Startseite - PortalHilfsangebote der SuchthilfeSelbsthilfeforumInformationen zur Suchthilfe

Nach 11 Jahren wieder angefangen - Ohnmacht

Hilfe für erwachsene Kinder von Alkoholikern

Moderator: Moderatoren

Bitter_Tea
neuer Teilnehmer
Beiträge: 12
Registriert: 19.02.2014, 19:52

Nach 11 Jahren wieder angefangen - Ohnmacht

Beitrag von Bitter_Tea » 21.02.2014, 16:27

Hallo,

ich möchte mich hier auch mal vorstellen.
Ich bin 24 und die Tochter einer Alkoholikerin.

Wenn ich hier andere Geschichten lese, finde ich meine nicht annähernd so schlimm, aber dennoch weiß ich aktuell nicht wie ich mit meiner Lage umgehen soll. Meinte Mutter hat etwa 7-10 Jahre getrunken. Als ich 14 war, hat sie aufgehört. Ich habe kaum noch erinnerungen an die Zeit damals - ob das gut oder schlecht ist sei dahingestellt. Die größte Erinnerung daran ist einfach diese Angst um sie und die immer wiederkehrende Enttäuschung. Sie hat mir damals immer wieder versprochen, dass sie aufhört. Aber es jahrelang einfach nicht getan. Klar, das ist die Krankheit. Das weiß ich heute. Damals hat mein Vater versucht es zu erklären. Ob ich das so ganz verstanden habe, bezweifle ich.

Naja, dann war sie fast 11 Jahre lang trocken. Und hat jetzt seit einiger Zeit wieder angefangen.

Ich hatte mit dem Thema eigentlich abgeschlossen, und jetzt holt mich ganz plötzlich alles wieder ein. Ich fühle mich so klein, so hilflos. Vor allem, weil ich eine ihrer Hauptbezugspersonen bin. Wir haben eigentlich eine sehr enge Beziehung. "Eigentlich" deshalb, weil ich gerade irgendwie Abstand suche. Ich weiß, dass es mir leichter fällt mein Leben zu leben, wenn ich keinen Kontakt zu ihr habe. Das funktioniert insofern, dass ich nicht mehr zuhause wohne. Ich habe bis Februar studienbedingt wieder zuhause gewohnt, bin aber seitdem wieder in meinem Studienort.

Naja, dass sie wieder angefangen hat, habe ich im Dezember herausgefunden. Ich hatte es vorher einige Male gerochen aber erst ignoriert. Irgendwann habe ich sie darauf angesprochen aber sie hatte natürlich irgendeine kluge Ausrede parat, die ich natürlich geglaubt habe. Zum einen hatte ich mit der Sache abgeschlossen und zum anderen wollte ich es auch nicht glauben. An einem Tag war sie aber so betrunken, dass man es einfach nicht übersehen konnte. Nach dem üblichen hin und her hat sie es dann zugegeben und war froh, dass es endlich raus war. Angeblich hatte sie zu dem Zeitpunkt wieder 4 Wochen lang getrunken. Sie hat sich bereit erklärt, einen Entzug zu machen. Das ging im örtlichen Krankenhaus - aber erstmal nur eine Woche, weil Weihnachten war. Sie kam zurück und war meiner Meinung nach auch etwa 3 Wochen lang trocken. Naja und seither immer mal ein paar Tage nüchtern (oder eben noch so klar, dass ich sie nicht eindeutig als betrunken einstufen konnte) und dann wieder betrunken.

Wie geht es mir damit?

Ich bin hin- und hergerissen. Es würde mir eindeutig besser gehen, wenn ich sie einfach aus meinem Leben verbannen könnte. So mach ich das mit Exfreunden. Einfach ganz raus, dann tut die Zeit ihr Übriges. Hier ist das aber nicht so einfach. In ganz ganz vielen Momenten merke ich nämlich, dass sie immer noch sie ist. Ist ja nicht so, dass sie schon morgens bumsvoll ist. An vielen Tagen ist sie immer noch die alte. Die Mutter, die ich so furchtbar lieb habe. Und die mich eben auch lieb hat.

Ich würde gerne die gesamte Geschichte aufschreiben, aber da das aufgrund der (sehr sinnvollen) Forenregeln nicht geht, lasse ich das. Jedenfalls rief sie mich gerade wieder an und war meines Erachtes nach total betrunken. Ich möchte nicht sagen, dass ich es verstehe, aber gerade gibt es diverse Jahrestage, die ihr höchstwahrscheinlich einen Grund zum Trinken geben. Ja, ich weiß, sowas gibt es nicht, aber für sie reicht das in diesem Fall aber. Es ist einfach so verdammt schwer mit ihr umzugehen! Ich kann sie nicht 'in Liebe fallen lassen', da sie noch zuhause wohnt und ich ja auch meinen Vater noch besuchen möchte. Ich kann sie nicht fallen lassen, wenn es ihr gerade so schlecht geht. Wenn ich aber merke, dass sie betrunken ist, gehe ich anders mit ihr um. Ich bin dann sehr kalt zu ihr. Manchmal ist sie dann sauer, manchmal versteht sie es angeblich. In klaren Momenten versuche ich dann, es ihr zu erklären. Sie ist dann auch sehr kooperativ aber in eine Klinik will sie trotzdem nicht. Sie hat das in ihrer damaligen Karriere schon gefühlte 100 mal gemacht und das hat ihr auch nicht geholfen. Sie ist wohl einfach therapiemüde.

Naja, ich wollte ja beschreiben wie es MIR damit geht.
Schlecht.
Ich kenne den Begriff Co-Abhängigkeit und ich zeige sicher Symptome davon. Aber je mehr ich mich damit beschäftige, desto weniger gefällt mir das. Ich möchte mich eigentlich auch bei der örtlichen Al-Anon Gruppe anmelden, aber die stelles es immer dar, als sei man selbst so furchtbar krank. Warum? Kann ich nicht einfach eine Tochter sein, die sich um Himmels Willen nochmal Sorgen um ihre Mutter macht? Ich fühle mich zerissen. Diese Wut. Ich möchte sie schütteln und schubsen, damit sie endlich aufwacht. Und diese Trauer. Sie tut mir so furchtbar Leid! Ich weiß ja, dass sie sich selbst so schlecht mit der Sache fühlt. Und dass sie es jeden Tag aufs Neue versucht aber einfach nicht davon los kommt.

Ich war sehr kalt beim Telefonat, weil ich keine Diskussion anfangen wollte. Sie hat viel geweint und ich war sehr still. Hat auch nicht lang gedauert. Sie meinte noch, dass sie sich so doof fühlt, dass sie ihre Tochter vollheult. Ich sagte, dass das nicht schlimm sei. Ich versteh ja ihre Trauer (Jahrestag Todesfall). Aber ich weiß eben auch, dass sie betrunken war und das tut mir einfach so verdammt weh. Seit dem Gespräch kann ich nicht aufhören zu Weinen und das ist das, was sich jetzt seit 2 Wochen gehäuft hat. Sonst konnte ich damit relativ gut umgehen aber seit diesen 2 Wochen trinkt sie vermehrt und ich weine fast nur noch. Obwohl ich in einer anderen Stadt wohne. Obwohl ich sehr sehr viel mit der Uni zu tun habe.

Deshalb möchte ich jetzt was für mich tun, damit das nicht so weiter geht und ich tatsächlich in eine schwere Co-Abhängigkeit rutsche. Im Moment sieht mein 'was tun' so aus, dass ich nur darüber nachdenke, wie ich ihr helfen kann. Klar, sie muss selbst aufhören. Aber kann man solchen Menschen denn gar nicht helfen?

Sicher ein sehr langer Beitrage, aber vielleicht mag der ein oder andere unter euch ja etwas dazu schreiben...

Elpida
neuer Teilnehmer
Beiträge: 26
Registriert: 13.10.2013, 22:55

Beitrag von Elpida » 23.02.2014, 20:30

Hallo Tea,

schade, dass bisher niemand geantwortet hat.
Ich habe vor einem halben Jahr in einer ähnlichen Situation gesteckt, weiß aber nicht ob meine Ratschläge die Besten sind.

Bei mir war Schluss, als mein Vater vor meinen Augen ohnmächtig wurde, seitdem habe ich kein Wort mehr mit ihm gewechselt (außer, dass ich ihm gesagt habe, dass ich erst wieder mit ihm rede wenn er aufhört zu trinken).
Geändert hat er sich dadurch nicht, aber mir geht es dennoch besser.
Einfach ist es nicht, aber Woche für Woche schafft man es sich emotional etwas mehr von einer Person loszureißen, die man eigentlich mag.

Ich glaube du weißt selber, was das Richtige für dich ist:
Ich weiß, dass es mir leichter fällt mein Leben zu leben, wenn ich keinen Kontakt zu ihr habe
Dann tue das auch! Wenn du bei ihr bleibst wird sie weitermachen und du wirst darunter leiden. Und wenn du gehst, hast du vielleicht das Glück, dass sie aufhört zu trinken. Hast du also eine andere Wahl?


Wie waren denn für dich letzten zwei Tage nun? Wie hast du dich ihr gegenüber verhalten?

Liebe Grüße und viel Kraft weiterhin!

Bitter_Tea
neuer Teilnehmer
Beiträge: 12
Registriert: 19.02.2014, 19:52

Beitrag von Bitter_Tea » 24.02.2014, 17:55

Hallo Elpida,

vielen Dank für deine Antwort.

Ich habe die letzten zwei Tage nicht geweint. Am Samstag habe ich gar nichts von ihre gehört und den Anruf gestern habe ich ignoriert.

Es geht mir an sich besser, weil ich nicht mehr so oft daran denke, aber ich bezweifle, dass das die Lösung des Problems ist. Ich kann sie ja auch nicht einfach 'verlassen', weil sie ja immer noch zuhause wohnt. Mein Vater ist ja auch noch da und den möchte ich ja jetzt nicht auch gleich mit verlassen müssen. Am Freitag bzw. Samstag werde ich wegen eines Geburtstages in der erweiterten Familie wieder nach Hause fahren. Lust habe ich darauf nicht und ich gehe stark davon aus, dass sie dann wieder betrunken sein wird.

Ich habe mich aber jetzt bei der örtlichen Al-Anon Gruppe gemeldet. Habe am Mittwoch ein Gespräch mit der Leiterin und werde anschließend an der Gruppe teilnehmen. Vielleicht hilft das.

Ich hoffe auch, dass ich es dadurch schaffe mich eben 'nur Mittwochs' akut mit dem Thema zu beschäftigen. Damit ich die anderen Tage mein eigenes Leben leben kann. Aber davon scheine ich noch weit entfernt. Ich hatte ein bisschen auf den Austausch hier gehofft aber das scheint weitaus weniger zu sein als ich gedacht hatte. Aber ich freue mich trotzdem über deine Antwort! =)

Zimttee
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 1297
Registriert: 19.05.2012, 22:58

Beitrag von Zimttee » 24.02.2014, 18:04

Hallo Bitter-Tea,

die Mühlen hier mahlen langsam. Gerade in der EKA(ErwachseneKindervonAlkoholikern)-Ecke.

Ich bin auch betroffen, auch bei mir ist es meine Mutter. Sie trinkt aber schon durchweg seit ich denken kann- also knapp 25 Jahre.
Hier im Forum findest du, wenn du auf meinen Namen klickst, auch meine Geschichte.

Für mich hat es sich so ergeben, dass die einzige Möglichkeit, mich zu schütze, eine ziemliche Einschränkung des Kontakts ist. Erst dadurch kam ich zur Ruhe und erkannte viele Dinge, die auch meinen Vater und seine Rolle im Gefüge betreffen.

Bei Al-Anon war ich auch- aber nur ein Mal. Es brachte mir nicht sooo viel wie das Forum hier.

Viele Grüße,
Zimttee

Karsten
Administrator
Administrator
Beiträge: 33104
Registriert: 04.11.2004, 22:21
Geschlecht: Männlich
Alkoholiker/in oder Angehörige/EKA: Alkoholiker

Beitrag von Karsten » 25.02.2014, 07:22

Hallo Bitter_Tea
Bitter_Tea hat geschrieben: Ich hatte ein bisschen auf den Austausch hier gehofft aber das scheint weitaus weniger zu sein als ich gedacht hatte.
Ein Austausch lebt von nehmen und geben.
Warum erwartest du Antworten, wenn du dich selbst auch nicht bei anderen einbringst?

Schon mal drüber nachgedacht?

Gruß
Karsten

oldie
aktiver Teilnehmer
Beiträge: 524
Registriert: 23.11.2009, 21:38

Beitrag von oldie » 25.02.2014, 12:26

Hallo, Bitter Tea!
Deshalb möchte ich jetzt was für mich tun, damit das nicht so weiter geht und ich tatsächlich in eine schwere Co-Abhängigkeit rutsche. Im Moment sieht mein 'was tun' so aus, dass ich nur darüber nachdenke, wie ich ihr helfen kann. Klar, sie muss selbst aufhören. Aber kann man solchen Menschen denn gar nicht helfen?
Du weißt, dass es keine Hilfe gibt. Gäbe es diese, dann wäre dieses Forum überflüssig. Nur deine Mutter selbst kann sich selbst helfen. Dazu muss sie erst ernsthaft bereit sein. Und erst dann kann Unterstützung von außen und von der Familie hilfreich sein.
An dieser Bereitschaft fehlt es ihr offensichtlich im Augenblick. Selbstmitleid, Weinen, der Tochter die eigenen Probleme aufhalsen, den Bonus der letzten 10 Jahre an Trockenheit zu strapazieren, gehören jedenfalls nicht dazu.

Wenn du ihr sagst, dass du erst dann wieder nachhause fährst, wenn sie die ihr doch bekannten Wege des Entzugs UND der Therapie geht, hilfst du ihr am besten. Vielleicht gibt es den Anstoß, den sie braucht?.... vielleicht auch nicht....nobody knows.

Deinen Vater kannst du doch auch auswärts treffen, z.B. an deinem Studienort. Ich könnte mir vorstellen, dass er diese Auszeit richtig braucht und genießen kann.

LG oldie

dorothea
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 8025
Registriert: 26.08.2006, 18:37

Beitrag von dorothea » 25.02.2014, 23:00

hallo bitter tea

ich bin nicht nur alkoholikerin ich bin auch mutter von 4 kindern. was damals in meinem kopf vor ging kann ich überhaupt nicht in worte fassen. ich liebe meine kinder über alles, trotzdem habe ich sie durch meine sucht durch die hölle gehen lassen und war unfähig da raus zu kommen. es mußte erst mein tiefpunkt erreicht sein, so das es für mich einfach nicht mehr tiefer ging, erst dann war ich in der lage konsequente schritte in die abstinenz zu machen. für mich ist es auch heute nach über 12 jahren noch wichtig mich hier möglichst täglich auszutauschen, einfach um nicht in alte muster zurück zu rutschen die mir dann womöglich das genick brechen. ein alkoholiker hat es erst dann geschafft wenn man den deckel über ihm zunagelt.

deiner mutter kannst du schlicht nicht helfen, sie muß die wege noch mal gehen die sie ja kennt. sie muß es wollen und tun. nichts, aber auch gar nichts davon kannst du ihr abnehmen. du hast auch nichts zu verantworten. wie ich mit meinen problemen umgehe ist mein ding, da kann ich keinem schuld zuweisen wenn ich meine wieder saufen zu müssen. es gibt ja nun mal auch andere wege.

distanz ist da schlicht das beste, das du nicht ständig mit ihrem grauen konfrontiert wirst, was du wie gesagt, weder zu verantworten hast noch verändern kannst. auch wenn es weh tut, aber anders kommst du nicht zur ruhe.

doro

Bitter_Tea
neuer Teilnehmer
Beiträge: 12
Registriert: 19.02.2014, 19:52

Beitrag von Bitter_Tea » 26.02.2014, 21:47

Oh, hier hat sich ja doch Einiges getan.

Karsten, ich bin mir bewusst, dass man auch ruhig bei anderen mitmischen kann und dass dann die Wahrscheinlichkeit höher ist, dass man selbst Antworten bekommt. Ich hatte allerdings zu den anderen nichts Sinnvolles beizutragen und ich werde hier nicht sinnlose Antworten schreiben, nur um auf mich aufmerksam zu machen.

Zimttee, vielen Dank für deine Antwort. Ich werde mir bei Gelegenheit mal deine Geschichte durchlesen.

oldie, ich denke schon, dass mir das helfen würde. Also einfach erstmal nicht mehr nach Hause zu fahren. Aber mein Vater kann nicht einfach so zu mir fahren. Und meine Geschwister und Freunde sind ja auch alle noch da. Wenn das alles so einfach wäre... ;)

und dorothea, vielen Dank! Ich finde es echt interessant, auch Meinungen von Leuten zu haben, die 'auf der anderen Seite' stehen. Ich weiß absolut nicht was bei ihr schief gelaufen ist. 10 Jahre lang Suchtberaterin, selbst AA Gruppen geleiten, all sowas. Und dann hängt sie tiefer drin als je zuvor.

Je mehr ich mich mit dem Thema beschäftige, desto komischer wird das alles. Den Teil meiner Kindheit (ich weiß es gar nicht genau, ich würde mal sagen so 7-10 Jahre?!) in denen sie getrunken hat, habe ich mehr oder weniger verdrängt. Ich weiß kaum noch was davon. Und ich habe ein bisschen das Gefühl, dass ich mich jetzt wieder wie 13 fühle. Dass das jetzt wieder kommt. Zwar keine Erinnerungen, aber dafür umso mehr Gefühle. Und was ich noch komisch finde: Ich habe mich nie mit möglichen Folgen für erwachsene Kinder von Alkoholikern auseinander gesetzt. Ich hab schon manchmal darüber nachgedacht, ob das was mit mir gemacht haben könnte. Ob ich 'Schäden davongetragen' habe. Aber hab ich nie so gesehen. Bei mir lief immer alles. Schule super, Studium super, alles gut. Aber dann bin ich auf diese 'Charakteristiken von EKAs' gestoßen. Wenn auch nicht in allen Punkten, aber ich erkenne doch Einiges wieder.

Meine Beziehungen waren von Streit geprägt. Immer. Und zwar weil ich ein Biest bin. Dachte, dass es daran liegt, dass ich meine Latte einfach verdammt hoch lege und dass die Typen das nicht erreichen und ich das nicht ganz respektieren kann. Sie nicht so respektieren kann wie sie sind. Aber dachte bisher, dass ich einfach nur zickig bin.
Aber dann hab ich auch gelesen, dass man Angst vor Kritik hat, sich ein bisschen zurückzieht, zu Perfektion neigt, ... All das bin schon ich. Ich bin super gesellig und kann super mit anderen. Oberflächlich. Und nur, wenn ich denn tatsächlich mal raus gehe. Meist tu ich das nämlich nicht und finde immer eine Ausrede, warum ich nicht mit kann. Und richtige Freunde habe ich auch nicht. Klar, ein paar Menschen mit denen ich reden kann. Aber nie ne große Clique oder sowas. Aber das ist ja jetzt auch nicht so unnormal. Braucht halt nicht jeder. Wenn ich aber mal genauer darüber nachdenke, dann meist, weil ich denke, dass die anderen mich nicht so toll finden. Das war es bis jetzt IMMER. Ich steh im Kreis mit den anderen, aber fühl mich doch nicht, als würde ich dazu gehören. .... ob das jetzt auch damit zu tun hat?
Perfektion, ja. Genau darum auch nie Probleme im Studium oder in der Schule.

Frage mich, ob ich das alles mal aufarbeiten sollte oder ob ich es einfach so akzeptieren soll. So bin ich halt. WARUM ich so bin, ist doch eigentlich egal? Aber es stört mich schon, dass meine Beziehungen von Streit geprägt sind. Beneide immer diese Traumpärchen, die ein super Team sind. Mein Freund nervt mich meist eher. Und das lass ich ihn auch deutlich spüren. Und dass man sich innerlich irgendwie trotz aller Erfolge doch nie gut genug fühlt und deshalb lieber wenige Freunde hat, ist auch irgendwie unvorteilhaft.... vor allem, wenn die größte Vertrauensperson eigentlich die Mutter ist, die jetzt plötzlich nicht mehr vertrauenswürdig ist. Manchmal.

Naja, komme gerade vom ersten Al-Anon Meeting. War echt interessant. Da ich neu war, ging es von vorn los. Kennenlernen und über Schritt 1 reden: Machtlosigkeit. Bääm, genau auf den Nerv getroffen. Genau da bin ich ja. Kein 'ich möchte sie schütteln, damit sie aufwacht'. Das weiß ich. Aber das auch so fühlen ist eine andere Sache. Ich denk aber, dass ich wieder hingehen werde.

Antworten