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Korsakow und seine Folgen....

Hilfe für erwachsene Kinder von Alkoholikern

Moderator: Moderatoren

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Nadsel
neuer Teilnehmer
Beiträge: 2
Registriert: 15.03.2012, 08:51

Korsakow und seine Folgen....

Beitrag von Nadsel » 15.03.2012, 09:53


Huhu...kurze "einleitung" :!:
Ich bin 36 Jahre und tochter eines langjährigen Alkoholiker's. Mein Vater trinkt seit jahrzehnten !!! Weshalb sich meine Mutter nach 27 Jahren Ehe auch MIT getrennt hat. Er war nie der "typische" trinker, eher ein quartalsalki und selten sternhagelvoll. aber er brauchte das zeugs um den pegel zu halten. papa hat bis zu seinem 63 Lebensjahr gearbeitet (heute ist er 64) , war nie krank, geschäft war sein halt und eben ICH. Kurzum, mein dad hat mich mein ganzes leben immer unterstützt, war immer für mich da und nach der trennung hab ich ungewollt die "verantwortung" für ihn übernommen. Deswegen war ich 1 1/2 Jahre in therapie, die mir sehr geholfen hat !!!
Nun ist es aktuell so, dass ich ihn vor 6 Wochen zwangseinweisen musste, da er nachts einbrecher in seiner wohnung gesehen hatte und darauf hin die polizei eingeschaltet wurde und die ihn dann ins Krhs gebracht haben weil da natürlich keine einbrecher waren ! für mich war DAS endlich eine möglichkeit ihn zum entzug zu schicken, auch gg seinen willen. Bis dato war er immer "normal", hin und wieder hat er als mal einen Stuss erzählt aber nichts wo man reagieren hätte müssen. Oft habe ich ihn gebeten selbst die Initiative zu ergreifen und mit dem trinken aufzuhören aber er meinte immer" ich trink nicht viel". was natürlich wahr war, da er mehr wie 2-3 Bier nicht mehr gebraucht bzw gepackt hat .
Letztendlich ist es aktuell so, dass er druch den entzug und das delirium ein schweres Korsikow entwickelt hat. er kennt mich nicht mehr wirklich, redet nur noch wirres zeugs :(. er kommt nächste woche in ein heim für solche fälle, ich möchte ja nur das beste für ihn weil ER mir wahnsinnig fehlt !!!!! Ich vermisse seine täglichen anrufe, mit denen er mich oft tierisch genervt hat aber heute würde ich einiges dafür geben das telefon würde klingeln.
Ich habe kein mitleid, das bitte nicht falsch verstehen aber wenn ich mitleid hätte würde ich wieder "mit leiden". er hat sich das selbst zu zu schreiben, hilfe war da, jahrelang.

Wir ( ich und meine Bruder) haben die betreuung beantragt, das sind wir unserem vater schuldig.

Jetzt gehts an Wohnungsauflösung und den ganzen Mist :-( das tut sehr weh...

Meine eigentlichen Fragen : Gibt es chancen auf besserung ???
Wie ist das mit dem Elternunterhalt ?! das heim kostet mehr als knapp 2800 €, die rente und das pflegegeld reichen nicht ganz und so muss jeden monat ca. 300 € draufgelegt werden. Papa hat noch bissle "reserven" aber was ist wenn die aufgebraucht sind ?!

Ich könnte noch tausend dinge schreiben aber ich will es nicht gleich so übertreiben :-)

Über antworten bin ich sehr dankbar

PS: es ist als ob Papa gestorben ist, ich fühl mich als würde ich abschied nehmen

:cry:

silberkralle
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Re: Korsakow und seine Folgen....

Beitrag von silberkralle » 15.03.2012, 11:07

glück auf nadsel
Nadsel hat geschrieben: Gibt es chancen auf besserung ???
nein - gibts nich. der verlauf kann verzögert werden. s körperliche befinden richtet sich nach der qualität der pflege (aber er merkt s nichmehr).

n trostpflaster und n kraftpäckl

:D
matthias

s.z.
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Beitrag von s.z. » 15.03.2012, 12:09

Hi Nadsel!

Wilkommen im Forum!....

In erster Linie solltet ihr eine Pflegestufe beantragen....

Viel Kraft Dir!

Grüße Sven...

Paulina
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Beiträge: 250
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Beitrag von Paulina » 15.03.2012, 14:06

Grüß dich!

Es tut mir sehr leid für dich!

Mein Vater ist ebenfalls seit fast 6 Jahren wegen eines schweren Korsakow-Syndroms im Pflegeheim.
Anfangs habe ich das absolut nicht verkraftet. Er war immer so stark, wie ein Fels in der Brandung, eigenständig und ein totaler Individualist.
Und plötzlich so total hilflos und unglaublich verwirrt.

Bei Korsakow gibt es keine Besserung. Aber wenn der Patient medikamentös gut eingestellt ist, kann sein Zustand relativ lange stagnieren, d.h. es sind keine Schübe wie bei einer Alzheimerdemenz zu erwarten. Bei meinem Vater hat es sehr lange gedauert bis bei ihm eben mit Hilfe der Medikamente ein verhältnismäßig guter Gemütszustand erreicht werden konnte. Er sollte wohl gedämpft werden, um Agressionen und Fluchtverhalten zu unterdrücken, allerdings nicht sediert sein.
Seinen nunmehrigen Zustand würde ich als angenehm unaufgeregt bis läppisch-euphorisch bezeichnen.

Bei Korsakow kann das Gehirn keine neuen Informationen mehr abspeichern und auch viele alte sind ausgelöscht. Mein Vater lebt in einer anderen Welt, in einer Zeit vor etwa 20 Jahren. Jeder Tag ist für ihn der erste. Er stellt immer dieselben Fragen.
Manchmal glaube ich diese Krankheit ist für Angehörige weit schlimmer als wie für die Betroffenen selbst ....

Ich bin ebenfalls Sachwalter, die Differenz zwischen Pension und Pflegegeld und den Heimkosten werden bei uns vom Staat übernommen. Allerdings habe ich dafür eine Pfandbestellungsurkunde auf das Haus meines Vaters unterschreiben müssen. Leider.
Ich tröste mich damit dass er das nicht weiß udn in seiner heilen welt lebt, wo alles in Ordnung ist.

Ich wünsche dir viel Kraft udn stehe dir für Fragen gerne zur Verfügung.

Liebe Grüße
paula

Nadsel
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Registriert: 15.03.2012, 08:51

Beitrag von Nadsel » 16.03.2012, 08:54

ich danke euch für eure antworten !!!
Pflegegeld ist beantragt, läuft....

@paula, dir ein besonderes dankeschön. einfach beruhigend zu wissen, dass man nicht "alleine" ist.

Liebe Grüße

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