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Meine Tage ohne Alkohol

Wie ist das Leben nach dem Alkohol ohne Alkohol? Erfahrungsberichte und Lebensgeschichten von schon länger trockenen Alkoholikern im Alkoholforum.
Ein neues Thema bitte erst ab ein Jahr Trockenheit eröffnen.

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NNGNeo
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Re: Meine Tage ohne Alkohol

Beitrag von NNGNeo » 11.01.2019, 21:54

hallo caruso

oft wird gesagt das man seinen persönlichen tiefpunkt braucht bevor man den absprung schafft. und ich finde da ist auch was wahres dran.
manch einer muss sich erst in die gosse saufen, ein anderer hat seinen führerschein verloren oder seinen job und andere so wie ich haben noch alles gehabt. ich hatte es ziemlich ähnlich wie du, also noch meinen job, mein zuhause und meinen führerschein hab ich auch nie verloren.
trotzdem sage ich für mich ich habe meinen perönlichen tiefpunkt gehabt, und erst als ich den hatte konnte ich mir hilfe holen und mit dem saufen aufhören.

carl-friedrich hat es genau passend formuliert, der persönliche tiefpukt ist so unterschiedlich wie wir alle auch einen ganz anderen charakter haben.
die frage die ich mir manchmal stelle ist: kann man ohne persönlichen tiefpunkt überhaupt mit dem saufen aufhören?
hier scheiden sich die geister, ich für mich persönlich würde sagen das es extrem schwierig ist aber nicht unmöglich.
aber ganz egal ob persönlicher tiefpunkt oder nicht, ich freue mich über jeden der den absprung noch rechtzeitig schafft.
grüße
NNGNeo

Carl Friedrich
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Re: Meine Tage ohne Alkohol

Beitrag von Carl Friedrich » 11.01.2019, 22:38

NNGNeo hat geschrieben:
11.01.2019, 21:54

die frage die ich mir manchmal stelle ist: kann man ohne persönlichen tiefpunkt überhaupt mit dem saufen aufhören?
hier scheiden sich die geister, ich für mich persönlich würde sagen das es extrem schwierig ist aber nicht unmöglich.
Ich kenne keinen, der es ohne Tiefpunkt geschafft hat. Ich hatte meinen persönlichen. Der reicht mir, obwohl er im Vergleich zu vielen anderen, keinen besonderen Tiefgang (z.B. Job weg, Familie weg, Führerschein weg, Gesundheit weg) aufwies.

Gruß
Carl Friedrich

Karsten
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Re: Meine Tage ohne Alkohol

Beitrag von Karsten » 12.01.2019, 19:22

Hallo NNGNeo,

ich denke auch, dass man sich eine Situation erreichen muss, wo man bereit ist, sein Leben zu ändern.
Das hat nicht nur etwas mit dem Thema Alkoholismus zu tun, sondern spiegelt sich auch in vielen anderen Lebensbereichen wieder.

Nur wo liegt der persönliche Tiefpunkt?

Ich hatte früher immer gedacht, ich hätte ihn längst erreicht, aber es geht immer tiefer, auch wenn man es sich selbst nicht eingestehen möchte.

Meiner Meinung hat man seinen eigenen persönlichen Tiefpunkt erst erreicht, wenn man aufhört über Hilfsangebote zu diskutieren oder sie schlecht zu reden, sondern sie kompromisslos annimmt.

Immer wenn ich hier lese ABER, dann denke ich, naja, wird wohl noch ein paar Runden brauchen.

Gruß
Karsten

Cadda
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Re: Meine Tage ohne Alkohol

Beitrag von Cadda » 12.01.2019, 20:04

Hallo.

Ich glaube, dass jeder trockene Alkoholiker seinen persönlichen Tiefpunkt hatte, da er es sonst keinen
Grund gehabt hätte, aufzuhören.

Manche hatten vielleicht ein Schlüsselerlebnis, Andere nicht, weil vielleicht nur die Gesamtsituation unzufrieden gemacht hat. Aber irgendwie wird denke ich jeder seinen persönlichen Tiefpunkt erreicht haben. Jedenfalls diejenigen, die sich entschlossen haben, aufzuhören.

Ich glaube aber, dass es Alkoholiker gibt, die ihren persönlichen Tiefpunkt nicht erreichen, weil die Sucht stärker ist. Leider.

Liebe Grüße

Hartmut
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Re: Meine Tage ohne Alkohol

Beitrag von Hartmut » 13.01.2019, 21:13

Hallo Caruso,

willkommen zurück und ja ich erinnre mich auch noch an dich. :) Zu meinem 1/2 Jahr Trocken Geburtstag hast du mir auch nett gratuliert Es fing so an. "So lange muss ich dich schon ertragen" :lol: ;-) Jedoch auf die nette Art.

Hier wird gerade vom persönlichen Tiefpunkt gesprochen. Ich bin der Ansicht. Wer erkennt das er Alkoholkrank ist und realisiert das es eine tödliche verlaufende Krankheit ist, hat seinen Tiefpunkt erreicht. Ab der Akzeptanz dreht es sich nur noch wie ich es schaffe da raus zu kommen . Der eine sofort, der andere säuft sich zu Tode.

Gruß Hartmut

Caruso
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Re: Meine Tage ohne Alkohol

Beitrag von Caruso » 14.01.2019, 11:52

Moin Hartmut,

herzlich willkommen in meinem Thread. Ab jetzt wirst Du mich dann wieder ertragen müssen. :D :D

Viele Grüße
Caruso

Karsten
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Re: Meine Tage ohne Alkohol

Beitrag von Karsten » 17.01.2019, 05:39

Hallo Caruso,

ich möchte dir einfach nur schreiben, schön, dass du dich hier wieder aktiv einbringst.

Gruß
Karsten

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Re: Meine Tage ohne Alkohol

Beitrag von Caruso » 25.01.2019, 16:51

Hallo allerseits,

schon wieder ein paar Tage her, dass ich meinen letzten Eintrag verfasst habe. Ich hatte in der letzten Woche ziemlich viel zu tun und abends bin ich mittlerweile zu müde, um noch interessante, oder überhaupt Beiträge zu verfassen. Mein Lebensrhythmus hat sich mit den Jahren der Trockenheit dahingehend verändert, dass er viel gleichmäßiger verläuft. Ich stehe nahezu täglich zur gleichen Zeit auf und gehe auch fast immer zur gleichen Zeit ins Bett. Ich lese dann noch 30-45 Minuten, bevor ich schlafe. Ich hatte zu nassen Zeiten einen völlig anderen Schlafrhythmus. Besonders am Wochenende, bin ich sehr spät, oder früh am nächsten Morgen ins Bett gegangen, um dann den nächsten Tag komplett zu verschlafen. Anschließend habe ich mich dann geärgert, dass ich nicht viel vom Tag hatte. Die Regelmässigkeit, die ich jetzt habe, hilft mir sehr, ein zufriedenes Leben zu führen.

Liebe Grüße
Caruso

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