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Meine Mutter trinkt-Ein Satz, der mein Leben umgeworfen hat

Hilfe für erwachsene Kinder von Alkoholikern

Moderator: Moderatoren

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Martin

Beitrag von Martin » 13.06.2017, 14:03

Hallo Kätzchen,

herzlich Willkommen in unserem Forum.
Sie ist wie eine Fremde für mich, gleichzeitig mache ich mir Sorgen, weil sie eben meine Mutter ist. Das lasse ich mir ihr gegenüber so wenig wie möglich anmerken, da ich mir zum Großteil sowieso die Schuld an ihrer Alkoholsache gebe, und weil ich Angst habe, dass alles nur noch schlimmer wird und sie mehr und mehr trinkt.
Ich bin trockener Alkoholiker und kann dir versichern dass du keine Schuld an ihrer Sucht hast.

Ob es schlimmer wird oder nicht kann nur deine Mutter beeinflussen.

Endweder sie trinkt weiter und dann werden die Mengen eher mehr als weniger oder sie holt sich Hilfe.

Du kannst hier im Austausch lernen dass du keine Schuld hast und deiner Mutter nicht helfen kannst.

Auch wenn das hart klingt, sie ist erwachsen und kann machen was sie will.

Ich habe ca. 20 Jahre gesoffen, niemand konnte mir das ausreden, erst als ich selbst bereit war holte ich mir Hilfe.

LG Martin

Hans im Glück

Beitrag von Hans im Glück » 15.06.2017, 19:56

Hallo Kätzchen,

So, wie du das Trinkverhalten deiner Mutter beschreibst und die unglaublichen Mengen an hochprozentigem Stoff (Wodka ist bei Alkoholikern beliebt, weil er kaum riecht, wenn man/Frau ihn trinkt) braucht sie dringend Hilfe.

Dafür bist du nicht zuständig und daran bist in keiner Weise schuld.

Alkoholiker verlagern aber gerne die Schuldfrage und die Verantwortung für Ihr zerstörerisches Handeln auf andere.

Gerne auf Kinder, Ehepartner, oder diese grosse böse Welt.......

Ich bin trockener Alkoholiker und habe trinkende Eltern erlitten.
Ich habe meiner Mutter den Schnaps besorgt.
Weil sie dann erträglich war.
Weil ich dachte, sie hätte mich dann vielleicht lieb.

Das war ein Denkfehler meinerseits.
Ich habe in der Folge meine eigene Depression über Jahrzehnte mit Alkohol zugeschüttet.

Das Drama des Alkohol hat sich in der Familie fortgesetzt.

Es geht hier nur um dich.
Es geht nicht um deine Mutter.
Du musst kein trinktagebuch für deine Mutter führen.

Du solltest für dich überlegen, wie die Situation zu ändern ist, weil ansonsten gehst du daran kaputt.

Offenbar braucht ihr Hilfe von außen.
Der Alkoholiker selbst will sein trinken freiwillig nicht aufgeben.
Eine Einsicht in die Krankheit, die plötzlich vom Himmel fällt ist unwahrscheinlich.
Sprich mit deinem Vater, ihr solltet euch austauschen, weil keinem geholfen ist, das Problem unter den Teppich zu kehren.
Vielleicht habt ihr eine Hausarzt, einen Pfarrer, eine Person des Vertrauens für deine Mutter, die euch helfen kann.
Professionelle Hilfe ist in Deutschland gut organisiert.

Es gibt auch für Betroffene Gruppen, in denen sie sich austauschen können.

Es gibt Möglichkeiten.

Und es ist kein Verrat an deiner Mutter, wenn dein Vater und du nicht länger zu sehen, wie sie sich ruiniert.

Liebe Grüße
Hans

Morgenrot
Moderatorin
Moderatorin
Beiträge: 14508
Registriert: 29.02.2008, 11:36

Beitrag von Morgenrot » 15.06.2017, 22:52

hallo Kätzchen,

herzlich Willkommen bei uns im Forum.
Ich werd die "Flaschenprotokolle" fortführen,
Tu dir das bitte nicht an, was willst du damit erreichen?
Du brauchst keine Mengenangaben ihre Trinkmengen und du brauchst keinen Überblick wann sie wieviel trinkt.
Deine Wahrnehmung das deine Mutter zuviel trinkt reicht vollkommen aus.
Du kannst nichts kontrollieren und hast absolut nichts in der Hand, was die Trinkerei angeht.
Sorge für dich, damit es dir gut geht, alles andere führt dich in einen Kreislauf der nur nach unten geht.
Hans hat mit allem recht was er schreibt, es ist nicht deine Verantwortung und deine Schuld schon mal gar nicht.
Denk an dich!!


lg Morgenrot

Martin

Beitrag von Martin » 15.06.2017, 23:50

Hallo Kätzchen,

ich denke auch dass es nichts bringt die Menge aufzuschreiben, deiner Mutter nicht und dir auch nicht.

Deine Mutter weiss eh wie viel sie trinkt und du kannst nur die Flaschen zählen die du findest.

Je mehr du dich da rein hängst desto mehr belastet es dich, das ist der falsche Weg.

Du kannst nur zusehen dass es dir besser geht, deine Mutter ist selbst für sich zuständig.

LG Martin

FallenChocoCookie
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Registriert: 01.02.2017, 16:39

Beitrag von FallenChocoCookie » 17.06.2017, 20:59

Hallo Kätzchen!

Als ich im Februar dieses Jahr von einem Besuch bei meinem Freund zurück kam, hab ich auch "kontrolliert" ob meine Mama noch trinkt bzw. wie viel (mehr) es denn ist; für ein paar Tage. Ich habe nicht mal aufgeschrieben was ich gesehen habe, aber es hat mich dennoch sehr belastet.
Ich kann mich den andere dabei nur anschließen, mach das nicht. Was bringt es dir denn? Selbst wenn du genau wüsstest wie viel sie trinkt, kannst du mit der Information ja nicht wirklich etwas anfangen. Sie konfrontieren? Wie Martin schon gesagt hat, wird deine Mutter wissen wie viel sie trinkt, sie ist ja diejenige, die sich den Alkohol holt.

Versuch lieber dich darauf zu fokussieren, dass es dir gut geht. Grenz dich von dem Problem so gut wie möglich ab. Denn es ist nicht dein Problem, es ist ihres. Es ist nicht deine Schuld, und genauso wenig deine Aufgabe, für sie eine Lösung zu finden.

LG,
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