Startseite - PortalHilfsangebote der SuchthilfeSelbsthilfeforumInformationen zur Suchthilfe

Tod einer Freundin, akute Rückfallgefahr

Wie ist das Leben nach dem Alkohol ohne Alkohol? Erfahrungsberichte und Lebensgeschichten von schon länger trockenen Alkoholikern im Alkoholforum.
Ein neues Thema bitte erst ab ein Jahr Trockenheit eröffnen.

Moderator: Moderatoren

Antworten
Linde66
Moderatorin
Moderatorin
Beiträge: 19988
Registriert: 08.10.2008, 23:13
Geschlecht: Weiblich
Alkoholiker/in oder Angehörige/EKA: EKA

Beitrag von Linde66 » 22.02.2018, 11:49

Hallo Konstanze,

mein Beileid zum Tod deiner Freundin. :( Ich glaub dir, daß du unter Schock stehst.

Du hast aber das Leben auch verdient, auch ein ungedämpftes Leben. Denn nur ohne Dämpfung kann man alle Höhen und Tiefen erleben. Das gehört irgendwie zusammen. Auch wenn es gerade sehr schmerzhaft und aufwühlend ist.

Ich drück dich mal.

Liebe Grüße, Linde

Martin

Beitrag von Martin » 22.02.2018, 13:08

Hallo Konstanze,

mein Beileid zum Tod deiner Freundin :(

Auch wenn du für dich trocken bleiben solltest,

was würde deine Freundin denken wenn du wieder trinkst :?:

Beim Tod meiner Mama war mir das für die ersten Tage eine große Hilfe.

LG Martin

Hans im Glück

Beitrag von Hans im Glück » 22.02.2018, 14:17

Hallo Konstanze,

mein Beileid.
Trauer und Erschütterung über den Verlust eines geliebten Menschen sind schwer auszuhalten, aber doch Teil unseres Lebens.
Es gibt auch kein Rezept: du das, tu diese...

Wie Linde schreibt: natürlich hast auch du dein Leben verdient, in vollem Umfang.
Es ist dein Leben und es ist zu kostbar, um es mit ALK zu betäuben.

Außer eigener Erfahrung weiß ich, um wieviel stärker die Depression wieder kommt, wenn ich getrunken habe.
Es gibt zwar eine kurzfristige Dämpfung der Emotionen, aber die hält nicht lange.

Also schreib lieber hier und berichte über deine Gedanken, der Austausch kann dir helfen.

Liebe Grüße
Hans

Calida78
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 2601
Registriert: 13.07.2015, 11:13

Beitrag von Calida78 » 22.02.2018, 16:54

Hallo Konstanze,
das tut mir sehr leid. Die anderen haben schon so wichtiges geschrieben. Ich hatte auch lange das Bedürfnis, mich zu betäuben. Aber ich habe gelernt. Du kannst, was passiert ist, nur nüchtern verarbeiten. Du kannst Dich auch nur mit klarem Kopf heilen. Betäubst Du Dich, wird der Schmerz trotzdem wiederkommen und mit noch größerer Wucht. Er kann mit der Zeit nur weniger weh tun, wenn Du ihn zulässt, mit klarem Kopf. Gibt es etwas, das Du jetzt gerne tun würdest?
Baden, einen Film schauen, Dein Lieblingsessen essen? Das sind vielleicht kleine Trostspender. Vielleicht können sie Dir trotzdem helfen, bevor Du was tust, was Dir schadet.
Liebe Grüße
Calida

Hans im Glück

Beitrag von Hans im Glück » 23.02.2018, 15:02

Hallo Konstanze,

ich habe Jahrzehnte lang versucht meine Depression, die ich nicht wahrhaben wollte, im Alkohol zu ertränken, von dem ich nicht wahrhaben wollte, dass er das Problem schlimmer macht.

So saß ich in einem selbstgemachten Gefängnis fest.
Irgendwann konnte ich erkennen, daß die Tür nicht verschlossen ist und das es an mir ist, auszubrechen.

Ich habe mit der Tatsache, Alkoholiker zu sein, nicht so sehr zu kämpfen gehabt, wie mit der Diagnose der Depression.

Aber bei beiden half nur die Kapitulation, auch wenn das Wort sich nach versagen und Schwäche anhört.
Aber es ist m.M. nach wichtig.
Die Alkoholkrankheit kann ich genauso wenig 'besiegen', wie die Depression.

Der Gedanke: 'du bist nicht's wert' geistert auch durch mein Hirn, aber langsam krieg ich ihn zu fassen und stelle fest:
er stimmt nicht. Das begreife ich mit Hirn und Herz, zugegeben: nicht immer, ich übe noch.

Wenn wir hier schreiben, z.B. Tagebuch führen, dann hilft das ungemein: gegen das Vergessen, gegen das Verdrängen, für neue Gedanken.


Versuch es, es geht um dich.

Liebe Grüße
Hans

Antworten