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Wie Selbstbewustsein lernen bzw. Selbsthass bekämpfen

Hilfe für erwachsene Kinder von Alkoholikern

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Miss Daisy

Beitrag von Miss Daisy » 21.03.2018, 12:57

Die schlechten Gefühle wie Angst oder schlechtes Gewissen oder die Sorge, nicht geliebt zu werden, wenn man nicht perfekt ist,... sind gar nicht so leicht auszurotten, und vielleicht wird es einem EKA auch nie ganz gelingen.

Ich für mich habe festgestellt, dass es gar nicht so sehr darauf ankommt, kein schlechtes Gefühl zu haben, sondern darauf, dass man nach seiner Einsicht und seinem Verstand handelt. Viele Leuten haben mir schon gesagt, dass ich auf sie sehr mutig und selbstbewusst wirke. Ich war erstaunt und fragte mich, wie die mich so falsch einschätzen können! Jedenfalls hat mich das zum Nachdenken gebracht, und seitdem lebe ich nach dem Motto: Wenn andere mich als selbstbewusst wahrnehmen, dann will ich das mal auch so sehen. Ich versuche dann so zu handeln, als ob ich selbstbewusst und mutig wäre und weder Angst noch schlechtes Gewissen hätte. Auf Dauer beeinflusse ich vielleicht so mein Gefühl in eine positive Richtung.

Ich weiß, dass ich aufgrund meiner verkorksten Kindheit auch jede Menge verkorkste Verhaltensmuster habe, die ich mir nicht selbst ausgesucht habe und die meinem Glück heute als Erwachsene im Wege stehen. Ich weigere mich (soweit mir das gelingt), auf meine unangemessen schlechten Gefühle zu hören und ihnen nachzugeben, denn ich weiß, es sind „nur“ Gefühle, die ich nicht hätte, wenn ich in einer gesunden Familie aufgewachsen wäre.

Wenn ich beispielsweise nach langem und gründlichen Nachdenken zu dem Schluss gekommen bin und gut begründete Argumente dafür gefunden habe, dass ich keinen Kontakt mehr zu meiner trinkenden Mutter haben sollte und möchte, dann lasse ich mich auch von meinem Mitleid und schlechten Gewissen nicht kleinkriegen. Ich habe meiner Mutter genug meiner Zeit und Lebenskraft geopfert. Da lasse ich mich auch von so einer dummen Floskel wie „Sie ist schließlich immer noch meine Mutter“ (kotz!) nicht herunterziehen. Ich habe alle lieben Briefe und sentimentalen Geschenke wie Kuscheltiere von ihr weggeworfen, damit ich nicht in eine Tränendrüsenstimmung gerate und vielleicht schwach werde, meinem Mitleid für sie nachzugeben.

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