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Warum muss ich Stärke zeigen?

Wie ist das Leben nach dem Alkohol ohne Alkohol? Erfahrungsberichte und Lebensgeschichten von schon länger trockenen Alkoholikern im Alkoholforum.
Ein neues Thema bitte erst ab ein Jahr Trockenheit eröffnen.

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Karsten
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Warum muss ich Stärke zeigen?

Beitrag von Karsten » 20.10.2018, 12:05

Ich möchte hier im offenen Bereich ein neues Thema eröffnen, das Gedanken beinhalten soll, die mich schon viele Jahre beschäftigen.

Die ersten Jahre meiner Nüchternheit war ich ja auch dem gesellschaftlichen Druck unterlegen, mich behaupten zu müssen und Stärke zu zeigen.
Gerade in der Arbeitswelt wird ja Schwäche gnadenlos ausgenutzt.

Wenn ich hier im Forum so manche Lebensgeschichten verfolge, habe ich oft das Gefühl, viele wollen einfach nicht über ihre Schwächen schreiben. Da wird nach einem oder zwei Jahren Nüchternheit ein Leben beschrieben, wo der Gedanke an Alkohol überhaupt nicht mehr vorkommt.
Es wird eine Stabilität beschrieben, wo ich mich frage, ob das alles so sein kann.

FÜR MICH ist es oft unglaubwürdig, zu mindestens geschönt, wenn jemand nach kurzer Nüchternheit so gefestigt sein will, dass er oder sie nie wieder Alkohol trinkt.

Ich will ja von mir schreiben.

Mir ging es gerade wieder bei dem Thema der Freizeitgestaltung durch den Kopf.

Ich war ja vor 20 Jahren in einer Selbsthilfewohngemeinschaft und auch in realen SHG.
Überall war eines der wichtigsten Themen die Freizeitgestaltung und damit eventuelle Langeweile.
Ich kannte ja nur ein paar Saufkumpel und hatte sonst keine Freunde und auch meine Familie wollte von mir nichts mehr wissen.

Ich war froh, dass ich in dieser Wohngemeinschaft den ganzen Tag beschäftigt war und auch Menschen zum reden hatte.
Heute wird sich das wohl kaum noch einer „antun“, den ganzen Tag umsonst zu arbeiten, nur um nüchtern zu bleiben. Heute werden Süchtige viel früher aufgefangen. Man liest es ja auch oft an der Erwartungshaltung, was eine Therapieeinrichtung bieten muss oder welche Wünsche sonst so geäußert werden.

Ich empfand es damals nicht als „mir antun“, sondern ich war dankbar umsonst arbeiten zu können, weil ich so nüchtern bleiben konnte.

Ich schreibe hier sehr viel von meinen Gefühlen, meinen Stimmungen und das auch oft ohne groß nachzudenken, wie das wohl ankommen könnte.
Das ist es aber, was ich von einer SHG ( ob real oder online ) erwarte. Ich möchte mir nicht jedes Wort überlegen, nur um gut rüber zu kommen, damit mich die Anderen für den Größten halten.

Bin nun fast 20 Jahre trocken, aber mein Leben ist nicht nur heiterer Sonnenschein, sondern beinhaltet auch sehr viel Regen.

Warum sollte das nicht so sein? Nur weil ich keinen Alkohol mehr trinke, sind ja nicht auch alle Probleme verschwunden. Im Gegenteil, ohne Alkohol sind sie gefühlsmäßig stärker vorhanden.

Ich möchte hier nicht nur über meine guten Lebenssituationen schreiben und allen irgendwie weismachen, ich habe ein immer zufriedenes Leben. Ich würde mir unehrlich vorkommen, denn es ist ja auch für mich unglaubwürdig, wenn ich hier solche Lebensgeschichten lese.

Ich muss nicht immer der Stärkste und Größte sein, sondern ich will ich bleiben, mit allen guten, aber vor allen auch schlechten Seiten.

Was bringt es, wenn ich hier nach kurzer Zeit von meinem doch so schönen Leben berichte?
Oft wird meiner Meinung nach auch bewusst gewusst gegen Erfahrungen geschrieben, die sehr, sehr viele heute über Jahre trocken lebende Alkoholiker-innen gemacht haben.

Will man eine Ausnahme sein oder kann man sich nicht wirklich mit einem Alkoholiker identifizieren?
Ich habe kein Problem damit, mich als damaligen Penner zu sehen, der ich ja war.
Ich habe mein Leben wieder auf die Reihe bekommen, aber ich muss auch heute noch Krisen überwinden, die an meine Grenzen gehen.

Das kann ich aber auch offen zugeben, denn es ist mein Leben, über das ich hier auch schreiben will.

Jemand, de hier nach Monaten oder ein, zwei Jahre schreibt, bei ihm sei alles wieder in Ordnung, mit dem kann ich mich nicht austauschen, weil ich es einfach nicht glaube.

Vielleicht sehe ich es ja auch falsch und es liegt einfach nur daran, das es diese Alkoholiker, wie vor 20, 30 Jahren nicht mehr gibt, die alles dafür tun würden, nur um nicht mehr saufen zu müssen?

Karsten

NNGNeo
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Re: Warum muss ich Stärke zeigen?

Beitrag von NNGNeo » 21.10.2018, 02:52

hallo karsten

ich habe nach ein paar monaten oder die ersten 2 - 3 jahre nicht wirklich das gefühl gehabt wirklich trocken zu sein. ich habe alkoholabstinent gelebt aber das war auch schon alles. die ersten jahre war der alkohol natürlich nicht mehr so präsent wie ganz am anfang, aber er war doch immer noch in meinen kopf. ich hatte immer wieder mal suchtdruck, auch in den ersten jahren. der stabilste war ich nicht, sich dann nach den ersten monaten einzureden das man sich sicher ist nie wieder alkohol zu trinken halte ich für bullshit.
ich bin jetzt 6 jahre trocken, ich habe mich stabelisiert und ich kann von mir behaupten das ich heute trocken bin, nicht nur körperlich sondern auch geistig. ich brauche keinen alkohol mehr, ich bin mittlerweile stabil. das hat aber schon ein paar jahre gedauert bis es so weit war.

aber ich kann auch jetzt nach 6 jahren trockenheit nicht sicher sein das ich nie wieder trinke. woher soll ich das denn wissen, ich bin doch kein hellseher und kann nicht in die zukunft schauen. als ich hier damals aufschlug war ich noch nass, kannte aber den weg den ich gehen musste um trocken zu werden. noch bevor ich mich hier angemeldet hatte war ich bereits beim arzt und habe mich um einen platz in einer klinik gekümmert, doch auf diesen musste ich leider noch etwas warten.

ich wollte einfach nicht mehr saufen, egal wie. ich war einfach nur froh das ich endlich hilfe bekommen habe, da war es mir egal das ich für 3 wochen in eine entzugsklinik musste, im gegenteil ich war froh das ich dort war. wenn es hätte sein müssen wäre ich dafür einmal um die ganze welt gereist, egal hauptsache nicht mehr trinken müssen. deswegen kann ich einfach nicht verstehen wenn manche im vorstellungsbereich einfach nicht zum arzt gehen wollen aber doch unbedingt mit dem saufen aufhören wollen.

und ja, ich bin zwar trocken, habe aber genau solche probleme wie alle anderen auch. mein leben ist nicht nur friede freude eierkuchen nur weil ich trocken bin. ich kann sie nur mit meiner trockenheit besser lösen und nicht nur mit alkohol wegsaufen die ja dann sowieso am nächsten tag wieder da sind. ich bin nicht immer nur stark, im gegenteil ich habe auch meine schwächen. all das macht mich zu den menschen der ich bin, der auch seine macken hat wie jeder andere auch. ich bin nichts besonderes, sondern nur einer von vielen.

es gibt sie noch, die alkoholiker die alles dafür tun würden nicht mehr saufen zu müssen, ich habe aber das gefühl das es davon nicht all zu viele gibt.
grüße
NNGNeo

Mario B.
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Re: Warum muss ich Stärke zeigen?

Beitrag von Mario B. » 21.10.2018, 05:42

Hallo,
Karsten hat geschrieben:
20.10.2018, 12:05
Vielleicht sehe ich es ja auch falsch und es liegt einfach nur daran, das es diese Alkoholiker, wie vor 20, 30 Jahren nicht mehr gibt, die alles dafür tun würden, nur um nicht mehr saufen zu müssen?
NNGNeo hat geschrieben:
21.10.2018, 02:52
ich habe aber das gefühl das es davon nicht all zu viele gibt.
Die Frage die sich mir beim Lesen des Eingangspostings stellt: gab es diese denn früher wirklich in höherer Anzahl? Gibt es hierfür auch Belege oder Statistiken oder ist diese Aussage eher in den Bereich "Früher war alles besser" einzuordnen mit der klassischen Sehnsucht nach einer (eigenen) vermeintlich großartigen Vergangenheit?

Die unzähligen Alkoholkranken höheren Alters mit hohen zweistelligen Krankenhausentgiftungen und bereits mehreren Therapien von denen man quer durch die Foren liest bestätigen diese These m.E. auf jeden Fall nicht.

Zudem sollte man nicht vergessen dass sich halt auch die Zeiten und Methoden geändert haben, vor 30 Jahren sass ich auch oft unangeschnallt in Autos in denen geraucht wurde. :lol:

Gruss,

Mario B.

Cadda
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Re: Warum muss ich Stärke zeigen?

Beitrag von Cadda » 21.10.2018, 09:29

Guten Morgen in die Runde,

ein interessantes Thema. Ich versuche mal zu erklären, wie es bei mir ist. Ich bin zwar erst seit etwas über einem Jahr trocken, aber ich behaupte für mich, dass ich definitiv nie wieder trinken werde. Ich bin im Kopf gedanklich wahnsinnig weit. Ich lerne immer noch neu dazu und das wird auch nie aufhören, weil ich mich immer mit dem Thema beschäftigen werde, aber ich habe auch nicht erst angefangen, mich mit dem Thema auseinander zu setzen, als ich aufgehört habe zu trinken. Vielleicht liegt es daran, dass ich das Gefühl habe, im Kopf recht weit zu sein. Ich habe noch getrunken und mich trotzdem schon gedanklich auf ein Leben ohne Alkohol vorbereitet. Damit meine ich nicht das typische verkaterte Denken "Nie wieder Alkohol". Nein... Ich wusste schon lange, dass ich abhängig bin. Ich wollte schon lange weg von dem Zeug. Habe hier über Jahre gelesen. Tagebuch für Tagebuch verschlungen und die ganzen Ratschläge und Methoden aufgesaugt, wie ein Schwamm. Als ich dann aufgehört habe zu trinken, kamen keine Gedanken, frei nach dem Motto "Jetzt weiß ich ja, wie aufhören geht. Nun kann ich vielleicht doch irgendwann zu besonderen Anlässen was trinken und einfach wieder aufhören". Nein. Ich wusste von Anfang an, dass hier das Suchtgedächtnis versucht, einen zu überzeugen und dass ich niemals wieder etwas trinken können werde. Auch diese Gedanken "Nun hab ich soooo lange nichts getrunken, ich hab es jetzt sicherlich unter Kontrolle" kamen bei mir niemals auf, weil ich bereits vor dem Aufhören aus diesem Forum wusste, dass solche Gedanken ebenfalls absoluter Schwachsinn sind. Ich habe mich hier im Forum so viel über alles informiert, dass ich eine schriftliche Prüfung hätte ablegen können, ich hätte wohl bestanden. Aber eben nur in der Theorie :-D

Vermutlich hat es bei mir auch deshalb so lange gedauert, von der Erkenntnis, Alkoholikerin zu sein, bis zu dem Schritt endlich aufzuhören. Weil ich genau wusste, dass es kein Zurück mehr gibt. Ich wusste, wenn ich aufhöre, werde ich NIEMALS wieder in meinem ganzen Leben Alkohol trinken können, ohne wieder in der Abwärtsspirale zu landen. Der Gedanke NIE WIEDER hat mir Angst gemacht. Ich hab doch schließlich so gern getrunken, zumindest die ersten Gläser waren ein so tolles Gefühl. Alles was danach kam, natürlich nicht. Ich bin nie mit dem Gedanken an diese Trockenheit herangegangen, dass ich erstmal aufhöre zu trinken und dann von Tag zu Tag lebe und nüchtern bleibe. Für mich war immer klar, entweder ganz oder gar nicht und entweder nie wieder oder ich brauch gar nicht erst aufhören. Ich hab es also hinausgezögert, weil ich wusste, wenn ich JETZT aufhöre, dann für immer. Trotzdem wollte ich das. Unbedingt. Nur der Zeitpunkt stand noch nicht fest für mich und solange hab ich hier gelesen und gelesen.

Als dann endlich mein persönlicher Tiefpunkt erreicht war (jedes Mal, wenn ich das schreibe, denke ich an meinen Ex-Mann und schicke ihm ein DANKE in die Luft, dafür, dass er mich so schonungslos behandelt hat), war für mich klar: Das war es jetzt. Ende. Niemals in meinem Leben wieder Alkohol.


Ich will nicht sagen, dass es mir immer leicht viel. Ganz sicher nicht. Aber bei mir persönlich fiel es einfach weg, mich mit meinem Suchtgedächtnis auseinander zu setzen. Ich habe da direkt denken können "Nein, stimmt nicht. Geht nicht. Mach ich nicht", wenn die Gedanken an Alkohol kamen. Keine Diskussion zwischen Engelchen und Teufelchen. Absolut nicht.

Ich habe bereits mehrfach darüber berichtet, wie ich mit Gedanken an Alkohol umgegangen bin. Wenn ich Lust verspüre, dachte ich den Gedanken zu Ende. Wie geht die Sache aus, wenn ich jetzt Wein trinke. Das kam in den ersten Monaten ziemlich oft vor. Aber ist das schon richtiger Suchtdruck? Ich weiß es nicht. Ich hab mir mal vor lauter Verzweiflung Bachblütentropfen (ohne Alk) geholt, weil ich dachte, ich würde einen ähnlichen Zustand erreichen. Dieses unbeschwerte Gefühl habe ich gerade am Anfang so vermisst und ich habe mich in neue Situationen wirklich quälen müssen. Ich habe so eine Unsicherheit verspürt, wie lange nicht. Konnte das nicht mit Sekt oder Wein betäuben. Ich fand das wirklich schrecklich und hab gehofft, ich könne mir einen ähnlichen Zustand durch irgend etwas anderes holen. Diese Tropfen brachten null. Nicht mal die ganze Flasche :-D Irgendwelche Teesorten brachten auch Null. War ja irgendwie auch klar. Wer sonst mehrere Flaschen Sekt oder Wein wegdonnert, wird wohl kaum eine Wirkung bei Bachblütentropfen verspüren :roll:
Sogar ein 3 Jahre alter Haschkeks, den meine Schwägerin mal zu Weihnachten gebacken hatte, zeigt keinerlei Wirkung. Zum Glück. Hab ich hinterher gedacht. Und "was hab ich mir dabei gedacht" kam dann auch sofort in meine Gedanken. Darüber hatte ich mich in der Tat nämlich noch nicht so sehr informiert. Thema Suchtverlagerung. Nichts anderes wäre es ja, wenn ich jetzt anfange zu kiffen oder Haschkekse zu futtern. Das waren dann meine Gedanken in den ersten Wochen und ich hab mir dann einfach gedacht "Ich muss da jetzt durch".


Hab die ganzen Dinge nüchtern durchgezogen. Vorstellungsgespräch. Ein Date. Ein Geburtstag von meinem Date, wo ich fast niemanden kannte. Alles Situationen, wo ich vorher lieber Sekt getrunken hätte. Ok, beim Vorstellungsgespräch wohl eher nicht :mrgreen:
Und ich hab die Situationen gemeistert. Und je öfter ich in solche Situationen geraten bin, umso einfacher fiel es mir.
Wenn jetzt irgendetwas anfällt, wo ich sonst vorher getrunken hätte, dann freue ich mich, dass ich inzwischen Lust auf etwas verspüre, obwohl ich weiß, dass ich nichts trinken werde.

Das waren also meine Hürden und manchmal sind sie es auch jetzt noch. Ich muss aber, wenn ich an Alkohol denke, gar nicht mehr die Sache zu Ende denken, sondern mein Kopf sagt einfach nur noch ein klares NEIN.

Solche Situationen quälen mich aber nicht. Wie gesagt, anfangs neue Situationen, wo ich keinen Alkohol mehr trinken kann, haben mir Schwierigkeiten bereitet, aber die habe ich hier in meinem Tagebuch auch geschrieben. Ich muss hier nichts verheimlichen.

Ich bin auch traurig, dass ich so viel Zeit verschenkt habe. Das macht mir zu schaffen. Ich hab das Kleinkindalter meiner beiden Jungs doch oft nur am Rande wahrgenommen. Viel zu viel war ich mit dem Saufen beschäftigt. Das macht mich wirklich traurig, aber was nützt es, immer wieder darüber zu schreiben. Ändern kann ich es ja nicht mehr.

Ansonsten ist es wohl einfach so, dass man von vielen so viel positive Dinge liest, weil die positiven Sachen einfach überwiegen. Meine Gedanken an Alkohol sind kurz mal da und ich bewältige das dann. Aber die Dinge, die ich erlebe, ohne zu Saufen, machen mich so glücklich, dass ich automatisch darüber berichte, ansonstatt über die Gedanken, an Alkohol. Weil ich da auch keinen Rat benötige. Also selbstverständlich brauchte ich da Ratschläge, aber die habe ich mir hier über Jahre geholt und wende sie konsequent an.

Früher gab es solche vielen Möglichkeiten tatsächlich nicht. Es wird sich immer mehr mit der Krankheit beschäftigt. Früher wurde man da vielleicht mehr ins kalte Wasser geschubst, man musste da eher allein durch. Heut zu Tage ist es eben angesagt, sich Hilfe zu holen. Und diese Hilfe ist goldwert. Ohne dieses Forum hätte ich es viel schwerer gehabt, als ich aufgehört habe. Ich denke, deshalb haben sich die Zeiten einfach ein wenig verändert, was ja aber auch positiv ist. Da sieht man mal, wie wichtig Hilfe ist und viel viel sie bezwecken kann.

Hull

Re: Warum muss ich Stärke zeigen?

Beitrag von Hull » 21.10.2018, 15:40

Das dürfte die gleiche Diskussion wie im folgenden Thema werden.

viewtopic.php?f=2&t=36131

Karsten
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Re: Warum muss ich Stärke zeigen?

Beitrag von Karsten » 21.10.2018, 15:51

Nein Hull,

hier geht es darum, die Alkoholkrankheit ernst zu nehmen und darum, ob ich es nötig habe, mich immer als der Starke zu präsentieren.
Einige scheinen mit dem Alkohol auch ALLE Probleme und Sorgen abgegeben zu haben :)

Gruß
Karsten

Hull

Re: Warum muss ich Stärke zeigen?

Beitrag von Hull » 21.10.2018, 16:04

Hallo Karsten,

inwiefern "abgegeben"? Dass sie meinen, die in der Nüchternheit auftretenden Probleme nun durch Zauberhand nicht mehr zu haben? :wink:

So etwas habe ich bislang nirgends herausgelesen. Falls du es mir zuschreibst, solltest du berücksichtigen, dass ich z. B. immer mal wieder im "Co-Bereich" schreibe, der Alkoholiker würde mit der Nüchternheit nicht durch magische Weise zu einem besseren Menschen, wie er vor dem Alkoholmissbrauch unter Garantie auch nicht "der liebenswürdigste Mensch" [!] war.

Ich persönlich führe auch nicht einmal ein Tagebuch und es interessiert mich auch nicht im Ansatz, mein Tagesgeschehen mit jemanden zu besprechen, da ich keine Fragen habe. Mich beschäftigt das alles mehr in einer abstrakten Art.

Interessanter für dieses Thema wäre aber möglicherweise, dass du z. B. mit zwölf Jahren begonnen hast zu trinken und damit sozusagen der normale Prozess der normalen Eingliederung in die Arbeitswelt dadurch zumindest behindert wurde. Dies haben viele Andere aber ganz normal erlebt und haben deshalb vielleicht auch andere Vorstellungen von "Stärke" und "Schwäche". (Mir geben diese Begriffe nichts, eher würde ich "richtig" und "falsch" anstreben.)

Grüße

Karsten
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Re: Warum muss ich Stärke zeigen?

Beitrag von Karsten » 21.10.2018, 17:23

Hallo Hull,

mir bringt es nichts, mich mit dir auszutauschen.
Du scheinst eine Ausnahme in allen Regeln der Kunst zu sein.

Gruß
Karsten

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