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Frank

Wie ist das Leben nach dem Alkohol ohne Alkohol? Erfahrungsberichte und Lebensgeschichten von schon länger trockenen Alkoholikern im Alkoholforum.
Ein neues Thema bitte erst ab ein Jahr Trockenheit eröffnen.

Moderator: Moderatoren

NNGNeo
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Beitrag von NNGNeo » 18.04.2014, 00:11

hallo frank

sehr schöner text von dir ich habe ihn mir gleich 2 mal durchgelesen.
ich erkenne mich in deinem text in vielen sachen wieder, unter anderem in dieses hier:
Hatte Angst, mich als Alkoholiker zu outen.
und dieses hier:
Hatte Angst vor einem Leben ohne Spass, ohne uber die Straenge schlagen.
und das hier auch noch:
Ein Normalo zu werden.
das sind so die 3 sachen wo ich mich am meisten wiedererkenne.
genauso ging es mir am anfang meiner trockenheit auch, bis ich irgendwann gemerkt habe, das man alkohol gar nicht zum (über)leben braucht.
ach so, glückunsch zu 5 jahren trockenheit, eine starke leistung.
grüße
NNGNeo

claro
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Beitrag von claro » 18.04.2014, 08:15

Hallo Leute,

auf soviel Reaktion war ich gar nicht vorbereitet.
Vielen Dank fuer eure Eintraege bei mir!

Ich hoffe und wuensche mir, dass dies weitere Menschen ermutigt, den Schritt in die Trockenheit zu wagen.

Die rosarote Brille abzusetzen.
Sich an das Licht des Tages gewoehnen.

Neo, wenn du von starker Leistung sprichst, dann ehrt es mich.
Trifft es aber nicht genau.
Mein tagliches Nichttrinken ist keine tagliche Entscheidung.
Vielleicht manchmal noch Gelegenheiten, wo ich laut und deutlich sage, dass ich keinen Alkohol trinke.
Aber sonst ist es eine innere Einstellung.

Manch einer mag sich seinen TAg nicht ohne intensives Morgengebet, ohne Meditation oder ohne Kirchgang vorstellen.
Bei mir ist abstinent angesagt.
Ich mag nicht mehr anders.

Dies gilt fuer mich. Nicht fuer dich. Du kannst tun und lassen was Du willst, das ist deins.

Eine Einschrankung gibt es hierbei.
Meine Frau lebt mit mir alkoholfrei.
Anders geht es nicht.
Unser Zusammenleben.

Frank

zerfreila
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Beitrag von zerfreila » 20.04.2014, 12:02

Hi Frank,

herzlichen Glückwunsch zu Deinen fünf Jahren ohne Alkohol. - Bei mir handelt es sich auch nicht um eine täglich neue Entscheidung, ohne Alkohol zu leben, vielmehr ist es eine Ausrichtung, die seit einigen Jahren schon einfach Bestandteil meines Lebens geworden und geblieben ist. Trotzdem bleibe ich aber am Thema dran!

Alles Gute für Dich im sechsten Jahr! - Liebe Grüße, zerfreila

claro
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Beitrag von claro » 30.04.2014, 19:52

Halllo Zerfreila,
danke fuer die Glueckwuensche!

Ich hoffe, Du bist fit und es geht dir gut.

LG Frank

silberkralle
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Re: Frank

Beitrag von silberkralle » 02.05.2014, 09:24

glück auf frank
claro hat geschrieben: seid 5 Jahren alkoholfrei
gratulation

schöne zeit

:D
matthias

claro
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Beitrag von claro » 10.05.2014, 08:01

Hallo Leute,
ich moechte mich noch mal kurz melden.
Ich habe gerade ein grosseres Jammertal passiert.
Es ging mir finanziell eine Weile schlecht.
Ein paar Monate ohne Arbeit.
Ich bin selbstaendig und die erforderlichen Auftraege blieben weitgehend aus.
Das bedeutet, daß ich von geliehenem Geld leben muss.
Etwas sehr bedrueckendes.
Aber in der Krise lernt man.
Ueber sich selbst. Man entdeckt neue Wege. Wird selbstkritisch, muss sich neu ueberdenken.
Schlussendlich war es gut so.
Ich habe viel ueber mich nachgedacht. Meine Eigenarten. Wie andere damit leben. Mich sehen.

Statt mich regelmaeßig "wegzuballern", mich zu betaeuben, habe ich mich den Dingen gestellt.
Es ausgehalten.
Ich bin dabei arg an meine Grenzen gestossen.
Ab und an auch ein wenig darueber.
Aber ich habe sie erweitert. Meine Grenzen.

Die Realitaet war naemlich gar nicht sooo schlimm.
Nur meine Sichtweise der Dinge.
'
Ich bin nach wie vor gesund, lebe, alles nach wie vor gut.
Und ich bin stolz darauf, ein wenig gewachsen zu sein.

Warum ich das hier schreibe?
Weil ich mich jahrelang in solchen Situationen verkrochen habe. Gejammert. Meinen Trost im " guten Glas Wein" gesucht habe.
(es waren eher Flaschen)

Nach 5 Jahren ohne Alk ist das keine Alternative mehr.

Leute, eine Krise ist auch jedesmal ein Chance!
Wir koennen daraus gestaerkt hervorgehen.
Not macht erfinderisch. Da ist was dran.

Allen, die das hier lesen, ein schoenes Wochenende,
Frank

Carpenter
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Beitrag von Carpenter » 11.05.2014, 10:57

claro hat geschrieben:
Warum ich das hier schreibe?
Weil ich mich jahrelang in solchen Situationen verkrochen habe. Gejammert. Meinen Trost im " guten Glas Wein" gesucht habe.
(es waren eher Flaschen)

Nach 5 Jahren ohne Alk ist das keine Alternative mehr.

Leute, eine Krise ist auch jedesmal ein Chance!
Wir koennen daraus gestaerkt hervorgehen.
Not macht erfinderisch. Da ist was dran.

Allen, die das hier lesen, ein schoenes Wochenende,
Frank
Hi Frank,

wenn man so ein bißchen zwischen den Zeilen gelesen hat, konnte man das fast ein bißchen vermuten.

Interessanterweise ging es mir in diesem Winter nicht viel anders...ich hatte zwar im letzten Jahr sehr viele Aufträge, war zu 100 % ausgelastet, aber hohe Nebenkosten, Altlasten und vermutlich auch Fehlkalkulationen meinerseits haben das Firmenschiff in schwere See gebracht.

Genau wie bei Dir hat das aber nicht dazu geführt, daß ich meine Sorgen mit Alkohol betäubt habe, sondern ich bin die Probleme angegangen, habe nüchtern analysiert (in zweierlei Hinsicht :-)) und Gegenmaßnahmen eingeleitet.

Ich komme bei meinen Analysen immer wieder auf denselben Nenner:

Selbstmitleid ist der größte Feind der Problemlösung. Selbstmitleid verhindert Gegenmaßnahmen und zieht einen immer weiter ins Loch. Und letztendlich war unsere Sauferei auch nix anderes wie Selbstmitleid. Im Nachhinein kann ich mit Fug und Recht behaupten, daß ich mich früher solange weggesoffen habe, bis mir dieses Selbstmitleid gerechtfertig schien...andere hatten die Fehler gemacht, nicht ich. Und wenn andere die Fehler machen, dann muß ich ja nix an mir selbst ändern.

Und tatsächlich ändern tut sich nur was, wenn man die Verantwortung übernimmt, das Steuer wieder an sich reißt und den Kurs selbst vorgibt.

Unser Leben kennt keinen Autopiloten, wir steuern unser Fahrzeug selbst. Und wenn Hindernisse auf der Straße auftauchen, sind wir es, die dafür sorgen, ob wir auf das Hindernis auffahren oder aufmerksam dran vorbeihuschen.

Aktiv statt passiv durchs Leben (mein persönliches Ambivalent zum hier so gerne immer wieder mantraartig zitierten "Wer....findet Gründe" *hehe*).

Nüchtern ist aktiv, Saufen ist passiv. Somit ist Saufen keine Option mehr.

Ich freu mich, daß es Dir wieder besser geht, sich Deine Situation zu entspannen scheint und Du nach vorne schaust.

Schönen Gruß und schöne Zeit

Andreas

claro
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Beitrag von claro » 13.05.2014, 07:38

Hallo Andreas,
ich ist wohl so: Trinken hat bei uns Alkoholikern viel mit Selbstmitleid zu tun.
Schuld sind die andern, die dumme Ehefrau, die schlimmen Kunden, die boese Umwelt.

Die Ekenntniss dieser Mechanismen ist das eine, das Umsetzen der neuen Erkenntniss das andere.

Da bin ich sozusagen Novize.
Meine Umwelt ist nicht schlimm.
Ich kann froh sein, das ich so leben kann wie es tue.
Es gibt ne Menge Menschen auf der Welt, die wuerden sofort ihr rechtes Bein dafuer geben, wenn sie mit mir tauschen koennten,mein Leben leben duerften.
Es ist einfach oft die eigene Sichtweise der Dinge, die uns behindert.
Jammern und beschweren ist uns anscheinend angeboren. In die Wiege gelegt.
Hilft aber an keiner Stelle.

Frank

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