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Motivation zu einer Therapie

Ambulante und stationäre Therapie und Entgiftung bei Alkoholproblemen und Alkoholabhängigkeit durch Psychologen ( Psychologie ) oder Therapeuten, sowie Ursachen der Alkoholkrankheit bzw. Coabhängigkeit aus medizinischer Sicht.
Außerdem gibt es noch eine Liste mit Hilfsangeboten zum Thema

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dorothea
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Beitrag von dorothea » 25.01.2013, 09:33

hallo karsten

als ich damals aufhören wollte zu saufen war das das einzige was ich wußte. ich hatte keine ahnung was es für hilfen gibt und habe das erste genommen was mir geboten wurde. allerdings wäre das wahrscheinlich auch so gewesen wenn ich zb wohngruppen als alternative gehabt hätte. in der beziehung haben es männer hier emotional meistens leichter. ich hatte 4 kleine kinder zu hause, undenkbar ein jahr in eine wohngruppe zu ziehen. von der thera habe ich mir versprochen das mir geholfen wird mein denken zu ändern, denn das ich mit dem denken mit dem ich damals unterwegs war völlig auf dem holzweg war, das war mir absolut klar. ich bin nicht mit den gedanken losgezogen "die machen da schon", nein mir war klar die helfen mir zu machen. bei meiner thera ist mir auch nichts vorgekaut worden, oder irgend etwas übergestülpt. in gesprächen wurden denkfehler, verhaltensfehler usw aufgedeckt. wie ich damit anders umgehe mußte ich selbst rausfinden. dabei hatte ich zwar auch hilfestellung, um zu verhindern das ich in die falsche richtung laufe, aber laufen mußte ich alleine.

doro

Zotti
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Beitrag von Zotti » 12.03.2013, 08:57

Hallo zusammen,

ich bin ja jetzt noch nicht mal ganz 5 Monate trocken, aber es sollen noch viele Monate und Jahre folgen. Daher meine Motivation zur ambulanten Suchttherapie.

Ich fühle mich zwar momentan sicher auf meinem Weg, aber ich weiß ja nicht was noch kommt.

Bisher war mein Hausarzt, die Suchtberatung, das Forum, etliche Bücher zum Thema und natürlich gute Freunde und Familie meine Begleiter und Unterstützer. Natürlich nicht zu vergessen meine eigene Motivation.

Nur für die Zukunft und für eine dauerhafte zufriedene Abstinenz, kann so eine Suchttherapie nicht schaden.

Meine Erwartungen gehen da eher in die Richtung, dass ich noch mehr an mir arbeiten kann. Auf viele simple Dinge kommt man allein garicht.

Und die gezielte Unterstützung durch die Therapeuten und die Gruppenarbeit sind da sicher eine sehr gute Sache.

Inzwischen habe ich auch ein gutes Gefühl dabei und freu mich schon darauf, wenn es dann losgeht.

Viele Grüsse
Zotti

s.z.
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Beitrag von s.z. » 15.03.2013, 17:51

Hi Zotti!....

Na dann viel Spaß, Erfolg, oder wie auch immer....

Ich war ja relativ enttäuscht von meiner ambulanten, hatte mehr den Charme einer SHG, richtig an mir arbeiten konnte ich in der teilstationären, da ging es ans eingemachte......

Grüße Sven. ....

Undomiel
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Beitrag von Undomiel » 16.04.2013, 09:06

Hi,

ich habe mich fast ein Jahr lang geweigert, eine LZT zu machen. ZU einer 6wöchigen teilstationären Thera in einer Tagesklinik war ich dann bereit, aber das hat außer Bilder malen und viel zu viel rauchen (aus lauter Langeweile weil nix zu tun war) so gar nichts ergeben. Da ich immer nur nach Feierabend getrunken hatte, war der zeitliche Ablauf in der Tagesklinik auch absolut das Falsche für mich.

Im Oktober habe ich dann eine LZT beantragt, im Dezember war es endlich soweit.
Mir war bewusst, dass das keine "Kur" ist und dass die Menschen da mir nur soweit helfen können wie ICH es auch zulasse und selber mitarbeite. Dazu musste und wollte ich aber aus meinem Umfeld raus. Und die Ruhe dort hat mir unglaublich gut getan. Ich hatte den sehr festen Willen, alles zu machen was mir gut tut (aber mehr auch nicht!) und das haben die Therapeuten schnell erkannt.

Und ja, es bedarf einer ganz gehörigen Portion Mut, sich dort zu öffnen. Bzw. sich überhaupt mal klar zu machen, dass man ein Vierteljahr WEG ist. In meinem Fall war es die Rettung.

Bons
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Beitrag von Bons » 02.08.2013, 14:52

Hi auch,

daß ich ohne Therapie von dem Alk nicht mehr weg komme, war mir seit Jahren klar. Selbstversuche endeten nach spätestens drei Tagen, weil ich schlicht Angst hatte, den Löffel abzugeben. Jeder Versuch war begleitet von üblen Entzugserscheinungen, gepaart mit Schlaflosigkeit. Also habe ich es irgendwann aufgegeben und mich weiter durch mein kaum noch vorhandenes Leben gemogelt.

Der ausschlaggebende Tritt in den Hintern kam von meinem Arbeitgeber: Einen Plan mit Hand und Fuß oder Job weg.
Job weg? Noch schlimmere Depressionen? Kohle weg? Wohnung weg? Oh Shit!

Ich stand also vor der Entscheidung, daß ich entweder so weiter mache wie bisher und der Weg unter die Brücke vorgezeichnet ist oder endlich mein Leben wieder auf die Reihe kriege. Ich entschied, daß das Leben mit Mitte 40 noch nicht rum ist und ich dann doch lieber Leben möchte, als langsam aber sicher in einen scheußlichen Tod hinein zu vegetieren.
Direkt am nächsten Tag war ich bei der Suchtberatung. Wir sprachen die Möglichkeiten durch, wobei ich ambulant und Tagesklinik ablehnte. Das hätte mir nicht geholfen, weil mein Problem immer Abends massiv auftrat und da ist dann niemand da.

Meine Motivation war also die entscheidende Frage,
ob ich Leben will
oder ob ich irgendwann den gleichen scheußlich Tod wie mein Vater
sterben will.

Was mir fehlte war ein Ultimatum, welches mir
keine andere Wahl mehr ließ, als mich mit genau dieser zentralen Frage
jetzt sofort und vor allem auch
ernsthaft auseinanderzusetzen,
ohne mir weiter in die Tasche zu lügen.

Die Suche nach der richtigen Klinik, der Weg dahin und die Organisation außenrum, ist dann ein anderes Thema.

Tschau
Bons

dieStine
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Beitrag von dieStine » 03.08.2013, 01:50

Hi Karsten,

Ich dachte gerade beim Lesen Deiner Frage auch kurz "Hups, findet er LZ Therapien zu teuer und man soll es doch gefälligst selber schaffen"?! Aber das hat sich ja dann beim Weiterlesen zum Glück geklärt.
Ich habe Anfang 2010 auch eine 14 Wöchige LZ gemacht und es war mit das Beste, was mir je im meinem Leben passiert ist. Nachdem meine erste Entgiftung und Trockenphase recht schnell wieder im Suff endete habe ich zum Glück den Mut gehabt, die Therapie zu beantragen. Natürlich geht es nicht darum, "dass etwas mit einem gemacht wird", man muss schon selber arbeiten. Aber man kann dort eben auch arbeiten ohne den ganzen Rattenschwanz, der einen zu Hause krank gemacht hat und kann von dort aus in geschützter Umgebung beginnen, Dinge zu regeln, zu ändern und zu klären um dann in ein anderes Umfeld zurück zu kommen.
Außerdem habe ich die Arbeit dort als deutlich intensiver empfunden als die wöchentliche Stunde bei meiner Therapeutin. Und durch die verschiedenen (Ergo-, Kunst-, Musik-, Körper-,...) Therapieformen bekommt man von vielen Seiten Zugang zum Thema und kommt sich selber leichter auf die Schliche. Ganz positiv fand ich auch ein zweitägiges Angehörigenseminar, auch so etwas ist in einer ambulanten Hilfe eher selten. Und nicht zuletzt ist mir auch der sehr intensive Kontakt mit den Mitpatienten wichtig und hilfreich gewesen.

Ich ziehe den Hut vor jedem, der sich alleine aus dem Teufelskreis befreien kann aber für mich ist es glaube ich nicht über trieben wenn ich sage, dass mir die Zeit in der Klinik das Leben gerettet hat. Ich schreibe hier auch bewusst "die Zeit in der Klinik" und nicht "die Klinik hat mich gerettet". Habe leider bei vielen lieben Mitpatienten mitbekommen, dass sie die Zeit eher passiv verbracht haben und ihre Heimkehr in ein anderes Leben nicht wirklich vorbereitet haben...das ging dann leider gehörig in die Hose.

Das wäre so mein Senf dazu ;-)

LG
Die Stine

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