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Fragen von einer Partnerin

Wie ist das Leben nach dem Alkohol ohne Alkohol? Erfahrungsberichte und Lebensgeschichten von schon länger trockenen Alkoholikern im Alkoholforum.
Ein neues Thema bitte erst ab ein Jahr Trockenheit eröffnen.
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Befreiung
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Registriert: 22.09.2011, 18:28

Fragen von einer Partnerin

Beitrag von Befreiung » 03.12.2014, 11:08

Ich bin eine Ehefrau von einem Alkoholiker und schreibe ganz bewusst bei Euch. Denn niemand kann mir besser beschreiben, was in YX vorgeht.
Ich spreche die an von Euch, die es geschafft haben und aufklären können.
XY ist, wenn er getrunken hat, freundlich, einsichtig, zugänglich etc, aber wenn er nüchtern ist, ein Ekel, ungerecht, entwürdigend, eingeschnappt, verletzend und selbstverherrlichend.
Er trinkt schon seit 5 Jahren in Gesellschaft. Das hieß, jeden Tag nach Arbeit (ausschließlich Bier) mit den Kollegen und das 4 Tage von 5 in der Woche . Zu hause (Wochenende) blieb er nüchtern. Es machte ihm kein Spass mit mir Wein zu trinken.
Nun hat er seit 5 Wochen (keine Gelegenheit) sein trinken reduziert. Nüchtern ist er ein psychischer Tyrann, die Unzufriedenheit selbst, mobbt mit Schweigen und ignorieren, ein Ekel schlecht hin.
Er erwartet von mir, dass ich doch jetzt zufrieden sein müsste, da er nicht mehr so viel trinkt. Er versteht meine Intoleranz nicht. Nach 5 Wochen sollte man verzeihen können.
Was er vergisst, er hat sein 5 Jahren eine riesen Scherbenhaufen hinterlassen. Seine Verletzungen tun noch weh und “ bluten“ wenn er nüchtern ist, wieder mächtig.

Meine Frage an Euch, merkt er wirklich nicht, wie sehr er mich und Tochter verletzt?
Wann kommt die erste Einsicht auf sein vergangenes Verhalten uns gegenüber?
Nach wie viel Monaten (ohne Betreuung / Gespräche durch Fachleute) macht es „klick“?
Alles Gute Euch alle bei Eurem Kampf.

Martin

Beitrag von Martin » 03.12.2014, 12:28

Hallo Befreiung,

ich glaube deine Fragen kann dir niemand beantworten, wir kennen ihn ja nicht.

Hat er schon getrunken als du ihn kennen lerntest oder trank er da noch nicht ?

Es könnte doch sein dass sein Verhalten für ihn normal ist, sich mit Alkohol aber ändert.
Nun hat er seit 5 Wochen (keine Gelegenheit) sein trinken reduziert.Nun hat er seit 5 Wochen (keine Gelegenheit) sein trinken reduziert.
Was bedeutet "reduziert", trinkt er weniger, nichts oder heimlich ?

Wenn ich nicht mein Level hatte konnte ich auch launisch werden.

LG Martin

Elly
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Beiträge: 1134
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Geschlecht: Weiblich
Alkoholiker/in oder Angehörige/EKA: Alkoholikerin

Beitrag von Elly » 04.12.2014, 02:48

Hallo Befreiung!

Also ich finde es bedenklich, das Dein Mann nüchtern so ein Ekelpaket ist.

Und wenn er nur liebenswürdig ist, wenn er getrunken hat, darauf kannst Du doch
sicherlich getrost verzichten, oder???

Du selbst musst wissen, ob Du weiterhin Deinen Mann so ertragen kannst.
Vor 5 Jahren ist ja wohl schon etwas extrem verletzendes vorgefallen.

Aber Dein Nickname ist ja schon ein eindeutiger Hinweis, oder???

Ach, noch etwas... eigentlich ist die Wandlung eines Alkoholikers eher umgekehrt.
Von vorher nett wird er zum Ekelpaket, wenn er getrunken hat...

LG Elly

silberkralle
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Beitrag von silberkralle » 04.12.2014, 08:09

glück auf befreiung

ich denk (wie martin) ... er wird einfach ekelig wenn sein stoff fehlt.

sorg dafür, dass es dir gut geht!

schöne zeit

:D
matthias

Befreiung
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Beiträge: 17
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Beitrag von Befreiung » 04.12.2014, 12:34

Lieben Dank für Eure Antworten.
Nun ich habe festgestellt, dass XY wenn er Alkohol getrunken hat, entspannt, gelöst ist. Auch den nächsten Tag hält dies an. Wahrscheinlich gehört dies zur Persönlichkeitswandlung. Er braucht dann wieder Stoff um den alltäglichen Stress, die Anspannung zu bewältigen.
Und Alkohol ist für ihn ein Beruhigungsmittel. Daher entwickelt er sich beim Entzug zum Ekel. Geschlagen hat er uns noch nie.
Nun reduziert heißt, das er nur ein Tag in der Woche besoffen nach hause kommt. Und das ist sehr wenig im Verhältnis zu vorher.
Also ich mache schon sehr lange etwas für mich.
Ich gehe in Richtung mein eigens Leben. Es war ein harter Schritt diese Wandlung bei mir. Es liegen 17 Jahre hinter uns. Das tut weh.
Ich will ihn verstehen, um besser Abschied zu nehmen. Mir selber erklären, dass es eigentlich eine Krankheit ist. Das er mir nicht bewusst weh tun will mit dem psychischen Terror. Das er eigentlich nichts dafür kann.
Ich will es mir erleichtern.
Was ich nicht glauben will, das er der einzige ist der sich so verhält. Vielleicht erkennt sich noch jemand und schreibt mir. Vielen Dank.

Martin

Beitrag von Martin » 04.12.2014, 19:28

Hallo Befreiung,
Er braucht dann wieder Stoff um den alltäglichen Stress, die Anspannung zu bewältigen.
so ist das also :!:
Nun reduziert heißt, das er nur ein Tag in der Woche besoffen nach hause kommt.
Nur noch :?:
Mir selber erklären, dass es eigentlich eine Krankheit ist. Das er mir nicht bewusst weh tun will mit dem psychischen Terror. Das er eigentlich nichts dafür kann.
Du brauchst dir nichts zu erklären, es reicht dass du weisst das es eine Krankheit ist.

Dass er euch nicht absichtlich weh tun will glaube ich, das liegt am (fehlenden) Alkohol.

Er kann aber ganz einfach was ändern, einen Entzug machen und trocken bleiben.

LG Martin
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alk_örgs
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Registriert: 01.12.2014, 21:30

Beitrag von alk_örgs » 07.12.2014, 16:10

Befreiung hat geschrieben:Lieben Dank für Eure Antworten.
Nun ich habe festgestellt, dass XY wenn er Alkohol getrunken hat, entspannt, gelöst ist. Auch den nächsten Tag hält dies an. Wahrscheinlich gehört dies zur Persönlichkeitswandlung. Er braucht dann wieder Stoff um den alltäglichen Stress, die Anspannung zu bewältigen.
Und Alkohol ist für ihn ein Beruhigungsmittel. Daher entwickelt er sich beim Entzug zum Ekel. Geschlagen hat er uns noch nie.
Nun reduziert heißt, das er nur ein Tag in der Woche besoffen nach hause kommt. Und das ist sehr wenig im Verhältnis zu vorher.
Also ich mache schon sehr lange etwas für mich.
Ich gehe in Richtung mein eigens Leben. Es war ein harter Schritt diese Wandlung bei mir. Es liegen 17 Jahre hinter uns. Das tut weh.
Ich will ihn verstehen, um besser Abschied zu nehmen. Mir selber erklären, dass es eigentlich eine Krankheit ist. Das er mir nicht bewusst weh tun will mit dem psychischen Terror. Das er eigentlich nichts dafür kann.
Ich will es mir erleichtern.
Was ich nicht glauben will, das er der einzige ist der sich so verhält. Vielleicht erkennt sich noch jemand und schreibt mir. Vielen Dank.

Hallo Befreiung,

das ist der klassische (weibliche) Weg, Entscheidung innerlich getroffen, über kurz oder lang mit sich hadern und bzw. Argumente suchen; die passenden finden sich, nicht so ganz passende passen ja fast und die, die gar nicht passen, die gibt es nicht ;-). Das ist nun mal so und nur menschlich. Wenn ich das richtig verstehe trinkt Dein Mann weiter, wenngleich reduziert, wenn er um Deiner Willen reduziert hat, wird es für ihn ein böses Erwachen, und er wird eine Weile brauchen zu begreifen, dass der Zug abgefahren ist (Männer sind da halt anders) und alles nichts genutzt hat usw. Hast Du mal erfahren, wie er „wirklich“ ist, wenn er lange zeit nicht nicht trinkt, also nicht nur in seinen Trinkpausen ? Wenn nicht, dann wirst Du es wohl kaum noch erleben können - sicher ist da gar nix, LangzeitabstinenzlerInnen können ebenfalls sehr eklig sein.

lg alk_örgs

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