Startseite - PortalHilfsangebote der SuchthilfeSelbsthilfeforumInformationen zur Suchthilfe

Meine Wände

Wie ist das Leben nach dem Alkohol ohne Alkohol? Erfahrungsberichte und Lebensgeschichten von schon länger trockenen Alkoholikern im Alkoholforum.
Ein neues Thema bitte erst ab ein Jahr Trockenheit eröffnen.

Moderator: Moderatoren

RenateO
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 2058
Registriert: 26.12.2008, 15:28

Beitrag von RenateO » 01.02.2014, 22:55

Während ich das lese kommen mir die Tränen..........

fille d'hiver
neuer Teilnehmer
Beiträge: 2
Registriert: 02.02.2014, 21:16

Beitrag von fille d'hiver » 03.02.2014, 17:11

Hallo Kaleu

sehr bewegend für mich, deinen thread zu lesen, deine Metapher gefällt mir sehr gut
auch sinngemäß dieser Satz von dir:

" wer das sucht, sucht kein Vertrauen sondern Sicherheit, weil Vertrauen fehlt"

da bringst du es wirklich auf den Punkt, finde ich

liebe Grüße

cocomel
neuer Teilnehmer
Beiträge: 145
Registriert: 14.04.2013, 11:26

Beitrag von cocomel » 03.02.2014, 18:34

RenateO hat geschrieben:Hallo Kaleu
Danke für deine Worte ,ich lasse sie wirken......

Mein Leben lang hatte ich soviel Vertrauen,in Gott, an die Liebe, in mich ,an andere Menschen und daran das alles was einem widerfährt zu irgendwas gut ist (um daraus zu lernen?)
Und gerade bei meinem Ex(Alkoholiker) habe ich mich so sehr getäuscht ,die Situation total unterschätzt....was sollte (durfte ) ich da lernen?

Das setzt viele Gedankengänge in mir frei.
Besonders meine Ängstlichkeit wird mir so bewußt,ich hätte mich in der Vergangenheit nicht als ängstlichen Menschen beschrieben.

LG R..

cocomel
neuer Teilnehmer
Beiträge: 145
Registriert: 14.04.2013, 11:26

Beitrag von cocomel » 03.02.2014, 18:51

Hallo Kaleu,

ich hab schon lang nichts mehr geschrieben und musste Renates Beitrag zitieren,weil genau das auch ich geschrieben haben könnte. Auch mich bewegt es sehr,was du schreibst und dein Beitrag in meinem Thread "Die Sucht des Anderen" war auch für mich ein wichtiger Moment,der mir sehr bei ging und mir die Augen geöffnet hat.Auch ich habe ihn ausgedruckt und immer griffbereit :)

Vielen Dank nochmals dafür. Auch mir sind meine Ängste bewusst,auch ich hab mich vorher nie als ängstlich gesehen. Vertrauen neu zu schöpfen und diese Ängste zu überwinden fällt mir immer noch schwer. Zu viel ist in dieser ungesunden Beziehung passiert, was mich in Mark und Knochen erschüttert und getroffen hat. Es ist jede Menge Arbeit und eine Herausforderung,die es anzunehmen gilt.

XY hat seit Weihnachten keinen Tropfen mehr getrunken und hält bisher durch,sein Wille ist ungebrochen. Wie das plötzlich geht und ohne Arzt und Therapie kann ich nicht ganz verstehen,zumal er auch polytox ist oder war.Ich dachte immer, ohne Therapie geh es nicht. Von ihm selbst weiss ich das nicht, nur von Mitgliedern seiner Familie,mit denen ich ab und an Kontakt habe.Ich interessiere ihn schon lange nicht mehr und sitze seit einigen Monaten auf Schulden,die er abbezahlen müsste.Bis jetzt werd ich vertröstet. Es tut halt einfach weh,wenn man einen Menschen wirklich von Herzen geliebt hat trotz seiner Suchtproblematik und man so hängen gelassen wurde.

Wie Renate hab ich zwar losgelassen,jedoch trauere ich immer noch.
Auch wenn ich schon lange nicht mehr selbst geschrieben hab,lese ich täglich weiterhin hier.

@Renate: es freut mich auch für dich,dass du so grosse Fortschritte gemacht hast.

Ich wünsche dir weiterhin alles Gute auf deinem Weg Kaleu.Du machst das richtig klasse :D

RenateO
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 2058
Registriert: 26.12.2008, 15:28

Beitrag von RenateO » 03.02.2014, 21:09

Hallo cocomel
Danke für deine Worte an mich,ja ich bin auf dem Weg,aber immer aufrecht gehe ich ihn nicht.
Aktuell hänge ich teilweise vielen Gedanken hinterher.
XY spielt da keine Rolle mehr,vielmehr meine eigenen Gefühle ,ich sortiere mein Weltbild neu und manchmal bin ich schwermütig.
Ich wünsche dir auch alles Gute vieleicht liest man sich ja in meinem Faden nochmal?
LG R..

Kaleu
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 1291
Registriert: 08.02.2010, 20:06

Beitrag von Kaleu » 04.02.2014, 09:04

Hallo,

die von euch beschriebenen Ängste kenne ich nur zu gut. Bei mir war's ja nicht nur mein Alkoholismus, sondern auch eine Beziehung in der ich 'ne co-abhängige Rolle gespielt habe. Auch wenn auf der anderen Seite keine stoffliche Sucht im Spiel war.

Diese Ängste gegen Vertrauen eintauschen schien mir immer unmöglich. Irgendwann musste ich mir aber eingestehen, dass ich mich tatsächlich selbst an meine Ängste klammer um eben nicht weiter nach vorne zu gehen. Auch wenn ich's anders gefühlt habe, war es tatsächlich so, daß nicht meine Ängste mich blockiert haben, sondern daß ich meine Ängste benutzt habe um mich zu blockieren. Alles immer eine Art Klammern an Vergangenem.

In gewisser Weise hab ich das regelrecht gepflegt. Auch wenn das mehr automatisch und unterbewusst war, war's dennoch da und real.

Tatsächlich reale Ängste, also die den Alltag betreffen, mein Leben, das Jetzt und Hier, das Heute - da siehts ehrlich gesagt mau aus und die sind so albern winzig, daß ich mich gar nicht dahinter verstecken könnte. Ich hab die aber künstlich aufgebläht. Immer mit dem Zweck um mir irgendwie sagen zu können - DAS kann ich nicht. DAS schaff ich nicht.

Das bedeutet nun nicht, daß meine Ängste eingebildet gewesen wären. Die waren real. So wie alles was man fühlt real ist. Was nicht real war, war, daß ich handlungsunfähig oder blockiert wäre wegen meiner Ängste sondern, daß ich Ängste erzeugt um blockiert zu bleiben.

Das Schwierigste war für mich den Zugang dazu zu finden.

Ich war auch immer mal wieder an der Stelle an der ich das alles gehen lassen konnte, meine Vergangenheit, meine Verletzungen, eben den ganzn Krimskrams den ich unbedingt mit mir rumschleppen wollte. Aber irgendwie hab ich's dann auch immer mal wieder verloren. Zu stark war die Versuchung und auch die Gewohnheit doch noch mal das Vergangene zum Millionsten Mal durchzukauen. Doch noch mal zu versuchen die Vergangenheit zu reparieren.

Jedes Mal ging's mir dann wieder schlechter.

Wenn ich ehrlich bin, ist mir das heute auch viel zu anstrengend.

Ich hab vor kurzem irgendwo was gelesen, das fand ich absolut genial.

Wenn man versucht ein Problem zu analysieren - dann weil man's nicht lösen will. Denn die Lösung liegt immer genau vor einem. Man braucht sie nur annehmen.

Funktioniert. Und ist super energiesparend. Energie, die ich dann für's Leben habe :)

Liebe Grüße

Kaleu

RenateO
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 2058
Registriert: 26.12.2008, 15:28

Beitrag von RenateO » 04.02.2014, 16:54

Hallo Kaleu
....du hältst uns schon am ,,Denken,,............lächel!!
schön das es dich gibt.

später mehr.
LG R..

Kaleu
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 1291
Registriert: 08.02.2010, 20:06

Beitrag von Kaleu » 08.02.2014, 07:44

Heute ist es soweit. Da dieser Geburtstag aufgrund einiger Dinge die ich für mich erreicht habe ein sehr, sehr besonderer ist muss ich hier dringend mal was loswerden:

Danke Karsten für die Gründung und den jahrelangen Betrieb des Forums. Auch wenn ich heute nicht mehr wirklich aktiv bin und nur alle paar Monate mal vorbei schaue, ohne das Forum wäre mir damals wahrscheinlich vieles etwas schwerer gefallen. Ich glaube die wichtigste Zeit war sogar noch vor meiner Anmeldung als ich noch gesoffen habe und trotzdem hier gelsen habe. Ich glaube das hat dazu beigetragen, daß ich mir irgendwann meinen Alkoholismus eingestehen konnte. Ich bin mir sogar fast sicher, daß ich ohne das Forum den Schritt in die Trockenheit vielleicht nie gemacht hätte. Ich weiss nicht wieviel Menschen Du auf diese Art schon das Popöchen gerettet hast, wahrscheinlich kann man's nicht zählen.

Und Danke auch an Hartmut der als zäher Knochen immer im richtigen Moment den Finger in die Wunde gelegt hat und einer der wichtigsten Stützpfeiler des Forums ist.

Und natürlich Danke auch an alle Anderen die mich in meiner Anfangszeit hier unterstützt haben.

So, jetzt ist's aber genug von dem Rumgeschleime hier. Nachher rutscht noch Jemand aus.

Kommen wir zu wichtigen Teil:


4 Jahrääääääääääääääääää

Antworten