, zur Mitte schon. Anfangs schrieb ich hier an einen Freund „dann werde ich Extremist“. Extremen Misst gibt es in der Mitte nicht. Jetzt schauen wir mal, was wir noch so drauf haben. Paarleben heißt üben, probieren, fummeln, immer was tun, sich auseinandersetzen, fühlen, lernen, entwickeln, weit über die Naschkatzenzeit hinaus und nie mit den Kopf am Busen des anderen schnarchend einpennen. Dauernachtgaumensegelsteifmacher könnte vielleicht mehr Paare erfreuen, als die Pillchen für paar Minuten hin- und her.

Beziehung, d. h., dann wenn wir zusammen sind, sind wir zusammen, also beieinander und nicht irgendwo anders, nicht vor der Glotze, nicht am PC, nicht am Telefon oder im Job, einfach ungeklammert zusammen. Das ändert sich jetzt etwas, denn jetzt sind wir ja noch mehr zusammen. Da sind wir schon mal zusammen und gedanklich wo anders. Auch eine neue Situation die es zu meistern gilt.

Von den extremen Höhen in tiefe Wasser abzutauchen, zu gemächlichem an der Oberfläche paddeln und zu akzeptieren, dass weder das Tiefe, noch die Höhe an uns zerren kann, solange wir es nicht zulassen, ist eine wertvolle Erfahrung. Bodenständigkeit heißt ständig geerdet zu sein, wie langweilig. Hinhören und obacht geben kann ganz schön banal, einfach und gewöhnlich sein. Mir kommt das immer wieder so vor wie, Gas geben zu müssen, laufen zu müssen, Sport treiben zu müssen, fressen zu müssen, mich an was abgeben zu müssen. Dann trotze ich und werde zu einem faulen Sack. Da muss ich noch mal tiefer ran. Kerlistisches Sackkratzen bringt mich nicht weiter. Ein aktiver fauler Sack wäre dann ein agiler Sackhüpfer. Da bekommt Agility eine ganz neue Bedeutung. Vielleicht bin ich ja gar kein Kaltblut sondern ein Hund und musste einfach nur an die richtige Leine. Ich mache mir auch nichts vor, wenn ich an Querelen denke. Wenn einer mal pupst und ich denke es stinkt, da sind auch bei mir genug Urinstinkte die hoch kommen.

Mein Vorsatz ist es mit weniger schneller mehr zu erreichen. Nur, genau da liegt der Ausgang in die Beschränktheit, ins Nichtstun, in Faulheit, in Gier, in Angst, in Krankheit. Das sortiere ich noch, denn geistige Phrasen sind dann eher wie Sack zu und ab in den Müll, dazu Urinstinkte, was für eine Stänkermischung.

Einen Ursprung meiner Krankheiten sah ich in der tollen Wissenschaftssendung im 3.TV. Manche Kinder werden geboren und erhalten keine Aufmerksamkeit. Sie beginnen darum zu kämpfen bis sie ableben. Andere bekommen zu viel und verlangen ebenso danach, bis zum Schluss. „Mitte“ ist da so eine Sache. Meine Chancen da raus zu kommen sind ziemlich begrenzt. Erkennen und agieren, nur was? Was in und mit mir passiert mache ich überhaupt nicht, sondern mein Unterbewusstsein, ohne mich. Von den übrigen paar Prozent beschäftigt sich der größte Teil mit was anderem, nur meistens nicht mit mir. Ich muss mich mir ja nicht aufdrängen. Aufdringlich ist mein Bestimmerhirn schon genug. Es steuert alles, reißt sich egoistisch alles unter den Nagel, und gibt erst ab, wenn es ein lautes Bäuerchen gemacht hat. Da ist es egal, ob vorübergehend andere Funktionen und Organe abgestellt werden, erst in die Birne, dann der Rest. Der Sack ist so egoistisch, dass er sogar Teile seines eigenen Hirns abstellt. Vielleicht überträgt sich sowas ja auch.

Gelegentlich muss ich überprüfen, ob es offensichtliche Änderungen in meinem Neuleben gibt. Hier ist ja nun vieles aufgezeichnet und dann frage ich mich: halte ich mich an alles was ich aufgenommen habe? Wie soll das möglich sein, bei so einem raffinierten Hirn, das mich und sich selbst tagtäglich austrickst?

Jemand meinte mal hier: Wenn ich mich mit so viel beschäftige, dann habe ich ja keine Zeit mehr für was anderes, das sei doch kein Leben mehr. Klar, alles auf einmal geht nicht, deshalb geht es ja auch immer weiter und das dauert. Mit bestimmten Dingen kann ich heute nur noch wenig anfangen, früher war das genau umgekehrt. Trinken, Coanteile ausleben, rauchen, fressen, Zeit verplempern und Verplempermenschen, da ist viel drauf gegangen und ich fand das auch noch gut, so gut, dass es fast zum Tod machen war. Immer alles in der Waage zu halten ist als wäre ich ein Puppenspieler, da ist alles in Bewegung, so hat es die Natur vorgesehen, nur dass es noch nicht so richtig klappt. Ich stelle mir das schon mal wie so einen Augsburger Puppenhampelmann vor: lauter Fädchen die in Bewegung sind, Ernährung, Außen, Umfeld, Innen, Bedürfnisse, Umwelt, Mitte, Gesundheit, immer alles schön ausgeglichen halten- und das mit den paar Prozent Bewusstsein. Klar geht das und da ist ja noch der Rest, der alles immer wieder durcheinander bringt, bremst oder ausbremst.

Wenn ich mich als Ganzes betrachte, so von oben, dann sehe ich allerlei Verunstaltungen. Mein Job ist es bei mir zu sein, hinzusehen und zu ändern. Ich kann die Welt, das Außen nicht ändern, andere kann ich nicht ändern, die Vergangenheit kann ich nicht ändern, nur mich. Nichts geschieht auf Knopfdruck. Das Brot im Backofen braucht Zeit. Natürliches Essen braucht Zeit. Verdauung braucht Zeit. Entwicklung braucht Zeit. Ich brauche Zeit. Manchmal bin ich dann kein Hampelmann, sondern eher etwas zwischen diesem nächtlichen Laberkastenbrot und einer Schlaftablette.

Oft bin ich verhalten. Wenn ich mich nicht bewege, dann werde ich rund. Rund werden heißt bei mir schwerfällig sein. Das schlägt aufs Gemüt, das macht anfällig für noch mehr weniger bewegen, für mehr reagieren, fressen, glotzen, für Launen, Abhängigkeit, Maßlosigkeit, Krankheit, Gier, Faulheit, Ärzte, Fremdbestimmung, Stress, Kampf. Ein unglaublicher nicht endender Kreislauf, bei dem ich immer offener für das werde, was ich los werden will. Paar Sachen nicht beachtet und es passiert was. Die einfachsten, aneinandergereihten Vorläufer einer Passiert-was-Bombe kann ich oft sofort erkennen, meist wenn es zu spät ist, dann zerreißt es mich. Mangelerscheinungen im Körper, durch Ernährungsfehler, durch Bewegungsfehler, Fehlprogrammierung in der Psyche, durch falsche Gedanken, durch falschen Umgang, nicht gutes Umfeld, Stress, Hektik, private Änderungen, durch Fehlentscheidungen, durch unangenehme Konsequenzen, durch Unnatürlichkeiten, durch Abhängigkeiten, durch Ängste, durch Unehrlichkeiten, durch Reaktionen auf Reaktionen. Scheinbar urplötzlich kommt etwas hoch. Mit dem ersten Gedanken kann ich die Uhr danach stellen und dann hängt wieder was rum, was nicht dahin gehört.

Ich kann da jetzt suchen, untersuchen und von A- nach B laufen, warum und weshalb erlernen und dann kommt es doch ganz anders. Meine Energieversorgung ist so was. Da sagt einer halb zehn in Deutschland musste dir was rein ziehen, machen alle so, da biste wieder leistungsfähig. Woher wollen die denn wissen? Die sagen das einfach, kassieren jeden Tag ihren Obolus und Millionen machen, jeden Tag. Nun kann es aber sein, dass bei mir nicht mehr genug Insulin produziert wird oder genau diese vom Hirn unterdrückt wird, nicht genug Glukose, die Stoffe nicht hochwertig, nicht natürlich genug sind, nicht genug Sauerstoff bereitgestellt wird, nicht richtig verwertet wird, mein Hirn nach besonders großen Suchtpaketen verlangt oder von allem etwas. Vielleicht sind auch schon einige Zellbereiche versauert und gären vor sich hin, stehen kurz vor der unkontrollierten Teilung, statt Powerleistung zu erzeugen. Wenn ich in meinem Job so einen Stuss labere wie ich es draußen oft höre, dann heißt es: Abmahnung, zahlen. Andere dürfen das und bekommen schulterklopfend alles über den Tisch geschoben. In dem Wirrwarr soll ich den Überblick behalten? Das erscheint mir heute recht viel für meine paar Prozent Bewusstsein, zu kompliziert und da ist es schon mal leichter und angenehmer, andere für die eigenen Unzugänglich zu missbrauchen, sich abzulenken und nicht hinzusehen. So was passiert, bei mir, bei anderen, immer wieder.

Da nutzt es mir wenig, dass ich weiß woher, warum und weshalb. Weiß, dass mein Bewusstsein unbedeutend ist und in mir die Fäden gezogen werden, was ja dann Abhängigkeit von mir wäre- und mich bekomme ich ja nicht los. Manchmal ist es mir einfach zu doof, immer anders zu sein, natürlich zu sein und gegen all das anzuleben, was mir aus allen Rohren von klein auf vorgelebt, vorgemacht wurde und wird. Selbst einige meiner Vorturner oder die, zu denen ich aufblicke, die, die doch immer sagen und vorleben wie es sein müsste, sind die, die überhaupt nicht so sind, wie ich es mir erlebt und erdacht habe. Selbst in einer namhafter Gesundheitswissenschaftssendung, liefen im Abspann die Namen großer Junkfoot Lebensmittelkonzerne, ehrenhalber, verstehe. Einige wenige Weggefährten sind da ähnlich „anders“ gepolt und denen scheint es gut damit zu gehen. Ich freue mich dann riesig, wenn ich wieder einen entdecke.

Langsam verstehe ich was Ehrlichkeit bedeutet. Trotzdem bei mir bleiben. Das tut oft weh. Bewusstes Wegsehen tut irgendwann weh. Nur- vor mir wegsehen, vor mir auch? Das ist am Schwierigsten zu erkennen – und dabei in der Mitte, bei mir zu bleiben, ist noch ein weiter Weg. Um das Wörtchen Ehrlichkeit für mich so zu verstehen, ein Freund lies es mal denkend in mir, habe ich 1 ½ Jahre gebraucht, ganz schön lange.

Der Alkohol, die Coabhängigkeit, das ganze Drumherum der letzten 6 Jahre, das sind unbezahlbare Lehrstunden, um mich immer weiter auf Neues vorzubereiten. Was mache ich denn als Wrack, wenn die Gesundheit nicht mit spielt, ohne Geld, wenn alles verpulvert ist, ohne Zeit, wenn ich nur noch Löcher stopfe, alleine, ohne Familie und Partnerin, weil mich keiner mehr erträgt? Wenn die Lifepoints aufgebraucht sind, bleibt noch die Lotterie. Glücksspiel macht süchtig, heißt es im Abspann jeder Glücksspielwerbung. Da gefällt es mir besser, wenn ich mich immer wieder selbst als Hauptgewinn ziehe und bei mir im Jetzt bleibe.

Als ich hier auflief, da wurden Kräfte in mir aktiviert, die ich so noch nicht kannte. Über mich schreiben, von der Seele schreiben was ich dachte und fühlte, raus lassen, Feedback bekommen, Gleichgesinnte, Verständnis finden, das waren mächtige Antreiber. Zurück zu mir zu finden war da etwas anderes. Vorgelebte Entwicklungsstufen beachten und weiter zu denken als das, was vom Gefühl, ins Hirn, in die Finger, auf die Tastatur, in die Post gelangte, war wieder was anderes. Dazu trugen die Forumsregeln, Beschränkungen und Anregungen bei.

Rum hampeln, Rechtfertigungen, Argumente, Gründe suchen und finden ist recht einfach. Gladiatoren, Mitläufer und Säckchenkrauler gibt es genug. Klar, ich mache mich davon nicht frei. Darauf zu stoßen, zu beachten und abzustellen ist eine unendliche Aufgabe, wie anecken ohne Beulen zu bekommen. Wenn alles aus mir herausbricht, so wie aus einer auf den Kopf gestellten Flasche, ist es schwer jeden Tropfen mit bloßen Händen aufzufangen und in einen neuen, passenden Behälter abzulegen.

Hier im Forum gibt es Regeln, Geschriebene und Ungeschriebene. Gelesen habe ich schon viele, ob ich mich immer daran gehalten habe wage ich zu bezweifeln. Nicht über andere schreiben, bei mir bleiben, sachlich bleiben, nichts persönlich nehmen, den Kern sehen, sich nicht auf Spielplätze begeben, nicht plaudern, nicht zu viel schreiben, mehr von sich geben, offen sein, ehrlich sein, zu überlegen, spontan sein, Distanz wahren, die Meinung sagen, nicht provozieren, nichts Allgemeines ansprechen, nichts zerpflücken, keine Suchtverlagerung in das Forum, Abstand wahren, keine Partei ergreifen, nicht schleimen, nicht diskutieren, dem anderen seine gesunden und kranken Gedanken lassen, nichts Missverständliches schreiben, eindeutig, nicht mehrdeutig sein, die Anonymität wahren, mein Anspruchsverhalten überdenken, nicht denken was anderer denken können, darauf achten, was meine Gedanken bei anderen anstellen können, beim Thema Alkohol bleiben, keine Marken, keine Zitate, denn selbst das was andere nur im Mund hatten, kann schon geschützt sein oder einfach zur Seite gehen, wenn sich ein Pickel nähert. Das alles unter einen Hut zu bekommen, den Widerspruch des Widerspruchs und dabei am Ball zu bleiben, abzuwägen, was mir die Veröffentlichung von Gedanken überhaupt bringt, was ich damit offen und im Verborgenen befriedige, das ist wieder wie Flasche, nur größer, so wie das, was aus einem Wasserfass ausgelaufen ist wieder zurück zu bekommen, ohne Druck, ohne Belastung- das bleibt eine unendliches Aufgabe. Eine einfache Aufgabe. Einfach das Fass an die Gedankenrinne anschließen, irgendwann ist es von alleine voll. Das kann ruhig lange dauern, denn dazwischen gibt es ja noch Agility-Paar-Sackhüpfen.

Sagen können, verstehen, ausdrücken, antworten und es dann doch nicht tun. Mensch sein beinhaltet die Freiheit anders zu sein. Das scheinbar gerade heraus posaunte erscheint dann schon einmal gebogen und Gebogenes gerade. Einfach was Krummes stehen zu lassen ist schwer, es geht aber immer besser. Das eine vom anderen zu unterscheiden ist bei mir eine unendliche Aufgabe, wobei, oft muss ich gar nichts unterscheiden. Immer sagen was ich denke und fühle, wann und wo immer und mich dabei als wertvoll achten ist eine längerfristige Angelegenheit, denn wenn ich denke „geschafft“, hat „edit“ in mir schon wieder zugeschlagen. Wenn ich mich an alles halte, dann muss ich nur noch akzeptieren, dass die Gedanken und formulierten Worte anderer deren sind und mit mir nichts zu tun haben. Da bin ich wieder bei den Aktiven, die meinen Weg im Laufe der Zeit kreuzten.

Bei mir sein, das heißt Parameter beachten, agieren und nicht reagieren. Ich kann mir das schön reden, schön vorstellen und gehe wieder dahin, wo ich nicht mehr hin will, ohne was zu merken. Das passiert immer wieder mal, nur immer was anders.

Agieren = Tun, im Heute, ohne zu bewerten, loslassen, ordnen, grundlos ändern
Reagieren = es passiert etwas und ich mache was passieren soll, das was wer auch immer vor gibt.
Das eine von anderen unterscheiden… Das Leben kann ein schönes gemächliches hin- und her sein…

Natürlich funktioniert das nicht reibungslos. Z. B. über Grundlos haben wir uns mal hier gefegt. Was ist grundlos, wenn mein Bewusstsein unbedeutend an meinem Verhalten beteiligt ist und der Rest von einem egoistischen Urinstinkt in Grund und Boden manipuliert wird, zum willenlosen Reaktor degradiert wird? Im Entferntesten wäre das jetzt ein bewusstes Abbrennen agiler Reaktorsäcke. Glauben ja alle, dass so was geht, hatten wir neulich wieder…..

Ich bin ja hier im diesem Forum um mich gesund zu machen und das dauert, bei mir dauert das. Ich kann mich hier nicht laufend selbst befriedigen, da ist mir einiges abhanden gekommen. Nö, ich will das auch nicht zurück. Das hat mir lange gut getan, geholfen. Jetzt möchte ich mehr Abstand und fahre damit ganz gut. Mein krankes Hirn ist ja da, in mir, das gehört zu mir und das kann ich schlecht hier lassen. Solange ich noch etwas zu schreiben habe und da ist ja wieder einiges zusammen gekommen, kokelt ja noch einiges in mir rum. Was kokelt muss raus, abbrennen, erlöschen, betrifft mich ja. Da wo es weh tut, da muss ich hin, was nicht heißt, überall meinen Senf dazugeben zu müssen.

Draußen, in der TV-Konsumgesellschaft wird öffentlich dokumentiert und festgehalten, wie andere leben. Da wird nachgespielt, geändert, vorgespielt, wie andere gerne wären. Dann wird gezeigt, wie andere hätten sein sollen können. Das ziehen sich Gucker ununterbrochen, gelähmt und im Abseits rein, um das dann selbst darzustellen. Geguckte Realität. Das ist dann reagieren = es passiert etwas und ich mache was passieren soll, fremdbestimmtes Chaos mit der manifestierten vorgelebten Bestätigung: das ist so richtig. Konsumieren ist richtig, saufen ist richtig, rauchen ist richtig, fressen ist richtig, aufschneiden ist richtig. Da schüttelt es mich gewaltig durch. Alle haben etwas davon, nur ich nicht.

Von Zeit zu Zeit treffe ich auch Menschen, deren Teil der Krankheit es ist, mit Menschen zu spielen, das Ausleben kranker Anteile durch Manipulation und Missbrauch anderer, sich durch Kampf und Streit zu messen, zu positionieren, zu spüren, zu finden, sich auszudrücken wie einen fetten Pickel. Das ist gewöhnliche Urstinkerei. Dabei ist es keine Kunst, das eigene Ver-Halten nicht zu kennen oder bewusst zu übersehen, denn die Selbstlüge ist ja im Kern, im Unterbewusstsein gut aufgehoben versteckt, paar Prozent, was ist das schon, denn die fettesten Pickel sind innen drin.

Da wird es jetzt kompliziert: sich selbst unbewusst belügen, um zur eigenen Befriedigung aus der Konsequenz der Beschränktheit andere zu missbrauchen. Das ist so, wie an einem Fiskalpakt zu arbeiten, dabei zu erfahren, dass es tief innen drin um Fäkalschieberei geht, für die es noch kein passendes Klärwerk gibt. Mit diesem Bakterienherd ist der abgeklärteste Wischmob überfordert, und – da hat jeder sein Recht darauf.

Selbstklärung ist für mich, sich bewusst ansehen können, wenn eine Beule aufplatzt, ohne auf sich und andere zu zeigen, ohne sich zu vergraben. Besser es tropf einfach so heraus, als wenn etwas herausgeschnitten werden muss. Aufdringlich ist mein Hirn schon genug. Es steuert alles, reißt sich egoistisch alles unter den Nagel und gibt erst ab, wenn es sein Bäuerchen gemacht hat. Vielleicht überträgt sich sowas ja auch.

Also, wenn ich alles tue um mein Hirn zu befriedigen, es liebevoll streichle und hege, es mit bestem Bergsauerstoff versorge, mich viel Bewege, die Zuleitungen frei halte, meinen Körper mit unverseuchtem Quellwasser und besten BioÖko tiereiweißfreien Rohstoffen versorge, in gutem Umfeld lebe und meine Lebenseinstellung immer weiter korrigiere, dann bin ich ganz schön abhängig. Noch abhängiger als je zu vor. Wo mag das nur enden?

Alltag, das ist das Leben. Darin zu bestehen, das ist meine unendliche Aufgabe.

Und keine Sorge, so lange meine Finger nicht vergischtet sind, noch was durchs Hirn rauscht, so lange geht noch was.

Danke Karsten, danke Forum, LG und gute 24h Kaltblut

..und der Rest steht wie immer wo anders http://www.forum-alkoholiker.de/ftopic3884.html

Melinak
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Beitrag von Melinak » 17.08.2012, 10:20

hallo karl,

ich geh mal auf den teil ein, was das schreiben im forum für mich heute hat und was es mal war.
damals als ich ankahm war ich abhängige. von aussen. da wars mir wichtig das was andere schreiben um zu setztn um raus zu kommen. zeitweise sicher sehr wichtig mich mal an die hand nehmen zu lassen um einen schritt da raus zu schaffen. doch mit der zeit änderte sich das. jeh näher ich mir kahm um so weniger bedeutung hatte das von aussen an mich ran getragenen. sein wir mal ehrlich. manche bleiben ja stehen. ich dagagen wollte weiter gehen. nutzt es mir dann mich weiter mit diesen menschen aussernander zu setzten um weiter zu kommen? es drehten sich dadurch auch weider positionen. das ist dann, in solchen momenten immer eher schwierig, weil das umdenken da in der richtung nicht einfach ist. heut weiss ich, das diskussionen mich betreffende deshalb entstanden sind. ich hab mir ne pause eingerichtet. dennoch bin ich für mich weiter gegangen.

denn wenn ich eins nicht will ist, das ich mich dauerhaft von anderen führen lasse. ich wollt raus aus abhängigkeiten und mich selber sein. nun ist genau das passiert. inzwischen habe ich hier keinen austausch mehr. ich weiss nicht genau warum das so ist. fühlen sich die leute auf die füsse getappt oder liegt es daran das sie sehen das es sich geändert hat bei mir und sie können dieses nur schwer selber umsetzten für sich? keine ahnung.

im endeffekt war es mir von anfang an, als ich hier her kam so wichtig aus abhängigkeiten raus zu kommen das mir das heute, wo es so ist vollkommen egal sein muss was andere über mich denken. nur so komm ich da raus.

den anderen zuliebe weiter mich im kreis der gedanken um und über alkohol zu machen das will ich nicht mehr. mir gehts heute gut. ich brauch das alles nicht mehr tun, denn ich habe für mich gravierende änderungen meines lebens erwirkt und setzt das tag täglich um. mein ziel erreicht.abschied genommen, los gelassen. nur sporatisch guck ich rein ins forum. dankbarkeit habe ich in mir. für all das. aber ich sehe nicht ein, das diese dankbarkeit dazu füht, das ich dort bleibe wo ich raus wollte.;)

lieben gruß
melanie
PS. wir ändern uns und dennoch bleiben wir die selben.;) weil wir all das was wir heute leben in uns haben. wir können uns darüber bewusst werden und danach leben, oder auch nicht. es bleibt da jedem selbst überlassen.ich freu mich für dich das du dein leben inzwischen gefestigt hast. dennoch fang nicht da an zu zweifeln drüber. mein gefühl sagt, der karl ist grad am zweifeln. wenns nicht so ist, dann ists ja gut ;)

Gela10
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Beitrag von Gela10 » 17.08.2012, 11:28

Melinak hat geschrieben: inzwischen habe ich hier keinen austausch mehr. ich weiss nicht genau warum das so ist. fühlen sich die leute auf die füsse getappt oder liegt es daran das sie sehen das es sich geändert hat bei mir und sie können dieses nur schwer selber umsetzten für sich? keine ahnung.
Hallo Melanie,

möchte mich hier gar nicht einmischen, nur eine ganz kleine Anmerkung dazwischen bringen.

Die Möglichkeit zum Austausch hast Du dann, wenn Du von Dir selbst schreibst. Auf manche Dinge werden andere Leute eingehen, auf andere vielleicht nicht. Und vielleicht wirds auch generell mal Phasen geben, wo weniger reagiert wird. Aus welchen Gründen auch immer. Aber jedes Feedback, das kommt, ist doch ne Unterstützung, solange es Dich berührt. Ob jetzt positiv oder negativ, es zeigt Dir was. Was Du draus machst, bleibt Deine Entscheidung und deshalb hat das nichts mit Abhängigkeit zu tun. Niemand muss sich von etwas abhängig machen, wenn er Hilfe annimmt. Er trifft seine Entscheidungen dennoch selbst, so wie sie für ihn selbst richtig sind.
Wenn Du keinen Austausch mehr hast, dann nicht, weil die anderen das so wollten, sondern weil Du selbst dich dafür entschieden hast, dich zurückgezogen hast. Und wenn das für Dich stimmig ist, ists doch auch ok.
Ansonsten freu ich mich, mal wieder was von Dir zu lesen.

Gruß Gela

Melinak
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Beitrag von Melinak » 17.08.2012, 18:59

hallo gela,

karl tschuldige bitte aber darauf möcht ich kurz eingehen

ich beklage es nicht. ich stelle es fest. es ist nicht meckern sondern wahrnehmen. im grunde fehlt mir grad nichts. wenn es mir fehlt bin ich dann wieder mehr am schreiben ;)
freut mich das du dich freust von mir zu lesen :)
gruß
melanie

skybird
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Beitrag von skybird » 29.10.2012, 22:29

Mein Kaltblütiger :D - welch verwegene freche Anrede und das im Angesicht deiner holden Familienhausidylle - gewagt, gewagt.... :lol:

Ich hab dich damals schon gern gelesen und heute wieder einmal mehr festgestellt, ich tu es immer noch...sollte mir mal wieder mehr Kaltblütigen gönnen...

Manchmal treffen Worte wie Hammerschläge, wie Ohrfeigen, und manchmal sind sie einfach nur stimmig und zurück bleibt ein "so ist es" - "so einfach". Aus gegebenem Anlass hier wieder aufgeschlagen, um mitzuteilen, dass die letzte Loslösung von meinem damaligen Partner nun stattgefunden hat - er nahm den endgültigen Weg über die Regenbogenbrücke und ich hab nun endgültig losgelassen, los gelassen, gelassen und bin auch noch gelassen geblieben dabei.

Auch wenn du es vielleicht nicht so wahrnimmst, oder doch...deine damaligen Worte haben mir öfters diesen Schritt des Lassens erleichtert und immer wieder hast du mir ein Lächeln ins Gesicht gezaubert "so einfach" - DANKE Karl - spread my wings and fly bye-bye skybird

kaltblut
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Beitrag von kaltblut » 20.08.2013, 20:43

Hallo Ihr Lieben,

schon wieder was viel Zeit vergangen und danke fürs vorbeikommen. Gelegentlich frage ich mich wenn ich hier lese, Altes und Neues anschaue, was ist der Unterschied zu den ersten Gedanken und Monaten als ich hier ankam und heute? Gut, ich habe einiges geschrieben, Antworten erhalten, tolle Menschen getroffen und gelernt, Stufen, Schritte, Grundsteine, aber auch Alltägliches, was die Meisten in früher Kindheit schon mit auf den Weg bekommen haben und mir fehlte. Da ist so Lapidares, wie der Unterschied zwischen Intelligenz und Intellekt oder das mein Darm ein eigenes Hirn hat oder dass Mozzarella aus Büffelmilch und nicht von männlichen Bisons gezapft wird, manches war langfristig falsch einprogrammiert und einiges ist auch wieder vergessen.

Mir geht es körperlich und im Kopf ganz gut, es ist vieles in Butter, eine klasse Frau und eine super Familie sind an meiner Seite. Das ist ein großer Sprung, der ohne Freischreiben hier im Forum nicht gewesen wäre. Viel von dem, was früher normal war ist es nicht mehr oder hat eine neue Bedeutung bekommen. Mir fehlen heute Gedanken, die mich damals auf den Weg brachten, dafür habe ich heute anderes in mir. Enthusiasmus und wissbegierig alles Neue aufzusaugen wie ein Schwamm, Schmerzen zu fühlen wo ich sie nie hatte und tief in mir rumzufummeln, bis ich erschöpft am PC einschlief, von diesem Hormon- und Gefühlsspektakel bin ich heute weit entfernt. Es ist eine gewisse Ruhe eingekehrt und wenn sich Situationen ähnlich wiederholen, werden nicht mehr diese extremen Sprünge im Kopf ausgelöst. Um nicht zu trinken reicht es mir heute zu wissen, dass mir so was nicht mehr rein kommt, stinkenden Kadaversaft würde ich auch nicht trinken, der Körper sagt: nö, nix mehr. Nun gibt es Menschen, die haben das sofort erkannt und angenommen ohne zu hinterfragen, die sind herzlich zu beglückwünschen. Andere haben es nie begriffen.

Die Erkenntnis daraus lässt sich auf vieles duplizieren, dann sieht vieles eben plötzlich ganz anders aus. Manchmal fehlt mir dann auch das Verständnis für Reaktionen auf Argumentationen, für Palaver und Rumgeeiers, da stehe ich dann ziemlich alleine. Als ich hier ankam, wurde ich zum Anarchisten, dann zum Radikalen, das war damals gut für mich, aber genauso daneben, wie alles, was zu viel und was zu wenig ist. Ich habe das damals gebraucht. Was tut mir denn heute gut, denn eines ist doch klar: ich greife immer wieder in irgendwas, was mir so oder so nicht gut tut?


Immer wieder ist so nicht ganz richtig, damals war das mehr, viel mehr. Ich war mit meiner Exfrau noch kein Jahr zusammen, da knallte es erstmals und ich qualmte wieder. Es gab Auseinandersetzungen, Hörnerabstoßen, Drohungen, Manipulationen, Streit und Gefühlsverwirrungen. In der Zeit, die ich mit meiner jetzigen Partnerin liiert bin, da gab es schon mal unterschiedliche Ansichten, wir waren auch schon mal sauer, aber so ein Gefühlsgewurstel haben wir bisher noch nicht produziert. Ich ja auch klar, wir machen zwar vieles gemeinsam, aber da ist wenig was wir wirklich brauchen, wo sich so ein unerfülltes Kribbeln einstellen könnte, wenn wir es nicht bekommen, wo wir uns belügen, manipulieren und streiten würden. Kein Alk, keine Kippen, keine Streicheleinheiten, kein kein kein machte etwas mit mir, wenn ich es nicht bekam und brauchte, da ist derzeit kaum was. Gut, ich schlafe oft etwas laut und meine Frau weiß sich zu helfen. Nicht das einer glaubt, wir sitzen den ganzen Tag auf der Verandaschaukel und schlürfen unter dem Wolldeckchen unseren Kaffee, nö nö, wir sind schon noch etwas aktiv. Ein 2000er wird dieses Jahr noch dran glauben, unsere Firma hält uns auf trapp und die Motorräder rosten auch nicht, wir geben noch ganz schön Gummi, ach ja und bei unseren 5 Jungs, da ist immer was los.

Gefühle entstehen durch Reaktionen in den Zellen, durch Mängel und Unordnung. Die Situation bleibt gleich – mit gutem Gefühl, mit schlechtem Gefühl, nur welche Zelle will eigentlich, dass es ihr schlecht geht und was tue ich dafür, dass es ihr gut geht?

Angst ist so ein Gefühl, Angst vor Neuem, Ungewissem, Flashbacks oder bei Gefahr.
Handeln mit Unwissen beinhaltet immer Risiko, Fehler, Konsequenzen, Angst, Gefühle, Unsicherheit, Fehlleitungen.

Bei Unter- oder Überversorgung meiner Zellen entstehen große Reaktionen. Bei einem Ungleichgewicht von Hormonen, Vitalstoffen, Kohlenhydraten, Fett, Eiweiß, Sauerstoff, Wasser, Licht, Erholung, Schlaf. Folge: Überreaktion, Leichtsinn oder Blockade, Verstopfung, Vergiftung =
Funktionsstörungen = alles gerät in Unordnung, ist durcheinander, nichts geht mehr.

Der Organismus will etwas, das Bewusstsein macht das was es denkt, dass es gut ist und geht der Befriedigung nach. Unwissenheit führt dann zu neuen Reaktionen, z. B. der TV-Werbung folgen und das tun, was scheinbar gut ist, was es aber nicht ist = Verschlimmerung, bis nichts mehr geht und das hört nicht mehr auf. Alleine da zu stehen und zu denken, die ticken nicht sauber, das dauert, dann noch gegen alle zu handeln, das dauert. Nicht mehr zu trinken war ein guter erster Schritt.

Fehlendes Tageslicht, ein Mangel an Sonne, Mangel an Vitamin D, Energieverlust, Stoffwechselreaktionen oder Nächte vor der Flimmerkiste, fehlender Schlaf, der Sympathikus schaltet nicht ab, läuft auf Hochtouren, Stress, Parasympathikus kann seine Erholungsfunktion nicht einleiten, die Cholesterinproduktion steigt, der Cortisolanteil im Blut steigt, das Magen-Darmsystem läuft parallel auf Hochtouren, Insulinresistenz, Stoffwechsel blockiert, Nahrung wird unverwertet abgelegt, Flüssigkeiten werden gestaut, Trägheit steigt, weniger Bewegung, Leistung sinkt, mehr Gewicht, anfälliger, Krankheit, Unfall, Ausfall, bis nichts mehr geht. Im Zeitraffer ist es wie mit dem Saufen, das kann auch 30 Jahre gut gehen oder auch nicht.

Wissen, spüren, dass da was falsch läuft, es aber trotzdem falsch tun, weil etwas durcheinander ist im vegetativen Nervensystem, im Unterbewusstsein, worauf das Bewusstsein kaum Einfluss hat, das ist so etwas nicht Greifbares, sowas wie Wollen und nicht können.

Dazu Mängel von außen, wie Nahrung, Wasser, Licht, Berührung, Umwelteinflüsse, Umfeldeinflüsse
Mängel von innen, chemische Reaktionen, Unter/Überproduktionen, Fehldeutungen und schwupps geht nichts mehr. Als Reaktion folgt die Verschiebung der Unbekannten Ergebnisse auf anders,
Rattenschwänze von Reaktionen, Krankheiten entwickeln sich, Ärzte werden konsultiert, Ursachen einzementiert, bis was passiert, herauswächst, explodiert, nicht mehr funktioniert.

Ein ganz normaler Ablauf, eins geht in das Andere nahtlos über: Verdrängen, Ablenkung, nichts tun, Lähmung, Abreagieren, Sport, Auseinandersetzung, Spiel, S**, Arbeiten, Herausforderung suchen, beten, meditieren, Suchtverhalten, Co-Verhalten, Verhaltensänderung, Bewusstseinsänderung, Unfälle, Krankheiten, Behandlung, Medikamente, Auseinandersetzung mit Personen, Partner, Familie, Freunde, Bekannte, Mitarbeiter, Kunden, Lehrer, Schuldfragen, bewerten, übertragen auf Überstelltes, Ämter, Banken, Politik, Unerreichtes, Fehler, sich abgeben, aufgeben, Depression, gegenteiliges Verhalten, Lügen, Verteidigen, Opferhaltung, Psychose, bis in die Sucht.


Die Wiederholungsschleife ist immer wieder die Gleiche, dabei geht es nur um Eines:
a) eine Situation b) die Versorgung des Organismus c)Defekte und Folgen

Wenn meine Gefühle nicht mit einem Verlust umgehen können, wie soll ich damit klar kommen? Wenn das Unterbewusstsein die Funktion der Suchtbefriedigung übernimmt, was soll ich denn da noch drehen? Wenn geschädigte Organe geschädigt reagieren und unnatürlich behandelt werden, wie soll der Organismus das reparieren? Wenn die Wartungs- und Reparaturorgane falsch programmiert sind, wie soll da etwas in Ordnung kommen?

Bei solchen Fragen frage ich mich: was mache ich hier? Ein gebrochener Arm der heilt, wenn die Beeinträchtigung weg ist, dann denke ich kaum noch daran. Warum soll hier ein Unterschied bestehen? Warum soll ich immer zu an Vorsichtsmaßnahmen, Rückfälle denken und den drohenden Zeigefinger ins Hirn stecken? Das ist ja fast so, wie einem Kind bis zum Volljährigkeit Windeln anzulegen oder nie mehr den Gips abzulegen, dann wird es wund und fault.

Krankheit ist ein Prozess, der sich über viele Jahre und Jahrzehnte durch unnatürliches Verhalten entwickelt, d. h., wenn mit 65 Jahren eine sogenannte Alterskrankheit ausbricht, bricht diese nicht wegen des Alters aus, sondern wegen des vorherigen Fehlverhaltens, d. H. also: es gibt gar keine Alterskrankheit. Ein Körper, der 1 Jahr unter ungünstigen Umständen lebt, sich nicht bewegt, schlecht ernährt, in schlechtem Klima lebt und sich einem ungesunden Umfeld aussetzt, wird andere Reaktionen aufweisen, wie ein Körper der schon 50 oder 60 Jahre ungesunden Umständen ausgesetzt war.

Das ist dann fast wie Zins und Zinseszins. Bei einer gut angelegten Summe kann ich im Alter von den Zinsen leben. Bei schlecht programmierten Lebensjahrzehnten ist das ähnlich, nur umgekehrt, sich selbst aufgezehrt, verbraucht, verlebt, rasend schnell kaputt, Konto leer. Gut, bei 0,5% unversteuerten Zinsen und 2% Inflationsrate bzw. 4% spürbarer Inflation nimmt mir ja auch irgendwer Butter und Brot aus dem Mund. Die wirtschaftlichen Verhältnisse sind ähnlich wie ein zerbröselter Gesundheitszustand, nur, das machen dann andere, die von mir Gewählten, in meinem Namen und ich nicht selbst. Zum Glück gehöre ich da nicht mehr wirklich zu.


Ganz unten, ganz am Anfang, da stehen meine Zellen, die nur eine Aufgabe haben: der Erdanziehungskraft zu wiederstehen. Dazu müssen sie stark sein, sich laufend erneuern, sonst fangen sie an wild rum zu wuchern oder sterben ab. Stark sind sie, wenn sie regelmäßig natürliche, unveränderte Lebensmittel bekommen, frischen Sauerstoff und einen aktiven Stoffwechsel haben. Ohne Power siechen sie dahin, gammeln und leiten einen Gärungsstoffwechsel ein, da würde ich fast zum Flaschengeist mutieren. Das kann ich mir heute gut vorstellen. Das ist gut vergleichbar mit einem vor dem Fernseher festhängendem Sesselpfurzer, der in der verqualmten Bude von links seine Chips und Lalibo unter die Nase schiebt, von rechts mit Haussaft durchspült. Da fängt es schnell an zu gammeln, in den Organen, im ganzen Körper, von der Zehenspitze bis ins Hirn.

Was ist schon dabei, wenn alles so vor sich hin gammelt, den Gammelvorgang mit verordneten Medikamenten zu beschleunigen, sich den passenden Partner zu suchen und sich gegenseitig zu unterstützen, also abzubauen? Was ist schon dabei, sich abzugeben, bis der Körper macht was er will, im Doppel, als Coabhängiger, der Unfähigkeit mein Leben zu leben auszuweichen?

Da war überhaupt nichts bei. Das ging ganz einfach, denn von vielem wusste ich nichts, das was gesunde, klar denkende Organismen tun, das war schon längst aus meinem Körper, zu unbequem, zu lästig. Auch heute habe ich noch viele Alibis, die immer wieder hochkommen und etwas mit mir machen, mich vom Weg abbringen. Dabei ist alles so einfach, denn es gibt einfache Gesetze, Fäden, Strukturen, Zusammenhänge und um die nicht zu vergessen, darf ich immer wieder über mich nachdenken. Hier ist ein guter Platz zum Denken.


Kartenspielen ist so etwas. Zum Spiel gehören Regeln, die sind fest, unwiderlegbar. Wenn ich die kenne und immer mit schwimme, werde ich im Spiel kaum Sieger sein, aber auch selten verlieren, alles wird immer überschaubar sein, aber vielleicht langweilig, ohne Kick. Wenn ich es schaffe die Karten nachzuhalten, noch weiß, wer was verlangt, wie aufgespielt hat und wie spielt, sind meine Chancen viel höher und Verluste entstehen nur noch wenn gar nichts mehr geht, wenn ich ausbreche oder anfange zu pfuschen.

Kartenspielen war als Kind die einzige Möglichkeit Nähe zu meinem zockenden Vater zu finden, ihn zu binden, zu packen, Kontakt zu haben. Das kleine bisschen Zeit, das auf uns fünft Kinder verteilt wurde, neben Mutter, seinem Beruf und der Zockerei noch vorhanden war, konnte ich so erheblich ausbauen.

Lange habe ich keine Karten angepackt, denn ich wollte nie so abhängig sein wie mein Vater und war es schon lange, nur anders. Wir spielen heute auch wieder. Mit allen Kindern, den Schwiegereltern, meiner Frau, in der Nachbarschaft, mit Freunden und ob Skat, Schafkopf, Ligretto oder was auch immer, es ist eine Bereicherung für uns alle. Es geht um nichts, nur um den Spaß und es hält die Birne fit.

Kochen ist so etwas, voller Gesetze, voller chemischer Reaktionen. Etwas zu viel Salz, schon ist alles versaut, wie einmal die Karten nicht nachgehalten, schon gibt es eins drüber, einmal den Gashebel im falschen Moment aufgerissen, vorbei. Dabei ist alles so einfach. Zutaten so frisch und natürlich wie möglich, Gewürze je nach Kultur, Geschmack, Gericht und die Reaktionen in Verbindung mit Zeit, Gärung und Hitze beachten, mehr ist es ja nicht. Ob es schmeckt oder nicht, hängt von so wenigen Faktoren ab. Langweilig wird es an unserem Tisch nie, aber wie langweilig muss das gewesen sein, als meine Wahrnehmungsnerven gestört waren, lahngelegt durch Nikotin, Suff und Gedanken?

Gesundheit ist auch so etwas. Innerhalb kürzester Zeit ist die Missachtung der Gesetze ablesbar. Vollwertige Ernährung, Bewegung, Sauerstoff, Erholung, alles in ausgeglichenen Verhältnissen und vieles geht von alleine. Paar Karten nachzuhalten oder den Geschmack mit der Zunge abzuschmecken ist da ein Kinderspiel, nur, wie oft vergesse ich das, sitze mit entfernten Gedanken am Tisch, handle aus scheinbarer Logik und Routine falsch?

Gesetze für nicht saufen, nicht coabhängig sein, nicht am Leben vorbei leben, die haben wir hier auch, als Steine, als Schritte, kilometerlange Seiten sind komprimierbar in kleinste Einheiten. Ich bin Regionen angelangt, die sollten es mir ganz einfach machen und trotzdem lange ich immer wieder in diese weiche stinkende Masse.

Gelegentlich sehe ich diesen Kerl, der mehrfach in der Woche stolz darauf ist 24Std. durchzuarbeiten und keinen Schlaf mehr hat, der Kaffee trinkt um wach zu sein, der qualmt wie ein Schornstein, der, wenn er denn ins Bett geht nur mit einem Absacker, vollgepumpt von Fastfood, vor der Glotze und am PC hockend, die Lalibotüten unter die Nase schiebend, voller Geltungsbedürfnis, Anerkennungshunger, Liebesentzug, kränkelnd und bis über beide Ohren im Verschuldungs- Expansionswahn seine Monate verlebt. Meine damalige Insolvenz, die Trennung von der ersten Frau, der Zusammenbruch, das Abtauchen, der Neuanfang, haben mir die Gesetze nicht zurückgegeben, ich war nicht in der Lage zu verstehen worum es ging. Ich war nur in der Lage den ganzen Sumpf gegen eine neue Frau einzutauschen. Das war in etwa das Gleiche, nur etwas anders.

Wie soll das auch funktionieren, wenn es keine Gesetze mehr gibt? Wenn das Alibi das Alibi deckt, in einer Welt, die aus einer großen Cyberei besteht. Eine Cyberwelt, mit Cybergeld, Cyberjobs, Cyberpersonen, Cybergefühlen, ein riesiges Cybercyber, wo Menschen von Cyberzinsen und Unfassbarem aus einer anderen Welt leben, wo mag das hinführen?

Es reicht mir die Gesetze in mir, die chemischen Abläufe, Zusammenhänge und Vorgänge langsam zu begreifen, da bin ich bei mir, mit mir, in mir und das tut mir gut. Dieses Unfassbare, dieses Eldorado im Nichts, das ist nicht mehr meins und da will ich auch nicht mehr hin. Das warum ich hierhin kam, hat scheinbar wenig mit dem zu tun, warum ich noch hier bin und doch ist es das Gleiche, nur etwas anders.


Sich eine lange Weile annehmen, lange weilen ist so etwas. Alleine was aus dem Wort gemacht wurde: Langeweile, da kommt gleich ein ungutes Gefühl hoch. Was sitzt du da rum, hast du Langeweile, dir werde ich helfen, hieß es zuhause.

In mir, mit mir verweilen, Stillstand. Wie geht Stillstand bei Multitasking, bei Flatrateaussenkontakt und Dauerstress? Es heißt doch immer: Stillstand = Rückstand? Lange weilen, vor meiner Frau, vor den Kindern, im Job, vor mir, vor dem Leben, vor Gesetzen. Ist das nicht viel zu langweilig? Zu langweilig ohne Stress, ohne Druck, ohne Auseinandersetzung, ohne Widerstand, ohne wollen, reißen, ändern, anschieben und machen? In der Ruhe der langen Weile da ist es still, windstill, atemlos.

Ich kann keinen Wind machen, sagte eine Freundin immer. Ohne Ablenkung, windstill, passend, korruptionsfrei, konsequent ehrlich zu mir sein und mit mir lange verweilen? Wie soll das gehen? Wie soll das gehen, in einer Welt, in der sich Menschen am Wohlsten fühlen, je unnatürlicher alles ist, je mehr alles verwurstelt ist und Scheinwelten als Zuhause normal sind? Ich mitten drin.

Daran übe ich. Mir selbst gegenüber ehrlich zu sein ist oft unangenehm. Diese verwurstelten Unehrlichkeiten in mir aufzudecken, angepasste Gesetze zu finden und zu ändern ist unangenehm. Langeweile auszuhalten ist neu und unangenehm. Das ist lebhafte Langeweile, es ist immer was in mir los.


Da las ich neulich, dass in unserer Informationswelt folgendes, ganz legal mit kranken Menschen passiert:

Die Personen hatten zig Varianten an Vorgeschichte, an Krankheitsauslösern, an medikamentöser Einstellung, die bei der Behandlung nicht berücksichtig wurden, ohne Ursachenbestimmung wurde behandelt. Die verabreichten Medikamente waren zudem weder getestet, noch standen Langzeiterfahrungen zur Auswertung zur Verfügung. Die behandelnden Ärzte hatten weder ausreichende Erfahrung, noch genug Zeit dafür eine gründliche Anamnese. Die wissenschaftlichen Resultate der Industrie an lebenden Menschen waren nicht nachvollziehbar und nicht belegbar. Die behandelnden Einrichtungen waren nicht daran interessiert und das behandelnde Personal nicht ausgebildet. Es handelte sich dabei nicht um irgendwas, sonder um eine der größten Krankheitsgruppen mit exponentiellem Wachstum und einem Garant, schon bald ganz oben auf Platz eins zu stehen, zwei Drittel von uns.

Ich denke mir dann schon einmal, wo wäre ich, wäre ich nicht hier gelandet? Würde ich mich dann mit solchen Dingen beschäftigen können? Wäre ich dann in solche Mühlen geraten, die kopfschüttelnd ganz normal sind und überall breit gefördert werden?

Zusammenfassend sind es ja nur wenige, leicht verständliche Vorgänge, die es zu beachten gibt:

Raus aus meiner Sucht durch nicht bewerten, einfaches tun, ordnen, Ehrlichkeit, im Heute sein, Ändern, loslassen. Nicht beachtet, alles von vorne.

In der Partnerschaft ist das Fundament aus Kommunikation, Augenhöre, Respekt, ungebunden, Ehrlichkeit. Ist etwas davon nicht vorhanden, geht keine Beziehung und bezieht sich nur auf die vorübergehende Bedürfnisbefriedigung

Im Job geht es langfristig nur im Rahmen der Interessen und des Verständnisses, wenn Freude da ist, Anerkennung, Verdienst. Nicht vorhanden, kein Erfolg, Wechsel, Notlösungen.

In der Firma geht es nur mit klarer Linie, kundenorientiert, mit den geringsten Mittel größten Erfolg erzielen, ordnen. Abweichungen bedeuten, keinen Erfolg, pleite.

Im Straßenverkehr heißt es Regeln beachten, Gerätewartung, fit sein, für andere mitdenken, Abweichungen erhöhen das Risiko für einen Unfall, Ausfall oder eine Strafe.

Da sind wir wieder bei der Gesundheit, die kommt von Bewegung, Luft, Sonne, Ernährung, Ruhe, Erholung und Schlaf. Bei Nichtbeachtung spinnt der Körper.

Damit eng verbunden ist die Ernährung, immer alles im richtigen Verhältnis: Fett, Eiweiß, Kohlenhydrate, Vitalstoffe, Flüssigkeit, sonst spinnt der Organismus.

Da sind wir wieder beim Glück, wie beim Kartenspielen: Regeln beachten, aufpassen, Karten nachhalten, mit zählen, sonst gibt es keinen Erfolg.

In allem: in der Mitte sein, nie Ausschlagen, nie einfallen, dann geht alles leichter.


Alles nochmals zusammen:

Bewegung, Luft, Sonne, Ernährung, Ruhe und Erholung, Schlaf, Regeln beachten, aufpassen, Wartung, fit sein, für andere mitdenken, klare Linie, kundenorientiert, mit den geringsten Mittel größten Erfolg, geordnet, in Rahmen der Interessen und des Verständnisses, Freude, Anerkennung, Verdienst, Kommunikation, Augenhöre, Respekt, ungebunden, Ehrlichkeit, nicht bewerten, einfach tun, ordnen, Ehrlichkeit, im Heute sein, Ändern, loslassen, Fett, Eiweiß, Kohlenhydrate, Vitalstoffe, Flüssigkeit, in der Mitte sein.

Nur, was kaum einer braucht ist das, was am Meisten da ist, verwendet und eingebläut wird:

Suchtmittel, denaturierte Nahrungsmittel, sitzen im Job, Auto, vor PC + TV, Unruhe und Krach, fehlende Erholung, mangelnden Schlaf, falsche Partner, falschen Beruf, falsche Ziele, keine Bewegung, keine frische Luft, Kunstlicht, krank machendes Umfeld, kranke Umwelt, Ausraster, nicht bei der Sache sein und sich rund um die Uhr was vormachen.

In der Summe, das was die kleine Zelle nicht gebrauchen kann.

Wisst Ihr, ich vergesse immer wieder was von den paar Sachen und verhalte mich dann nicht natürlich, dabei ist es doch so einfach, so viel ist das gar nicht.


Gute 24h LG Kaltblut


..und der Rest steht wie immer wo anders http://www.forum-alkoholiker.de/ftopic3884.html

silberkralle
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Registriert: 04.12.2009, 12:40

Beitrag von silberkralle » 21.08.2013, 08:25

glück auf kaltblut

schön, dass du hier immernoch - ab und zu - "schriftlich denkst".

schöne zeit

:D
matthias

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