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mein leben bis ich hier her fand, und wie`s weiter geht.

Wie ist das Leben nach dem Alkohol ohne Alkohol? Erfahrungsberichte und Lebensgeschichten von schon länger trockenen Alkoholikern im Alkoholforum.
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silberkralle
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Beitrag von silberkralle » 27.11.2012, 08:27

glück auf doro
dorothea hat geschrieben: 3 1/2 wochen ... täglich ca 14 std beschäftigt
naaaaa dann viel spass - aber vor allem viel umsatz :wink:

schöne zeit - umärmelung

:D
matthias

dorothea
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Beitrag von dorothea » 27.11.2012, 14:03

hallo matthias

danke für die wünsche, wollen wir mal hoffen. wenns wetter stimmt dann geht auch was.

doro

dorothea
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Beitrag von dorothea » 30.12.2012, 13:57

so nu hier dann auch mal ein bericht.

also fulda war recht gut. das publikum hat den historischen weihnachtsmarkt sehr gut angenommen. die leute waren begeistert mal was anderes zu sehen als die üblichen buden mit essen trinken und krimskrams. für einige lief es nicht so gut weil die leute nicht auf das angebot eingestellt waren und dann nicht die preise zahlen konnten. so zb der schmied. auch wenn die schwerter und rüstungen sehr viel interesse fanden, mal so eben über 200€ auf den tisch legen kann eben nicht jeder. allerdings war die frage ob man im nächsten jahr wieder da ist die häufigste. ich gehe davon aus das dann so etliche geld für ein schwert zur seite legen werden. ebenso ging es beim geschmiedeten schmuck und den historischen brillen. aber das interesse ist geweckt und es wird im nächsten jahr dann sicher besser laufen. ich hatte da mit meinem räucherwerk weniger startprobleme, meine preise sind ja da auch nicht so hoch. ich weiß nun was gut geht und werde mein sortiment im nächsten jahr entsprechend anpassen.

ein ereigniss hat mir allerdings die freude am markt getrübt. mein onkel ist trotz seines alters doch für uns plötzlich verstorben. dann wurde die beisetzung dann auch noch auf einen freitag gelegt, der verkaufsstärkste tag. ich konnte also nicht nach hause, das kann ich mir nicht leisten. ich hatte zwar angebote von kollegen meinen stand irgendwie mit zu machen, aber das geht nicht wirklich, dazu bin ich mit meinen kräutern einfach zu speziell, das lernt man nicht mal eben zwischen tür und angel. und die hatten ja auch mit ihren ständen alle hände voll zu tun. ich habe mir dann noch mein auto kaputt gefahren, so war dann die sache sowieso erledigt weil es nicht rechtzeitig repariert werden konnte. ich weiß das mein onkel das so auch nicht gewollt hätte, er ist jetzt bei meiner tante und die beiden haben ihren frieden. der gedanke tröstet mich, denn ich weiß das er niemals ein pflegefall hätte sein wollen. und das wäre er geworden wenn er überlebt hätte. es war also sein wille zu gehen. er hinterläßt eine große lücke mit seinem witz und seinem riesigen wissen, das ist mal fakt. ich werde oft an ihn denken.

doro

dorothea
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Beitrag von dorothea » 07.01.2013, 14:28

hallo

ich bin mittlerweile wieder in allen dingen zu hause angekommen. mir geht es einfach nur gut. ich habe die letzten tage mehr oder weniger mit rumgammeln verbracht. den haushalt habe ich ganz in ruhe erledigt, dann wenn ich lust hatte. das konnte auch schon mal spät am abend sein. mir gehts gut damit. heute ist für meine jüngste wieder schule und so ist jetzt wieder "normaler" alltag angesagt. allerdings werde ich mich auch weiterhin nicht überschlagen. ich habe etliches was ich erledigen will, aber immer schön in ruhe und der reihe nach. wenn was nicht fertig wird dann ist das eben so, morgen ist auch noch ein tag. ich fühl mich einfach super und will mich nicht so schnell aus der ruhe bringen lassen, das gefühl darf gerne so bleiben.

doro

schnuffig
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Beitrag von schnuffig » 19.01.2013, 19:07

Hallo Doro!

Ich komme wegen unserem Gespräch bei Jonas vorbei, wenn es recht ist.
Lange, fast 10 Jahre, habe ich zumeist ehrenamtlich mit Tätern wie Opfern zu tun gehabt.
Das war so: Zwar immer noch blöd über den verübten Raubmord etc reden aber eine Quietschestimme oder einen Heulkrampf bekommen, wenn man nach Mama und Papa gefragt hat, denn Mama und Papa haben jeden einzelnen von den "harten" Kerlen geliebt und wer was anderes sagt, der ist ja so gemein.
Ich interessiere mich, auch weil ich A. Millers Werk sehr schätze, bei mir und fallweise auch immer noch bei anderen, für den ersten Bruch im Leben.
Es war bei meinen Gesprächen auch nie eine Frau dabei, die in ihrem Leben keinen Vater gehabt hätte, der es den folgenden Männern nicht erst ermöglicht hätte, sie zu quälen.
Das gilt auch für mich, natürlich. Aber ich habe auch nicht den Eindruck, dass das besonders interessant ist, denn immer wenn ich nach einem Amoklauf die Zeitung aufschlage, gibt es Diskussionen über Filme und Computerspiele.
Noch nicht mal welche darüber, warum der die Filme schaut und die Spiele spielt.
Für mich ist und bleibt das unverständlich.
Liebe Grüße und nichts für ungut.

dorothea
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Beitrag von dorothea » 27.01.2013, 02:16

hallo schnuffig

sorry, habe deinen beitrag hier schlicht übersehen. war keine absicht.

ja das phänomen ist nicht neu, überall werden fehler gesucht, aber keiner kommt auf die idee sich mal an die eigene nase zu fassen. der mensch ist eben so. egoistisch, gierig, süchtig. und wer da nicht ins idealbild passt bleibt auf der strecke. an der spitze stehen menschen die über leichen gehen um ihre bedrüfnisse zu befriedigen, danach kommen getretene die bereit sind den tritt nach unten weiter zu geben. die ganz unten kriegen es von allen seiten. getragen ist das ganze von gier und sucht. sucht kann man aufgeben, aber kannst du dir vorstellen das jemand sagt, ok ich habe genug ruhm und geld, ich will das nicht mehr, wohl kaum. liebe, zuwendung, rücksicht, tolleranz, das würde der sucht entgegen wirken. aber wie süchtige nun mal sind, sie sorgen schon dafür das ihr nachschub nicht abreißt, und wenn man dafür über leichen geht. manchmal denke ich wir sind die einzigen die nicht total gestört sind weil wir unsere sucht erkannt haben. ich geben im übrigen auch nicht dem tv ober den spielen die schuld. das ist unsinn. da muß im vorfeld was ganz anderes so viel wut und haß erzeugt haben das es zum amoklauf kommt. und da sind wir wieder bei der eigenen nase. denn alles ist ein kreislauf.

doro

uwe.rothaemel
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Beitrag von uwe.rothaemel » 27.01.2013, 14:38

Hallo Dorothea
Dein dargelegtes Menschenbild beunruhigt mich. Da ist so viel Wut und Zorn (nicht auf die anderen).
Was die Fragen aufwirft: „Beneidest du sie manchmal um ihre Rücksichtslosigkeit oder fühlst du dich ihnen moralisch überlegen?“; „Glaubst du eine von denen zu sein, die ganz unten auf der Strecke bleibt, weil du nur strampelst und nicht trittst?“, oder „Kannst du dir gar vorstellen auch für deine Bedürftigkeit einmal zu treten, und verabscheust dich selbst für den Gedanken?“
Um bei der „Nase“ zu bleiben – ich beantworte mir solche Fragen schonungslos. Die Antwort ist nicht immer „Schön“, aber ich kann mich danach wieder leiden. Weil ich halt so bin – auch wenn ich gerne manchmal anders wäre.
Schönen Sonntag - Uwe

dorothea
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Beitrag von dorothea » 27.01.2013, 15:29

hallo uwe

ich bin mit mir, so wie ich bin ganz zufrieden, danke. ich versuche zu verstehen warum menschen das tun was sie tun. ursache und wirkung. schuldfragen oder wie auch immer finde ich zu banal weil sie verantwortungen verschieben und ursachen nicht wirklich klären. ich bin ein mensch der immer erst versucht probleme in ruhe und frieden zu lösen, wenn das nicht geht, warum auch immer kann ich auch deutlich werden wenn es um meine rechte geht. zur not auch mal um mich schlagen. einfach um wissen zu lassen das ich es kann wenn ich muß, aber andere wege bevorzuge. ich fühle mich dadurch sicher nicht anderen überlegen, gibts sowas überhaupt? überlegenheit. wenn ich was besser kann als mein nachbar, so kann der dann was was ich nicht kann. wo ist da also überlegenheit. andersartigkeit, ja aber sonst. was hat man davon sich überlegen zu fühlen, das isoliert einen doch von anderen. macht einsam und frustriert. ich nehme für mich in anspruch so zu sein wie ich bin und dieses recht gebe ich auch anderen, ich habe aus meinen fehlern für mich gelernt und für mich konsequenzen gezogen. auch das muß jeder für sich tun. und auch hier hat jeder das recht es nicht zu tun.
die welt ist aber durchdrungen von süchten und die sind in der regel destruktiv. ich meine jetzt nicht nur stoffliche, hier zähle ich auch dazu, geltungssucht, gewinnsucht, eifersucht und was es da sonst noch so gibt. ich halte mich einfach so gut es eben geht von menschen fern die süchtig sind. nicht weil ich sie irgendwie verurteile, sondern weil sie mich auf meinem weg, suchtfrei zu leben ausbremsen. so einfach ist das für mich.

doro

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