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365 Tage ohne

Wie ist das Leben nach dem Alkohol ohne Alkohol? Erfahrungsberichte und Lebensgeschichten von schon länger trockenen Alkoholikern im Alkoholforum.
Ein neues Thema bitte erst ab ein Jahr Trockenheit eröffnen.

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bere
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Beitrag von bere » 24.03.2018, 09:02

Hallo Carl Friedrich,

Ich habe da auch nur meine Anfangszeit beschrieben. Freunde, denen ich es nicht gleich auf die Nase gebunden haben, waren verwirrt, so kannten sie mich ja nicht.
Meine Familie und auch mein Freundeskreis mussten sich an diese Situation auch erst einmal gewöhnen und werde ich jetzt zu einer Feier geladen, wird nur noch gefragt, Fassbrause oder Tomaten Gemüse Saft :-)
Ohne dieses Umfeld, wäre ich jetzt nicht da, wo ich gerade stehe.

Liebe Grüße Berit

Hull

Beitrag von Hull » 24.03.2018, 16:11

bere hat geschrieben:Ständig wurde ich gefragt, was du trinkst nicht mehr? In der heutigen Gesellschaft ist Alkohol so stark verankert, dass man echt "out" ist, wenn man nein sagt.
Hallo Bere,

wie war denn dein allgemeines Verhalten beim Alkoholmissbrauch? Bist du erträglich gewesen? Bin nun auch ein Jahr nüchtern und bei mir waren die meisten bereits aus ihrem eigenen Interesse froh, dass ich keinen Alkohol mehr anrührte. Von den gleichgesinnten Bierbankgenossen habe ich mich gleich zu Beginn getrennt, hier wären die Antworten natürlich auch so wie bei dir ausgefallen. Aber das ist umso besser, da es die Entscheidung erleichtert. Allgemein begründe ich meine Entscheidung nicht, es ist eben gerade nichts außergewöhnliches, keinen Alkohol zu trinken. Wer dabei ernstlich anderer Meinung ist, ist meistens selbst irgendwie in der Gefahrenzone, Alkoholiker zu sein oder ist von sonstigen eigenen Interessen geführt. Auf sachlicher Ebene lassen sich keine logischen Argumente gegen die Nüchternheit anführen, das sollte uns immer bewusst sein.

Gruß

Carl Friedrich
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Beitrag von Carl Friedrich » 24.03.2018, 19:09

Hull hat geschrieben: Allgemein begründe ich meine Entscheidung nicht, es ist eben gerade nichts außergewöhnliches, keinen Alkohol zu trinken.
Genau so handhabe ich es auch. Ich schulde nur einer Institution 'ne Erklärung, nämlich dem Finanzamt die Steuererklärung.


@bere: Fassbrause kann triggern, sofern sie auf Bierbasis hergestellt ist. Auch kann sie dann noch in geringem Maße Alkohol enthalten wie das sog. "alkoholfreie", in Wirklichkeit jedoch alkoholarme Bier.

Also hab das Problem besser mal auf dem Schirm. Nachher trinkst Du die sog. Brause und wunderst dich plötzlich, woher der Suchtdruck denn herkommt.

Wenn das Zeug in Flaschen ausgeschenkt wird, erst recht. Denn die Fassbrause-Flaschen, die ich kenne, sind sog. Longneck-Flaschen. Mit denen assoziiert mein Auge nichts anderes als Bier und macht mich womöglich kirre.

Gruß
Carl Friedrich

bere
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Beitrag von bere » 09.04.2018, 09:49

Hallo Hull,

Ich denke, ich war nicht zu ertragen. Ich war ständig extrem gereizt. Ich hab einen Sohn und ihn bin ich oft ohne Grund einfach angefahren. Ich bin jetzt viel entspannter und gelassener. Unser Leben ist harmonischer.

@ Carl Friedrich ich habe das mehr als auf dem Schirm. Ich assoziiere diese Flaschen nicht mit Bier, das hab ich noch nie gern getrunken. Ich meide für mich einfach Weingläser. Ich habe einmal eine Schorle aus einem Weinglas getrunken und gemerkt, dass ich das nicht kann, nicht bereit dafür bin. Dieses Glas hat nicht den Drang zum Trinken ausgelöst, es fühlte sich nur merkwürdig an.

LG Berit

Carl Friedrich
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Beitrag von Carl Friedrich » 09.04.2018, 15:57

bere hat geschrieben:Dieses Glas hat nicht den Drang zum Trinken ausgelöst, es fühlte sich nur merkwürdig an.
Hallo bere!

Genau deshalb habe ich all meine Biergläser entsorgt.

Und beim nächsten Mal bleibt es womöglich nicht nur bei dem komischen Gefühl, evt. stellt sich mächtig Suchtdruck ein. Und der kann in einem Vorfall enden.


So viel zu einem kleinen Teil meiner persönlichen Risikominimierung.

Gruß
Carl Friedrich

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