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Vater gesteht es sich nicht ein

Hilfe für erwachsene Kinder von Alkoholikern

Moderator: Moderatoren

Gotti
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 3515
Registriert: 04.02.2008, 19:01

Beitrag von Gotti » 02.07.2010, 18:35

Hallo L èspoir!

Herzlich Willkommen hier im Forum!
Du hast ja schon die Seite des Alkoholikers belichtet bekommen.
Nun kann ich von der Seite der Angehörigen-Mutter schreiben.

Ich habe es sehr, sehr lange neben meinem trinkenden Mann ausghalten, und es meinen Kindern auch zugemutet.
Meine Tochter (war damals so um die 17) sprach es aus:
Lass dich doch scheiden.
Damals erklärte ich ihr einen meiner feigen Gründe diesen Schritt nicht zu gehen:
Der Verlust von jede Menge lebensnotwendiger Sachen. "Luxus".

Ein Jahr später war ich soweit. Ich schämte mich für meine Feigheit.
Meine Kinder sollten mich wieder achten lernen.
Also stellte ich das allerletzte Ultimatum: Sofortige Hilfe suchen, oder Scheidung.
Wir hatten das Riesenglück, dass mein Mann sich für uns entschieden hat.
Es sind jetzt über zwei Jahre her, und es gab ausser Sonnenschein auch Rückfälle, aber jetzt können wir ihn wieder achten und respektieren.

Was sagt deine Mutter zu der ganzen Geschichte? Wie reagiert sie?

Ihm kannst du ja nicht helfen, wie du schon gehört hast, aber vlt. dir und deiner Mutter.

Ich wünsche dir Mut, Kraft und Geduld für DICH die ersten Schritte einzuleiten. Ein Gespräch mit einem Arzt kann Wunder wirken und psychologische Hilfe kann zur Erlösung werden.

Alles Gute, Gotti.

hoppegarten
neuer Teilnehmer
Beiträge: 207
Registriert: 11.07.2009, 16:56

Beitrag von hoppegarten » 02.07.2010, 19:19

Hallo,

du kannst überhaupt nichts machen, um deinem Vater zu helfen.
Klingt hart, ist aber so.
Du wirst auch niemals verstehen, was er bezüglich seiner Sucht fühlt. Du kannst recherchieren und Informationen einholen, bis es nicht mehr geht, aber du wirst es niemals verstehen, weil du nicht abhängig bist.

Ein Psychologe kann dir durchaus helfen, um Mechanismen zu finden, dich selbst nicht zu sehr zu belasten, aber er wird dir keine Ratschläge geben, wie du deinen Dad therapieren kannst. Und auch hier wirst du dazu keine Anleitung finden.

Wie du schon im Vorfeld gelesen hast, muss dein Vater den absoluten Entschluss entwickeln, mit dem Trinken aufhören zu wollen. Und das passiert fast immer erst nach einem Tiefpunkt, der individuell ist.
Nur dann wird es gehen.

Verzeih mir eine Frage: du betonst stark, dass dein Vater für den sozialen Status eurer Familie und für den gesamten Besitz gesorgt hat. Nun empfindest du Angst, dieses sozialen Standard zu verlieren.

Steht für dich eigentlich insgeheim die Bewahrung dieses Besitzes im Vordergrund oder das Wohl deines Vaters?
Eventuell empfindet dein Vater nämlich einen enormen Druck von deiner Seite und von der Seite deiner Mutter, was definitiv kontraproduktiv bezüglich des Alkoholismus wäre.
Liebe und Achtung sind wichtiger als Druckausübung und Bedrängen des Betroffenen.
Dein Vater weiß wahrscheinlich ganz genau, weshalb er trinkt und in welchen Situationen er trinkt.
Er sagt es dir aber nicht, wie du beschrieben hast.

Beste Grüße

Melinak
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 5166
Registriert: 10.12.2008, 17:48

Beitrag von Melinak » 02.07.2010, 21:25

Liebe l´espoir,

Ich selbst bin Tochter einer alkoholkranken Mutter. In deinem Alter konnte ich das erste mal bewusst feststellen, das ich meiner Mutter nicht helfen kann und war schon mit 17 Jahren ausgezogen. Leider bin ich als mein erster Sohn auf die Welt gekommen ist mit 23 Jahren wieder auf die OMA zugegangen.Ich habe so lange auf Bockig gestellt gehabt und kein Wort mit ihnen geredet gehabt. Als Familie komplett, mein ExMann auch Alkoholiker und ich mittendrin.

Ich habs nicht kapiert. Ich wollte auch so viel Wissen, wollte es verstehen.Ich dachte jeh mehr ich darüber weiss desto besser kann ich damit umgehen. Ich habe Bücher gelesen, mich in Selbsthilfegruppen angemeldet, Hifen geholt, Ehetherapie gemacht. Alles hatte keinen Nutzen. Beide Menschen sind Süchtig und ich muss es akzeptieren, denn jeh mehr ich da kämpfe um so kaputter macht mich das.

Wie sehr ich meine Eltern doch liebe steht ausser Frage. Das ist der Grund warum es mir so schwer fällt sie fallen zu lassen und mein Leben zu leben. Immer wieder komm ich in das alte Muster zurrück und merke, das macht mich fertig. Das was ich dir mitgeben kann ist, das es wichtig ist dich zu lösen. So schwer es auch ist, anderst bekommst du das nicht hin. Die Lösung von deinem Vater wird dir ein neues Leben geben. Es ist keinesfalls die Garantie das er was ändern wird. Im Moment bist du dijenige die auf sich acht geben muss um sich da nicht in diesem Sumpf zu verlieren.

Ich wünsche mir auch von ganzen Herzen das meine Mutter zur Besinnung kommt. Wünsche sind Wünsche, entweder sie werden erfüllt oder auch nicht. Da ist alles Möglich. Sein nicht zu entteuscht wenn dein Wunsch sich da nicht erfüllt, dein Leben wird auf jeden Fall weiter gehen.

Auch was die Ehegeschichte deiner Eltern angeht. Dich geht das nichts an. Beide sind Erwachsen. Hättest du gern, das deine Mutter dir deinen Mann aussucht und dir sagt das du ihn heiraten sollst. Oder wenn du einen Freund hast, würdest du dich trennen wenn deine Mutter dir sagt du sollst es tun?Ob die sich scheiden lassen hat mit dir nicts zu tun.Du bist erwachsen.

Sie,meine Mutter und er, dein Vater sind als Erwachsene Menschn selbst für ir tun verantwortlich. Wir als Kinder werden daneben stehen und uns das anschauen. Wir müssen garnichts tun, überhaupt garnichts.

Was es mit uns macht ist eine Geschichte die geht dann uns was an und da sollen wir uns helfen lassen.Da beginnt die Arbeit die wir für uns haben.Hier im Forum bist du gut aufgehoben. Da kannst du gern schreiben wie es dir geht, was es mit dir macht, wie es dich bewegt. Schreiben hilft. Versuche die Sicht deiner Dinge zu schreiben, das Hilft sehr.

Alles Liebe Melanie

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