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Kontakt zu co-abhängiger Mutter abbrechen?

Hilfe für erwachsene Kinder von Alkoholikern

Moderator: Moderatoren

Gedankenblatt
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Beitrag von Gedankenblatt » 17.05.2017, 21:12

Hallo Julikind, :wink:

mich würde sehr interessieren, wie es bei dir weitergegangen ist, ob du den Kontakt letztendlich abgebrochen hast oder nicht, und wie deine Großmutter es aufgenommen hat.

Ich wollte erst nichts schreiben, weil ich vielleicht ein bisschen anders darüber denke als du und die meisten hier... Grundsätzlich finde ich, du musst da auf dein Gefühl hören und wirst schon wissen was richtig ist.

Für mich persönlich würde ich an deiner Stelle sicher anders entscheiden. Ich würde niemals meiner Co-abhängigen Mutter die "Pistole an die Brust setzen", denn ich denke, sie hat mit der Scheidung ohnehin schon den größten Schritt gemacht. Du schreibst ja, sie hat den Kontakt zu deinem Vater abgebrochen, sowas ist nicht leicht. Ich denke, ihr solltet zusammenhalten, und vielleicht gelingt es dir ja, deine Mutter ein bisschen zu verstehen. Wie sie damit umgeht, muss sie selber wissen (genau wie du ;-) ), und wenn sie meint, sie müsse lügen, dann ist das ihr Ding. Eigentlich nicht deine Entscheidung.

Weißt du, ich hatte Ähnliches in meiner Familie, und wir haben unsere Oma immer weitgehend von der Wahrheit verschont. Sie ahnte sowieso, dass nicht alles ganz in Ordnung war, aber wozu hätte ich sie denn mit den ganzen grausamen Details der Wahrheit belasten sollen? Dann gibt's nur noch einen zusätzlichen Menschen, der nachts nicht schlafen kann. Man muss kein Lügengebilde aufbauen, und du musst dich auch sicher nicht in die Lügen deiner Mutter mit reinziehen lassen, aber du musst auch nicht unbedingt die volle Wahrheit auf den Tisch knallen.

Seit deinem ersten Posting ist ein Monat vergangen - ich habe mir mit meiner Meinung Zeit gelassen und ich hoffe, du verstehst mich nicht falsch. Ich möchte dir nur eine vielleicht andere Sichtweise zeigen.

Was immer du machst, es ist für dich okay - mach das, was sich richtig anfühlt.

liebe Grüße,
Gedankenblatt :wink:

Meadow
aktiver Teilnehmer
Beiträge: 915
Registriert: 27.02.2015, 18:15

Beitrag von Meadow » 21.05.2017, 11:07

Hallo Julikind,

ich habe deine Geschichte etwas anders verstanden als Gedankenblatt und hoffe, ich habe nichts überlesen. Ich habe es so verstanden, dass DU den Kontakt zu deinem Vater abgebrochen hast, dass deine MUTTER aber noch mit ihm verheiratet ist und mit ihm zusammenlebt. Und die Schwierigkeit für dich besteht in dem unterschiedlichen Umgang mit dem Rückfall deines Vaters. Du möchtest gerne offen mit seiner Alkoholkrankheit umgehen, deine Mutter jedoch wollte es aus Angst vor Reaktionen der anderen geheim halten und hat bis zu eurem Gespräch die Geheimhaltung auch von dir verlangt.
Stimmt das in etwa so?

Ich denke auch, dass jeder für sich und sein Handeln verantwortlich ist. So kann deine Mutter für sich selbst entscheiden, wie sie mit dem Alkoholismus deines Vaters umgeht. Und genauso kannst DU für dich entscheiden, wie DU damit umgehst. Also kann deine Mutter auch nicht für dich darüber bestimmen bzw. sollte dies nicht von dir verlangen. Du hast dich für Offenheit entschieden, was ich gut finde. Und du hast sogar mit deiner Mutter vorher darüber geredet, was ich auch gut finde. So wie ich es verstanden habe, hat deine Mutter sogar positiv darauf reagiert, sodass sie vielleicht selbst nur noch nicht weiß, wie sie selbst wirklich mit dem Alkoholismus umgehen möchte.
Ich finde jedenfalls, dass du das alles sehr gut gemacht hast. Versuch weiterhin auf dich und deine Gefühle zu achten und wichtig zu nehmen.

Ich habe habe übrigens den Kontakt zu beiden Elternteilen abgebrochen. Aber ich konnte auch nie mit meiner Mutter so offen reden wie du es scheinbar konntest. Sie hat den Alkoholkonsum (und andere Sachen) meines Vaters bis zuletzt abgestritten und ihn verteidigt. Sie hat sich nie für mich eingesetzt, sodass ich mich letztendlich für mich eingesetzt und den Kontakt abgebrochen habe. Anfangs ging es mir damit oft schlecht. Aber mit der Zeit wurde es immer besser und ich bin froh, dass ich mich so entschieden habe.

Daher versuch immer wieder neu zu schauen, wie es dir im Kontakt geht. Ich wünsche dir alles Gute für deinen Weg. :)

Liebe Grüße,
Meadow

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