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Walk the line.

Wie ist das Leben nach dem Alkohol ohne Alkohol? Erfahrungsberichte und Lebensgeschichten von schon länger trockenen Alkoholikern im Alkoholforum.
Ein neues Thema bitte erst ab ein Jahr Trockenheit eröffnen.

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Linde66
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Re: Walk the line.

Beitrag von Linde66 » 19.06.2019, 10:41

Was für eine schöner Bericht! Ich freu mich für euch!
Bei mir lief es damals ganz anders, es war so traurig.
Ich hatte das Abi in der Tasche, niemanden hatte es interessiert und schon gar nicht meine ständig betrunkene Mutter. Sie war Spiegeltrinkerin und hat sich weder für Katastrophen, noch für Erfolge interessiert, konnte sie gar nicht. Sie war wie tot. Schlimme Erinnerungen sind das.
Inzwischen bin ich 53 und sie ist seit ca. einem halben Jahr trocken - glaube ich. Denn sowohl das Trinken als das Aufhören geschahen/geschehen "heimlich".

Was ich damit sagen will, genießt diese hellwache, lebendige Zeit. Sie ist sooo kostbar. Du ahnst nicht was es für ein EK bedeutet, wenn die Mutter endlich trocken wird und endlich ansprechbar, greifbar, anwesend ist.
Ich freu mich für jeden, der trocken wird, aber für trockene Mamas freu ich mich am meisten, weil damit auch die Kinder soooo entlastet werden.
Lieber Gruß, Linde

Slowly
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Re: Walk the line.

Beitrag von Slowly » 28.06.2019, 07:27

Hallo Linde,

vielen Dank für dein feedback, es bedeutet mir sehr viel, bzgl. dir als Mensch und dir als EK.

Ich weiß es natürlich nicht, was passiert wäre, wenn ich weiter getrunken hätte, aber es ist zu vermuten, dass es negative Wirkung gehabt hätte, darum bin ich dem Schicksal sehr dankbar.

Es ist wirklich erstaunlich und auch irgendwie berührend und (als irgendwie unangebrachtes Wort) interessant, dass bei deiner Mutter alles heimlich passierte/passiert.

Ich sehe daran wie unterschiedlich die Menschen ihren Alkoholismus ausleben und dass es halt mal gar nichts bringt es heimlich zu machen, denn die Auswirkungen ziehen sich in jedes menschliche Zusammenspiel, auch wenn der Stoff sogar nur begrenzt konsumiert werden würde, ihn zu konsumieren, um Problem zu betäuben, raubt einem die Möglichkeit im seelischen Bereich wirklich weiterzukommen.

Sogar jetzt nach 7 Jahren merke ich genau die Situationen, die ich mir früher ertragbar getrunken habe, da ich das nun nicht mehr mache, macht das Leben machmal wirklich mühsam.

Aber ich gehe trotzdem nicht alleine durch meine Ängste, ich habe inzwischen Freunde, die mir wirkliche Freunde sind, weil ich gelernt habe offen zu sein, der Alkohol war immer nur ein schlechter Kumpel. ;)


Dir alles Gute und natürlich auch deiner Mutter.

Liebe Grüße

Slowly

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