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Warum kommt die Schulmedizin hier zu kurz?

Ambulante und stationäre Therapie und Entgiftung bei Alkoholproblemen und Alkoholabhängigkeit durch Psychologen ( Psychologie ) oder Therapeuten, sowie Ursachen der Alkoholkrankheit bzw. Coabhängigkeit aus medizinischer Sicht.
Außerdem gibt es noch eine Liste mit Hilfsangeboten zum Thema

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Karsten
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Warum kommt die Schulmedizin hier zu kurz?

Beitrag von Karsten » 24.07.2015, 11:10

Hallo,

in erster Linie sind wir hier ja ein Selbsthilfeforum, aber es gibt ja hier auch den Bereich der Schulmedizin.

Eigentlich sollten ja hier alle Themen rein, die mit einem Arztbesuch, Therapien in ambulanter oder auch stationärer Form zu tun haben.
Weiterhin Themen über Hilfesangebote bei Psychologen und Therapeuten.

Es wird ja in den einzelnen Themen sehr viel über diese Dinge geschrieben und viele nehmen ja weitere Hilfsangebote in Anspruch, die im Großen und Ganzen der Schulmedizin zuzuordnen sind.
Meiner Meinung nach sind das ja alle Hilfen, die außerhalb der Selbsthilfe sind.
Solche Beiträge gehen ja in den anderen Themen unter.

Wiederspricht dieser Forenbereich hier der Selbsthilfe und sollte daher vielleicht in einem anderen Forum ausgegliedert werden?

Gruß
Karsten

RenateO
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Beitrag von RenateO » 24.07.2015, 11:29

Hallo Karsten
Als ehemalige Partnerin eines Alkoholikers kann ich das schwer beurteilen.
In anderen Bereichen meines Lebens (Gesundheit)finde ich der Mensch sollte als ganzes gesehen und behandelt werden,ich würde das befürworten,Ich weiß nicht ob und inwieweit ein Forum das leisten kann und unter welcher Rubrik.
LG und schönes Wochenende
R..

Lyn
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Beitrag von Lyn » 24.07.2015, 13:08

Hallo Karsten,

Ich fände einen eigenen Bereich für medizinische Themen gut. Für Neulinge setzt ihr hier manchmal zu viel voraus. Mir ist zB immer noch nicht klar, ob jeder Alkoholiker entgiftet werden muss (zB wenn er keine körperlichen Entzugserscheinungen hat).

Was ich schon mitbekommen habe ist, dass ihr keine Nennung von Medikamenten mögt. Die Gründe dafür sehe ich, weiss aber nicht ob sie wirklich stichhaltig sind. Ich bin zwar keine Alkoholikerin, habe aber eine organische chronische Krankheit. Wenn ich mir zu dieser Erfahrungsberichte im Netz suche ist mir klar, dass Berichte von Laien keine ärztliche Beratung ersetzen. Dennoch bringen mir die Berichte was, besonders da sich bei meiner Erkrankung die Schulmedizin auch noch nicht klar ist, wie sie am Besten helfen kann und ich für den Rest meines Lebens eine für mich funktionierende Vorgensweise/Behandlung finden muss. Die Situation erscheint mir vergleichbar genug, dass uch mir dazu auch als Co eine Meinung erlaube. :-)

Viele Grüße

Lyn

Karsten
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Beitrag von Karsten » 24.07.2015, 13:44

Hallo Lyn,

medizinische Themen sind damit auch nicht gemeint.
Medikamentenerfahrungen kann man auch nicht immer auf andere Menschen übertragen.
Es gibt seitenlange Beipackzettel mit möglichen Nebenwirkungen und wie will man da über das Internet selektieren, ob jemand nun dieses oder jenes Medikament verträgt oder nicht.
Selbst in der Werbung wird wir bei jedem Medikament dieser Zusatz gebracht, zu Risiken und Nebenwirkungen fragen sie ihren Arzt oder Apotheker.

Daher denke ich persönlich das solche Diskussionen über das Internet, welche Medikamente zu empfehlen sind oder wie sie wirken, als nicht zu veranworten.

Gerade wenn Angehörige oder auch Betroffene noch anderen körperlichen oder seelischen Krankheiten unterliegen, kann das doch niemand an Hand von ein paar Beiträgen beurteilen.

Daher raten wir auch jeden, mit allen Beschwerden immer zu einem Arzt. Auch und vor allem wenn es um einen Entzug geht. Ob er dann ärztlich entgiftet werden muss, soll eben der Arzt entscheiden. Selbstdiagnosen und auch Ferndiagnosen über das Internet können auch für jemanden den Tod bedeuten, wenn jemand schreibt, ich habe viel mehr gesoffen, da wir bei dein bisschen schon nichts passieren. Das weiß man eben nicht, weil auch der gesundheitliche Gesamtzustand da eine Rolle spielt und nicht nur die Menge, die jemand gesoffen hat.
Daher immer zum Arzt. Jeder kann in unserem Land zum Arzt und für mich gibt es keinen Grund, nicht zum Arzt zu gehen.

Nun hat uns das ja etwas vom Thema weggebracht, was ich hier eigentlich erfragen wollte.

Mir ging oder geht es bei diesem Thema eher um schumedizinische Hilfe nach der Entgiftung.
Also Therapie, Nachsorge und Psychologen bzw. Therapeuten.
Das wird ja in vielen Themen hier angesprochen, aber eben nicht speziell thematisiert. Daher die Frage, warum nicht?

Gruß
Karsten

Dante
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Beitrag von Dante » 24.07.2015, 14:39

Ich denke, dass der "schulmedizinische Bereich" hier im Form keine Funktion hat, liegt daran, dass die laufende Praxis, der unmittelbare Austausch in den Threads der Teilnehmer, sich eben bewährt & eingespielt hat.

Whitewolf
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Beitrag von Whitewolf » 24.07.2015, 15:49

In meinen Augen wäre es Blödsin die "Hilfe zur Selbsthilfe" auszugliedern.
Der Gang zum Arzt und sich helfen lassen IST Selbsthilfe.
Die Schulmedizin ist nunmal Stand der Dinge und kassenseitlich abgesichert.
Ein Therapeut oder auch Arzt kann/darf nur soviel helfen wie der Patient zulässt und sich helfen lassen will.

Ausnahme ist natürlich die Zwangseinweisung /Beschluss wegen Lebensgefahr / Eigengefährdung /Fremdgefährdung... da wird nicht mehr gefragt.

Also steht überall die "Selbsthilfe" im Vordergrund, ohne die jede Art von Medizin sinnlos und ohne Wirkung wäre.

Sich helfen lassen ist Selbsthilfe. Das Ziel muss klar sein- und wenn Instrumente zum erreichen zur Verfügung stehen sollten die auch genutzt werden.

An der Eigenarbeit ändert sich dabei grundsätzlich nichts.

Carl Friedrich
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Beitrag von Carl Friedrich » 24.07.2015, 16:02

Ich bin für diesen Forenbereich. Auch wenn Selbsthilfe und Medizin letztlich miteinender verwoben sind, so dass eine exakte Trennung gar nicht möglich ist.

Damit medizinische Themen in den allgemeinen threads nicht untergehen oder nicht mit der nötigen Aufmerksamkeit wahrgenommen werden, sollte m.E. dieser separate Bereich beibehalten werden. Vielleicht können wir ihn ja mit mehr Beiträgen zu etwas mehr Leben verhelfen.

Karsten
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Beitrag von Karsten » 24.07.2015, 16:12

Hallo Whitewolf,

ich musste jetzt erst mal schauen, ob ich Selbsthife ausgliedern oder Schulmedizin ausgliedern geschrieben habe :lol:

@Dante

ja, diese Art Tagebücher haben sich auch in den offenen Bereich eingeschlichen.
Ich finde es persönlich nicht so gut, aber wenn sie sich bewährt haben und jeder damit klar kommt, seih es drum.
Es geht ja nicht darum, was ich gut finde, sondern wie es von den Meißten genutzt wird.

@Carl,

sicherlich könnte man dem Bereich mit mehr Beiträgen kurzzeitig beleben, aber es wäre auch nur kurzzeitig, denn wenn die meisten Mitglieder lieber in ihrem Thema alles schreiben, wird sich das dann auch wieder einschleichen.

Ich möchte die Frage nach einer eventuellen Ausgliederung auch gar nicht in den Vordergrund rücken, denn da die Mitglieder hier im offenen Bereich sehr schnell wechsln, wäre es auch nur eine Momentsichtweise der jetzt anwesenden Mitglieder.

Ich möchte eher Meinungen, ob ihr es neue Hilfesuchende so in Ordnung findet, wie es ist mit den langen Themen.

Gruß
Karsten

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