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Jetzt trinkt sie auch - Abgrenzung

Hilfe für erwachsene Kinder von Alkoholikern

Moderator: Moderatoren

Meadow
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Beitrag von Meadow » 06.05.2017, 09:01

Hallo Cookie,

das Bedürfnis, bei Problemen erstmal zu den Eltern zu wollen, kenne ich auch. Ich habe mit der Zeit immer besser erkannt, dass meine Eltern mir aber nicht das geben konnten und können, was ich eigentlich brauche. Keine Geborgenheit und Sicherheit und Beständigkeit. Und auch nicht das Gefühl, dass ich immer geliebt werde, einfach nur dafür, dass ich da bin. Dadurch, dass ich das mit der Zeit erkannt habe, kann ich mir das langsam nach und nach selbst geben.
Machst du eine Therapie? Diese hat mir sehr geholfen und hilft mir auch immer noch. Dabei habe ich gelernt mit meinen inneren kindlichen Anteilen zu arbeiten. Das ist für mich sehr viel Wert.

Viel Erfolg bei der Wohnungssuche.

Liebe Grüße,
Meadow

FallenChocoCookie
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Beitrag von FallenChocoCookie » 09.05.2017, 15:09

Hey Meadow!

Nein, ich mache im Moment keine Therapie. Ich möchte gerne eine machen, aber ich bin noch nicht dazu gekommen mich wirklich mit Therapeuten in der Nähe auseinander zusetzen. Gibt so viele Sachen zu regeln und am besten müsste alles parallel funktionieren. Ich bin immer noch ein bisschen überfordert und versuche alles nacheinander zu machen, da waren dann andere Sachen erst mal dringender als einen Therapeuten zu suchen.

Mit den meisten Sachen komme ich auch ganz gut alleine zurecht muss ich sagen, auch wenn es mit professioneller Hilfe vielleicht einfacher wäre und schneller gehen würde.

Was das mit den Eltern angeht, mir ist das auch bewusst dass meine Eltern mir das nicht geben können was ich brauche. Deswegen sitze ich dieses Gefühl dann eben aus sozusagen und erinnere mich eben genau daran, dass ich nicht das von meinen Eltern bekomme, was ich eigentlich von ihnen brauche. Geht ja auch wieder vorbei. Ganz langsam schaff ich es auch, mir selber einfach Sicherheit zu geben. Auch wenn ich glaube, dass das nie dasselbe sein kann oder wird. Wichtig ist es ja trotzdem. (:

LG,
Cookie

FallenChocoCookie
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Beitrag von FallenChocoCookie » 16.05.2017, 22:50

Die letzten Tage war ich sehr niedergeschlagen... ich wollte ja eigentlich meinen Kater abholen. Bin am Freitag also runter gefahren. Aber obwohl ich meiner Schwester zwei Tage vorher bescheid gegeben hatte, hat sie ihn morgens nach draußen gelassen. Innerhalb der zwei Stunden die ich gewartet hatte kam er natürlich nicht, also musste ich ohne ihn wieder gehen.
Das Ende vom Lied, gut über hundert Euro ausgegeben um ihn abzuholen, ohne ihn wieder gefahren und erst am nächsten Morgen um viertel nach sieben wieder in der Wohnung. Plus Vorwürfe er hätte es dort ja sowieso besser und es sei dämlich ihn im Zug zu transportieren. Gut... kann ja jeder seine Meinung haben. Optimal fand ich's ja auch nicht, hatte aber keine andere Möglichkeit.

Am Samstag Vormittag bekam ich dann eine Mail, von meiner Mutter. In der hieß es ich solle mir überlegen ob das Zusammenleben mit meiner "furchtbaren Mutter nicht das kleinere Übel" sei, verglichen mit der "desolaten Situation" in der ich mich jetzt befinde.
Nach einer Entschuldigung dass sie sich einmischt sagt sie mir ich solle ihrer Meinung nach eine Therapie machen. Und sollte mein Freund die treibende Kraft hinter allem sein, sollte ich gut darüber nachdenken was für Gründe er wohl haben könnte. Sie hätte keine Vorurteile gegen ihn aber lebe schon länger auf "diesem irren Planeten".
Sie erwarte keine Antwort - eine halbe Stunde später hatte ich aber eine Nachricht von meiner Schwester. Sie soll mir sagen meine Mutter hat mir eine Mail geschrieben.

Ich weiß bis jetzt immer noch nicht wo mir der Kopf steht. Mich macht das unheimlich wütend. Denn es ist wieder die gleiche Leier, wegen der ich gegangen bin. "Ich hab's dir gesagt, das ist so und so, was du machst / denkst / willst ist dumm. Ich bin älter als du, ich weiß es besser" und auf der anderen Seite "Ich will dir ja nur helfen. Ich mache mir Sorgen".
Geld dass ich ihr für meinen Kater auf dem Tisch gelassen hatte, hat sie mir zurück überwiesen mit den Worten "Ich will dein Geld nicht..".
Darauf hin habe ich ihr noch mal eine sehr kurze E-Mail geschrieben in der ich meinte es ist mir scheißegal ob sie mein Geld will oder nicht, meine Katze will essen und dafür ist das Geld bestimmt, nicht für sie. Bisher keine Reaktion.

Seit dem Wochenende bin ich in ein ziemliches Loch gefallen, auch körperlich geht es mir nicht so toll. Fühlt sich nach Erkältung an. Dementsprechend schleppend läuft auch alles momentan leider...
Langsam kann ich wieder einigermaßen nachdenken, aber die ganze Sache regt mich trotzdem unfassbar auf.

Angeblich sei es meiner Mutter wohl auch lieber die Katze bleibe dort. Vorher konnte sie sich aber beschweren sie würde sich nicht um die Katze kümmern, wenn ich eine wollte soll ich das selber tun, sonst kommt sie weg etc.

Da solche Konfrontationen mit meiner Mutter für mich auch immer heißen dass meine Angststörung sich verschlimmert, leidet soziemlich alles gerade unter meiner Stimmung... v.a. da ich Probleme beim Telefonieren habe.
Sie einfach komplett zu ignorieren fällt mir aber auch schwer.

Weiß nicht... für mich sieht es ganz simpel danach aus, als würde sie versuchen mich dazu zu bringen zurück zu kommen, einfach nur weil es für sie angenehmer und einfacher ist.

FallenChocoCookie
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Beitrag von FallenChocoCookie » 30.05.2017, 17:03

Inzwischen geht es mir wieder besser. Bei einem Termin im BiZ hatte ich ein sehr ausführliches und angenehmes Beratungsgespräch, bei dem mir ans Herz gelegt wurde bes. meine Angststörung auch noch mal mit meiner Hauptbetreuerin zu besprechen; die kann dann bei Bedarf auch den ärztlichen/psychologischen Dienst zu Rate ziehen usw.
Bei Bedarf deshalb, weil es momentan eher danach aussieht, dass ich doch zu meinem Freund ziehe. Innerhalb der nächsten 3-5 Wochen. Was ich auch sehr gut fände bzw. finde, denn momentan vermisse ich vor allem Beständigkeit und ein Zuhause. Mir geht es gar nicht gut mit dem Gedanken immer wieder umzuziehen und zu wissen, dass ich dort wo ich hingehe sowieso nicht (lange) bleiben werde.
Das macht es mir unheimlich schwer, ja fast unmöglich, richtig zur Ruhe zu kommen.

Aurora
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Beitrag von Aurora » 30.05.2017, 21:29

Hallo Cookie,

das kann ich gut verstehen, dass es wichtig für dich ist, endlich Beständigkeit in deinem Leben zu haben. Einfach so einen bestimmten Alltagsrahmen in dem du dich bewegen kannst und darin Sicherheit findest.
Einen Ort, an dem du zur Ruhe kommen kannst.

Ich finde es echt toll, wie du mit dir und deinem Leben umgehst! Da ist viel Selbstfürsorge und das ist das beste, was du dir geben kannst.

Liebe Grüße
Aurora

FallenChocoCookie
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Beitrag von FallenChocoCookie » 21.06.2017, 07:30

Danke dir für deine Worte, liebe Aurora!

Viele Neuigkeiten gibt es bei mir bisher noch nicht. Kontakt hatte ich zu meiner Mutter seit der letzten Mail nicht mehr. Auch zu meinen Geschwistern kaum.
Geplant ist, dass ich im Laufe dieser Woche rüber fahre um meine Sachen zu packen und zu versenden, um dann nächste Woche selber umzuziehen. Vielleicht auch die Woche drauf.

Vor der Fahrt zu meiner Mama nach Hause hab ich immernoch Angst. Ich weiß nicht genau was passieren wird, ob sie zuhause sein wird (je nach dem an welchem Tag ich fahre). Wird sie mit mir sprechen (wollen)? Will ich das erlauben? Wenn ja, was wird sie sagen? Würde irgendetwas das sie sagen könnte irgendetwas ändern?
And meiner Entscheidung sicher nicht, aber an mir? Ich weiß es nicht... ich bin wütend. Es gibt viele Dinge, die ich ihr gerne entgegen schleudern würde. Viele Vorwürfe, die ich gerne machen würde. Einfach nur weil sie mich sehr verletzt hat mit einigen Dingen die sie getan oder gesagt hat.

Aber wenn ich diese "Gespräche" durchspiele, dann komme ich immer am gleichen Punkt an - was bringt das? Nichts. Es würde nur einen von uns beiden oder beide verletzen und das ist nicht das was ich will. Was ich will ist Heilung, so doof das Wort im Zusammenhang vielleicht klingt.
Da ist so viel Wut und Schmerz und Trauer... davon braucht keiner von uns mehr. Sie nicht, meine Geschwister nicht, ich nicht.

Und manchmal, wenn ich mir innerlich ausmale wie ich ihr manche Dinge vorhalte, dass sie nicht wüsste wie dies oder jenes ist, wird mir bewusst dass sie es wohl doch weiß. Ich sehe ja an ihrem (Co-)Verhalten so vieles, das ich auch gemacht hab in meiner ersten Beziehung. Dann tut sie mir leid und ich wünsche mir, dass sie einen anderen Weg findet und einschlägt, als den auf dem sie jetzt ist.

Ich denke sie ist wütend auf mich, weil sie denkt ich bin wütend auf sie. Undankbar, vielleicht. Das macht mich traurig, weil es nicht stimmt.
Manchmal bin ich wütend auf Dinge die sie getan hat, weil ich als ihr Kind nicht verstehe, warum sie nicht anders gehandelt hat. Aber als erwachsene Person weiß ich, dass sie krank ist, dass sie Probleme hat mit denen sie nicht umgehen kann. Ich weiß, dass sie immer versucht hat uns zu helfen und zu unterstützen so gut sie konnte. Eine Weile lang hat das besser geklappt als es das jetzt tut; weil es ihr schlechter geht.
Dafür bin ich dankbar. Dass sie viel aufgegeben hat, geopfert hat. Dass sie für uns da war, auch wenn die Situation für sie fast untragbar war. Soweit es ihre Verfassung eben zuließ.

Ich will ihr nichts böses... ich will ihr ihre Fehler verzeihen. Aber dafür muss sie bereit sein, sie sich einzugestehen und die Verantwortung übernehmen.

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