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Erfahrung letzter Abschied / Hospiz / Hilfe

Hilfe für erwachsene Kinder von Alkoholikern

Moderator: Moderatoren

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Nicita
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Erfahrung letzter Abschied / Hospiz / Hilfe

Beitrag von Nicita » 07.12.2017, 12:34

Hallo alle,

ich weiss nicht, ob ich hier Beantwortung/Erfahrungsaustausch finde, vielleicht sollte ich in einem Krebsforum schreiben ...

bestimmt schreibe ich noch mehr, doch heute und zunächst, beschäftige ich mich mit der letzten Lebensphase meiner Mutter, über 20 Jahre Alkoholikerin ist (seit 3 Monaten zwangstrocken), dafür aber sehr schwer erkrankt durch ihre Sucht.

Leberzirrhose (erst C, jetzt durch Medis und Verzicht bei B) sowie Leberkrebs.
Das alles kam mit voller Wucht im September raus (obwohl ich mir zumimndest die Zirrhose seit Jahren denke und auch äussere!).

Nun geht es nicht mehr um das immerwährende Hoffen, dass sie doch noch einmal die Kurve riegt (vergeblich!), sondern um die letzte Phase.

Ich habe mir damals gesagt, wenn ich mein Mutter jemals ohne Alkohol noch erlebe, dann bin ich für sie da.

So ist das jetzt. Da die Therapien, die sie gemacht hat gegen den Leberkrebs
nicht geholfen haben, ist man nun zu dem Schluss gekommen (auch durch Zweitmeinung, die das bestätigte), dass es nun darum geht, ihr noch die letzte Phase so gut wie möglich zu gestalten.

Ich als Tochter nehme daher bereits Kontakt zu Palliativdiensten und überlege ebenso, ob ein Hospiz eine Möglichkeit wäre, wenn es nicht mehr Zuhause geht.

Mein Papa pflegt meine Mutter derzeit und ich wo ich kann, bin ich da (z.B. gemeinsame Arzttermine, sitze bei ihr, versuche sie zu aktivieren, räume auf, koche, massiere sie, creme ein ...

nun suche ich Erfahrung mit anderen Kindern, die die letzte Reise auch mit unterstützt haben.

Hat jemand Erfahrung mit Hospizen?

Meine Mutter hat in ihre schwere Erkrankung keien Einsicht und verdrängt, wie immer. Sie beharrt auch auf das Dasein meines Papas. Ich glaube aber, dass wir es in der aktten Phase (Schmerzen, Ängste usw.) nicht schaffen zu Zweit, wenn die Pase kommen sollte.

LG und Danke!
N

Carl Friedrich
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Beitrag von Carl Friedrich » 07.12.2017, 17:20

Hallo!

Meine Mutter ist vor 2 Jahren in einem Hospiz verstorben. Ich fand die Versorgung, Umsorgung sowie medizinische und psychologische Betreuung absolute Klasse. Meine Mutter war nach der Aufnahme nicht wieder zu erkennen. Sie wusste genau, das das Ende rasch kommt und sie wollte irgendwie im Guten scheiden.

Ich habe mir damals gesagt, sollte ich mal schwer erkranken und es auf mein Ende zuläuft, würde ich dort sofort absteigen.

Nur muss die Entscheidung von ihr selbst kommen. Bei uns fiel sie während eines Krankenhausaufenthalts der Mutter, als ihr die Ärzte klar machten, dass sie austherapiert sei und nicht nach Hause zurück könne und wir einen Hospizplatz organisieren konnten.

Gruß Carl Friedrich

Nicita
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Beitrag von Nicita » 08.12.2017, 13:46

Hallo Carl Friedrich,

das hört sich tröstlich an. Danke für Deine Antwort!
Ich denke, meine Mutter will das leider nicht, aber das kann sich vielelicht noch ändern. Ich glaube, dass mein Papa und ich an unsere Grenzen kommen werden, zumal wir die einzigen sind, die sich kümmern. Sonst ist da niemand.

Darf ich fragen, ob Deine Mutter ebenso Alkoholikerin war, oder aus eine anderen Grund sterben musste?

LG

Nicita
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Beitrag von Nicita » 08.12.2017, 13:49

Gibt es hier denn aktuell EKA, deren Eltern/Elternteil ebenso stark krank war und ggf. auch gestorben ist?

Ein Austausch fände ich so wertvoll. Ich leide natürlich sehr unter dem was war und was nun ist.

Wie habt ihr das geschafft?

Ich habe gelesen, dass es wohl Leute hier im Forum gab, aber die Threads teilweise eben schon Jahre her sind.

LG

Carl Friedrich
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Beitrag von Carl Friedrich » 08.12.2017, 15:37

Nicita hat geschrieben: Darf ich fragen, ob Deine Mutter ebenso Alkoholikerin war, oder aus eine anderen Grund sterben musste?

LG
Hallo!

Darfst Du. Sie war es nicht, hatte jedoch Krebs und ich war gerade mal ein paar Monate trocken.

Bei Menschen, die dort letztlich zum Sterben hinziehen, ist es letztlich egal, aufgrund welcher Krankheit sie in absehbarer Zeit versterben werden. Wichtig ist es, diesen letzten finalen Abschnitt mit Würde zu gestalten. Und das war bei dem Hospiz meiner Mutter definitiv der Fall.

Gruß
Carl Friedrich

Katrienchen
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Beitrag von Katrienchen » 10.12.2017, 09:07

Carl Friedrich hat geschrieben: Wichtig ist es, diesen letzten finalen Abschnitt mit Würde zu gestalten. Und das war bei dem Hospiz meiner Mutter definitiv der Fall.

Gruß
Carl Friedrich
ja das kann ich nur bestätigen, war bei meinem Mann auch so.

stricken
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Beitrag von stricken » 12.12.2017, 20:46

Hallo Nicita,
am Montag gab es in der ARD eine Dokumentation, Reportage um 23.30 Uhr , die auch noch in der Mediathek zu finden ist, die da heißt "Sterben verboten?". Ich denke sie könnte Dir an einigen Punkten weiterhelfen. Da ich ähnliche Erfahrungen hinter mir habe, weiß ich wie wichtig es ist sich soviel Hilfe zu holen wie es geht. Ein Palliativdienst kann Dir da absolut gut weiterhelfen.
Vor zwei Jahren machte ich Erfahrungen mit einem Hospiz und kann auch nur vom positiven berichten. Ich wünsche Dir viel Kraft und denkt auch an Euch, denn Kraft ist nicht unendlich. Stricke

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