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Wie ergänzt sich Therapie und Selbsthilfe?

Ambulante und stationäre Therapie und Entgiftung bei Alkoholproblemen und Alkoholabhängigkeit durch Psychologen ( Psychologie ) oder Therapeuten, sowie Ursachen der Alkoholkrankheit bzw. Coabhängigkeit aus medizinischer Sicht.
Außerdem gibt es noch eine Liste mit Hilfsangeboten zum Thema

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Karsten
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Wie ergänzt sich Therapie und Selbsthilfe?

Beitrag von Karsten » 03.07.2016, 12:06

Hallo,

ich habe ja selbst keine Therapie gemacht und auch sonst keine psychologische Hilfe in Anspruch genommen.
In den letzten ca. 10 Jahren lese und höre ich immer wieder von Betroffenen, dass sie neben einer Selbsthilfegruppe zum Psychologen, Therapeuten gehen oder auch eine stationäre Therapie machen.

Oft wird dann erzählt, dass sich alles ergänzt.

Mich würden mal praktische Beispiele interessieren, wie diese Ergänzung aussieht?

Gruß
Karsten

Carl Friedrich
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Beitrag von Carl Friedrich » 04.07.2016, 22:02

Hallo Karsten!

Ich mache einfach mal den Anfang, obwohl ich "nur" eine ambulante Therapie nebst einer anschließenden SHG "vor Ort" und diesem Forum als weitere SHG miteinander kombiniert habe.

Die Ergänzung besteht für mich darin, dass unsere Krankheit von verschiedenen Standpunkten aus beleuchtet wird. In der ambulanten Therapie bestehend aus Einzel- und Gruppengesprächen steht letztlich der Therapeut als Profi im Vordergrund. Er selbst -im Regelfall nicht selbst alkoholkrank- ist der dominante Part, vergleichbar mit dem Klassenlehrer und den Schülern, wobei es nicht um Frontalunterricht geht, sondern in der Gruppe schon frei diskutiert wird und der Therapeut die Leitlinie bestimmt und ggf. interveniert. Auffällig für mich ist bzw. war, wie eng die Linie meines Therapeuten mit den Grundbausteinen dieses Forum übereinstimmt, z.B. Risikominimierung, alkoholfreier Haushalt.

Nach erfolgter Therapie werden die Kranken in die freie Wildbahn entlassen, aber mit der dringenden Empfehlung, sich eine SHG zu suchen. Die SHG betrachtet unsere Krankheit ausschließlich aus Patientensicht und soll helfen, das in der Therapie Erlernte zu bewahren, um den Alltag unfallfrei zu meistern.

Parallel dazu verläuft dieses Forum als Sonderform einer SHG.

Zu bestimmten Themen wie z.B. Fußballkneipe, Betriebsfeiern herrscht ein hohes Maß an Übereinstimmung.


Mein Fazit: Ich möchte meine absolvierte Therapie nicht missen, sie war eine wichtige, aber nicht alleinige Stütze für mich. An anderer Stelle in meinem TB habe ich mal geschrieben, dass die genannten Elemente wie Räder einer Maschine ineinander greifen.

So meine zugegebenermaßen kurze Sicht der Dinge, die bei mir noch durch einschlägige Fachliteratur ergänzt wird.

Karsten
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Beitrag von Karsten » 07.07.2016, 16:57

Hallo Carl Friedrich,

danke für deine Antwort.
Wenn ich es richtig verstehe, hast du die Therapie gemacht und dich danach der Selbsthilfe angeschlossen.
Das kann ich gut nachvollziehen, denn eine Therapie, in welcher Form auch immer, ist ja zeitlich begrenzt.
Ich plädiere ja auch für einen lebenslangen Erfahrungsaustausch, der nach einer Therapie nicht aufhören sollte.

Wie gesagt, ich habe keine psychologische Hilfe gehabt und mich würden Beispiele interessieren, wie sich Therapie und Selbsthilfe zeitgleich ergänzen.

Gruß
Karsten

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