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Moin, Vorstellung von Fusselchen

Hilfe für erwachsene Kinder von Alkoholikern
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Fusselchen
neuer Teilnehmer
Beiträge: 8
Registriert: 04.10.2017, 11:45

Moin, Vorstellung von Fusselchen

Beitrag von Fusselchen » 04.10.2017, 22:38

Moin,
Das mit mir etwas nicht stimmt wusste ich schon immer. War sogar mehrfach als Kind in Therapie, weil ich ja viel zu schüchtern war, mit kaum jemanden gesprochen hab..... heut würd man es wohl Soziale Phobie nennen. Ich hab immer nach dem Grund für mein mangelndes, eigendlich nicht vorhandenes Selbstbewustsein gesucht. Warum ich mich selbst so stark ablehne. Erst vor ein paar Wochen bekam ich den Tip, mal nach Erwachsenen Kindern suchtkranker Eltern zu googeln.
Ja, okay meine Mutter war seit ich denken kann Alkoholikerin, sie hat eigendlich erst aufgehört zu trinken, als sie nicht mehr allein Einkaufengehen konnte. Aber warum sollte ich deshalb so komisch sein, ich war ja nicht Alkoholabhängig. Und mal abgesehen davon ist meine Mutter mitlerweile verstorben, nachdem ich sie bis zum Schluss gepflegt habe.
Ein paar Stunden und unzählige Seiten im Internet später, wurd mir klar das es kein Zufall sein kann das so viele Menschen die ähnlich wie ich aufgewachsen sind, mit den gleichen Problemen zu kämpfen haben.
Seit dem erlebe ich gerade eine Gefühlsachterbahn, aus Hoffnung jetzt wo ich den Grund weis entlich etwas ändern zu können, Wut, Hass, Enttäuschung, Trauer und Einsamkeit.
Es kommen so viele Erinnerungen hoch, die ich verdrängt hatte. Ich vermute das ist gut so, denn dann kann ich damit vielleicht auch abschliessen.
Hier im Forum zu lesen, tut verdammt gut. Und ich freue mich auf regen austausch.
Mir gehen so viele Fragen durch den Kopf, auf die ich hoffe hier Antworten zu finden und vor allem Menschen die mich verstehen, weil sie ähnliches Erlebt haben. Andere verstehen das nicht wirklich, meine beste Freundin sagte als ich es ihr erzählt hatte nur: Wiso machst du dir darüber gedanken, deine Mutter ist Tod, du hast das Problem doch nicht mehr.
Ups, ist recht lang geworden
Vielen Dank fürs lesen und das ich hier sein darf :-)

Aurora
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Registriert: 02.05.2007, 13:47

Beitrag von Aurora » 05.10.2017, 10:15

Hallo Fusselchen,

herzlich willkommen hier!

Nicht für umsonst heißt es "Familienerkrankung Alkoholismus".
Es werden alle mit hinein gezogen, die sich im unmittelbaren Umfeld befinden. Leider. Und Kinder haben es da am schwersten, als Erwachsener kann ich mir den Schritt zur Trennung überlegen und weg gehen, als Kind kannst du das nicht. Du wächst in den kranken Strukturen auf und lernst Verhaltensmuster, die dein ganzes Leben beeinflussen.

Dein Hirn hat alles schön verdrängt, das ist oft so mit traumatischen Erlebnissen. Erst, wenn du, wenn deine Seele dafür bereit ist, öffnet sich langsam Türchen für Türchen und dir fallen Dinge wieder ein.

Solche Sachen können Außenstehende, die es nicht auch erlebt haben, meistens kaum verstehen. Wie auch?
Wut, Hass, Enttäuschung, Trauer und Einsamkeit.
Das sind genau die Gefühle. Sie sind normal! Auch wenn du an der Vergangenheit nichts mehr ändern kannst, darfst du jetzt diese Gefühle haben. Dass du dich nun damit auseinander setzt ist wirklich gut! Denn Verdrängung ist nicht gut, wenn du an deiner Lebensqualität was machen möchtest.

Ich wünsche dir, dass du hier viele Antworten auf deine Fragen bekommen kannst!

Liebe Grüße
Aurora

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