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Bitte um Hilfe (selbsthilfe, lösungsvorschläge) Tipps &

Hilfe für erwachsene Kinder von Alkoholikern
nanoxid
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Bitte um Hilfe (selbsthilfe, lösungsvorschläge) Tipps &

Beitrag von nanoxid » 08.01.2017, 00:04

Hi,

Ich bin der Nano, 22Jahre alt und Student :-).
Ich bin neu hier in der hoffnung das man mir eventuell Tipps geben könnte, oder vorschläge macht. Okay, nun zu meiner Verzweiflung.

Mein Vater war bereits seid meiner Geburt Alkoholiker. Richtig realisiert habe ich dies, als ich 12 war und seine plötzlich ändernde Art bemerkt habe. Einglück haben meine Geschwister mich immer abgelenkt, besonders meine Schwester.

Nun zum Problem;
Mein vater droht ständig damit sich das Leben zu nehmen, das er sterben wolle und er sich in den tod trinken will oder von der brücke springen.
Einige jahre bereits, dass auch wenn es dumm kommt, wir mittlerweile abghärtet sind und darauf garnichtmehr eingehen.
Mein Vater hat sich eingestanden, nachdem er im Krankenhaus war und meine Mum ihm androhte wegzugehen, das er alkoholiker ist und ging für 2 wochen in eine kleine Entzugsklinik. Alles lief gut, bis mein Vater aus dem himmel heraus meine Mutter und mich aufs übelste Beleidigte, mit den Türen knallte und immer aggresiver wurde.
Aus angst um meine Mutter und der aggresivität die er an den Taglegt kann ich kaum mehr Schlafen, er läuft nachts schleichend um die Wohnung, schreit wenn er im bettliegt mit diesem Grummeln und meine Uni leidet darunter. Meine Mutter nimmt Beruhigungstabletten weil auch sie nichtmehr kann, aber angst hat wenn sie weggeht nicht klarzukommen weil er 100% schulden machen würde, und sie so meint sie dafür Haften müsse. Bin seid einiger Zeit in Therapie aber so wirklich helfen tut dies mir nicht, der Therapeut möchte das ich verstehe wie so ein Mensch denkt und was ich tun kann um normal weiterzuleben. Auch bei Anonymen Alkoholiker treffen war ich für Angehörige, aber auch da stößt mein Verständnis auf Granit.
Er möchte nicht aufhören, das hat er uns klipp und klar gesagt, er möchte das wir das Aktzeptieren und nicht darum kümmern, weil er ja sterben will.
und wir sollen uns "verpissen".

Meine Mutter ist eine sehr Naive Person, und er weiss wie er immer wieder eine Chance bekommt. Er kann auf Kommando weinen, lügt wie gedruckt, habe sogar auf Video aus angst das er mich bestiehlt gesehen wie er meine Mutter beklaut, die ihr hab und gut verstaut bei mir im Zimmer in der hoffnung er wüsste nix davon.

Aus dem Internet hab ich gelesen das die Aggresion eines Alkoholikers nicht selten in Gewalt umschlägt, und das bereitet mir Natürlich Sorge.
Ich selbst habe einen so gewaltigen hass auf Ihn, das ich mir Schlecht vorkomme weil er mein Vater ist und man sowas für seinen Vater nicht empfinden sollte. Ich Respektiere Ihn nicht, ich verachte Ihn und wünschte wir könnten weg..


Tut mir leid für die grobe Erklärung bin grad einfach sehr aufgebracht und sehr wütend..

Habt Ihr vielleicht irgentwelche Tipps wie ich & meine Mutter Beruhigter werden? oder anderes?

Und stimmt das, dass selbst wenn wir ausziehen, meine mutter vom Konto weggeht sie für seine Taten auf dem Konto haftet? gibts da keine Möglichkeit um aus dem Teufelskreis rauszukommen?

karaoke5
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Beitrag von karaoke5 » 08.01.2017, 09:22

Hallo, ich bin selber neu hier, aber eine Sache:

Nein, deine Mutter haftet nicht für deinen Vater. Am besten eigenes Konto aufmachen und ausziehen. Man kann keinen Vertrag zu Lasten Dritter abschließen, dein Vater kann also nicht sagen, er schließt für deine Mutter einen Vertrag ab. Wenn er damit droht, hat das keinen Hintergrund und es würde sich vor Gericht notfalls niemals durchsetzen.

Eine andere Sache ist natürlich, wenn deine Eltern gemeinsam einen Kredit in der Vergangenheit aufgenommen haben oder andere Schulden gemeinsam (!) gemacht haben früher, dann haftet deine Mutter schon, wenn dein Vater nicht zahlt - das solltest du abklären.

nanoxid
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Beitrag von nanoxid » 08.01.2017, 12:06

Vielen dank für deine Antwort karaoke5 und für die erklärung :)

karaoke5
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Beitrag von karaoke5 » 08.01.2017, 12:48

Gern. Ich bin natürlich kein Anwalt und darf dir daher keine verbindlichen Rechtsauskünfte geben, habe aber ein absolviertes JUS Studium (neben Architektur) und diese Sache ist eigentlich so einfach und sonnenklar, dass du das deiner Mutter ruhig so sagen kannst. Aber wichtig, nochmal: Gabs einen Kredit oder Schulden von früher, den deine Eltern ZUSAMMEN abgeschlossen haben, haftet sie schon dafür.

karaoke5
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Beitrag von karaoke5 » 08.01.2017, 12:52

Im Forum hier gibts komischerweise keine Editier Funktion? Aber was ich noch hinzufügen wollte: Unabhängig davon ob es Schulden von früher gibt oder nicht, davon sollte man die Entscheidung eher nicht abhängig machen, wie man weiter vorgeht in deinem Fall - weil dein Vater ist unberechenbar und man kann sich nicht auf ihn verlassen, er kann also von heute auf morgen einfach nichts mehr bezahlen und total untergehen.

nanoxid
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Beitrag von nanoxid » 08.01.2017, 17:56

Das stimmt. Der einstieg ins neue Jahr war schon ein totaler reinfall, Weihnachten genauso und heute Eskaliert natürlich wieder mal alles. Er beleidigt uns aufs derbste, Knallt die Türen so laut zusammen das sich heute sogar mal mein Nachbar beschwert(der ist von sehr geduldiger Natur), sein Handy hat er mir fast an Kopf geworfen, also so langsam kann ich mich einfach nichtmehr zurückhalten. Sie mag morgen zum Anwalt da das normale zusammen Leben nichtmehr möglich ist und sie nicht mag das ich vielleicht die Fassung verlier. Habe eher Angst zu schlafen ob er dann iwas tut. Ich trau Ihm jedenfalls alles zu zurzeit :(

Schulden sind keine Vorhanden (ich führe die Finanzielle Lage, und dies sehr ordentlich und Buch via Excel auf einem No Lan Laptop).

Hoffe es bringt was :-)

Morgenrot
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Beitrag von Morgenrot » 08.01.2017, 21:47

hallo nanoxid,

herzlich willkommen ebei uns im Forum.
Meine Mutter ist eine sehr Naive Person
,
als naiv würde ich das nicht bezeichnen, deine Mutter ist in ihrer COabhängigkeit gefangen, und daraus kann sie sich nur selbst befreien.
Es ist nicht einfach aus dieser Falle herauszukommen. Sie muß einem erst einmal klar werden.
Der Alkohol bestimmt das Leben eines COabhängigen Menschen genauso, wie er das Leben des nassen Alkoholikers bestimmt.
Da keimen immer wieder Hoffnungen auf, und wieder läßt man sich ein, das ist ein schlimmes Hamsterrad. Da spreche ich aus Erfahrung.
Das hat nichts mit Naivität zu tun, ich hatte alles Wissen, weil ich in dem Bereich arbeite, und bin trotzdem coabhängig geworden.
und er weiss wie er immer wieder eine Chance bekommt. Er kann auf Kommando weinen, lügt wie gedruckt,
das ist ein Gesicht der Sucht. Nasse Alkoholiker sind die besten Schauspieler, Lügner und Trickser.
Es geht nur ihnen nur um den Alkohol, wer und waswas nebenher kaputt geht, wird nicht registriert und in Kauf genommen.
Dein Vater muß die Konsequenzen seines Handels spüren. Wenn er eine Gefahr für sich und/oder andere ist, kannst du die Polizei rufen
Was hast du denn dem Nachbarn gesagt, als er sich beschwert hat? Die Wahrheit, oder hast du irgendwas "erfunden"?

ich wünsche deiner Mutter das sie morgen zum Anwalt gehen und sich Hilfe holen kann.



lg Morgenrot

nanoxid
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Vielen Dank

Beitrag von nanoxid » 08.02.2017, 17:49

Hallo Morgenrot,

vielen dank für das herzliche willkommens geheiß :),

tut mir leid das ich so spät antworte, hatte in letzter Zeit ziemlich viel Stress bezüglich Zuhause und Uni und habe mir erstmal ein wenig Zeit genommen damit ich die Uni nicht vermassel.
Was hast du denn dem Nachbarn gesagt, als er sich beschwert hat? Die Wahrheit, oder hast du irgendwas "erfunden"?
Ich bin da sehr offen. Ich bin leider so verankert das ich immer aus dem Bauch raus erzähle was los ist, was mich nervt oder sonstiges. Habe meinem Nachbarn natürlich die Wahrheit gesagt, aber das weiß leider sowieso das gesamte Haus und die umliegenden Wohnungen, aus dem Grund weil er selbst im Betrunkenen zustand nach draußen geht, um sich nachschub zu verschaffen, wenn er sich selbst (mal wieder) den Suizid androht.

Natürlich habe ich große Angst, dass er gewalttätig wird, aber ich könnte Ihn überwältigen und die Polizei rufen.

Die letzten Wochen werden leider immer schlimmer. Ich rief die Polizei an aus dem Grund weil er Nachts auf dem Balkon saß und in die Nachbarschaft schrie. Sie brachten Ihn lediglich ins Wohnzimmer und meinten das sie sonst nix tun können, da er so ja keine Aggresiven züge vorweißt. Er sagte "leider Gottes hat jeder das recht, sich selber zu Grunde zu richten". "Ihre einzige Möglichkeit wäre es, wenn er sich nicht helfen lassen will und es nicht besser wird die Konsequenzen zu ziehen und wegzugehen". Dies ist leider so schnell aufgrund der Finanziellen Lage nicht möglich.

Mittlerweile verzweifel ich selber schon. Ich bin Übermüdet und kann mich kaum mehr Konzentrieren.
Gestern Eskalierte es soweit das er endlich von sich aus sagte, dass er die Scheidung will weil er eine "richtige" frau haben will, und wird nächste Woche das Konto auf ausgleich setzen damit wir Getrennte Wege gehen können.

Ich vermute das dies auch nur eine Hinauszögerung ist.

ich wünsche deiner Mutter das sie morgen zum Anwalt gehen und sich Hilfe holen kann.


wie bereits glaube angedeutet, können wir leider nicht so einfach aus dem Konto raus solang es im Minus ist.
Dies machte uns die Anwältin auch klar, obwohl sie am Telefon etwas anderes behauptete.
Leider wird das mit richtig + nichts weil er hier Gegenstände zerstört, die wir zu ersetzen haben. Beispielsweise Gläser, Eieruhren, Teller. Und beinahe sogar den Fernseher.

Kann man sich den irgentwie verhalten das der merkt "kein schritt weiter"?

Ich meine diese Ständigen Beleidigungen, Türknallereien, und Wutanfälle gehen mir wirklich an die Nerven und es fällt mir immer Schwerer so gelassen zutun..[/quote]

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