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Distanzierung von meiner Mutter

Hilfe für erwachsene Kinder von Alkoholikern

Moderator: Moderatoren

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CoLibri
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Distanzierung von meiner Mutter

Beitrag von CoLibri » 09.04.2014, 13:10

Liebe Forumsmitglieder,

meine Geschichte ist folgende (versuche sie kurz zusammenzufassen):
Seit mein Vater vor 9 Jahren gestorben ist, trinkt meine Mutter. Sie raucht auch sehr viel, ernährt sich mangelhaft und bewegt sich sehr wenig. Schließlich bekam sie vor 2 Jahren Darmkrebs, konnte aber erfolgreich operiert werden. Trotzdem hat sie ihren Lebensstil beibehalten. Sie ist depressiv und unfair mir gegenüber.

Ich bin kurz nach dem Tod meines Vaters bzw. als sie zu trinken anfing, ausgezogen. Ich habe eine Therapie und EKA-Meetings hinter mir und war auch viel hier im Forum. Trotzdem habe ich es bislang nicht geschafft, mich von ihr zu distanzieren. Ihr Verhalten tut mir jeden Tag immer noch weh.

Warum ich nun erneut den Austausch mit euch suche: Ich bin an einem Punkt, wo ich weiß, dass es so nicht mehr weitergehen kann. Ich möchte mich selbst schützen. Da sie keine Krankheitseinsicht hat, denke ich über einen Kontaktabbruch nach.

Ich bin allerdings noch sehr unsicher mit dieser Entscheidung. Ich werde demnächst zu einer Suchtberatung für Angehörige gehen, aber ich würde auch gerne wissen, wie eure Erfahrungen mit Distanzierung bis hin zum Kontaktabbruch waren. Ich habe viel darüber nachgedacht, wie ich es ihr näherbringen könnte, aber ich bin ehrlich gesagt ziemlich ratlos.

Liebe Grüße
Colibri

meerli
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Hallo Colibri !

Beitrag von meerli » 09.04.2014, 19:00

Hallo in diesem Forum, das dir bestimmt auch weiterhelfen kann, den für
dich richtigen Weg zu finden.
Ich habe den Kontaktabbruch vor über einem Jahr zu meiner alkoholkranken Mutter vollzogen.
Geschafft habe ich es auch nur durch die Hilfe der ganz ganz tollen Beraterin für Suchterkrankungen. Bei dieser Frau war ich mehrere Sitzungen lang letztes Jahr und diese Sitzungen haben viel Kraft gekostet und haben mich aber zu mir selbst gebracht. Sie haben mir die Augen geöffnet und gezeigt, dass ich mich kaputt machen würde, wenn ich immer weiter in dem Kontakt zu meiner total uneinsichtigen Mutter stünde. Da ich auch Kinder habe, hat mir die Suchtberaterin auch geraten, diese vor ihrer Oma zu schützen. Als sie meine Kinder erwähnte, waren auf einmal alle Alarmglocken bei mir an und ich hatte die Kraft, diesen schweren Schritt Kontaktabbruch durchzuziehen. Vorher dachte immer nur ich, dass ich leiden würde und es irgendwie den lieben "Familienfrieden" halber aushalten müsste, wenn die angetrunkene Oma mal zu Besuch war. Muss ich nicht und werde ich auch nie wieder.
Ich kann dir nur raten, dich zu schützen und auch den Kontakt total abzubrechen. Du wirst sie nicht zum Nichttrinker reden können und sie wird auch nicht dir zuliebe aufhören. Ich habe damals mit der Suchtberaterin sogar noch den Versuch gemacht, sie über die Beraterin anschreiben zu lassen und Angebote zur Suchtberatung gegeben. War alles für die Katz.
Aber auch dieser Schritt war damals ( es kommt mir schon viel länger als ein Jahr vor) wichtig aus der Sicht der Suchtberaterin und auch aus meiner Sicht. Es war noch einmal eine für mich wichtige "Absicherung im Kopf" dass
ich den Kontakt auch abbrechen darf", da ich alles menschenmögliche versucht hatte.

Ich möchte dir auch sagen, dass mein Weg ein sehr langer war und auch noch nicht zuende ist. Ich habe so viele Gedanken gehabt in den Stunden
nach den Sitzungen, bin brüllend in die Natur hinaus, habe gesessen und geredet und geredet.

Der Weg ist denke ich bei allen EKA s nicht zuende, da man ja immer mit seiner Vergangenheit irgendwie konfrontiert wird. Ich bekomme immer ein totales Ekelgefühl, wenn ich einen alkoholisierten Menschen treffe. Sofort wieder alle Gefühle aus der Kind und Jugendzeit da. Aber ich kann mir heute sagen: Ich bin erwachsen und ich halte diese Gefühle aus, jawohl!

Mir geht es auch im Alltag viel besser, endlich mache ich Sport für mich, mache Yoga, habe mit töpfern angefangen usw. Auch für meinen Körper tue ich viel mehr. Ein kleines Beispiel: Ich habe zu der Zeit dieser Suchtberatungs Sitzungen angefangen, meinen Körper nach dem Duschen zu cremen, meine Fingernägel zu lackieren, halt besoners auf mich zu achten. Vorher habe ich natürlich auch sauber gelebt, aber da war ich halt nur ich und musste nicht extra eingecremt werden. Es ist mir aber so ein kleines Detail, aber sehr wichtig geworden.

Auch sage ich jetzt sooo oft meine wirkliche Meinung meinen Mitmenschen. Wollte ich vorher immer lieb und nett sein, so kann ich heute Konflikte und Gegenwind aushalten. Auch da arbeite ich aber täglich aufs Neue an mir.
Du siehst, man kann sich verändern, wenn man es möchte.
Bei weiteren Fragen stehe ich dir gern zur Verfügung.
Liebe Grüße und habe DICH lieb!

CoLibri
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Beitrag von CoLibri » 10.04.2014, 23:25

Hallo meerli,

vielen Dank für deine Antwort. Deine Worte haben mir sehr gut getan und auch geholfen.
Bei mir kommt vor einem möglichen Kontaktabbruch natürlich auch die unbedingte Gewissheit, "alles menschenmögliche versucht zu haben". Also sprich sie auch noch einmal auf die Sucht anzusprechen. Bisher hat sie das stets verleugnet und sofort mich persönlich angegriffen. Daher kostet mir das extrem viel Kraft und ich habe es jetzt auch über ein Jahr nicht mehr angesprochen.

Der Weg ist lange... Mein Weg dauert nun schon 9 Jahre. Als die Krebserkrankung kam und die Situation eskaliert ist, entwickelte ich Panikattacken. Zum Glück sind diese wieder verschwunden, doch ich habe gemerkt, dass ich sehr ängstlich bin. Ich habe stets Angst, etwas falsch zu machen/andere zu enttäuschen.

Gestern hat sich noch etwas neues ereignet: Sie ist nun schon wieder notfallmäßig im Krankenhaus. Diesmal wegen der Halswirbelsäule (Verschleiß/Verdacht auf Wirbelkörperbruch). Ich weiß, dass sie erwartet, dass ich alles stehen und liegen lasse und zu ihr fahre (300 km), für sie da bin etc.

Ich habe mich bewusst dagegen entschieden. Ich habe in mich hineingehört und festgestellt, dass ich nur fahren würde, um ihre Erwartungen an mich zu erfüllen. Wenn ich hingegen an MICH denke bzw. mich "lieb habe" (eine sehr schöne Beschreibung, meerli!), möchte ich sie nicht sehen oder mit ihr reden, weder in meine Heimatstadt noch in das Haus, in dem ich aufgewachsen bin. Es ist alles mit so vielen schlechten Erinnerungen behaftet.

Ich denke, aus diesem Strudel muss ich mich befreien?! Unterbewusst warte ich nur auf einen Anruf mit Vorwürfen, warum ich mich schon wieder nicht kümmern würde...

CoLibri
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Beitrag von CoLibri » 14.04.2014, 21:46

In den letzten Tagen habe ich mich sehr viel auf mich konzentriert und mir etwas Ruhe gegönnt. Ich habe einen Termin bei der Suchtberatung ausgemacht. Ich freue mich sehr darauf, mit der Dame zu sprechen und erhoffe mir Wegweiser in die richtige Richtung. Ich weiß aber auch, dass mir die Entscheidung im Endeffekt keiner abnehmen kann. Vor dieser Entscheidung fürchte ich mich schon heute.

Aber was ich weiß, ist, dass ich ihr nicht mehr länger beim Trinken zuschauen kann/will. Und dass ich den Gestank (Rauch) nicht mehr ertragen kann. Das bedeutet für mich, dass ich sie nicht mehr besuchen kann, und wenn, dann nicht mehr über Nacht bleiben.

Bevor ich ihr das sagen werde, steht wahrscheinlich noch ein Gespräch über den Alkohol, Krankheitseinsicht / mögliche Therapie bzw. Hilfe annehmen.
Mit ihr darüber zu sprechen ist unglaublich schwierig, da sie bisher darauf reagiert hat, indem sie mich sofort persönlich angegriffen hat.

Ich habe in den letzten Tagen auch das Buch "Familienproblem Alkohol" von Sylvia Berke gelesen. Habe uns beide so sehr wiedererkannt! Ein Zeichen dafür, dass ich auf dem richtigen Weg bin - nicht zuletzt wegen Ratschlägen wie "Denken Sie an sich" oder "Helfen Sie dem Alkoholiker, indem sie ihm NICHT helfen!"

Bei ihr selbst habe ich mich nur per SMS gemeldet. Es kamen nach etlichen Stunden 2 Worte zurück. Ich weiß, dass sie beleidigt ist.. aber das ist immer so! Anstatt eine SMS hätte ich sicher anrufen sollen, und zwar früher, statt anzurufen, wäre ich am besten gleich zu ihr gefahren ..
Im Endeffekt kann/konnte ich es ihr nie Recht machen und musste mir immer wieder anhören, wie wenig ich mich denn um meine arme kranke Mutter kümmern und mich für sie interessieren würde. Sehr belastet hat mich auch, dass eine Freundin von ihr mir einmal dasselbe vorgeworfen hat. Da traut man seiner eigenen Wahrnehmung nicht mehr... auch das schreibt Frau Berke in ihrem Buch.

Jedenfalls tut es mir sehr gut, hier schreiben zu können und auch eure Meinungen dazu zu hören. Mir tut auch gut, mich endlich um mich zu kümmern. Immer wieder muss ich an meerli's Beitrag denken, in dem sie schrieb, dass sie sich jetzt nach dem Duschen eincremt, da sie das vorher "nicht wert" war.
Mir ist das gar nicht so aufgefallen, aber ich habe in sehr vielen Dingen genauso gedacht. Das fällt mir gerade alles massiv auf.. und es tut einfach gut, das zu ändern.

Ich schicke mal ein dickes Danke an euch alle hinaus in die Nacht....

heidi13
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Beitrag von heidi13 » 14.04.2014, 22:54

Hallo Colibri,

was hältst Du davon, ihr einen Brief zu schreiben statt mit ihr zu sprechen?

Also nicht, dass ich denke, das würde in ihrem Verhalten etwas verändern - aber Du hättest alles mal los werden können und könntest vielleicht leichter los lassen. Und sie könnte es in "wachen Momenten" nachlesen.

Mein Vater ist Alkoholiker seit ich denken kann - meine Mama ist eine Co aus dem Bilderbuch. Zur Zeit habe ich keine Bedürfnis nach Kontakt. Ich weiss, dass sie darunter sehr leidet und den Fehler bei sich sucht - dass das ein Schutzmechanismus von mir ist, versteht sie nicht.

Du bist nicht allein. Schau auf Dich und trag Dir Sorge - sonst tut es keiner!

Liebe Grüsse
Heidi

CoLibri
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Beitrag von CoLibri » 15.04.2014, 20:45

Hallo Heidi,

vielen Dank für deinen Beitrag.

Ich hatte ihr bereits vor Jahren schon einmal einen Brief zu diesem Thema geschrieben. Darin habe ich v.a. meine Gefühle beschrieben.

Die Reaktion war: keine.
Ich war zufällig dabei, als sie ihn letztens wiedergefunden hat. Sie hat ihn kurz überflogen und dann wortlos weggelegt. Wieder keine Reaktion.

Sie ignoriert/verdrängt das Problem.

Allerdings habe ich gerade eben ein paar Zeilen an sie geschrieben. Einfach spontan, handschriftlich. Nur ein paar Sätze. Nicht, weil ich ihr den Brief geben will, sondern weil ich einfach wissen wollte, wie sich das für mich anfühlt. Musste weinen. Fühlt sich wie ein echter Abschied an. Aber vielleicht auch wie ein Neubeginn.. Auf jeden Fall sehr schmerzlich.

Heidi, wie hast du es deinen Eltern denn versucht zu erklären? Auch per Brief, oder war ein Gespräch möglich? Und wie hat dein Vater reagiert?

Liebe Grüße
Colibri

Ps: Auch ich sage jetzt immer öfter meine Meinung. Vorher hatte ich immer irgendwie Angst, bei meinem Gegenüber "in Ungnade" zu fallen. Langsam gewinne ich meine Selbstsicherheit ein Stück zurück, und das fühlt sich sehr gut an.

meerli
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Hört sich gut an!

Beitrag von meerli » 16.04.2014, 09:40

Hallo CoLibri,

das hier von dir zu lesen "hört" sich ja echt gut an! Heftig was du nun in dieser kurzen Zeit alles anschiebst, Hut ab! Ich denke, wenn man erst einmal seinen eigenen Punkt erreicht hat, an dem es für einen selber nicht mehr so weiter geht, ist es gut, etwas zu ändern.

Toll, dass du mit einer Suchtberaterin sprichst. Ich hoffe, du hast eine sehr nette, der du dich auch öffnen kannst.
Mein allerletztes Gespräch mit meiner Mutter war ein Telefonat, in dem sie mich nur anschrie. Unter anderem auch, " kümmer dich um deine eigene Familie" usw. Ich kam dann fast gar nicht mehr zu Wort, sie war ja eh total in Rage, da habe ich es angekündigt und dann getan: während dieses Geschreis habe ich es mir erlaubt, aufzulegen.

Das hatte ich vorher auch mit meiner Suchtberaterin so abgesprochen. Vor diesem "Training" hätte ich mich nie nie nie getraut, einfach bei meiner Mutter aufzulegen. Zu gut war ich mein Leben lang konditioniert, immer brav, unfauffällig, gefügig zu sein.

Die Suchtberaterin sagte mit vorher, da ich Bedenken hatte, einfach so ein Gespräch mit meiner Mutter zu beenden: Was ist denn das Schlimmste, was passieren könnte? Und hat nicht meine Mutter mir selber unzählige Male mit ihrem Verhalten auch weh getan? Man muss erst darüber dann in der Sitzung nachdenken und auch lange noch danach. Aber es stimmte und ich habe es damals so in dem Gespräch gemacht wie neu gelernt!

So, liebe CoLibri, weiter viel Mut und Kraft. Ich denk, wenn jetzt wieder Ostern vor der Tür steht, ist es noch einmal etwas "blöder" keine gesunde Mutter oder Vater zu haben.

Grüße meerli

CoLibri
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Beitrag von CoLibri » 21.04.2014, 16:26

Ja, ich denke, ich bin tatsächlich an diesem Punkt angekommen. Ich habe gemerkt, dass ich mich in eine falsche Richtung entwickle, wenn ich meine Energie und Liebe weiterhin in eine Beziehung stecke, die sowieso, wenn überhaupt, nur noch rudimentär vorhanden ist.

Mir ist vor ein paar Tagen, passend zur Situation, ein Spruch über den Weg gelaufen:

"There comes a time when you have to start crossing oceans for people who wouldn't jump puddles for you."
Übersetzt also in etwa: "Irgendwann ist es an der Zeit damit aufzuhören, Ozeane für Menschen zu überqueren, die für dich nicht mal über eine Pfütze springen würden."

Ich finde, das beschreibt die Situation eines EKA's sehr gut und anschaulich.

Zum Thema Ostern bzw. Feiertage allgemein, v.a. auch Weihnachten, möchte ich sagen, dass der Druck bzw. die Erwartungshaltung an mich, zu ihr zu fahren, fast bis ins Unendliche wächst. Das mag daran liegen, dass ich weiß, dass sie es erwartet, dass ich Weihnachten bei ihr bin. Allerdings feiern wir kein Weihnachten. Ich kann schon froh sein, wenn ich ein Geschenk zugeschoben kriege. Aber ich weiß, dass sie das sowieso nicht selbst gekauft hat. Es ist einfach nicht liebevoll. Ich würde mich über ein selbstgebasteltes Stoffherz z.B. 100x mehr freuen - aber das wird in diesem Leben wohl nicht mehr passieren.

Ich würde an dieser Stelle auch noch gerne von meinem Weihnachten 2012 erzählen. Ich war damals in einer Beziehung, wo mich die gesamte Familie wie eine Tochter aufgenommen hat. Sie haben mich unterstüzt wo sie konnten, und mich schließlich auch an Heiligabend eingeladen. Ich freute mich darauf, weil meine Mutter ja sowieso noch in der Klinik war und ich endlich die Aussicht hatte, mal wieder ein Weihnachtsfest mit Christbaum und Liebe feiern zu dürfen.

Am selben Abend entließ sich meine Mutter gegen ärztlichen Rat aus dem Krankenhaus und war mir sehr böse, dass ich den Heiligabend nicht mit ihr verbringe. Ich war hin und hergerissen, konnte aber den Kompromiss herausschlagen, dass ich den Heiligabend bei meinem Freund und seiner Familie verbringe, und den nächsten Tag (1. Feiertag) mit ihr was schönes koche und Zeit mit ihr verbringe.

In dieser Nacht ging es ihr so schlecht (ich denke sie hat zuviel gesoffen, aber das kann ich nicht beweisen), dass sie wieder in die Klinik musste. Sie sagte mir aber nicht Bescheid. Ich traf am nächsten Tag ein, fand die Wohnung verwahrlost vor und sie ging nicht ans Handy. Ich hatte wahnsinnige Angst und bekam einen Nervenzusammenbruch.

Über das Handy ihrer Freundin, die gerade mit ihr in der Klinik fröhlich beim Kaffee saß, erreichte ich sie schließlich. Sie machte mir nur Vorwürfe, dass ich nicht dagewesen wäre und mich nicht kümmern würde. Ich weiß nicht mehr, wer von uns einfach aufgelegt hat. Ich war vollkommen fertig.

Am nächsten Tag rief eine andere Freundin von ihr bei mir an, und beschimpfte mich auf eine furchtbar respektlose und auch obszöne Art und Weise, was ich für ein schlechter Mensch wäre, weil ich nicht für meine Mutter da wäre.

Ich hätte sofort auflegen sollen.
Stattdessen habe ich es mir angehört und mich versucht, mich zu verteidigen. Ging natürlich nach hinten los. Irgendwann habe ich aufgelegt, nachdem sie mir auch noch vorgeworfen hatte, dass meine Mutter aus lauter Kummer über so eine schlechte Tochter Krebs bekommen hätte.

Dieses Gespräch und diese Beschimpfungen und Vorwürfe ... von meiner Mutter und ihrer Freundin.. sie beschäftigen mich noch heute und es fällt mir nach wie vor sehr schwer, mein Verhalten als richtig anzusehen und meinen Weg weiterzugehen.

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