Startseite - PortalHilfsangebote der SuchthilfeSelbsthilfeforumInformationen zur Suchthilfe

...unterwegs

Wie ist das Leben nach dem Alkohol ohne Alkohol? Erfahrungsberichte und Lebensgeschichten von schon länger trockenen Alkoholikern im Alkoholforum.
Ein neues Thema bitte erst ab ein Jahr Trockenheit eröffnen.

Moderator: Moderatoren

Antworten
BlueCloud

Beitrag von BlueCloud » 29.06.2012, 23:02

Hallo zerfreila,
(...) darin wurden die ersten 1000 Tage bzw. die ersten drei Jahre als sogenannte Labilitätsphase bezeichnet, dies war mir wichtiger Hinweis und seitdem und auch gerade im dritten, trockenen Jahr bedachte ich dies regelmäßig und ließ in meiner Achtsamkeit nicht nach.
Daran denke ich auch oft.

Gut, dass Du es noch einmal aufgeschrieben hast.


Grüßle

BC

zerfreila
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 10648
Registriert: 01.01.2009, 19:41

Beitrag von zerfreila » 30.06.2012, 11:10

Hallo BlueCloud,

ich versuche, mir das Wesentliche meines Weges immer mal wieder zu verdeutlichen und aufzufrischen, Wiederholungen sind mir wesentliches Element meiner Trockenheitsarbeit. Und ich kenne es ja auch von meiner eigenen, ersten Trockenheit, dass ich zum Ende des dritten Jahres rückfällig geworden war. Damals war ich schon lange vorher nicht mehr nah am Thema drangeblieben, sondern hatte die Trockenheitsarbeit vernachlässigt und irgendwann eingestellt, ja so war das. Eigene Erfahrung. Und ich höre und lese dies ja auch jetzt öfter mal, gerade vorhin las ich noch etwas Derartiges, so in Tenor und Haltung: "Ich bin doch nicht krank, ich bin doch trocken"!

Fazit: Trockenheitsarbeit nicht vernachlässigen, nicht einstellen, sondern weiterführen, und zwar in allen wesentlichen und bewährten Elementen.

Klar, ich schreibe dies hier für die Leser, aber ich schreibe dies auch für mich, das ist schon gut so.

Das Wetter ist gut und ich mach' mir dann mal einen schönen Tag. Liebe Grüße, zerfreila :D

zerfreila
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 10648
Registriert: 01.01.2009, 19:41

Beitrag von zerfreila » 30.06.2012, 11:47

Samsara hat geschrieben:Lieber zerfreila,

auch ich kenne das Gefühl, dass es mir -unabhängig von äußeren (Wetter-) Bedingungen innen drin so richtig gut geht :) Mit Achtsamkeit kann man dieses Gefühl pflegen wie ein kleines Pflänzchen und dafür sorgen, dass es so bleibt. Jeden Tag....

In letzter Zeit habe ich nicht mehr soviel im offenen Bereich geschrieben, das wird sich aber ändern :)

Liebe Grüße,

Samsara
Liebe Samsara, auch dieser Beitrag ist für mich sehr wertvoll.

Wie oft in meinem Leben habe ich schon äußere Umstände zum Anlass genommen, mich unwohl zu fühlen, mich zu grämen, mich zu blockieren, mich zu besaufen...

Und wenn ich bei mir bleibe, mich auf mich besinne, auf meine Möglichkeiten, dann finde ich immer etwas, was mir möglich ist, was ich ändern kann, was ich machen kann, was ich lassen kann...

Und was ich nicht ändern kann... . Das ist dann halt so. Gelassenheit.

Überhaupt ist ja für mich auch das Thema "Lassen" sehr wesentlich für meinen Weg, dazu mal später vielleicht mehr.

Ich beachte, was gut für mich ist. Achtsamkeit. Ein Pflänzchen, das es zu pflegen gilt, immer wieder. Dankeschön.

Liebe Grüße, zerfreila :D

Hartmut
Moderator
Moderator
Beiträge: 15417
Registriert: 13.02.2007, 22:21

Beitrag von Hartmut » 30.06.2012, 12:37

Hallo Zerfreila
Ich bin doch nicht krank, ich bin doch trocken"!
da das mein Thread Titel (Trocken nicht Krank)im erweiterten Bereich ist ,frage ich dich mal wo du das im Offen gelesen hast ? Ich geh mal nicht davon aus das du aus dem erweiterten Bereich etwas heraus trägst.

Gruß Hartmut

zerfreila
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 10648
Registriert: 01.01.2009, 19:41

Beitrag von zerfreila » 30.06.2012, 12:55

Hallo Hartmut,

ich trage nichts heraus, das ist nicht meine Art, weder hier noch in meiner Real-SHG. Und ich bitte Dich, hier nichts hereinzutragen. Bleibe bei Dir! Mit Dir haben meine Gedanken und Ausführungen hier ganz sicher nichts zu tun und ich tausche mich mit Dir auch nicht aus. Gruß, zerfreila

ps: bitte keine weiteren Kommentare bitte von Dir hier, Hartmut

Hartmut
Moderator
Moderator
Beiträge: 15417
Registriert: 13.02.2007, 22:21

Beitrag von Hartmut » 30.06.2012, 13:15

Hallo Zerfreila ,
bitte keine weiteren Kommentare bitte von Dir hier, Hartmut
was du willst ist mir egal. Das ist ein öffentliches Forum und wenn ein Anfangsverdacht da ist, werde ich jeden. ohne Rücksicht seiner Sensibilität drauf aufmerksam machen . Ich wüsste auch gar nicht was ich mit dir sonst austauschen sollte.

Gruß Hartmut
Zuletzt geändert von Hartmut am 30.06.2012, 16:59, insgesamt 1-mal geändert.

zerfreila
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 10648
Registriert: 01.01.2009, 19:41

Beitrag von zerfreila » 30.06.2012, 16:49

Verdächtigungen, so abstrus sie auch sein mögen, kommen in der Realität vor und das darf auch so sein, nur, meine Sache ist es nicht, damit habe ich nichts am Hut, davon distanziere ich mich.

Andere Menschen betreffende Verdächtigungen, Anzweiflungen, Bewertungen, Einstufungen, Konstruktionen, Mutmaßungen, Spekulationen usw. können m.E. auch nicht der eigenen Trockenheit dienen, niemals.

Ich selbst stehe im Mittelpunkt meiner Trockenheit, daher habe ich es von Anfang an so gehalten, mich nicht von Derartigem irritieren zu lassen und mich an Derartigem auch nicht zu beteiligen. Gelassen habe ich dies. Und damit bin ich auch gut gefahren. Bei mir zu bleiben.

Auf meinem guten Weg interessiert mich der gute Austausch, der gute Austausch über Themen, die mich im Zusammenhang mit meiner eigenen Trockenheit und meiner weiteren Stabilisierung weiterbringen. Diesen Austausch pflege ich, ich pflege den guten Austausch!

Dies las ich heute bei GKrazzhopper, Erik beschreibt darin im Rückblick sein Verhalten bzw. seine Haltung im Zusammenhang mit einem früher erlebten Rückfall und nimmt sich dies als Warnung und Achtsamkeitshinweis für die Gegenwart, so habe ich Eriks Beitrag wahrgenommen.
GKrazzhoopper hat geschrieben: Mit dieser bahnbrechenden Erkenntnis konnte ich mich gut reflektieren und mir ist voller Schrecken die Parallele zum letzten Jahr deutlich geworden.

Nach einem halben abstinenten Jahr bin ich im Sommer ziemlich genau zur selben Zeit rückfällig geworden aus einer Situation heraus, die im Grunde genommen provoziert war. Krass fand ich dabei, dass es sich so ähnlich in diesem Jahr hätte wiederholen können.
Ich hatte mich in der letzten Zeit immer weniger mit meiner Krankheit beschäftigt, habe auch das Forum schleifen lassen und trotz meiner SHG schlich sich das Gefühl ein: Alles i.O., Haken gesetzt, du bist ja jetzt trocken!! Dass ich in meinem Urlaub aus suchttechnischer Hinsicht in höchst brisante Situationen kommen könnte, stand gar nicht mehr auf meinem "Trockenarbeitsplan"!
Trokene Grüße, Euer Erik
Danke für Deinen Beitrag, Erik.

Und darum geht es mir bei meinen aktuellen Betrachtungen. Rückfall nach einer längeren, langen, sehr langen oder sehr, sehr langen Zeit von beispielsweise fünfundzwanzig Jahren.

Das ist Realität. Realität ist auch, dass ich dieses Thema aufgreife, betrachte und reflektiere, dass ich darüber diskutiere hier und im realen Leben.

Und ich frage dann nach dem „Warum“, nach dem „Warum“ nach so, so langer Zeit. Und die Antwort lässt dann erkennen: Trockenheitsarbeit eingestellt. Ich bin ja trocken. Krankeneinsicht tritt in den Hintergrund oder verblasst gänzlich. (um nur mal das Wesentliche zu benennen)

„Krankheit und Trockenheit“ sind nun mal ganz zentrale Begriffe und ganz zentrales Thema für mich und wohl auch für die Menschen, die hier im Forum unterwegs sind und sich hier austauschen darüber. Die Begriffe „Krankheit und Trockenheit“ sind es wert, diskutiert zu werden, das gehört zum Wesentlichen.

Und wem das Thema nicht behagt oder unangenehm oder sonst etwas ist… . Ja, dann ist das so, das ist doch ganz einfach, das kann ich nicht ändern und will es auch gar nicht. Jeder betreibt seine Trockenheitsarbeit im Rahmen dessen, was er für sich erreichen will und was im Rahmen seiner Möglichkeiten steht.


Das ist die Realität. Darum geht es mir. Schönen, trockenen Tag und liebe Grüße, zerfreila

uwe.rothaemel
aktiver Teilnehmer
Beiträge: 540
Registriert: 26.05.2010, 16:15

Beitrag von uwe.rothaemel » 01.07.2012, 00:15

Hallo Zerfreila.
Ich denke, wie sich ein jeder eine Meinung über den Bezug von „Krankheit und Trockenheit“ bildet, hängt unmittelbar mit den ersten vermittelten „Lerninhalten“ über die Sucht und den dazugehörigen frühen Emotionen in die Abstinenz zusammen.
Ich habe mir damals auch erst einmal einen Standpunkt erarbeitet. Die Gefühle dazu waren für mich zu jenem Zeitpunkt eng mit gewissen neuen ethischen Vorstellungen verknüpft. Und diese waren auch mindestens ein gutes Jahr unantastbar, weil absolut. Ich hatte ein Werturteil gefällt:
>Krank aber Trocken! <
Daran hatte ich auch meine Identität fest gemacht. Das war auch nichts daran zu rütteln, weil mir sonst die Bestimmtheit des Grundsatzes abhanden gekommen wäre.
Rückblickend hatte das so auch für mich seinen Sinn. Zwei Jahre und viele Gespräche später, sind meine Vorstellungen andere. Meine Einstellung hat sich von „Sucht = Krank“ wegentwickelt. Ich sehe meine Sucht nunmehr als persönliche Aufgabe und Chance dazu die Abstinenz (oder eben Trockenheit) und meine Verhaltensweise die ich damit verbinde, als ein Lebensgefühl.
Diese individuelle Einsicht relativiert nichts – lässt mich allerdings toleranter mit anderen „Lebensweisheiten“ umgehen. Schließlich geht es mir nicht um Heilung eines „Defektes“, sondern um Lebensbewältigung.
LG. Und Schönen Sonntag – Uwe.
(Das schwierigste an dem Text jetzt, war es so zu formulieren, dass ich keinen kränke.)

Antworten