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Meine Geschichte oder auch: Was war zuerst da? Depressionen oder Alkohol?

Wie ist das Leben nach dem Alkohol ohne Alkohol? Erfahrungsberichte und Lebensgeschichten von schon länger trockenen Alkoholikern im Alkoholforum.
Ein neues Thema bitte erst ab ein Jahr Trockenheit eröffnen.

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ideja
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Re: Meine Geschichte oder auch: Was war zuerst da? Depressionen oder Alkohol?

Beitrag von ideja » 24.03.2019, 21:33

Und ich dachte nur: Klar, was ist schon meine Geschichte im Vergleich zu anderen? Ich fühlte mich so erniedrigt und hatte nur im Kopf. Klar, die Männer verstehen es nicht, sie haben ja teilweise das Gleiche getan, ohne sich schuldig zu fühlen. Und die Handvoll Frauen? Fragen sich wahrscheinlich, warum ich nicht gegangen bin und das alles zugelassen habe.

Das ist DEINE Geschichte
niemand hat das Recht daran zu rütteln, wenn er nicht die ganze Zeit bei dir war.

Besonderes hier, im Forum, wo jeder seine schattigen oder schwarzen Seiten hat, und es schon geschrieben hat :)

Du schreibst es wegen dir, vor allem. Schreibe weiter, du kannst dir und vielen anderen Frauen, die noch in ähnlicher oder gleicher Situation sind, zeigen den richtigen Weg hinaus.

sorry für falsches Zitieren :oops:

lG ideja

Rattenschwanz
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Re: Meine Geschichte oder auch: Was war zuerst da? Depressionen oder Alkohol?

Beitrag von Rattenschwanz » 25.03.2019, 06:35

Moin,

dein Bericht aus der Rehaklinik erinnert mich an meine zwei Klinikaufenthalte in Leipzig in der "Soteria". Auch dort musste der Suchtbericht vor der - ich glaube Vollversammlung hieß das - gehalten werden. Ich fand das sehr gut, da der Patient - also ich - gezwungen wurde, aus sich raus zu kommen und nach jahrelangem einsam vor sich hin Saufen, vor Menschen zu sprechen.

In der "Soteria" ging es überhaupt sehr streng zu, der "Spiegel" schrieb vom "Alcatraz von Leipzig". Mir hat diese Strenge mit klaren Regeln und einer klaren Struktur sehr gut getan.

Topaz
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Re: Meine Geschichte oder auch: Was war zuerst da? Depressionen oder Alkohol?

Beitrag von Topaz » 25.03.2019, 08:38

Sorry, ich verstehe immer noch nicht, wie ich zitieren kann.

Ideja, ja du hast Recht. Im Grunde genommen weiß ich es ja auch. Es ist meine Geschichte.
Und ja, ich werde weiterschreiben, das fiel mir schon immer leichter, als reden.
Und ich merke, dass es mir gut tut. Gerade jetzt nach meinem Rückfall. Wird zwar nicht chronologisch werden, da ich immer spontan Gedanken im Kopf habe und dann einfach los schreibe, aber das ist für mich ok.

Rattenschwanz,
ich verstehe, dass dir diese Regeln und Strukturen gut getan haben.
Das ist für viele Menschen auch enorm wichtig, genau dies wieder in ihrem Leben zu haben.
Nur ich hatte das ja alles noch, bevor ich in die Klinik ging!
Ich hätte mir andere Hilfe gewünscht.
Ein Beispiel:
Ich wohnte die ersten 12 Wochen mit einer Frau auf einem Zimmer, die häufig sehr aggressiv war. Dazu kam, dass sie meistens schlechte Laune hatte, sehr unsauber war usw. Wir hatten unser Zimmer selbst sauber zu halten, was meistens an mir hängenblieb, weil ich keinen Bock auf Stress hatte, wenn es Zimmerkontrollen gab.
Ich ging irgendwann nur noch zum Schlafen aufs Zimmer, weil ich nie wußte, in welcher Stimmung ich sie antraf.
Als ich darum bat, das Zimmer wechseln zu dürfen, wurde dies abgelehnt mit der Begründung, so etwas sei nicht üblich und müsse lernen, so etwas auszuhalten.
Ich kam aus einem anstrengenden Job, hatte tagtäglich mit vielen Menschen zu tun, auch mit solchen, die mir nicht sympatisch waren oder die Stress machten! ich musste nicht lernen, so etwas "auszuhalten". Ich wollte einfach nur einen Rückzugsort, an dem ich auch mal Ruhe vor dem Klinikgetümmel hatte.
Das ist jetzt zwar nichts "Großes", kann über Wochen aber echt zermürben.

lg,

Topaz

Rattenschwanz
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Re: Meine Geschichte oder auch: Was war zuerst da? Depressionen oder Alkohol?

Beitrag von Rattenschwanz » 25.03.2019, 10:59

Na ja, wenn du so willst hatte ich - bevor ich in die Klinik kam - auch klare Regeln und Struktur im Alltag. Da hat alles gepasst und war klar durchgeplant wie ich zum Beispiel immer pünktlich und zur selben Zeit an meinen Alk kam, wie ich die Sauferei am Besten vertuschen konnte, ... u.s.w.

Nimm mir das bitte nicht übel aber auch Menschen wie deine "Zimmerkollegin" müssen ja irgendwie lernen, wieder mit anderen Menschen klar zu kommen und wie soll das funktionieren, wenn sie entweder allein in einem Zimmer wären oder mit Menschen die auch nicht klar kommen? Damit musste ich auch zurecht kommen, bissl Einsicht in bestimmte Notwendigkeiten muss auch sein. Wenn jemnd in so eine Klinik kommt, muss er auch bereit sein zu geben, eben auch mal anderen dabei zu helfen, wieder klar zu kommen. Das hättest du vielleicht als eine lohnenswerte Aufgabe betrachten sollen. Dort kannst du - und auch ich - nicht nur nehmen. Auch das gehört zur Therapie- denke ich mal.

Topaz
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Re: Meine Geschichte oder auch: Was war zuerst da? Depressionen oder Alkohol?

Beitrag von Topaz » 25.03.2019, 11:28

Missverstehe mich bitte nicht falsch, Rattenschwanz, aber mein Leben und dein Leben vor der Reha lassen sich, denke ich zumindest, nicht vergleichen.

Wie gesagt, es war ja nur ein Beispiel und es war ja nicht so, dass wir bewusst zusammengelegt wurden. Bett frei, neuer Patient usw.
Und nein, da muss ich keine Einsicht empfinden. Ich bin hypersensibel. Ständige Konfrontation mit anderen, Emotionen, Geräusche, Gespräche, Lautstärke usw. bringen mich an persönliche Grenzen.
Und nein, ich brauchte in der Situation wirklich keine lohnenswerte Aufgabe neben der, trocken zu bleiben und mich wieder zu finden.
Aber ich denke, es ist müssig, weiter darüber zu diskutieren, denn das war nicht die Intention meines Threads.

lg,

Topaz

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Re: Meine Geschichte oder auch: Was war zuerst da? Depressionen oder Alkohol?

Beitrag von Topaz » 25.03.2019, 11:31

PS. Wäre vielleicht einen eigenen Thread wert.

Rattenschwanz
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Re: Meine Geschichte oder auch: Was war zuerst da? Depressionen oder Alkohol?

Beitrag von Rattenschwanz » 25.03.2019, 13:25

Oh entschuldige bitte, ich hätte es wissen müssen, dass du was ganz Besonderes bist oder warst, bis du ein stinknormaler Alkoholiker wurdest.

Wir hatten in der Klinik auch solche "Experten", die genau wussten, dass nur sie wussten, was für sie gut war. Ich gehörte ich auch dazu und was soll ich dir schreiben, die/wir "Experten" haben irgendwann nach der Therapie alle wieder gesoffen. Das kennst du ja. Es dauerte, bis auch bei mir die Einsicht in bestimmte Dinge kam. Aber gut ...

Es ist nicht müßig weiter zu diskutieren, es lohnt sich einfach nicht.

Topaz
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Re: Meine Geschichte oder auch: Was war zuerst da? Depressionen oder Alkohol?

Beitrag von Topaz » 25.03.2019, 18:47

Hallo Rattenschwanz,

deine Ironie trifft mich gerade nicht, Letztendlich bin ich nur auf das eingegangen, was du geschrieben hast.
Ich halte mich nicht für etwas Besonderes, eher im Gegenteil. Aber das kannst du nicht beurteilen, denn du kennst mich ja gar nicht.

Ja, ich hatte einen Rückfall. Und dazu stehe ich, sonst wäre ich nicht hier. Aber das hat nichts mit meinem Aufenthalt in der Reha zu tun, denn ich war
immerhin 5 1/2 Jahre trocken. Damit sprenge ich schon die Statistik solcher Kliniken.

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