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Lebendigkeit

Wie ist das Leben nach dem Alkohol ohne Alkohol? Erfahrungsberichte und Lebensgeschichten von schon länger trockenen Alkoholikern im Alkoholforum.
Ein neues Thema bitte erst ab ein Jahr Trockenheit eröffnen.

Moderator: Moderatoren

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Mäuki
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Beitrag von Mäuki » 13.02.2015, 18:56

Hallo Katha,
ja danke für deine offenen Worte.Du hast schon Recht.Gefühl und Verstand sind bei mir oft unterschiedlich.Gefühle waren oft gar nicht vorhanden,manchmal kann ich damit nicht so recht umgehen.
Ja ich will mich drauf einlassen,ich hoffe das sie mich aufnehmen,auch wenn ich mich wohl wie ein pubertierendes Etwas aufgeführt habe......teilweise. :oops:
Lg Mäuki

Katharsis
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Beitrag von Katharsis » 14.02.2015, 10:20

Hallo Mäuki,

Kinder und Pubertierende finde ich persönlich ja höchst spannend, weil man direkt dabei zusehen kann, wie sie sich weiter entwickeln und neue Wege finden. So ähnlich, wie wenn ein Alkoholiker trocken wird – da weiß man auch nie, was am Ende dabei herauskommt ;-).
Ich bin ganz zuversichtlich, dass Du die nötige Unterstützung erhalten wirst und sich dadurch auch Dein Leben zum Positiven hin verändern wird.
Mit den Gefühlen ging´s mir ähnlich wie Dir und ich war immer auf der Suche nach „Normalität“. Manchmal kam mir dann der ketzerische Gedanke, dass ich das, was gemeinhin so als „normales Verhalten“ eingestuft wird, für mich gar nicht will und so muss ich dann wohl weiterhin in meiner eigenen Spur laufen, mich im Auge behalten und an den Dingen arbeiten, die mich an mir selbst stören und die ich auch tatsächlich ändern kann. Den Rest von mir muss die Menschheit dann wohl ungefiltert ertragen… oder eben auch nicht ;-).

Dir wünsche ich noch einen schönen Sonntag.

Liebe Grüße
Katha

panem
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Beitrag von panem » 15.02.2015, 17:49

Hallo Mäuki,

du hast deinen nächsten Termin geschafft! Und ich konnte mich in einigen Beschreibungen sehr wiederfinden. Ich habe oft auch schon genaue Vorstellungen davon, wie etwas abläuft und wenn das dann so nicht geht, kann ich mich sehr schlecht auf die neue Situation einlassen. Bis hin zur beleidigten Leberwurst. Aber Katha hat Recht. Bei dem Termin ging es um Dich und nicht um den Eindruck von deinem Partner. Außerdem scheint auch das Verhältnis zu deinem Partner eventuell ein Thema für eine Therapie zu sein. Bitte nicht falsch verstehen! Aber Du hast selber schon oft von fehlendem Vertrauen gesprochen, oder dass Du nicht liebenswert seist und so weiter. Und wärst Du bei diesem Punkt ganz ehrlich zu den Therapeuten gewesen, wenn Dein Partner mit im Zimmer gesessen hätte?

Ich drücke Dir die Daumen, dass Du dort einen Platz bekommst! Halte uns auf dem Laufenden, wenn Du magst!

vg, panem

Mäuki
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Beitrag von Mäuki » 19.02.2015, 23:40

Hallo Katha,
was ist schon normal? Ich weiß nicht ob ich normal bin?
Ich gehe mein Leben lang schon in "meiner Traumwelt" umher.
Mir gefällt die Wirklichkeit oft nicht.
Zuviel Berechnung,Unehrlichkeit...........so sieht die Wirklichkeit für mich aus.
Das perfekte Rollenspiel der Frau..........alltäglich zu sehen im Fernsehen.Das widert mich an.
Ja ich möchte geliebt werden........aber nicht als beste Darstellerin .......sondern wegen mir.......als Person.
Vieles weiß ich oft noch nicht......ich meine .......was gefällt mir.......was hab ich für eine Meinung.
Ich bin da oft sehr schwankend.......weil ungeübt.
Manchmal bin ich aber auch sehr starr in meinen Gedanken,
beharre darauf.......weil es mir richtig erscheint,
weil ich mir nichts anderes vorstellen kann.
Wie bin ich ? Wie darf ich sein ?
Ich kann nicht oft meine Interessen verteidigen oder noch richtiger.........
ich kann sie oft nicht äußern.
Umso heftiger trifft es mich ,wenn sie wieder mal mit Füßen getreten werden.
Am Montag hatte ich ich in der Klinik angerufen......und gesagt das ich die Therapie machen möchte.
Und Mensch sie nehmen mich sogar.Ich bekomme 4 Wochen auf Probe .
Weiß nicht Recht wie ich mich da verhalten soll,fürchte mich vor emotionalen Ausbrüchen.
Sie möchten erst sehen ob sie mir überhaupt noch was Gutes tun können.......da ich ja schon Therapien hinter mir habe.
Ich habe Angst,das es nicht besser wird,das man nicht sieht wie schlecht es mir geht.
Ich muß nun alle 14 Tage dort anrufen und sagen ,ob ich die Therapie noch möchte.
Ich bekomme Bescheid wenn sie mich aufnehmen,das kann auch von einem auf den anderen Tag sein.
Wann es soweit sein wird,das weiß ich nicht.
Ich warte also.....mir geht es nicht gut.
Überforderungsgefühle,Ängste,Selbsthass usw. drängen sich weiter in mich hinein.Dazu kommt neuerdings ziemliche körperliche Erschöpfung.
Meine Wut darüber ,also über die Warterei..........
schreit .........hauptsache denen geht es gut......wie lange soll ich das noch aushalten.
Mein Verstand ........sagt mir.......es ist eben so.
Und er sagt weiter..........wenn sie fühlen könnten wie es mir geht,bräuchte ich nicht warten.
Mein Körper schaltet auf Sparflamme,mein Kopf entfernt sich oft aus der Wirklichkeit........................
Ruhe bewahren,abschalten,aus der Wirklichkeit heraustreten und damit versuchen jegliches Gefühl abzuschalten..........
und damit den Schmerz nicht spüren.........das ist die Devise.
Überlebensstrategie auf Kosten der Lebendigkeit.
So sieht es im Moment aus.

Panem ich habe keine Geheimnisse vor meinem Partner.Er weiß alles.

LG Mäuki

panem
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Beitrag von panem » 22.02.2015, 19:58

Hey Mäuki,

wow, dein Partner weiß alles, auch was ihn betrifft. Und er ist immer noch nicht weggelaufen ;) (kleiner scherz) ---> Du hast da ein Goldstück neben dir sitzen, dass dich offenbar sehr liebt und nicht von deiner Seite weicht. Du kannst Dich sehr glücklich schätzen. Dieses Glück hat nicht jede/r.

Mäuki und das Schneckenhaus. So ein schönes gewundenes Schneckenhaus, in das du dich immer mehr zurückziehst und man von außen gar nicht mehr an dich rankommt. Gleichzeitig Schutzpanzer nach außen für dich, aber auch Abwehrhülle gegen Annäherung von außen. Du schwimmst da in deinem Schneckenhaus in deiner eigenen Suppe und ziehst dich selber immer weiter runter und weg von den Menschen außerhalb dieses Mäuki-Bollwerks.

Was ich damit sagen will: Raus aus dem Haus! Im wahrsten Sinne des Wortes. Ganz kleine Tagesziele/Aufgaben für dich stecken. Raus an die Luft, die Sonne und unter Menschen! Raus aus der Opferrolle. Du bestimmst, wie es weitergeht. Ich habe dazu schon mal länger was dazu geschrieben und will mich nicht nochmal lange wiederholen hier - ich glaube, du weißt, wie ich das meine - .

Oft, wenn ich deine Beiträge lese, würde ich gerne bei dir vorbeikommen, dich an die Hand nehmen, irgendwo rausschleppen und dich auf die vielen kleinen liebens- und lebenswerten Dinge in deiner Umwelt aufmerksam machen...Die Scheuklappen sozusagen ablegen ;)

Ich hoffe ganz doll, dass Du bald dort deine Therapie anfangen kannst und die Therapeuten Dir einen Weg aufzeigen können, wie DU aus dieser Situation wieder herausfinden kannst. Es wird sicherlich viel Kraft kosten, aber der beschwerliche Weg lohnt sich. Es ist Dein Weg und den kannst nur Du alleine gehen, auch wenn hier immer Menschen sind, die dich auf deinem Weg gerne begleiten;)

Ich schicke dir ganz viel Kraft,

panem

Mäuki
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Beitrag von Mäuki » 23.02.2015, 21:22

Hallo Panem,
ja in der Tat ,ich habe wirklich einen sehr liebevollen Partner.
Für mich ist Ehrlichkeit eine sehr wichtige Sache in der Partnerschaft.Ohne dem wäre das nichts für mich.

Ich finde nicht das ich in meinem Schneckenhaus sitze.Ich sitze auch nicht den ganzen Tag zu Hause.Aber ich bin gern da.
Es ist mein Zuhause in dem ich mich sehr wohl fühle.
Ich habe noch nie viele Menschen um mich gebraucht.
Ich bin wohl ein Einzelkämpfer,schon immer gewesen.
Mir reichen wenige Kontakte.
Mir wird es schnell zu viel wenn ich längere Zeit mit anderen Menschen zusammen bin.(abgesehen von meinem Partner)

Und im Moment fühle ich mich schon oft überfordert ,wenn ich im Bett liege und die Augen aufschlage.Ich weiß nicht warum das so ist ?

Ja ich hoffe auch auf einen schnellen Therapieplatz.Danke Panem.

LG Ilo

Katharsis
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Beitrag von Katharsis » 24.02.2015, 10:32

Hallo Mäuki

Genau das meinte ich: Was ist schon normal?!
Für mich nur ein Mengenverhältnis.
Für Jeden, der genau hinguckt und nicht verdrängt, sieht die Wirklichkeit so aus wie für Dich.
Jeder Mensch lügt, jeder Mensch ist auf seinen Vorteil bedacht – der eine mehr, der andere weniger. So wie die Generationen vor uns, leben die meisten von uns ihre Fassade. Die sieht heutzutage nur anders aus ;-).
Manchmal denke ich: Schmeißt die blöden Selbsthilfebücher auf den Müll und die Glotze gleich hinterher und fangt an zu leben, umgebt Euch mit echten Menschen!
Die findest Du um die Ecke und nicht aufpoliert und zurechtgestutzt in irgendwelchen Filmen oder Soap´s. Wenn Du zuhören kannst ohne heimliche Schadenfreude, dann werden andere Frauen auch keine Konkurrenz mehr sein, sondern Vertraute, die Dich bereichern.

Was nutzt es mir, wenn ich meine Macke einkreisen und definieren kann – das hilft mir so wenig wie der Versuch, die vielzitierte Drehtür zuzuschmeißen.
Im Umgang mit Anderen kann ich aber näher heranrücken, mich ausprobieren und die sagen mir dann schon, wo die Grenzen sind. Eine soziale Gemeinschaft erzieht sich gegenseitig, auch im Erwachsenenalter noch.
Wer oder wie Du bist, kannst Du herausfinden.
Was Du dir wünschst, ebenfalls.
Wie Du sein solltest oder darfst?
Mäuki, Du darfst alles sein. Vor allem zornig, nach allem, was Du erleben musstest.
Wichtig war für mich nur, dass ich den Zorn dorthin packe, wo er hingehört und nicht wahllos um mich schlage, Menschen damit treffe, die es nicht im Mindesten betrifft.
Wenn´s zuviel wird, renne ich solange durch die Botanik, bis mir der Wind den Kopf wieder frei gepustet hat (wenn ihn mir ein guter Freund bis dahin nicht längst gewaschen hat ;-)).

Nicht für jede völlig normale Klatsche, die mir das Leben verabreicht, muss ich mich gleich in Therapie begeben, aber Dir wünsche ich, dass Dir Jemand helfen kann, Deinen Zorn anzunehmen und rauszulassen, damit auch wieder Platz ist für Neues, sonst richtet sich der Zorn innerlich weiterhin nur gegen Dich selbst und Du kannst Dich aus der Depression nicht befreien. Völlig normal, dass Du erschöpft bist, denn es kostet Mordsenergie, sich selbst auf Sparflamme zu halten. Starre statt Lebendigkeit, das klingt furchtbar, aber es gibt Wege heraus.
Ich drücke Dir die Daumen, dass Du schnellstmöglich diese Therapie beginnen kannst.

Herzliche Grüße
Katha

Mäuki
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Beitrag von Mäuki » 10.03.2015, 22:58

Hallo,
es geht mir zur Zeit leider immer noch nicht gut.Ich habe nun aber am 17.3 einen Termin zur Aufnahme in der Klinik.
4Wochen auf Probe.
Mein Arzt zu dem ich langsam Vertrauen aufbaue,meint das es durchaus sein könnte ,das es verlängert wird.
Ich habe mich entschlossen Rente zu beantragen.Außerdem einen Schwerbehindertenausweis und OEG (Opferentschädigungsgeld) Das alles wird aber erst in nächster Zeit passieren.Mein Arzt meint es würde zwar schwierig werden,aber er findet es gut und will mich unterstützen.Das gibt mir Sicherheit.
Er denkt nicht das ich nur zu faul zum arbeiten bin,sondern glaubt mir ........das es so nicht mehr geht.Ich habe lange drüber nachgedacht.Ich kann den permanenten Druck nicht mehr ertragen.Ich habs mein Leben lang getan.
Ich will aber wenn alles duchkommt ,auf 400 Euro-Basis arbeiten.Das wäre ja dann nicht so viel.
Zur Zeit fällt es mir schwer zu schreiben ,wie so vieles andere auch.
Deswegen ist es auch so selten geworden.
Am schönsten ist es wenn ich malen kann,dann bin ich im Gedanken nur dabei.
Ich werde jetzt zur Zeit auch nur hier im offenen Bereich schreiben,wenn ich es schaffe.
Noch ein Sondergruß an Katha......vielen Dank für deinen letzten Beitrag bei mir.
So das wars erstmal für heute .
LG Mäuki

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