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Walk the line.

Wie ist das Leben nach dem Alkohol ohne Alkohol? Erfahrungsberichte und Lebensgeschichten von schon länger trockenen Alkoholikern im Alkoholforum.
Ein neues Thema bitte erst ab ein Jahr Trockenheit eröffnen.

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Correns
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Re: Walk the line.

Beitrag von Correns » 09.04.2020, 13:25

Hallo an eine Slowly,

Meditation und Achtsamkeit klappt bei mir leider nicht so richtig. Meine meist ungeduldige Grundhaltung hindert mich sehr daran.
Bei meiner Therapie habe ich vor drei Wochen auf die online-Variante gewechselt. Nach der ersten Stunde, die sich ziemlich unnatürlich angefühlt hat, lief es beim nächsten Termin fast "normal". Wobei meine Therapiestunden meist nie so richtig normal sind.

Nach einigen Wochen im HomeOffice habe ich mitunter etwas Lagerkoller. Glücklicherweise habe ich trotz der aktuellen Lage keinen Drang mich mit Alkohol zu betäuben.

Viele Grüße und bleib gesund
Correns

Slowly
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Re: Walk the line.

Beitrag von Slowly » 13.04.2020, 10:39

Hallo Correns,

Danke für deine offenen Worte,
dass bei mir irgend etwas "normal" sein könnte, habe ich inzwischen schon zu den Akten gelegt.
Jetzt heißt es eher sich mit der "Abnormalität" zu arrangieren.

Ich denke ich werde mich auch bald dazu durchringen, eine der möglichen Therapievarianten zu besuchen.

Am Anfang der Krise hatte ich ein bis zwei Stunden eines WEB Seminars ( einer relativ bekannten Traumatherapeutin besucht, die diese Stunden zur Unterstützung in der Krise angeboten hatte bzw. immer noch tut.

Obwohl ich ihre sonstigen ( tiefer gehenden Angebote ) sehr schätze, ging mir dieses Angebot ruckzuck auf den Keks.

Ich glaube ich kann noch an meiner Toleranzschwelle arbeiten..... ;)

Herzliche Grüße an dich und die Terassen-Butterbrezel-Connection...... Slowly

Slowly
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Re: Walk the line.

Beitrag von Slowly » 27.04.2020, 09:29

Guten Morgen Forum,

mir geht es ziemlich gut.

Wie es manchmal so ist, sind mir zwei ( für mich ) gute Bücher in die Hände gefallen, die seit vielen Jahren in meinem Bücherregal vor sich hin oxidieren.;)
Als ich sie das erste Mal las, habe ich vielleicht etwas aus ihnen gezogen, was ich aber inzwischen nicht mehr rekapitulieren kann, es wird aber so gewesen sein, sonst würden sie nicht mehr dort stehen.
Inzwischen bin ich um Jahre weiter in meiner Entwicklung, was aber nicht unbedingt etwas bedeuten muss, denn man kann sich ja auch Jahre mit Verdrängung entwicklen, was dann schlussendlich auch mit keiner Befreiung einhergeht, sondern oft eher mit einer Suchtverlagerung, was ich am eigenen Leib erfahren durfte/darf.
Doch nun haben mir diese beiden Bücher noch einmal eine neue Erkenntnis gebracht, die ich hier kurz teilen will.
Also die Erkenntnis an sich ist mir nicht neu, eher die Genauigkeit der beiden Bilder, ( Planet und Trabant ) und die Möglichkeit diese Erkenntnis auf mein Leben zu übertragen.

Es gibt Menschen, die sich ( in "gesunder oder ungesunder" Weise, es liegt ja immer am Umfang ) hauptsächlich um sich selbst drehen.
Dies war mir in den vergangenen Jahrzehnten wenig, doch seit ich keinen Alkohol mehr trinke im etwas größeren Umfang möglich.
Tief im Inneren, vor allem wenn es um das Thema Liebe geht, bin ich aber eher jemand, der sich im stetigen Kreisen um den anderen dreht und dabei gerne das Kreisen um mich selbst hinten anstellt.

Ich hatte eine lange Beziehung in der das vom anderen gewünscht war ( so weit so (nicht) gut, da ich in dieser Beziehung sehr viel meiner Bedürfnisse hinten angestellt hatte ), inzwischen habe ich mich jedoch daraus befreien können, bin aber schnurstracks wieder in eine Beziehung ( eher eine gute Freundschaft ) getapst, in der derjenige damit offensichtlich nicht so viel anfangen kann, bzw. die Beziehung überhaupt nicht dazu ausgerichtet ist.

Nun habe ich gelitten und gezweifelt und wusste mir einfach nicht zu helfen, es hat irgendwie gehakt, die guten Gefühle waren das eine, der Mensch auch völlig korrekt in seiner Art und Weise mir gegenüber, alleine ich war immer noch verzweifelt, süchtig, unglücklich ( manchmal, im Kern ).....mein Leben konnte ich trotzdem weiter leben, offensichtlich alles ok, innerlich jedoch sehr oft zerrüttet.

Nun jedoch fielen mir diese Bücher in die Hände und ich habe ( so glaube ich ) auf einer tieferen Ebene verstanden, was es bedeutet für sich selbst da zu sein.

Es ist als ob beim ersten Mal des Lesens der Bücher, die Körner der Erkenntnis auf einen trockenen Boden gefallen sind, auf dem sie zwar ruhen aber nicht keimen konnten, jedoch durch stetige jahrelange Auseinandersetzung mit mir selbst und meinen Ängsten, durch den Mut durch Schmerzen und Furcht hindurch zu gehen, durch Liebe und Zuneigung, die nicht verloren gegeben wurde, von beiden Seiten, konnten nun die Körnchen der Wahrheit und Liebe ( in einem durchgeackerten Boden ;) ) endlich keimen......

Ich hoffe es zumindest.......ich bleibe d´ran....Tag für Tag, Stunde für Stunde....das beste Rezept von allen .....;)
......

LG Slowly

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