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Merkmale für ein EKA

Hilfe für erwachsene Kinder von Alkoholikern

Moderator: Moderatoren

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Linde66
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Beitrag von Linde66 » 07.06.2011, 00:16

Hallo Mia, hallo J-min,

vielleicht eröffnet ihr zu den Themen entsprechende Threads? Ich bin sicher, daß ihr dann mehr Antworten bekommt.

Hier in diesem sind die Merkmale für ein EK gesammelt, einfach zum Nachlesen...

Liebe Grüße, Linde

so_anders
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Beitrag von so_anders » 10.06.2011, 23:47

hallo J-min

ich war jetzt ein paar Tage nicht mehr hier...aber dennoch tut es gut zu sehen und zu lesen wie anders ihr doch auch seit & wie gut es tut mir umso ähnlicher zu sein - quasi --> gemeinsam anders ;-)

Lösungen suchst Du?
Wenn Du sie hast - sagst es mir, ja?
Ich denke es wird die Zeit bringen...
soviele Jahre das selbe Muster, das kann nicht nur durch verstehen plötzlich geändert werden, sondern brauch Veränderung, die nach und nach kommt...

Wünsch Dir alles Liebe

Frozen Tears
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Beitrag von Frozen Tears » 30.07.2011, 22:55

Ich habe hin und her überlegt, ob ich als EKA zwangsläufig auvh coabhängig bin. Warum sollte ich eigentlich? Und warum dann nicht auch abhängig von anderen stoffen? Schließlich hat jedes Kind ja beide Arten dieser Abhängigkeiten erlebt, vorgelebt bekommen,miterlebt...Das ist es für mich eigentlich genau, was die Gemeinsamkeiten von EKA ausmacht. jeder von uns hat in einem teil seines Lebens diese beiden Süchte 'miterlebt'. Sicher hängt das nun auch vom Alter, von der Dauer und Entwicklung dieser Süchte ab, welchen Einfluß sie auf uns hatten und noch haben. Ich denke, dass die Gemeinsamkeiten, wie man sie bei Coabhängigen oder Alkoholabhängigen beobachten kann, nicht so ohne weiteres auf EKAs übertragen kann.
Süchtig ist man, und wie man hier auch immer wieder lesen kann, ist man kein bißchen süchtig , sondern man ist es entweder oder. Und wenn dannn für immer. Dass man im elternhaus Scuht erfahren hat macht einen nicht automatisch süchtig, meine ich. aber ich sehe schon eine Suchtgefährdung,
ich sehe Schäden, die wir davon getragen haben. Ich sehe dass jeder irgendwelche Überlebnesstrategien entwickelt hat, um mit der scuhtsituatin klar zu kommen. Da wurde erwähnt, dass sich bestimmte Typen entwickeln können: Der Stille, der Verantwortungsbewußte, der Clown ...
In solchen Mustern finde ich mich auch wieder. ich sehe das als Konseuenzen, resultate des Lebens mit der sucht. Unddarin können unsere Gemeinsamkeiten liegen. gemeinsame Punkte, denen man sich hie rim Forum gemeinsam bewußt werden kann und auch gemeinsam bearbeiten kann. dennoch können bei uns EKas einige Punkte sogar sehr gegensätzlich sein- wie so vieles. Der eine verabscheut Alkohol, fühlt sich gerade deswegen angewiedert, weil er einen trinkenden Elternteil hatte. Dem anderen wurde der Alkohol durch Vorleben so nahe gebraucht, dass er darin kein Tabu sieht, selber garnicht bemekrt wie er selbst in die Sucht schlittert. ich gehöre zu denen, die alkohol eher abstoßend finden. Meine schwester hingegen ist eher der Sucht verfalllen.
Sie war acuh eher jemand, die sich Aufmerksamkeit holte, die wir ja als Kind nicht bekamen, indem sie zur 'Geschichtenerzählerin' wurde. Ich habe mir eher 'schutz' im stillen Kämmerlein gesucht und mich kreativem Arbeiten hingegeben.
So unterschiedlich sind wir EKAs.
Nähe nicht zulassen können ist auch für mich oftmals ein Punkt. Ein anders Mal verspüre ich eine wahnsinnige Sehnsucht nach Nähe.
Doch immer muß ich erstmal aus meiner sicheren Ritterburg heruas agieren, die Lage peilen und erst wenn ich mich sicher fühle öffnen sich die Tore. Wenn ich bei anderen Menschen beobachte, wie sie sofort alles über sich preis geben kommen die mir vollkommen verloren vor und naiv.
Hier im Forum ist es ja Sinn der Sache, aber hier geht es, denn es ist ja anonym. Ich glaube nicht, dass ich in einer realen Gruppe mich so öffnen könnte.
Coabhängige tendenzen bekommt man ja auch vorgelebt und auch diese gehen sicher nicht an einem vorbei. Nur die emotionale Seite fehlt einem ja dabei. Ich she vielelicht dabei zu, wie Muttern Flaschen in den heimlichsten verstecken findet und lerne dabei , wie man Sachen gut verstecken/ finden kann. Dass man jemandem nicht so schnell was verbergen kann usw. scharfe snnne, beobachtende Augen haben sich auch bei mir gut entwickelt. Amn war irgendwie immer in der beobachterrolle eines kranken Filmspektakels, dessen Ausgang man ja nie erahnen konnte. Tägliche Hochspannung, das ist sicher nciht das beste für ein Kind.
Doch während die Mutter von krankhaften 'liebesgefühlen' getrieben wurde ging es bei uns Kindern doch ums Überleben. Wir hatten doch keine wahl. Ich erinner mich, dass wir unsere Mutter zu überreden versuchten ihre Sachen zu packen und zu gehen. Das finde ich ein ganz gesundes Denken in dieser Misere. Wir waren als Kinder da emotional nicht so involviert . War uns ziemlich egal was aus dem Vater wurde. Vielelicht entsteht daher dieses Hin- und hersprignen von 'Mitgefühl' und Kälte. Die Kälte braucht emn doch um sich lösen zu können und fernzuhalten von der sucht, von der Coabhänggkeit. Mitgefühl hat man natürlich irgendwie trotzdem- es ging ja eben um die Eltern. Man lernte doch automatisch, dass man nur dann emotional nicht bei drauf ging, wenn man es schaffte seine Gefühle zu kontrollieren, wenn nötig abschalten konnte, wenn nötig wieder ausgfahren konnte. Für mich ist es nichts besonderes auch mal eiskalt sein zu müssen. Ich empfinde es bis heute nicht als negativ. Ich habe selbst diese Kälte hin und wieder erfahren müssen. Und bevor mir weh getan wird zeige ich anderen lieber die kalte schulter. Coabhängigen fehlt diese Eigenschaft vielleicht sogar. ich glaube, dass unser Unterbewußtsein schon eine ganz schöne Palette an Verhaltensmustern zum Überleben drauf hat.
Viele Dinge sind mir erst durchs lese hier bewußt geworden, dass ich das selber so mache, so empfinde usw. Im Wesentlichen geht es mir nunhier darum diese Dinge aufzudecken und unnötige 'Ängste, Verhaltensmuster abzubauen,die mich im Leben behindern. Andererseits habeich durch meine Kindheit sicher auch vieles gelernt, was mir im Leben nützlich geworden ist. Frühe verantwortung, Selbstständigkeit, schnelle Beobachtungs- und Wahrnehmnungsgabe. Auch wenn man EKA's nicht so über einen Kamm scheren kann sehe ich doch viele Gemeinsamkeiten.
Auch fühle ich mich schnell verbunden, verstanden von ebenfalls Ekas. Süchtigen und Menschen, die in ihrer Kindheit schmerzhafte Erfahrungen durchgemacht haben. Menschen, die in einer sog. Heilen welt aufgewachsen sind steh ich nach wie vor sehr skeptisch gegenüber. Zum einen vermute ich häufig Fassaden. andererseits denke ich, dass sie sich nie in mich hineinversetzen könnten. Ich denke, dass ich von ihnen lernen könnte Dinge zu beherrschen zu denen ich nie Zugang hatte. So bleibt es aber für mich immer eine Traumwelt.

so_anders
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Beitrag von so_anders » 20.08.2011, 22:35

Auch fühle ich mich schnell verbunden, verstanden von ebenfalls Ekas. Süchtigen und Menschen, die in ihrer Kindheit schmerzhafte Erfahrungen durchgemacht haben.


Menschen, die in einer sog. Heilen welt aufgewachsen sind steh ich nach wie vor sehr skeptisch gegenüber. Zum einen vermute ich häufig Fassaden. andererseits denke ich, dass sie sich nie in mich hineinversetzen könnten. Ich denke, dass ich von ihnen lernen könnte Dinge zu beherrschen zu denen ich nie Zugang hatte. So bleibt es aber für mich immer eine Traumwelt.
@Frozen Tears:
Genau diese heile-Welt-Menschen belasten mich immer mehr...
Ich habe diese Leichtigkeit nicht
Kann mich nicht zum 100. Mal erklären, wieso ich bin wie ich bin
Immer diese Blicke...die mich ansehen und denken "die spinnt" oder
"was hat sie denn???" oder oder oder

ich bin in eine wg mit einer freundin gezogen und dachte
ich "lerne" von ihr so einiges vom "leichten" Leben
PUSTEKUCHEN --> ich fühle mich als Versager, will gleichzeitig aber
auch nie so "oberflächlich" sein wie sie...

Herbstregen
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Beitrag von Herbstregen » 27.08.2011, 11:23

Möchte auch mal meine Merkmale festhalten :

Depressionen, Selbstmordgedanken.

Panische Angst davor im Mittelpunkt zu stehen oder vor anderen zu Reden.
Soziale Kontakte und Freundschaften mit Beständigkeit sind absolut un-
möglich für mich.

Abneigung oder regelrechter Hass gegen Ungerechtigkeit, Egoismus und asoziales Verhalten. (Ich darf deswegen keine Nachrichten usw sehen, es macht mich so unglaublich wütend und traurig)

Abneigung gegen oberflächliche Menschen, denen nur Geld, Gerüchte oder sonst irgendein Mist wichtig ist.

Panikattacken, übermäßiges Schwitzen, Schwindelgefühle, teilweise selbst
wenn ich nur "Einkaufen" gehe.

Permanentes Gefühl der Leere und Traurigkeit.

Suchtverhalten, gebe oft zuviel Geld aus.

Schlafstörungen, Geräuschempfindlichkeit.

Absolute Abneigung gegen Streit oder laute Menschen.

Unfähigkeit Stolz oder Freude zu empfinden.

Permanente Suche nach Halt, Beständigkeit und Harmonie -
wovor ich dann aber flüchte wenn ich es gefunden habe. :(

Unfähigkeit auf bestimmte Situationen angemessen zu reagieren, z.B wenn Jemand traurig ist oder krank - als wäre ich innerlich kalt, aber das bin ich eigentlich nicht.

Ständige Suche nach Bestätigung und danach,dass Menschen das ,was ich tue als "Richtig" einstufen.

Unfähigkeit mich Selbst wahrzunehmen.

Selbstzerstörerisches Verhalten wie übermäßiges Essen und Rauchen.

Selbstaufgabe in Beziehungen.

Ständige Suche nach einer tiefen, ehrlichen Freundschaft.

Probleme "NEIN" zu sagen oder mich abzugrenzen.



positives
gibt es vielleicht auch ...

ich habe eine unglaublich gute Gabe mich in ander hineinzuversetzten oder in sozialen Situationen zu wissen wer in welcher Position ist.
Ich habe das Gefühl zwischen den Zeilen lesen zu können und sehr viele Dinge wahrzunehmen, die andere nicht sehen.

Ich bin sehr verantwortungsbewusst anderen Lebewesen gegenüber, vorallem bezüglich ihrer Persönlichkeit und Empfindungen.

Ich bin auf eine Weise recht kindlich geblieben, ich spiele gerne mit bestimmten Dingen oder wunder mich über Sachen. Ich finde es eigentlich schade, dass viele Menschen diese Eigenschaften verlieren.

so_anders
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Beitrag von so_anders » 27.08.2011, 12:04

Herbstregen hat geschrieben: Ich bin auf eine Weise recht kindlich geblieben, ich spiele gerne mit bestimmten Dingen oder wunder mich über Sachen. Ich finde es eigentlich schade, dass viele Menschen diese Eigenschaften verlieren.
hast du schön formuliert herbstregen.
so ists...kindliche sichtweise auf dinge.
ich höre sehr oft bekannte/freunde die sagen:
was du wieder siehst.

achte eben auf alles in meinem umfeld.
sozusagen schärfere sinne, was die aussenwelt angeht,
ähnlich wie bei einem scheuen tier...
jedoch versagt das gefühl nach innen :-(

Herbstregen
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Beitrag von Herbstregen » 27.08.2011, 12:36

Ich habe gerade einen Spaziergang gemacht und darüber nachgedacht.
Bin an einem Spielwarenladen vorbeigekommen und hätte mir am liebsten etwas gekauft :) Ich mag z.B gerne Windspiele, Rauch...Formen die sich bewegen, Regen...Visualisierungen zur Musik. Aber irgendwie ist mir klar geworden, dass es wahrscheinlich nur ein Verhalten ist um den Kopf abzuschalten....das Denken zu unterbrechen...jetzt seh ich das "negative" daran...es ist als wär meine Persönlichkeit nur ne Zusammensetzung aus meinen Verdrängungsmustern ..dabei war ich irgendwo immer stolz drauf, dass mich so einfache Dinge "glücklich" gemacht haben....

Herbstregen
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Beitrag von Herbstregen » 27.08.2011, 12:44

Mir ist noch etwas eingefallen, es würde mich interessieren ob ihr soetwas kennt.
Ich habe als Kleinkind damit angefangen zum Schlafen meinen Kopf monoton auf das Kissen zu schlagen, nicht feste, nur sehr monoton, das ging meist so eine halbe bis eine Stunde, bis ich eingeschlafen bin.

Das konnte ich mir erst mit 20 sehr schwer abgewöhnen, kennt ihr Etwas in der Art ?

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