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HeuteEinfachLeben

Wie ist das Leben nach dem Alkohol ohne Alkohol? Erfahrungsberichte und Lebensgeschichten von schon länger trockenen Alkoholikern im Alkoholforum.
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Manfred
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Beitrag von Manfred » 12.04.2013, 00:36

Hallo Nys,
danke für Deine Rückmeldung.
Da freue ich mich jetzt. :D

Ich hatte schon überlegt, ob ich noch etwas zum Thema "Therapie" (ob, wann, welche) bei Dir schreibe, da mich diese Fragen auch lange Zeit beschäftigt haben.

Ein zentraler Punkt war und ist bei mir das "Urvertrauen". Das spielte dann bei der Suche und der Entscheidungsfindung in Sachen "Therapie" auch immer eine große Rolle, auch während des Therapieprozesses.
Details über den Therapieprozess möchte ich hier im offenen Bereich nicht schreiben.

Da ich ohnehin z.Zt. überlege evtl. in den geschlossenen Bereich zurück zu wechseln, schreibe ich dann dort vielleicht etwas mehr darüber.

Liebe Grüße
Manfred

Nys
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Beitrag von Nys » 12.04.2013, 18:03

Hallo Manfred

ja, hat ne Weile gedauert die Rückmeldung. War viel los bei mir und alles durcheinander mit mir.

Würde mich freuen, wenn Du im Geschlossenen zu lesen bist. Ich habe wirklich Angst vor einer Therapie und Angst meiner Arbeit dann nicht mehr gewachsen zu sein. Ich bin ja schon von den Gedanken hier oft sehr eingenommen und merke, wie viel da in mir gespürt und gedacht werden will. Das macht mich im Nachhinein oft unglaublich müde. Ich muß dann echt schlafen oder ich sitze nur noch da wie in Trance. Das wäre eigentlich ein schöner Zustand, - wenn ich mir das erlauben könnte.

Ja und dann der Therapeuth -- uuh - ich bin schwierig. Ich erzähl ja gern ganz offen. Aber öffnen und vertrauen - das ist ganz unsicheres Terrain.
Da spüre ich noch ganz viel Igelpelz. Immer die Starke immer die, die durch Aktion die Sache am steuern und am regulieren ist... Ich bin auch sehr überheblich Therapeuthen gegenüber. Oh weh, da gab es noch niemand, den ich 100%ig akzeptiert habe. Was ist wenn ich durch zig "Hände" gehe??? eine grauselige Vorstellung. ~~~miiir friiieert~~

War bei Dir der erste gleich der richtige Therapeuth?

Liebe Grüße Nys

Manfred
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Beitrag von Manfred » 15.04.2013, 18:25

War bei Dir der erste gleich der richtige Therapeuth?
Hallo Nys,
puuuhhh, das ist eine schwere Frage.

Was sind die Kriterien für einen „richtigen“ Therapeuten?

Ich habe es so gemacht:
Ich habe mir die Fachrichtung rausgesucht: Traumatherapie.
Dann eine Liste mit den Kassen zugelassenen Therapeuten.
Daraus eine Liste mit den weiblichen Therapeuten.
Danach alle angerufen und um einen Termin für ein Kennenlern-Gespräch gebeten (Wartezeit 3-6 Monate).
Eine Therapeutin rief dann zurück und bot mir einen vorgezogenen Termin an.
Grundsätzlich gibt es die Möglichkeit bis zu 5 probatorische (Probe)-Sitzungen zu vereinbaren.
In dieser Zeit haben beide Seiten die Möglichkeit zu prüfen, ob man zueinander „passt“.

Bei mir war es so, dass ich zwar von Beginn an ein Grundvertrauen und auch eine Grundsympathie hatte, aber parallel dazu auch jede Menge Skepsis und Unsicherheit.
Zu Beginn und im weiteren Verlauf der Therapie habe ich stets alle meine „Bedenken“ und Ansprüche thematisiert.
Im Grunde genommen hat sich mein idealisierter Anspruch gegenüber anderen Menschen bzw. gegenüber einer engeren Bezugsperson auch in Bezug auf meine Therapeutin gespiegelt.
Ich habe ihr zwar zu Beginn gesagt, dass ich sie nicht als alles umsorgende „Übermutter“ sehe, aber tief in meinem Inneren habe ich diesen Versorgungsanspruch schon gespürt, der sich darin äußerte, dass ich mir eben gewünscht habe, dass sie immer alles „richtig“ macht: die „richtigen“ Worte findet, den „richtigen“ Blick hat, etc.
Im Laufe der Therapie ist mir dann klar geworden, dass es für einen Menschen (ob Therapeut, Partner oder sonstiger „Gegenüber“) völlig unmöglich ist, immer alles „richtig“ zu machen, zu sagen, etc.
Das gilt selbstverständlich auch für mich selbst.

Da sie mich mit all meinen Ansprüchen, Ängsten, Unsicherheiten, etc. (die ich ihr nach und nach offenbaren konnte) immer sehr einfühlsam und ehrlich begleitet hat, sage ich heute: Sie war und ist die „richtige“ Begleiterin.

Wie sich die noch andauernde Therapie (jetzt alle 4 Wochen, anfangs 1 x wöchentlich) auf mein zukünftiges Leben auswirken wird, dass kann ich noch nicht sagen.
Was sich aber schon jetzt zunehmend herauskristallisiert, ist, dass ich weiterhin darauf achte, dass ich mir ein „inneres Versorgerteam“ zusammenstelle bzw. imaginiere, das mich möglichst unabhängig macht von äußeren „Versorgern“.
Es gibt ein Buch und eine CD von Luise Reddemann: „Imagination als heilsame Kraft. Zur Behandlung von Traumafolgen mit ressourcenorientierten Verfahren.“
Dort habe ich wichtige Anregungen und Impulse gefunden.

Ich wünsche Dir, dass Du den für Dich „richtigen“ Weg findest.

Liebe Grüße
Manfred

Nys
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Beitrag von Nys » 15.04.2013, 18:36

Hallo Manfred

Danke für Deine ausführliche Antwort.

Muß mich heute etwas kurz fassen. Ist alles gerade ein bißchen viel. Ich stelle gerade alles in Frage incl. mir selbst.

LG Nys

viola
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Beitrag von viola » 17.07.2013, 20:57

Lieber Manfred,

wollte mal schauen, wo du steckst?
Wie geht es dir?

LG viola

Manfred
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Beitrag von Manfred » 24.07.2013, 14:46

Wie geht es dir?
Liebe Viola,
ich antworte Dir erst jetzt, weil ich etwas Zeit brauchte um Deine Frage so kurz und so umfassend wie möglich zu beantworten.

Ich wähle dafür mal folgendes Bild:
Ich bewege mich auf einer Wiese der Traurigkeit und freue mich über jede Blume, die dort wächst.


Es fällt mir nach wie vor schwer, mich mit all meinen Anteilen willkommen zu heißen.
Es kommt immer noch vor, dass wenn ich ein „Nicht willkommen“ im Außen erfahre, dass ich dann zu selbstablehnendem Verhalten neige.

Seit Anfang Juni befinde ich mich in einer beruflichen Fortbildung (Dauer 1 Jahr), die ich (wenn alle Beteiligten zustimmen) höchstwahrscheinlich für ca. 4-6 Wochen (ab Anfang August) unterbrechen werde.
In dieser Zeit werde ich in einer psychosomatischen Klinik sein.

Ich wünsche Dir und allen Lesern eine gute Zeit.

Herzliche Grüße
Manfred

Sonnenblume
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Beitrag von Sonnenblume » 24.07.2013, 15:37

Lieber Manfred,

Ich hab Dich auch schon vermisst und wünsche Dir einen guten gewinnbringenden Aufenthalt in der Klinik.

Viel Kraft und alles Liebe

Sonnenblume :)

Nys
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Beitrag von Nys » 24.07.2013, 23:51

Hallo Manfred

ich freu mich von Dir zu lesen und habe Deine Gedanken hier wirklich vermißt.

Die Selbstannahme bei Ablehnung von Außen ist auch bei mir immer wieder ein WUNDER PUNKT

aber ich habe in der Zeit hier im Forum - sehr viel gelernt und auch viel Unterstützung erfahren.

Jetzt geht es ziemlich schnell, daß ich innerlich frage: Wozu brauche ich die Anerkennung genau dieses Menschen (der was ablehnendes sagt)... dann kommt auch ziemlich schnell von innen die Antwort: Der muß mich nicht anerkennen oder mögen. Ich brauche seine Anerkennung nicht. Es reicht, wenn ich mich mag. Dann ist es so ne Art Genehmigung, die ich anderen erteile, mich nicht zu mögen. Und ne Genehmigung die ich mir erteile, so zu sein wie ich bin. Damit geht es mir dann ganz gut und ich muß auch nicht zurückschlagen, wenn mir jemand weh tut.

Ich wünsch Dir alles erdenklich Gute und hoffe Du schreibst hier bald wieder mehr.

Liebe Grüße
Nys

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