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Ich, der herumwandelnde Vorwurf

Hilfe für erwachsene Kinder von Alkoholikern

Moderator: Moderatoren

Kitze
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Beitrag von Kitze » 05.11.2014, 15:15

Danke für deine Worte, Girasole!

Der Termin liegt nun fast eine Woche zurück und es arbeitet schon ordentlich in mir. Direkt danach fühlte ich mich sehr ausgelaugt, so sprach ich doch geschlagene 50 Min.nur von mir und meinen Bedürfnissen, Problemen, Wünschen usw., das fiel mir sehr schwer. Ich musste mich mit mir auseinander setzen und mich mit mir beschäftigen, ziemlich unbequem wenn man den Focus immer auf andere lenkt... Es ist auch interssant wenn jemand fremdes recht schnell das Lebensthema herausfiltert und einen damit offen konfrontiert, auch unbequem aber wahr. Loslassen. Eine Kunst das zu schaffen. Aber wem sag ich das ;-)
Eure Kitze

Camille78
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Beitrag von Camille78 » 09.11.2014, 20:14

Liebe Kitze ,
Ich wünsche Dir alles Gute für Deine Therapie! Dort bekommst Du das Werkzeug um später selbst weiter an Dir zu arbeiten. Die Arbeit an einem selbst hört nie auf. Manches merke ich erst heute ein paar Jahre später und denke, wow, da habe ich mich zum Positiven verändert und das Verhaltensmuster durchbrochen. Andere Dinge kommen wieder zu mir zurück, da muss ich weiter dran bleiben.
Lg Camille :)

Kitze
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Beitrag von Kitze » 14.11.2014, 23:06

Vielen lieben Dank,
liebe Camille :-D
Der Weg ist das Ziel, ich warte mal ab wohin es mich treibt und was mich dort erwartet. Bislang traf ich in meinem Leben so tolle Menschen die mich inspirieren und bei denen ich mir manches "abgucken" darf, diese unterschiedlichen Einflüsse halten meine Kanäle offen und dafür bin ich so dankbar. Derzeit versuche ich zu lernen mehr bei mir zu bleiben und nicht den Fokus zu verlieren und das glückt ein wenig besser. Auch wenn ich noch gar nicht absehen kann wohin die Reise geht, auch wenn noch viele schmerzvolle Dinge geschehen, so versuche ich mir treu zu bleiben, immer mehr. Dazu gehört auch NEIN sagen, kennt ihr dieses Wort auch so wenig wie ich? Darüber nachdenken ist schon eine Hürde an sich, es aber laut zu formulieren... ihr wisst schon... nicht einfach. Aber es klappt immer besser, also Doppeldaumen hoch und Ganzkörpernick.
lg Kitze

Kitze
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Beitrag von Kitze » 08.02.2015, 21:30

Hallo ihr,
hab lange nicht schreiben mögen/wollen weil es mir zu anstrengend war. In meinem Alltag läuft es oft drunter und drüber, bin oft kaputt und freue mich einfach mal passiv zu sein und lese hier oft nur. Lernen kann ich dadurch von euch trotzdem sehr viel, es ist bemerkenswert wie klasse, liebevoll, besonnen und respektvoll meist hier geschrieben wird, auch mal sehr eindringlich Tacheles gesprochen wird, ich schätze das alles sehr.
Mit meiner Therapie läuft es sehr holprig, man kommt schwerlich an Termine und so zieht es sich... Dafür aber machte ich bei einem Seminar für Familiencoaching mit und konnte viele Dinge für mich dabei heraus ziehen, ich finde immer mehr meine Inseln der Hoffnung, Erholung und Kraft. Interessant war für mich die negative Dynamik in einer Situation erkennen und durchbrechen zu können und mit Ruhe dem Stress zu begegnen, das ist mal ein super Handwerkszeug.
Bin auf mich selbst gespannt, es ist echt anstrengend, tut auf Dauer aber gut.
Vor allem habe ich gelernt noch ehrlicher zu sein, in meinen Aussagen authentischer zu sein und stellte fest dass es meine Energien und Zeit spart, ich viele Dinge schneller abhaken kann, ich ärgere mich einfach weniger :-D
Ich wünsche Euch was,
eure Kitze

Kitze
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Beitrag von Kitze » 07.06.2015, 20:03

Hallo zusammen
Hier kommt noch einmal wieder ein Statusbericht von mir 😉
Vor einigen Wochen machte ich eine Mu-Ki-Kur mit allem Zipp und Zapp, Einzelgesprächen, Austausch mit Leidensgenossen, Sport und: tatsächlich mal mit Zeit für mich... Für mich war es total anstrengend weil ich voll ehrlich mit mir selbst und meiner Umwelt Verfahren bin, das war ungewohnt und neu für mich und wühlte mich derbe auf, was meine Kinder zu spüren bekamen. Danach hatte ich allerdings so viel Elan mich um meine Zukunft zu kümmern und habe zumindest einen Therapieplatz bei einer Psychotherapeutin bekommen, habe innerlich mit mir etwas aufgeräumt und meine Prioritäten etwas umgesteckt. Das kostete allerdings viele Tränen und durchtrauerte Stunden. Scheinbar trägt es aber auch schon kleine Früchte und ich bin mir mit meinem Lebensweg schon deutlich sicherer und da bin ich hoffnungsfroher als vor einigen Wochen ☺️
Vlg

Kitze
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Beitrag von Kitze » 28.08.2015, 21:20

Hallo miteinander,
es verging eine ganze Weile bis ich mich wieder mit meinen Themen hier auseinander setzen mochte, habe mich abgegrenzt und mal vieles ausgeblendet. Mein Sommerurlaub verging wunderbar mit wenigen Terminen, Verabredungen und in den Tag hineinlebens und das tat unendlich gut. Jedoch wurde ich feinstens mit meiner Co-Rolle konfrontiert als meine Mutter sich derbe abgeschossen abmeldete und mich mit meinen Kindern ordentlich versetzte und hängen ließ, ich war so sauer! Nun organisiere ich unser Leben soweit um, dass ich nicht auf sie angewiesen bin und richtete mehr Abstand ein um meinen Kids Enttäuschungen zu ersparen.
Meine Therapie läuft weiter und ich verstehe immer mehr meine Verhaltensweisen, was alles etwas vereinfacht und besser macht. Meine errungene Ehrlichkeit kommt scheinbar gut in meinem Umfeld an und es ist definitiv sehr gesund für mich, dennoch plagen mich ordentliche Selbstzweifel und Selbstwertkomplexe. Kennt ihr das auch?
Letztes WE traf ich zwei Freundinnen die Single und unabhängig sind und wir sprachen über unsere Themen, was sehr spannend war, denn jede wünschte sich das, was die andere hat. Aber wir alle haben gemeinsam dass wir nicht glücklich mit dem sind was wir haben. Nun denke ich viel darüber nach und stelle fest dass man nicht immer auf andere schauen sollte, so haben auch sie Schwierigkeiten und es läuft nicht so Bombe wo man denkt das tut es.
Leute, hier zu lesen gibt mir so viel, leider kann ich nicht so sehr viel hier Beiträgen was auch anderen sehr helfen könnte aber vielleicht kann man Mut machen indem man zeigt dass es sich lohnt immer wieder hinzugucken, auf das was sich zeigt. Daran arbeiten, Freude am Leben und in Momenten zu entwickeln, Genuss zu erlernen und aus Fehlern zu lernen.
Rückblickend kann ich doch stolz auf das sein was ich erreichte, auch wenn es sehr schmalzig klingt 😉
In diesem Sinne: gebt auf euch Acht,
Eure Kitze

Niskaia
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Beitrag von Niskaia » 30.08.2015, 00:47

Hallo Kitze,

weil ich als Neue hier gerade deine Erfahrungsberichte gelesen habe, wollte ich dir ein kleines Lebenszeichen dalassen.

Vieles von dem du erzählst, erkenne ich auch unabhängig davon Tochter einer Alkoholikerin zu sein, an mir wieder. Dass du an dir arbeitest und so offen über das auf und ab dieses Unterfangens berichtest, inspiriert.

Es ist schwierig mit Alkoholkranken in der Familie auf einen grünen Ast zu kommen. Irgendwie regelt man sein Leben ganz gut und dann kommt ein Anruf von der lallenden Mutter und man ist direkt aus der Bahn.

Wenn ich so drüber nachdenke, ist das ziemlich übermenschlich, wenn man es aus diesem Kreislauf mal rausschafft und erst jetzt nach dem Lesen einiger Threads kommt mir die Idee, dass auch ich mich vielleicht irgendwann von der Vorstellung verabschieden muss, dass es meine Mutter irgendwann doch noch schafft und dass daran meine Glückseligkeit hängt.

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